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Kolumne: Wir sind der Gegner

Der Westen kommt im Kampf gegen den islamistischen Terror nicht voran. Kein Wunder: Man kann einen Feind nicht bekämpfen, indem man ihm ähnlich wird. Wer den "Krieg gegen den Terror" aufnimmt, hat ihn bereits verloren.

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olli0816 16.11.2015, 11:46
110. Ich mag ihren Kommentar

Obwohl er nichts anders ausdrückt als wie bei mir auch: Die Ratlosigkeit, was man tun kann.

Wir haben zum einen unsere westlichen Werte, die ein freies individuelles Leben für jeden Bürger versprechen, egal ob Mann oder Frau. Daneben haben wir ein System des IS, das völlig gegensätzlich zu unseren Werten steht. Für beide Seiten ist die jeweilig andere Seite eine Lebensweise, die unvorstellbar ist.

Deshalb führen wie Gewalt aus und die religiösen Moslems andersherum. Seien wir mal ehrlich: Wir bombardieren und besetzen die arabische Welt seit längerem. Wir finden die Lebensweise mit all den Hinrichtungen barbarisch. Das ist auch meine Meinung und eine Welt, in der ich nicht leben möchte. Was haben sie jetzt getan? Genau das gleiche in Paris, wahllos Menschen getötet. Auf beiden Seiten kommen ziemlich viel Unschuldige ums Leben, sprich Zivilisten und Familien, die einfach nur ein zufriedenes Leben leben möchten.

Ich weiß nicht, wie wir das lösen können. Normalerweise kann man sagen, in dem wir vorleben, das unsere Lebensweise friedlich ist, obwohl sie ganz anders ist. Aber wir sind nicht friedlich. Und sie sind es auch nicht. Denn ihre Lebensweise überzeugt uns genauso wenig. Also: Was tun?

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l/d 16.11.2015, 11:47
111. Wenn ein Raubsaurier aus dem Wald tritt,

sollte man nicht versuchen, ihn zu domestizieren. Wenn das Mittelalter aus einem Wüstensturm heraustritt, sollte man nicht versuchen, mit ihm einig zu werden.

Man muss sich, so erschreckend das ist, auf das Mittelalter zurückbesinnen und genau jenes Verhalten zeigen, dass bei dem anderen Eindruck hinterlässt:

Krieg ohne Gnade und ohne Gefangene zu machen.

Wir haben es verlernt in solchen Kategorien zu denken, weil unsere Kriege mit uns in die Neuzeit gegangen sind. Aber hier steht ein Gegner aus dem Mittelalter auf, der diese Neuzeit beseitigen will.

Besser man beseitigt diesen Gegner, als wenn man selbst mit der neuen Zeit beseitigt wird, nachdem man mit der Aufklärung in den letzten 60 Jahren erkannt hat, trotz aller zuzugebender Mängel, welch ein Segen die Freiheit vom Mittelalter ist.

Und insofern, und nur insofern, stimme ich Herrn Augstein zu, dass moderne Kriegsführung mit dem versuchten "humanem" Ergebnis in der Frage des IS keine Lösung, sondern ein Weg in die falsche Richtung ist. Und ich bin/war überzeugter Pazifist.

Aber Raubsaurier kommen mir nicht ins Haus.

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Onkel_Fester 16.11.2015, 11:47
112. Nee, also wirklich...

Herr Augstein, da sind derartig viele Behauptungen und Elfenbeinturmthesen drin enthalten, dass man gar nicht mehr auf alles antworten kann.

Allein das hier:
"Man kann sich vorstellen, dass die Schergen des IS von diesem entwaffnenden Akt der Selbstlosigkeit schockiert waren. Nichts ist für sie gefährlicher, als der Verlust des Feindes."
...ist hanebüchen. Der Feind ist nicht verloren, er entwaffnet sich nur selbst. Die westliche Lebensweise ist der Feind, WIR sind der Feind, und wir sind noch da. Und wir werden der Feind für den IS sein, so lange wir da sind.

"Komm rein, wir müssen reden" sagten die Küken zum Fuchs.

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Windlerche 16.11.2015, 11:47
113. Danke

Sie sprechen mir aus dem Herzen.
Gewalt kann niemals durch Gewalt verhindert werden, im Gegenteil!

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Jb_007 16.11.2015, 11:47
114. Unfassbare Naivitaet!

Wie unsere Bundeskanzlerin es bereits gesagt hat: wir sollten mehr in die Kirche gehen um das Problem zu loesen, stimmt's Herr Augstein? So, Sie wollen sich also mit dem IS versoehnen? Gehen Sie doch hin nach Raqqa und strecken Sie dem IS Ihre Hand aus. Ein paar Augenblicke spaeter liegt Ihr Kopf im Sand. Verstehen Sie denn nicht, dass es nur eins fuer den IS gibt: die Zerstoerung unserer Zivilisation! Der IS wird damit nicht aufhoeren. Man KANN sich nicht mit dem IS versoehnen! Man kann ihn nur vernichten. Das hat bisher deswegen nicht funktionert, weil der Westen nicht entschlossen genug interveniert hat. Ein paar Drohnen und Luftwaffe loesen das Problem nicht. Massivster militaerischer Einsatz und Bodentruppen werden es loesen. Wenn der IS in Nahost eliminiert ist, dann wird er auch keine Strahlkraft mehr auf die europaeische Jugend ausueben. Die Zeit der Angst und des sich Verkriechens muss endlich aufhoeren! Wir muessen verstehen, dass Freiheit einen Preis hat und der Westen Opfer wird bringen muessen. Wenn damals die Amerikaner und Alliierte auf "Versoehnung" gesetzt haetten, dann waere Europa heute nationalsozialistisch! Man kann nicht jeden Konflikt pazifistisch loesen, schon gar nicht den mit dem IS.

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ogniflow 16.11.2015, 11:47
115. Wahre Worte

Zitat von mcmercy
Ich muss Augstein ausnahmsweise Recht geben. Bomben helfen sicher nicht den IS zu besiegen. Bomben treffen Unschuldige, Krankenhäuser und Schulen, das kennen wir schon. Und jeder tote Zivilist bringt 10 neue Attentäter hervor. Man kann das Versagen der Sicherheitsbehörden nicht mit Bombardierungen beheben.
"Idioten kann man nicht bekehren,auch nicht mit Bomben,Idioten kann man nur versauen.Werft lieber Dessous und Pornofilme ab!".
(M.Houellebeque)

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tolle_Sache 16.11.2015, 11:47
116.

Diese Kolummne ist eine einizige große Sprechblase. Selten so etwas naives, vergeistigtes und weltfremdes zu diesem Thema gelesen.

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Barral 16.11.2015, 11:47
117. Einfache Kriegslogik

Wenn, wie Augstein sagt, die größte Sorge des IS ist, sein Feinbild zu verlieren, dann ist es für ihn doch nur logisch, auf "Versöhnungsangebote" mit noch mehr "Provokationen" zu antworten, um die Kreuzzügler bis aufs Blut zu reizen - ein bewähtes Mittel, sich den Feind zu erhalten.

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ackergold 16.11.2015, 11:48
118.

Zitat von go-west
wie die Forderung der amerikanischen Waffenlobby nach noch mehr Waffen zur Vermeidung von Amokläufen.
Ich höre die Trumps und Carsons schon sagen, "wenn die Tänzer im Batanclan Schusswaffen gehabt hätten, dann hätten sie sich verteidigen können". Was für ein "Gefecht" sich da wohl entsponnen hätte?

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peter.braun1@gmx.ch 16.11.2015, 11:48
119. So ist es...

Zitat von NoUse4aName
Breivik war Einzeltäter, der mit seiner Festnahme quasi 'schon' besiegt war. Die IS steht dagegen weiter 'ungeschlagen im Felde'. Mit 'mehr Humanität und Demokratie' kann man gegen die IS keinen Blumentopf gewinnen, auch wenn diese Ziele an sich sicher nicht verkehrt sind.
...aber dieser logische Schluss ist von Augstein (wie üblich) nicht zu erwarten. - Stecken wir doch der ISIS Blumen ins Gewehr. Aber so dicht kommt man wohl nicht heran, da man vorher schon tot ist...

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