Forum: Politik
Kolumbien: Lieber Rache als Frieden
AFP

Kolumbien hätte mit einem Referendum Geschichte schreiben können. Doch die Bevölkerung lehnte einen Friedensvertrag mit den Farc-Rebellen knapp ab. Eine Niederlage internationalen Ausmaßes.

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realplayer 04.10.2016, 11:39
50.

Würde mich nicht wundern wenn die Rebellen wieder in den Untergrund gehen und weitermachen.

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Leser161 04.10.2016, 11:53
51. Ja und?

Das ist halt Politik. Man sucht einen Kompromiss. Der aktuelle Kompromiss gefällt dem Souverän wohl nicht und daher hat er ihn abgelehnt. Also weiter verhandeln.

Wo ist das Problem?

Nur wer im Besitz der absoluten Wahrheit ist sollte sich das Recht herausnehmen diese Entscheidung des kolumbianischen Volkes einseitig zu kritisieren.

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Stäffelesrutscher 04.10.2016, 11:54
52.

Zitat von isoman
Die Menschen wollen keine Rache sondern Gerechtigkeit. Es kann nicht sein, dass Rebellen morden und danach straffrei davon kommen.
Das dürfen nur Uribe und seine Todesschwadronen. Habe ich Sie damit richtig verstanden?

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marecs 04.10.2016, 12:41
53. denke die Lage

in Kolumbien ist viel komplizierter als "Böse Kommunisten-Rebellen" und guter Staat.
wenn es so einfach wäre, gäbe es nicht seit Jahrzehnten Stress in Kolumbien.
sprich auch die farc hat großen Rückhalt in Teilen der Bevölkerung.
Der Staat vernachlässigt einen Großteil der Bevölkerung und lässt Großgrundbesitzer mit Hilfe von Rechten paramilitärs machen was sie wollen (Morden, vertreiben, verstümmeln...)
wenn die Meinungsbildung der Kommentatoren nur durch spoon geschieht dann sieht man was dabei rauskommt

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astroloop 04.10.2016, 12:52
54. Die EU akzeptiert das Plebiszit auch nicht.

Am 27. September wurde die FARC von der Terrorliste der EU gestrichen.
Und die EU nimmt diese Entscheidung jetzt nicht zurück.
Eine Schande, denn damit hat man keine Möglichkeit mehr, die Konten der FARC einzufrieren, obwohl sie für 70% des Kokainexports Kolumbiens verantwortlich sind.

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astroloop 04.10.2016, 12:54
55.

Zitat von marecs
in Kolumbien ist viel komplizierter als "Böse Kommunisten-Rebellen" und guter Staat. wenn es so einfach wäre, gäbe es nicht seit Jahrzehnten Stress in Kolumbien. sprich auch die farc hat großen Rückhalt in Teilen der Bevölkerung. Der Staat vernachlässigt einen Großteil der Bevölkerung und lässt Großgrundbesitzer mit Hilfe von Rechten paramilitärs machen was sie wollen (Morden, vertreiben, verstümmeln...) wenn die Meinungsbildung der Kommentatoren nur durch spoon geschieht dann sieht man was dabei rauskommt
Da liegen Sie mehr als falsch.

Die FARC hat kaum bis gar keinen Rückhalt in der Bevölkerung und die Paras gibt es schon lange nicht mehr.

Heute sind es Barcim.

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astroloop 04.10.2016, 12:58
56.

Zitat von Stäffelesrutscher
Das dürfen nur Uribe und seine Todesschwadronen. Habe ich Sie damit richtig verstanden?
Wenn die FARC denselben Vertrag unterschreibt wie die Paramilitares damals, hat weder das Volk noch Uribé damit ein Problem.

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astroloop 04.10.2016, 13:00
57.

Zitat von cato.
"Das Paradoxe beim Ausgang des Referendums aber ist: Es stimmten vor allem die urbanen Zentren mit Nein - also die Regionen, die besonders weit weg vom bewaffneten Konflikt waren." Was soll daran Paradox sein, dass die Regionen die von einer Forstsetzung des Konflikts besonders negativ betroffen sind, an einem Frieden um jeden Preis ein Interesse haben, während jene die nicht in Gefahr sind sich ihre Prinzipien leisten können.
Dann schauen Sie doch einfach mal auf die Wahlbeteiligung in den entsprechenden Regionen.

In FARC kontrollierten Zonen gibt es keine freie Wahlen. Das Nein Lager muss den Wahllokalen fern bleiben, wenn es nicht getötet werden möchte.

Freie Wahlen sind halt schwierig, wenn man eine Kalaschnikov am Kopf hat.

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Bernd.Brincken 04.10.2016, 13:07
58. Chinas Wachstum, Frieden

Zitat von hinschauen
In Vietnam und China stieg das Wachtsum umsomehr diese Staaten sich dem Kapitalismus öffneten.
Naja, in China basiert das Wachstum schon auf einer sehr speziellen Kombination von Markt und Plan, insbesondere die Landflucht und der damit bedingte Aufbau der Städte und Infrastruktur wäre ohne die 'nachhaltige' Perspektive der Partei kaum möglich.
Die Partei schafft auf verschiedenen Ebenen Inseln, die von Markt- oder Trend-Phänomenen abgekoppelt sind, und damit dort eine höhere Investitionssicherheit.
Wiederum ist der Binnenmarkt nicht so offen wie unserer, man bekommt keineswegs die Vielfalt der aus China exportierten Produkte auch in China zu kaufen, schon gar nicht an jedem Ort.
D.h. Unternehmertum wird gefördert, aber die Klammer darum ist durchaus organisiert und geplant. Diese ganzen Prozesse sind wieder regional stark differenziert, keinesfalls eine zentralistische Art des 'Sozialismus', wie im ehemaligen Ostblock.

Was das Referendum betrifft - die Botschaft ist doch "Bitte nachverhandeln!" und nicht "Bitte weiterkämpfen!".
Von daher verstehe ich den dramatischen Klang des Spiegel-Artikels nicht.

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neanderspezi 04.10.2016, 13:46
59. Ein weiteres Beispiel für die Zweifelhaftigkeit eines Referendums, das der medialen Beeinflussung der Wähler vorzügliche Möglichkeiten bietet

Mit diesem Referendum in Kolumbien wird der die Politik befreiende Schritt mittels Volksbefragung eine Entscheidung herbeizuführen ad absurdum geführt. In den jüngsten Berichten werden schon mal vorsorglich die Eckzahlen des Referendums nicht mehr aufgeführt, um das Unsinnige einer solchen Wahl nicht deutlich hervortreten zu lassen. Man kann sich ein solches populistisches Schmierenereignis in die Haare streichen oder dazu Grimassen schneiden, es befriedigt wahrscheinlich häufig nur die Antreiber zur Erzeugung eines gewollten Resultats, durch trommeln und plakatieren lässt sich viel erreichen. Zum Amüsement noch einmal ein paar Eckdaten: von 35 Mio Wahlberechtiger treten 37,4 Prozent zur Wahl an, das sind knapp über 13 Mio, das Verhältnis der Befürworter des Friedens mit den Farc-Rebellen zu den Unfriedens-Befürwortern beträgt 49,75 : 50,24 Prozent, das ergibt einen Überhang Ablehner von 54.000, eine an der Gesamtbevölkerung verschwindend kleine Zahl, die sich von den Propagandaanstrengungen der Uribe-Fraktion haben einfangen lassen und vermutlich der Pflege ihres Hasses gehorchen oder sich irgendwelche Vorteile aus der Ablehnung einer Friedensentwicklung zurecht gelegt haben.

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