Forum: Politik
Kolumne: Wir sind der Gegner

Der Westen kommt im Kampf gegen den islamistischen Terror nicht voran. Kein Wunder: Man kann einen Feind nicht bekämpfen, indem man ihm ähnlich wird. Wer den "Krieg gegen den Terror" aufnimmt, hat ihn bereits verloren.

Seite 14 von 74
ackergold 16.11.2015, 11:51
130.

Zitat von sarkasmis
Helmut Schmidt hat nicht nachgegeben sondern gekämpft und damit die RAF besiegt.
Ja, das alte Ammenmärchen - immer wieder nett. Dumm nur, dass Schmidt überhaupt nicht gekämpft hat, sondern der Kampf bestand darin, Schleyer und andere ans Messer zu liefern. Kann man machen, aber ich würde es nicht "Kampf" nennen. Übrigens: die RAF wurde dummerweise niemals besiegt, sondern hat lange nach Schmidt einfach die Waffen gestreckt, weil der Kampf offensichtlich aussichtslos war.

Davon dürfte der IS noch weit entfernt sein... leider.

Beitrag melden
ogniflow 16.11.2015, 11:51
131. Bildung und Aufklärung

Zitat von guentersen
Sinnvoller als Waffengewalt ist Bildung und Aufklärung. Den Terroristen den Nährboden entziehen auf dem sie ihre totalitäre Ideologie gedeihen lassen. Krieg und Vernichtung, Eskalation ist das was diese Anschläge provozieren sollten ...
Dann klären sie Boko Haram mal auf,viel Vergnügen!
Boko Haram bedeutet übersetzt "Bücher sind Sünde".
Gegen fanatisierte Irre helfen keine Lehrer und Sozialarbeiter.

Beitrag melden
seneca55 16.11.2015, 11:51
132. Bedenkenswerter Artikel von Hr. Augstein

"Krieg kann jeder". Seit rd. 20 Jahren gibt es Attentate Islam.-Djihaddisten in Europa und insbesondere in Frankreich. Sie werden von Jahr zu Jahr brutaler - auch in der Zukunft. Seit Sommer 2014 haben alle Djihaddisten des Sunni-Islam ein Territorium, das die Kalifat des Islamischen Staates nennen - von Mossul im Nordirak bis Aleppo in Syrien und das wie ein Geschmeiß alle Djihaddis aus aller Welt anzieht, um dann den islamischen Terror weiter auch in die Nicht-Islam. Welt zu tragen. Paris war das letzte Ziel nach Beirut, Amman und Scharm Al Scheich- alles innerhalb von 10 Tagen. Wann wird Köln oder Berlin dran sein, Städte mit großen Islam. Minderheiten? Paris macht das möglicher denn je. Wird dann Hr. Augstein seine heutigen Worte wiederholen? Frankreich hat die Kriegserklärung des IS angenommen und Deutschland wird dieses auch müssen, wenn es von seinen Bürgern noch als Staat anerkannt werden will! Alles andere wäre Anarchie und Failed State!

Beitrag melden
knst 16.11.2015, 11:51
133. Frage...

Zitat von ackergold
Das sind viele wahre Worte, Herr Augstein. Trotzdem werden vermutlich eher die Demagogen wieder mal das Volk erreichen, denn die Mehrheit hat nie gelernt ihre Haltungen kritisch zu reflektieren, geschweige denn Humanität oder auch nur Christentum wirklich zu leben. Man kann auch den letzten Schluss noch ziehen: das Abendland existiert gar nicht. Seine angeblichen Werte sind nur vorgeschoben. Das geht aus Augsteins letztem Satz hervor - und womöglich hat er Recht.
Haben Sie schon mal daran gedacht, daß es auch linke Demagogen geben könnte?

Daß "Linke" ihre eigenen Ansichten mal "kritisch reflektieren" oder - eins ihrer Lieblingsworte! - mal "hinterfragen" würden, das wäre mir ganz neu.

Und solch eine Aussage: "Das Abendland existiert gar nicht" ist wohl auch nur nach Abschaffung von Geschichtsunterricht durch links-grüne Ideologen möglich geworden.

Beitrag melden
maxxi12 16.11.2015, 11:51
134. Einfache Lösung ...

"Vergebung und Friedfertigkeit"... Ach wie schön, wenn diese ( einfache) Lösung auch nur die geringste Aussicht auf Erfolg hätte. Hat sie aber nicht. Militante Fanatiker, die in einer brutal und unübersichtlichen gewordenen, zunehmend von Verteilungskämpfen gezeichneten Welt meinen, sie sind die einzig "Guten" pfeifen auf die westlichen vermeintlichen "Werte" zumal diese ja regelmäßig durch Waffenlieferungen an Kämpfer aller Art konterkariert werden.

Letzlich bleibt nur Helmut Schmidts Credo : Sich nicht in die Angelegenheiten abderer Staaten einmischen.

Beitrag melden
Windlerche 16.11.2015, 11:51
135. Missverständnis

Niemand verlangt, dass Terroristen jetzt geliebt werden sollen. Aber Bomben sind die falsche Antwort, es gibt schließlich ein Rechtssystem mit Polizei, Gerichten und angemessenen Strafen für Täter, ohne "Kollateralschäden" gegen Unschuldige!
Meine Forderung: Armeen der Welt umwandeln in Polizeitruppen!

Beitrag melden
frederic_1618 16.11.2015, 11:52
136. Zu schwach für die eigenen Werte?

Es wäre schon viel gewonnen, wenn ein vernünftiger Diskurs um die 'Werte' entstehen würde.
Diese sind solitär, nicht weiter begründbar, stehen für sich, z.B. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder auch Glaube, Hoffnung, Liebe. Wenn man aber eine Tradition hinter sich hat, die den Vermittlern (zugegebenermaßen haben die es auch nicht gut gemacht [Priester, Philosphen etc.]) selbst seinerzeit -und das ist nicht so lange her- auf dem Schafott zum Schweigen gebracht hat, ist man eben kein glaubwürdiger Vertreter. Die Werte müssen erst einmal herausgestellt werden und die Tugenden, die hier hin führen davon unterschieden werden (z.B. Verlässigkeit, Wahrhaftigkeit usw.). Tugenden wiederum werden mit Erziehung erreicht. In unserer Gesellschaft ist aber leider wahrzunehmen, dass unter anderem der kurzfristige Erfolg, die Belohnung durch das vorherrschende Gesellschaftssystem -Anerkennung durch Geld und Macht- viel mehr zählen als Werte.
Mit der Säkularisierung sind sie versoren gegangen und ihr Erben haben sie verkümmern lassen. Ein 'mea culpa' scheint widersprüchlich, passt aber an dieser Stelle.

Beitrag melden
CancunMM 16.11.2015, 11:53
137.

Zitat von Newspeak
Wieder setzen wir auf Rezepte, die erstens unseren eigenen Werten wiedersprechen und zweitens schon in der Vergangenheit nicht funktioniert haben. Und was wäre, wenn unsere Werte tatsächlich die sind, die wir vorleben? Nicht das einlullende Gerede vom Gesellschaftsvertrag, Gewaltmonopol des Staates, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Sozialer Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Grundgesetz usw. usw. Wie leben wir denn tatsächlich? Wir leben in einem asozialen Land, das wesentliche Teile seines Exportweltmeistertitels den immer weiter steigenden Rüstungsexporten verdankt. Das seine Bürger von den eigenen und fremden Geheimdiensten ausspionieren lässt. Das Banken rettet, aber keine Menschen. DAS sind unsere Werte, nicht das, was irgendwo auf Papier steht, vom Bundespräsidenten in Sonntagsreden salbadert wird, oder sonst schön klingt. Profitmaximierung ist ein Wert des Westens. Ausbeutung ist ein Wert des Westens. Verlogenheit ist es Wert des Westens.
Das rechtfertigt natürlich das Enthaupten und Erschießen von Andersgläubigen.
Wenn Ihnen unsere Werte hier gegen den Strich gehen, können sie doch in ein Land ziehen in denen andere Werte gelten. Das ist jetzt noch nicht einmal böse gemeint, da ich denke, dass viele Menschen unsere Werte einfach nicht schätzen können, weil sie andere noch nicht erlebt haben. Das in unserer Demokratie einiges schief läuft ist ohne Zweifel, aber ich möchte in keiner anderen existierenden Gesellschaft leben.
Das unsere Demokratie ideal ist, hat noch nie jemand behauptet. Das Wesen der Demokratie ist die Veränderung und Entwicklung. Arbeiten Sie einfach mit daran.

Beitrag melden
Big_Lebowski 16.11.2015, 11:53
138. Guter Text, Herr Augstein!

Aber für welche "Werte" ist Europa zu schwach? Welche sehen Sie denn noch?
Unsere Religion ist "Mammon" und unsere Werte "Wirtschaftswachstum" und "Ausbeutung". Beschreiben Sie doch selbst regelmäßig in Ihren Kolumnen?
Und gegen "Verzeihen" hat die Rüstungsindustrie bestimmt Einwände. Nett geschrieben, steckt auch viel Wahrheit drin, aber dieser Zug ist abgefahren ...

Beitrag melden
schwerpunkt 16.11.2015, 11:53
139.

Zitat von Olaf
Wenn das so einfach ist, dann müssten wir ja auch mit Verständnis und Versöhnung gegen Pegida und Nazis kämpfen können.
Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Im Endeffekt wird es dauerhaft nur so funktionieren.

Beitrag melden
Seite 14 von 74
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!