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Kolumne: Fünf Gründe, Donald Trump zu danken
AFP

Der US-Präsident hat in nur sieben Wochen die Welt verändert. Nicht nur zum Schlechten. Trump erzeugt Widerstand - das belebt die Demokratie. Plötzlich gibt es Hoffnung: Vielleicht hat der liberale Westen doch eine Zukunft.

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nixkapital 09.03.2017, 14:40
1. Das...

...kann ich so unterschreiben. Trump hat erreicht , dass viele Menschen aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit erwachen und sich nun Gedanken über universelle und selbstverständliche Werte machen, die auf der Kippe stehen. Das ist auch die Chance einer EU, sich über mehr als nur Freihandel und offene Grenzen zu definieren. Dazu gehört dann aber auch, Staaten wie Polen und Ungarn an demokratische Werte der EU zu verpflichten oder sie nötigenfalls aus der EU zu werfen. Wir sind immer mehr von Despoten umgeben und unsere Chance besteht in einer echten europäischen Einigung. Der Rückfall in isolierte Nationalstaatlichkeit wird einen neuen Krieg bedingen.

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keine-#-ahnung 09.03.2017, 14:41
2. Der gute ...

... und der böse Populismus. Schneeweißchen und Rosenrot. Die Bremer Stadtmusikanten ...
1. Leiste keinen vorauseilenden Gehorsam - lasse Dir keine Denk- und Verhaltensweisen aufoktroyieren.
2. Sei freundlich zu unserer Sprache - benutze keine "Binnen-i's", Sternchen und weitere Narreteien.
3. Nimm Blickkontakt auf und unterhalte dich mit anderen - vorausgesetzt, der Andere unterhält sich mit Dir und moderiert Dich nicht weg.
4. Bleib ruhig, wenn das Undenkbare eintritt - bilde Gemeinschaften, erhöhe den Druck von unten kontinuierlich. Das hat bereits funktioniert.
5. Sei patriotisch - natürlich! Woher kennt Augstein eigentlich dieses Wort? Ach ja, ist ja nur ein Zitat :-).
6. Sei so mutig wie möglich - sie können Dir bestenfalls die Existenz, nicht das Leben nehmen.

Volle Zustimmung - das erste mal bei einer Augstein Kolumne! Ich nutze diese Taktiken aber in einem "zivilgesellschaftlichen Überlebenskampf gegen die Ausbreitung der autoritären Wüste", der so gar nicht der Vorstellung des Autors entspricht. Funktioniert aber auch!

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dominiks 09.03.2017, 14:42
3.

Und was bringt der Widerstand, wenn die daraus resultierenden Konsequenzen nutzlos und menschenverachtend sind? Das tötet die "wiederbelebte" Demokratie direkt wieder.

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@POTUS 09.03.2017, 14:42
4. Jedee gute These braucht ihre Antithese, Herr Augstein. Ich komme einmal mit einer.

Und sage: Trump ist für die USA und die ärmeren Menschen ein Gewinn. Das mache ich, so viele Zeilen habe ich hier nicht, an einem Beispiel fest. Es gebe aber mehrere.

Obama hatte bei der Einführung seiner Krankenversicherung versprochen, dass die Prämien nicht steigen würden, die Versicherten sich ihre Ärzte aussuchen könnten und sich mit der Zeit immer mehr Amerikaner eine Krankenversicherung bekommen würden. Dieses Versprechen hat Obama alle nicht gehalten. Die Prämien sind teilweise bis über 100% gestiegen, viele Versicherte können nicht mehr zu ihrem Arzt gehen und inzwischen treten immer mehr Amerikaner aus der Versicherung aus und zahlen lieber statt dessen die gesetzlich vorgeschriebene Strafsteuer, weil die Versicherung für sie nicht mehr leistbar ist.

Trump will, wie im Wahlkampf versprochen, Obama-Care abschaffen
um es durch ein besseres System, das mehr Menschen hilft, zu ersetzen. Damit hat er auch viele Wähler angesprochen, die sich Obama-Care einfach nicht mehr leisten konnten.

Das geht aber nur mit der Zustimmung der Republikaner im Kongress. Alle Republikaner wollen Obama-Care abschaffen. Aber dann sind sie sich uneinig. Einige Reps wollen gar keinen Ersatz, also die Pflichtversicherung ersatzlos streichen. Andere Reps wollen nur eine Versicherung mit viel weniger Steuergeldern, also eine Versicherung für viel weniger Menschen. Und nur wenige Reps wollen mehr Menschen als bisher versichert.

Nur ein starker Präsident kann alle hinter seinen Plan versammeln. Schafft er dies aber, wäre das ein großer Erfolg. Etwas, für das Obama Jahre brauchte und das sich heute als unbezahlbar herausstellt; würde Trump in kurzer Zeit reparieren. Das wäre nicht nur für die Menschen gut, sondern auch ein riesiger Erfolg für Trump.

Das erklärt, wieso die Demokraten und deren Medien Trump mit allen Mitteln bekämpfen. Am liebsten mit unbewiesenen Anschuldigungen. Wie der Zusammenarbeit mit Russland. Denn sie wollen Trumps Politik keine Erfolge gönnen. Weil Erfolge Trump zu stark machen könnte.

Dass Obama-Care ohne Trumps Plan für immer mehr Menschen unleistbar wird, oder von den Republikanern überhaupt ersatzlos gestrichen wird - sehen die Demokraten als Kollateralschaden ihrer politischen Ränke-Spiele. Wenn die Demokraten in Washington ihre Macht gefährdet sehen, zählt der Kampf für diese für sie mehr, als die Gesundheit der Bürger. Denn die Demokraten (und natürlich auch etliche Republikaner) wissen, dass nur ein starker Präsident Trump den Sumpf in Washington austrocknen kann. Und zu dieser Stärke wollen sie ihn unter keinen Umständen kommen lassen.

Das alte System aus gegenseitigen Abhängigkeiten von Politikern - Medien - Lobbyisten (die den beiden Erstgenannten Zuwendungen großer Firmen ermöglichen wollen, so deren Wünsche politisch umgesetzt werden und medial positiv begleitet werden) wehrt sich gegen den artfremden Eindringling in ihr Revier, gegen den politischen Außenseiter. Ihre Wähler sind in diesem Kampf der Giganten für die Demokraten nur sekundär. Das eigene Wohl und der Weiterbestand ihres Sumpfes geht ihnen vor.

Die Conclusio: die Amerikaner haben einen wie ihn gebraucht. Einen, der auf ihre Probleme eingeht.

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r.voelckel 09.03.2017, 14:48
5. Wie süß

Wie lebendig die Demokratie wohl erst nach Wilders und Le Pen s Sieg würde. Dieser Artikel dreht alles so, wie es gerade passt.
Wäre also Trumps Niederlage im Umkehrschluß schädlich für die Demokratie. Diese Argumentation ist peinlich und niveaulos

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heutemalich 09.03.2017, 14:49
6. stimme zu

wieder mal ein guter Kommentar, Herr Augstein!

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B.Buchholz 09.03.2017, 14:52
7.

Widerstand gegen Trump belebt die Demokratie, Widerstand gegen Merkel ist undemokratisch. Türlich, türlich.

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beobachter68 09.03.2017, 14:52
8. Falsch, Herr Augstein!

Ich habe viele Ihre Beiträge geschätzt, diesen aber überhaupt nicht! Sie unterstellen dem Trump, dass alles was er macht ist falsch und das stimmt einfach nicht.
Obamacare Optimierung, ISIS schnellste Niederlage, Verbesserung der Beziehungen zu Russland, Ausgleich der Handelsbilanzen mit der EU, China und Deutschland usw sind eindeutig positiv für die USA und die Welt.
Über die Hälfte der Amerikaner glauben, dass sich das Land auf dem richtigen Weg befindet! Sie mögen eine andere Meinung haben, das ist Ihr gutes Recht. Aber zu behaupten, dass alles wofür Trum steht ist falsch, ist eine viel zu übertriebene Einschätzung.

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Jimbo 1 09.03.2017, 14:53
9. Würde

Ich bin ein Gegner von DT. aber auch für ihn gilt. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Er ist kein Trumpel"Tier" er ist ein Mensch. Das sollten sie beherzigen Hr. Augstein. Ansonsten wie so oft klasse Beitrag!

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