Forum: Politik
Kohlekraftwerke: Gabriel verkündet Abkehr von Klimaschutzzielen
DPA

Das Klimaziel der Bundesregierung ist nicht mehr zu halten. Das hat Wirtschaftsminister Gabriel nach SPIEGEL-Informationen intern eingeräumt. Grund ist vor allem die Weigerung des Ministers, alte Kohlemeiler abzuschalten.

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quark@mailinator.com 16.11.2014, 17:50
130. ???

Zitat von msdelphin
Im Prinzip hat man zwei große Lager für die Stromerzeugung bei der ganzen Diskussion: Lager 1: Das sind große Kraftwerke (z.B. Kohle- und Atomkraftwerke), die von großen Energieunternehmen zentral betrieben werden, die primäre endliche Ressourcen verbrauchen (Kohle, Uran, ...) und dabei umweltschädliche Substanzen (CO2, Transurane, ...) als Abfallprodukte in die Umwelt entlassen. Diese Kraftwerke sind extrem träge und werden daher relativ konstant über den Tag gleichbleibend betrieben. Dies wird gerne unter den positiv angehauchten Begriff "Grundlast" beschrieben. Lager 2: ...Wir stehen daher vor der Frage: Wechseln wir lieber auf das umweltfreundliche Lager 2 über, dass zwar für einige Jahre teurer dafür aber zukunftsträchtiger ist, oder bleiben wir beim Alten.
Sorry, aber das mit der Grundlast haben Sie nicht richtig dargestellt. Erinnern Sie sich: Bevor es überhaupt Wind- und Solarkraftwerke gab, haben die klassischen Kraftwerke auch kein Problem damit gehabt, den sich ändernden Belastungen zu folgen. Im Prinzip läuft es darauf raus, daß bisher eben NUR mit den Wärmekaftwerken sichergestellt werden kann, daß immer genug Strom da ist. Insofern ist das Schlagwort "Grundlastsicherung" falsch gewählt, hat sich aber eingebürgert. Das ist wie mit anderen Fachworten, die vom gemeinen Publikum "mißbraucht" werden. Wie z.B. "Cloud", was ursprünglich für Rechenleistung stand, nun aber allgemein für Speicherplatz verwendet wird. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Die wenigsten Leute hätten ein Problem damit, die Wende zu Erneuerbaren zu unterstützen, wenn am Ende eine Lösung stünde. Im Moment sieht es aber nicht danach aus.

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msdelphin 16.11.2014, 17:52
131. Gutes Beispiel

Zitat von Inselbewohner
Danke für die schnelle Antwort. Natürlich wäre mir das Lager 2 wie Sie schreiben auch lieber. Ich habe ja auch nichts gegen eine umweltfreundlich Energiegewinnung. Im kleinen mag das ja auch alles passen, viele Dörfer haben sich mit ihren Biogasanlagen vom Stromnetz unabhängig gemacht aber wie gesagt im kleinen. Wie wollen sie einen Aluminiumhütte, ein Zementwerk oder ein Stahlwerk rund um die Uhr 365 Tage im Jahr versorgen. Ich habe gerade das Buch Blackout von Marc Elsberg gelesen in dem verständlich erklärt wird, dass nicht einfach die Energiemenge eine Rolle spielt viel entscheidender sind die Frequenzen. Meine Meinung ist, solange wir keine stabile Energiemenge besitzen, z.B. die Kernfusion werden wir diese Dilemma nicht lösen. Gruß HP
Aluminiumhütten, Stahlwerk oder Zementwerk sind gute Beispiele für den Einsatz von regenerativen Energien. Allen drei ist gemeinsam, dass sie nicht punktuell sofort den Strom benötigen. Ihr Verarbeitungsprozess ist ein relativ langwieriger Prozess, bei dem es nicht so sehr auf kurzfristige (minütliche) Leistung sondern auf langfristige (stündliche) Leistung ankommt. Die Betreiber sind daher an niedrigen Energiekosten interessiert. Regenerative Energien sind bei Überschuss sehr günstig und bei Flaute teuer. Ihre Schwankungsfrequenzen liegen im Stundenbereich. Daher können die oben beschriebenen Werke die Fluktuationen der Windkraft und Photovoltaik bestens ausgleichen. Das Überangebot an Strom wird günstig zum Aufheizen verwendet. Bei Unterversorgung wird der Strom abgeschaltet (die Schmelze verliert nur sehr langsam ihre Temperatur im Ofen).
Deswegen wird für den Einsatz von regenerative Energien ein sehr gutes, flexibles und intelligentes Regelungssystem benötigt, welches technisch heute nicht schwierig ist.

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knuty 16.11.2014, 17:52
132.

Zitat von Kampfdenker
Warum dieser Unfug,wenn Sie Argumente haben.- Harrisburg war ein Beinahe-Gau.Danach wurde die Sicherheitsphliosophie verschärft.- Seitdem hat es bei westlichen AKW nicht einen einzigen Gau oder Supergau im Normalbetrieb gegeben- dass bei einem jahrhundert-Erdbeben von 54 AKW ein einziges Probleme hatte-ohne ein Todesopfer -zeigt,wie sicher AKW sind.- Denn die Zahl der Betriebsjahre aller westl. AKW übersteigt längst die 10.000 Jahre,für die EIN SUPERGAU IM NORMALBETRIEB angenommen wurde.- AKW sind sicherer als die Fachleute garantiert haben.
"Harrisburg war ein Beinahe-Gau."
Es war ein Ernster Unfall der INES-Stufe 5.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Three_Mile_Island#Der_Unfall_vom_28. _M.C3.A4rz_1979

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"Seitdem hat es bei westlichen AKW nicht einen einzigen Gau oder Supergau im Normalbetrieb gegeben-"

Auweia: Lesen Sie selbst: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unfällen_in_kerntechnischen_Anlagen#1980 .E2.80.931989
_________________

"dass bei einem jahrhundert-Erdbeben von 54 AKW ein einziges Probleme hatte-ohne ein Todesopfer -zeigt,wie sicher AKW sind.-"

Auweia. Von den 54 japanischen AKW verursachten vier AKW jeweils einen Super-Gau, zwei weitere wurden irreparabel beschädigt und auch stillgelegt. Bei allen anderen 48 AKW wurden ebenfalls Sicherheitsprobleme festgestellt und herunter gefahren. Zwei könnten eventuell nächstes Jahr wieder hochgefahren werden.

Es gab rund 1.500 Todesopfer aufgrund der Evakuierung der kontaminierten Gebiete. Das waren hilflose und kranke Menschen in Kliniken und Altersheimen, die man wegen mangelnder Transportmöglichkeiten zurück lassen musste. Die sind alle elendig verreckt.

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white.house 16.11.2014, 17:53
133.

Was das Klima angeht, kann man Deutschland mit ruhigem Gewissen vernachlässigen. Da fällt De überhaupt nicht ins Gewicht. Somit ist es eine gute Entscheidung beim Kohlestrom zu bleiben. Die ach so böse Kernkraft ist ja im Land der Besserwisser, Oberlehrer und Weltverbesserer verpönt.
Hallo Deutschland...Willkommen in der Realität. Irgendwo muss ja der Strom herkommen.

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keinereiner 16.11.2014, 17:54
134.

Zitat von fotoloft
Wer war an den Unfällen in Tschernobyl und Fukushima schuld? Der Mensch! Nicht die Atomkraft! Wieviele Atomkraftwerke gibt es auf der Welt? wieveiel sind hochgegangen? Wieviele menschen sind dadurch zuschaden gekommen? Wieviele Menschen sterben durch UNfälle auf der Straße oder durch Umweltkatastrophen? Die Endlagerung der Brennstäbe ist nicht gelöst, wenn man aber wollte, könnte man das lösen
Wenn man wollte könnte man aber? Dann müsste es ja erstmal ne Idee geben. Erzählen sie mal!
Natürlich ist nicht die Atomkraft Schuld, sondern wir, die Menschen, die sie nicht beherrschen. Aber in wie fern macht es dass besser Atomkraft zu betreiben?
JA natürlich sind wenige Atomkraftwerke "hochgegangen". Wenn es aber passiert, sind die Folgen sowohl bei Menschen als auch für die Natur und damit auch Finanziell enorm. Auch für die Ruine in Tschernobyl wird noch weitere Hundert(e) Jahre Milliarden investiert werden müssen, damit das Strahlende Material innerhalb des Sarkophags bleibt und nicht wieder in die Umwelt gelangt. Die Sperrzone wird wohl auch nicht alsbald aufgelöst werden und wenn doch, wer will da jemals noch hinziehen solange das Problem nur Bedeckt vom Sarkophag ist und nicht gelöst? Zudem sind sehr viele Menschen gestorben oder können nur mit enormen Einschränkungen ihr Leben weiterführen, sei es aus angeboren Behinderungen als auch Krankheiten infolge der Strahlenbelastung.
Darum ist es im Allen auch nicht Lukrativ Atomenergie zu betreiben,denn selbst wenn nur alle 50 Jahre ein Reaktor in die Luft fliegt die Folgen einfach unvorstellbar sind.
Wir haben alternativen, ich weiß nicht was sie an der Atomenergie sicher und sauber reden wollen.

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knuty 16.11.2014, 18:06
135.

Zitat von quark@mailinator.com
Die EINZIGE halbwegs realistische Alternative wäre, auf Gaskraftwerke umzusteigen. Die haben diverse Vorteile, z.B. das sie schnell hoch- und runter gefahren werden können, was die Nutzbarkeit der Energie von Windrädern, Solar, etc. verbessert. Vor allem aber entsteht deutlich weniger Klimaschaden, da bei der Verbrennung von Gas vor allem auch Wasserstoff verbrannt wird, als Ergebnis also Wasser anfällt. Kleinere Gaskraftwerke eignen sich zur Kraft/Wärmekopplung, was die Effizienz noch weiter erhöht. Sowas wie Ruß etc. entsteht auch nicht. NUR: Zum einen bräuchte man dann mehr solche Kraftwerke und die, die wir gebaut haben, stehen im Moment als Investruine rum, weil der Einspeisevorrang der Erneuerbaren sie unrentabel macht, zum anderen braucht man dann natürlich Erdgas ... kommt aus Rußland und die Politik will da nicht noch abhängiger von werden ... Um ehrlich zu sein, ich weiß auch nicht, wieviel Erdgas man dann bräuchte und ob das überhaupt realistisch beschaffbar ist. Abgesehen davon halten die Kohlevorräte wohl viel länger als die Gasvorräte ... Was die AKWs angeht - macht keinen Sinn, moderne deutsche abzuschalten und dann zu sehen, daß das älteste französische in Fessenheim am Rhein nun doch länger betrieben wird ... und dann von dort Strom zu kaufen, wenn nachts der Wind nicht weht (was man innerhalb der EU nicht vermeiden kann - wir müssen ALLEN Strom kaufen, können nicht auf Ökostrom bestehen).
"Zum einen bräuchte man dann mehr solche Kraftwerke und die, die wir gebaut haben, stehen im Moment als Investruine rum, weil der Einspeisevorrang der Erneuerbaren sie unrentabel macht, ..."

Nein, billiger Braunkohlestrom aus überalteten KW macht die Gas-KW unrentabler.

Und nein, man braucht nicht noch mehr Gas-KW, wenn die schon vorhandenen nicht ausgelastet sind.
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"zum anderen braucht man dann natürlich Erdgas ... kommt aus Rußland ...
Um ehrlich zu sein, ich weiß auch nicht, wieviel Erdgas man dann bräuchte und ob das überhaupt realistisch beschaffbar ist. "

Auch aus Russland.
Die Gasimporte sind in den letzten Jahren gesunken.
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"Abgesehen davon halten die Kohlevorräte wohl viel länger als die Gasvorräte ..."

Spätestens 2045 sind die dt. Braunkohlereviere erschöpft. Es sei denn, man reißt Krefeld ab oder leitet den Rhein um.

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hannohonk 16.11.2014, 18:16
136.

Zitat von Savoyen
Die USA und China schalten ihre Kernkraftwerke ab und überlegen, ob sie Kohlekraftwerke durch Windräder und PV-Anlagen ersetzen???? Sie haben da nicht zufällig einen Link, damit ich mich über diese doch scheinbar ganz neue und ganz ungewöhnliche Entwicklung in der Energiepolitik der beiden Länder mal informieren kann?
Der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg hat nur indirekt mit der Energiewende zu tun und ist eher Sicherheits- oder von mir aus auch Wählergunstbedenken der damaligen Regierung geschuldet.
Die Energiewende in den USA ist natürlich völlig anderer Natur als hierzulande. In Texas gab es aufgrund der zur Neige gehenden Ölkapazitäten einen regelrechten Windboom. In Californien ist der Anteil der Erneuerbaren ebenfalls stark gestiegen.
Natürlich ist in Amerika zur Zeit Fracking ein großes Thema. Wenn die Amerikaner schlau sind treiben sie ihre Energiewende weiter voran und nutzen ihre Schiefergas- bzw. -öl Vorkommen für kleinere Bedarfskraftwerke (z.B. GuD).
Selbst China betreibt einen Ausbau der Regenerativen. Natürlich bauen sie praktisch jede Form der Energieerzeugung aus, jedoch zeigt das, dass auch die Chinesen später nicht dumm dastehen wollen indem sie ausschließlich auf endliche Rohstoffe gesetzt haben, deren Preis in Zukunft nichts als steigen kann.

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divStar 16.11.2014, 18:17
137. Klimaschutz ist mir egal

Warum? Weil es jenen, die die Macht hätten nicht darauf zu schei*en, noch mehr egal ist als mir - wobei die für ihre Haltung vermutlich von den entsprechenden Leuten bezahlt werden. Ich habe nichts zu sagen - und die Preissteigerungen für Strom, Gas und Wärme wird es sowieso geben.
Ich hoffe allerdings, dass ich in 30 bis 50 Jahren erleben kann wie es den Menschen auf der Welt immer schlechter geht. Warum ich so gehässig bin? Weil das die gleiche Situation ist wie früher: niemand tut irgendetwas bevor nicht etwas passiert. Also muss die Erde sich zuerst erhitzen, einige Gebiete überfluten usw. bis die parasitären Wesen - also wir - endlich merken, dass sie nicht der Natur oder der Erde als Planet schaden, sondern ausschließlich sich selbst, denn der Erde ist egal, ob wir existieren oder nicht und Lebewesen gab es auf der Erde schon sehr lange - und wird es auch nach uns höchstwahrscheinlich geben. Also *schulterzuck* was sollts?

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archi47 16.11.2014, 18:21
138.

Zitat von p.spiller
.. für all die, die meinen Energiepolitik kann man mit Bauchgefühl und Ideologie machen. Als Physiker kann ich nur sagen, dass dieses Ergebnis für uns von Anfang der Energiewende an klar war. Energiepolitik ist Ingenieurwissenschaft und Naturwissenschaft und nicht Gesellschaftspolitik und Zeitgeist. Nachdem man nun den CO2 Ausstoß dank Ausstieg aus der Kernenergie deutlich erhöht hat, kommt es ganz überraschend, dass der Wind und die Sonne nur ganz zufällig und unkorreliert zum Bedarf da sind. Satt Öko ist Deutschland zur Dreckschleuder geworden: Bravo. Wenn man das ändern will helfen zwei Dinge: 1. Atomkraftwerke bauen so wie alle anderen oder 2. warten bis die Vergasung von Strom großtechnisch effizient und wirtschaftlich funktioniert. Letzteres kann nur noch Jahrzehnte dauern.
Da kann ich Ihnen als Ingenieur sagen, daß die Hydrolyse, genauso wie die Brennstoffzellen bereit Stand der Technik sind. Großtechnologische Systeme, na ja, das ist eine Frage der Systematik, ob wir bei den fünf Monopolisten bleiben wollen, die machen nur Großtechnik, sozusagen ihr Alleinstellungsmerkmal - oder ob wir die Energieerzeugung in Bürgerhand auf kommunaler und regionaler Ebene organisieren. Dann genügen kurzfristig verfügbare Reformatoren, die sicher in Jahresfrist konstruiert und in Serie sind. Wenn es dazu eine Anstoßfinanzierung nötig hat:
Bitte sehr - die Stromautobahnen sind dann entbehrlich, Offshore-Lösungen auch.
Es ist nur eine Frage der Weichenstellung.

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Boomerang 16.11.2014, 18:25
139. Was hilft?

Zitat von p.spiller
... Satt Öko ist Deutschland zur Dreckschleuder geworden: Bravo. Wenn man das ändern will helfen zwei Dinge: 1. Atomkraftwerke bauen so wie alle anderen oder 2. warten bis die Vergasung von Strom großtechnisch effizient und wirtschaftlich funktioniert. Letzteres kann nur noch Jahrzehnte dauern.
1. Nein, Atomkraftwerke helfen zwar gegen CO2, sind aber schlicht zu teuer, wenn Lagerung etc. voll mitgerechnet werden.

2. Die Vergasung von alternativem Strom wäre in der Tat ein sehr eleganter Weg, wenn das billiger wird. Für den Übergang kann man die Schwankungen des Windes einfach mit Gaskraftwerken ausgleichen. Die sind im Gegensatz zu Kohlekraftwerken schnell regelbar und emittieren auch noch viel weniger CO2. Natürlich muss man nicht von heute auf morgen umstellen. Wenn wir nicht Jahr für Jahr Gaskraftwerke stilllegen würden sondern stattdessen Kohlekraftwerke, würde zumindest die Richtung stimmen. Mit vernünftigen Preisen für CO2 Zertifikate könnte man das problemlos erreichen und den Umstieg auf alternative Energien zu einer Erfolgsgeschichte machen. Aber dafür bräuchten wir Politiker, die keine Vertreter der Kohlelobby sind!

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