Forum: Politik
Kolumne: Das Islam-Missverständnis

Der Anschlag von Paris war kein "Angriff auf den Westen". Wir erzeugen uns den "Islam", vor dem wir uns fürchten, selbst. Wenn der Westen in der Religion die Ursachen des Terrors sucht, wird er ihn nie besiegen können.

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syracusa 15.01.2015, 13:33
1. Augstein irrt

Vorweg: ich fürchte keine Islamisierung Europas, und ich halte diejenigen, die bei Pegida mitmarschieren, für Nazis oder Nazi-Mitläufer. Aber Augstein irrt, und er wird dieser Tage sogar recht eindrucksvoll durch große Teile der islamischen Welt selbst widerlegt.

1. Die Türkei sperrt Webseiten, die das völlig harmlose, in absolut keiner Weise den Islam oder Mohammed beleidigende Titelbild von Charlie Hebdo zeigen.

2. Saudi Arabien hat mit der Verhängung von 1000 Peitschenhieben und 10 Jahren Haft gegen den Blogger Raif Badawi praktisch ein Todesurteil gegen ihn verhängt. Badawi hat selbst nach der Meinung eines ersten zuständigen saudischen Gerichts weder den Islam beleidigt noch den Propheten. Er hat nichts anderes getan, als Meinungs- und Religionsfreiheit zu fordern.

Damit zeigen diese beiden islamisch geprägten Staaten, dass sie sich im Prinzip nicht vom fundamentalistischen Terror des IS unterscheiden, und dass sie auch kein wesentlich anderes Religionsverständnis haben als die Terroristen.

Die Meinung Augsteins, dass wir uns den islamistischen Terrorismus selbst erzeugt haben, ist zwar auf einzelne Terroristen aus unseren Gesellschaften durchaus korrekt, ignoriert aber die grundsätzliche Tatsache, dass dieser Terrorismus sich durch ein Religionsverständis rechtfertigt, das in der islamischen Welt durchaus keinje marginale Minderheit darstellt.

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lubinca 15.01.2015, 13:38
2. Hm

Der Anschlag war ein Anschlag auf uns alle und auf die Meinungsfreiheit, weil immer mehr Menschen Angst davor haben, sich frei über den Islam zu äußern. Jeder weitere Mord - es war ja nur einer von vielen dieser Art - macht das schlimmer. Und es geht bei diesen Todesurteilen, die auch von prominenten Muslimen gefordert werden (Cat Stevens war ebenfalls für das Todesurteil gegen Salman Rushdie) immer um ihren verdrehten glauben. Jemand macht eine Karrikatur über den Propheten und in Pakistan randalieren die Menschen und greifen Botschaften an.
Es ist auch erstaunlich, dass die palästinensischen Selbstmordattentäter in Israel immer Muslime sind. Die christlichen Palästinenser leiden sicher nicht weniger, von denen sprengt sich aber keiner in die Luft, um Frauen und Kinder zu töten.
Das Christentum war früher sicher nicht besser, wurde aber einigermaßen säkularisiert.

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kolybri 15.01.2015, 13:39
3. sehr nüchtern erkannt

aber dennoch: der Islam muss sich modernisieren. Rückfälle in die andere Steinzeit-Richtung a la IS darf nicht als "Kavaliers-Delikt" durchgehen hinsichtlich des Zusammenlebens in einer globalen Welt. In erster Linie ist hier der Islam gefragt, der sich nicht pervertieren lassen sollte.
Beispiele für Modernisierung des Christentums hat Augstein ja genannt, was nicht zuletzt durch Trennung von Bibel und BGB halbwegs geglückt ist.

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rennflosse 15.01.2015, 13:40
4. Politik statt Religion

Gut, reden wir über Politik. In den politischen Gesellschaften des Westens würde ein Blogger auch mit kritischen Äußerungen jedweder Art NICHT mit 1.000 Peitschenhieben langsam und qualvoll totgeschlagen werden.

Im Westen kommen Homosexuelle im Irdischen ganz gut klar und haben sich in der Gesellschaft gut etabliert. Es gibt außer islamischen Staaten nur noch Russland, wo sie sich bedroht fühlen müssen bzw. es konkret sind.

Augstein blendet die Wirklichkeit wie stets aus.

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Patriot75 15.01.2015, 13:42
5. Auf den Punkt gebracht Herr Augstein!

Es sind alte Muster und Probleme die Gewalttäter erzeugen. Die Religion des Islams wird hier nur als Blaupause für eine Rechtfertigung benutzt. Es ist m.E. nach an der Zeit den "Terroristen" dieses Feigenblatt wegzunehmen und bloßzustellen, sowie die wahren Ursachen zu suchen und zu bekämpfen!

Wenn wir das nicht tun, fürchte ich werden wir in unnötige Konflikte mit unseren muslimischen Mitbürgern verwickelt. Insofern sollte man Pegida, AfD und dem ganzen sonstigen rechten und lichtscheuen Gesindel mit dem Licht der Aufklärung und Wahrheit blenden und verscheuchen, sofern einem das eigene Vaterland am Herzen liegt.

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harald_haraldson 15.01.2015, 13:42
6. Als oftmals mit Herrn Augstein

Übereinstimmender, muss ich sagen, diese Kolumne wirkt doch sehr hilflos! Zugegebenermaßen wird es auch schwerer und schwerer, eine Religion zu verteidigen, die angeblich für den Frieden steht, in Wahrheit aber Köpfe abschneidet, Frauen unterdrückt und unverholen die Weltherrschaft anstrebt.

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KV491 15.01.2015, 13:44
7.

Augstein halt...."Der Westen ist immer schuld. Putin hilf! Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht!"

Business as usual

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sash1978 15.01.2015, 13:45
8. selbst

Experten haben gesagt Gewalt sei der Islam. und es sind nicht nur einzeltäter, es sind zig tausende. der Islam ist die Gefahr. die Moslems die hier leben sind einfach keine richtigen Moslems. und gegen die hat keiner was.

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serko87 15.01.2015, 13:45
9.

Herr Augstein hat vollkommen Recht. Wenn man die nötigen Hintergrund Informationen weiß , dann weiß man auch wieso und warum. Zum Schluß, wenn ein Satire Magazin so was veröffentlicht, dann muss man das heut zu Tage nicht gut heißen aber verkraften können ja müssen. Aber leider ist jetzt die Beleidigung vom Islam zum Synonym der Meinungsfreiheit geworden!!!!

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