Forum: Politik
Kolumne: Das Islam-Missverständnis

Der Anschlag von Paris war kein "Angriff auf den Westen". Wir erzeugen uns den "Islam", vor dem wir uns fürchten, selbst. Wenn der Westen in der Religion die Ursachen des Terrors sucht, wird er ihn nie besiegen können.

Seite 15 von 35
CancunMM 15.01.2015, 16:06
140.

Zitat von rennbob
muss man zugeben, dass die Christen (Katholiken und Protestanten) noch vor ein paar hundert Jahren sich mit Genus gegenseitig getötet hatten. Wenn man noch ehrllicher ist kann man nach Nordirland blicken, wo diese Spannungen nach wie vor das Leben der Menschen bestimmen. Ich stimme dem .....
Und was wollen Sie jetzt damit sagen ? Ja aus christlichen Gründen wurde vor ein paar Jahrhunderten getötet, wohlgemerkt vor ein paar Jahrhunderten. Und immer waren es auch politische Gründe. Man denke nur an die Bartholomäusnacht ! Aber welcher Pabst hat in Nordirland zu Gewalt aufgerufen ? Welcher evangelische Geistliche hat dort zu Gewalt aufgerufen ? In Nordirland wurde der Glaube instrumentalisiert. Und in den USA gibt es Verbrechen, welch Wunder. Kann mich aber nicht erinnern, dass diese Kriminellen und durchgeknallten sich auf Jesus Christus berufen haben. Und so zu tun, als wenn die Moslemischen Terroristen alle nur vereinzelte verirrte Schäfchen waren, die den Islam nur instrumentalisieren ist ja wohl eine Verhöhnung der Opfer. Tagtäglich gibt es Beispiele aus allen islamischen Staaten, dass diese Religion so freidlich nun mla nicht ist.

Beitrag melden
kleinbürger 15.01.2015, 16:07
141. gebildet

leider scheinen auch gebildete journalisten wenig ahnung vom wesen des islam und des koran zu haben.
der koran hat mehr gemeinsam mit dem alten testament als mit dem neuen testament.
der islam ist nicht nur spirituelle religion sondern will weite teile des gesellschaftlichen lebens regeln z.b. das miteinander der geschlechter, außerdem beansprucht er oberhoheit über die rechtsprechung (scharia).

wie herr augstein richtig bemerkt ist der stellenwert der gesellschaftlichen einflussnahme durch den islam von marokko bis indonesien unterschiedlich, angereichert auch durch unterschiedliches kulturelles lokalkolorit.

zu beobachten ist allerdings eine von marokko bis indonesien festzustellende tendenz dem islam mehr raum zu gewähren in bezug auf gesellschaft und recht, auch jenseits von IS oder taliban.

all diese länder wollen zwar keinen religiösen totalitarismus wie sie der IS vorlebt, aber man geht eher auf diesen zu als von ihm weg (siehe türkei).
es ist einfach unlauter die religionen gleichzusetzen, man muss die unterschiede benennen und auch akzeptieren können.

Beitrag melden
GoaSkin 15.01.2015, 16:08
142. Augstein hat recht

Die Bereitschaft zum Terrorismus ist eine Überreaktion von Leuten, die sich unterdrückt und benachteiligt fühlen. Wer zu geächteten Mitteln wie Terrorismus greift, um sich für die Welt zu rächen, in der er lebt, sucht nach einem Grund, seine geächtete Tat zu legitimieren. Dies kann Religion (z.B. der Islam sein, aber auch Nationalstolz, die Ehre der Familie u.v.m.).

Religion ist somit nicht die Ursache für kapitale Kriminalität, sondern ein Instrument. Religion war schon immer ein Instrument, um Dinge moralisch zu rechtfertigen, die eigentlich moralisch nicht zu rechtfertigen sind. Und je nach dem, was es in den vergangenen Zeitepochen Unmoralisches zu rechtfertigen gab, so veränderte sich stets die Interpretation der Religion. Da ist das Christentum nicht anders als der Islam.

Vor einigen 100 Jahren kolonialisierte man aus religiösem Interesse Amerika und rottete die Indianer fast aus. Und wenn es einen Angriffskrieg gab, segnete der Papst sogar die Waffen der Soldaten, obwohl ein Gebot "Du sollst nicht töten" lautet. Heute unvorstellbar. Damals schon. Und auch zukünftig werden die unterschiedlichen Religionen noch so einige Dinge legitimieren, die heute zu tiefst unmoralisch sind.

Beitrag melden
dt83155007 15.01.2015, 16:30
143. es ist mir ein Rätsel

warum Religionen immer von einer rationalen Debatte ausgenommen werden. Bibel und Koran sind überladen mit Hasstiraden auf Andersgläubige, Ungläubige, Schwule etc. Die Inquisitoren von damals und die Terroristen von heute tun nichts anderes, als entscheidende Passagen wörtlich zu nehmen (ganz so, wie es Peter 1:20 in der Bibel verlangt). Für mich stellt sich die Frage, wie es die Christen insgesamt letztlich geschafft haben, die Hälfte ihres Buches schlicht zu ignorieren und wie man die Moslems dazu bringt, dasselbe zu tun. Bei 1,5 Milliarden Moslems reicht es bei weitem nicht aus, wenn 99% dies tun.

Beitrag melden
spon-facebook-1792283015 15.01.2015, 16:32
144. Wieder ist Herr Jakob Augstein einzige klardenkende Journalist

Es ist kein Terror sondern FREIHEITSKAMPF von araber gegen EU, USA und andere Weststaaten.

Die Terroristen werden rekrutiert mit UNTERDRUKUNGSPAROLEN und selten mit Religiose Propaganda...

Arabische Welt sieht sich seit jahrhunderten als Kolonialisiertes folk und Westen als diejenige, die ihr Land ausbeutet, Westliche Lebensstyle einheimischen zumutet, alles gute wie Bodenschätze, begabte menschen nach Europa holt und allen andere Zugang weigert, sein Müll in dritte Welt entsorgt und Diktatoren finanzieren die Kolonien unterdruckt halten.

Daher wird der Terror weiter gehen weil viele einheimische es als Kampf für ihre Freiheit gegen Kolonialmacht Westen sehen.

Religion ist nur ein Erscheinungsbild und nicht das Hauptgrund warum jemand Terrorist wird

Beitrag melden
doofnuss 15.01.2015, 16:33
145. Lies das jetzt!

Zitat von bonngoldbaer
Das Skandalöse an der westlichen Politik ist der unterschiedliche Umgang mit den Tätern. Die Brüder Kouachi und Ahmed Coulibaly wurden erschossen. Wegen Herrn Badawi wird nicht einmal der saudische Botschafter einbestellt (zumindest habe ich noch nichts darüber gelesen). Schlussfolgerung: Ein Terrorist, der Öl hat, darf töten und sogar zu Tode foltern. Ein Terrorist, der kein Öl hat, sondern von Sozialleistungen lebt, darf das nicht. Und dann wundern wir uns, dass "die Orientalen" unsere "freiheitliche" Werteordnung nicht respektieren. Wie können sie das, wenn nicht einmal unsere Regierungen es tun?
das muss hier einfach noch mal genau so geschrieben werden - ich unterstreiche jedes wort!

übrigens, ich meine mich zu erinnern, dass spon wiederholt von den exzellenten (freundschaftlichen!?) beziehungen der beiden herrscherfamilien bush und saud berichtete - eine freundschaft, die auch nach 9/11 nicht erkaltete.
stammten nicht 15 der 19 world-trade-center attentäter aus saudi arabien?
welches land wurde noch mal "strafbombardiert" - ich frag ja nur?... .

Beitrag melden
fox40 15.01.2015, 16:38
146.

Niemand möchte ein System der Intoleranz und Unterdrückung in Deutschland. Aber es wird schlichtweg auch keins kommen. Deutschland ist nicht Saudi Arabien und wird es auch nicht werden. Die Thesen der vermeintlichen Islamisierung Deutschlands lassen sich problemlos mit einfachen Zahlen und Fakten widerlegen. Was "besorgte Bürger" als Zeichen einer Islamisierung wahrnehmen, etwa Kriminalitätsraten männlicher Muslime, sind keine Fehlentwicklungen einer Religion, sondern Auswirkungen einer unzulänglichen Integration und damit unser aller Fehler. Wenn in Kreuzberg ein "Wintermarkt" stattfindet, dann ist das kein Zeichen "feindlicher Übernahme", sondern schlichtweg ein Zeichen der Solidarität der dort überwiegend atheistischen Bevölkerung.

In Saudi Arabien herrscht eins der grausamsten Regime unserer Zeit. Dass westliche Regierungen mit diesem Regime Geschäfte machen, ist unstreitig mehr als fraglich. Aber diese Tatsache ist - wie Herr Augstein zutreffend ausführt - ein politisches Problem und keines des Islam. Es gibt schlichtweg nicht DEN Islam. Der Islam, und so auch die Staaten mit islamischer Mehrheit, sind mindestens so divers, wie das Christentum und Staaten mit christlicher Mehrheit.

"Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben." - Das steht in der Bibel und ist sicher nicht mit dem Grundgesetz und unserem Verständnis von der Gleichberechtigung Homosexueller vereinbar. "Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! ..." Soviel zur Toleranz der Bibel gegenüber Andersgläubigen.

Der Koran ist nicht der Islam und die Bibel nicht das Christentum. Sowohl der Islam als auch das Christentum sind das, was der einzelne daraus macht.

Beitrag melden
Bundeskanzler20XX 15.01.2015, 16:39
147. Ein klassischer Augstein

Wieder die übliche Laier vom Herrn Augstein.

Gut reflektiert aber keine Lösungen.

◾Und schließlich: Es gibt diesen Gegner nicht, den wir zu sehen glauben - wir erzeugen uns den "Islam", vor dem wir uns fürchten, selbst.

Es ist richtig, dass wir hier Menschen haben die den Anschluss verlieren. Das dabei aber allein die Gesellschaft schuld ist, ist der erste Fehler. Zwar kann die Gesellschaft mehr in Bildung investieren aber nach dem 2. Weltkrieg wurde speziell die Staatliche Kindererziehung abgeschafft und allein in die Hände der Eltern gelegt. Dieser Wichtige Grundpfeiler eines Menschen ist also allein Familienangelegenheit. Wird dabei in irgend einer Art und Weise Mist gebaut, ist die Wahrscheinlichkeit eines Menschen mit ungeordnetem Leben schon gegeben. Daneben findet auch sehr viel Parallelerziehung über die sozialen Kontakte eines Menschen statt. Dank der Staatlichen Gettoisierung von Migranten (die oft genug schon einen Berg an Problemen haben etc.) wird das mit den Fehlentwicklungen nicht weniger.

Hier bedarf es wieder einem staatlichen Eingreifen.
Kindererziehung darf nicht mehr allein Aufgabe der Eltern sein. Vor allem aber Bildung ist ein bedeutender Faktor.

◾Wenn der Westen die Ursachen des Terrors in der Religion sucht und nicht in der Politik, wird er den Terror nie besiegen können.

Logisch, weil mangelnde Bildung und auch schlechte Erziehung oft als Ursache ausgemacht werden können ist der Islam nicht die Ursache, sondern die Basis dieses Terrors. Der Glaube wird instrumentalisiert. Allerdings nicht nur von den Terroristen sondern auch von vielen islamischen Staaten. Ein "Ding" kann aber niemals schuld sein.


◾Der Anschlag von Paris war kein "Angriff auf den Westen".

Reine Ansichtssache. Der Angriff war in meinen Augen einzig durch die Mohamed-Karikaturen motiviert. Ob die Täter auch ein Ende dieser Karikaturen erreichen wollten bleibt offen. Wie auch die Frage ob es ein Angriff auf den westen war.

Beitrag melden
Bundeskanzler20XX 15.01.2015, 16:44
148.

Zitat von syracusa
Vorweg: ich fürchte keine Islamisierung Europas, und ich halte diejenigen, die bei Pegida mitmarschieren, für Nazis oder Nazi-Mitläufer. Aber Augstein irrt, und er wird dieser Tage sogar recht eindrucksvoll durch große Teile der islamischen Welt selbst widerlegt. 1. Die Türkei sperrt Webseiten, die das völlig harmlose, in absolut keiner Weise den Islam oder Mohammed beleidigende Titelbild von Charlie Hebdo zeigen. 2. Saudi Arabien hat mit der Verhängung von 1000 Peitschenhieben und 10 Jahren Haft gegen den Blogger Raif Badawi praktisch ein Todesurteil gegen ihn verhängt. Badawi hat selbst nach der Meinung eines ersten zuständigen saudischen Gerichts weder den Islam beleidigt noch den Propheten. Er hat nichts anderes getan, als Meinungs- und Religionsfreiheit zu fordern. Damit zeigen diese beiden islamisch geprägten Staaten, dass sie sich im Prinzip nicht vom fundamentalistischen Terror des IS unterscheiden, und dass sie auch kein wesentlich anderes Religionsverständnis haben als die Terroristen. Die Meinung Augsteins, dass wir uns den islamistischen Terrorismus selbst erzeugt haben, ist zwar auf einzelne Terroristen aus unseren Gesellschaften durchaus korrekt, ignoriert aber die grundsätzliche Tatsache, dass dieser Terrorismus sich durch ein Religionsverständis rechtfertigt, das in der islamischen Welt durchaus keinje marginale Minderheit darstellt.
Im Punkt 1 irren sie leider denn soweit mir bekannt ist empfindet ein Muslime allein die Darstellung Mohameds als beleidigend an. Das ist nämlich grundsätzlich nicht erlaubt, so wie Gott den Christen einst verbot Abbilder seiner selbst anzufertigen. Das wir das heute ohne Probleme tun können liegt daran, dass das gros von uns einfach keinen tiefen Glauben mehr besitzt und schon gar nicht mehr genau weiß was alles dazu gehört.

Beitrag melden
Maler 15.01.2015, 16:48
149.

Zitat von spon-facebook-1792283015
Es ist kein Terror sondern FREIHEITSKAMPF von araber gegen EU, USA und andere Weststaaten. Die Terroristen werden rekrutiert mit UNTERDRUKUNGSPAROLEN und selten mit Religiose Propaganda... Arabische Welt sieht sich seit jahrhunderten als Kolonialisiertes folk und Westen als diejenige, die ihr Land ausbeutet, Westliche Lebensstyle einheimischen zumutet, alles gute wie Bodenschätze, begabte menschen nach Europa holt und allen andere Zugang weigert, sein Müll in dritte Welt entsorgt und Diktatoren finanzieren die Kolonien unterdruckt halten. Daher wird der Terror weiter gehen weil viele einheimische es als Kampf für ihre Freiheit gegen Kolonialmacht Westen sehen. Religion ist nur ein Erscheinungsbild und nicht das Hauptgrund warum jemand Terrorist wird
In einem haben Sie sicher Recht, viele Islamisten sehen ihren Kampf als Freiheitskampf gegen den unterdrückerischen Westen, und die Religion ist ihr Erscheinungsbild.

Das entschuldigt aber nicht die zutiefst faschistische, unmenschliche Idiologie. Es erklärt sie nicht einmal hinreichend.
Was für westlicher "Lebensstyle" wird denn den Einheimischen "zugemutet"? Was ist so schrecklich an Schulbildung für Mädchen und den Menschenrechten allgemein? Und seien sie ehrlich, NUR durch den Verkauf der Bodenschätze (sprich: Öl) ist ein Teil der moslemischen Welt reich.
Die moslemische Welt ist eine Welt der Diktaturen, und zwar vor allem selbst gemachter Diktaturen. Westlich finanzierte Popanze sind doch in der Minderheit, verdrehen Sie hier bitte nicht die Tatsachen! Den größten Mist hat sich die islamische Welt selbst eingebrockt.

Beitrag melden
Seite 15 von 35
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!