Forum: Politik
Kolumne: Wir sind der Gegner

Der Westen kommt im Kampf gegen den islamistischen Terror nicht voran. Kein Wunder: Man kann einen Feind nicht bekämpfen, indem man ihm ähnlich wird. Wer den "Krieg gegen den Terror" aufnimmt, hat ihn bereits verloren.

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imlattig 16.11.2015, 11:16
10. muessten....

all diejenigen, die krieg, hass und rache propagieren, selbst in den krieg ziehen
dann haetten wir schnell eine friedlichere welt. die selbsternannten geistig moralischen eliten der jeweiligen protagonisten im orient wie im okzident wuerden sich hueten selbst in den krieg zu ziehen. sie lassen die unteren schichten , von ihnen natuerlich aufgehetzt gegenseitig abschlachten und terrorisieren. wehe es wird einer der ihrigen angegriffen.

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Heigoto 16.11.2015, 11:17
11. Wohltuend

hebt sich Ihr Kommentar ab von den Stimmen, die jetzt nach Rache und Vergeltung rufen und von einem Krieg sprechen, sogar vom 3.Weltkrieg wie der Papst. In dieser Situation ist viel mehr gefordert, nämlich kühlen Kopf bewahren und wirksame Alternativen überlegen. In diesem Falle haben Sie, Herr Augstein, meine volle Zustimmung.

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sarkasmis 16.11.2015, 11:17
12.

Helmut Schmidt hat nicht nachgegeben sondern gekämpft und damit die RAF besiegt.
Und die Nazis wurden durch Appeasement auch nicht ruhiger sondern erst richtig aggressiv. Nur mit massiven militärischen Mitteln konnte man sie stoppen. Es gab damals - zurecht - eine ziemlich antideutsche Stimmung. Das hat die meisten deutschstämmigen zB in den USA dazu gebracht sich zu assimilieren und zu zeigen, dass sie loyale Staatsbürger sind. Es gab kein Verständnis dafür, dass sie sich als unschuldig verfolgt fühlen und sich deswegen den Nazis zuwenden. Warum soll für die Muslime heute etwas anderes gelten. Wer sich aus geringsten Anlässen dem IS zuwendet hatte schon davor eine fiese Einstellung.

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Hesekiel 16.11.2015, 11:17
13.

Der Vergleich mit dem terroristischen Anschlag durch Anders Breivik hinkt - Breivik war Einzeltaeter, er hatte kein Netzwerk hinter sich, keine Applaudierer oder Unterstuetzer. Aehnlich wie bei high school shootings bleibt es schwierig hinterher aufzudroeseln, was genau im Taeter vorging und sicherlich ein Fall fuer Psychoanalytiker, der Unterschied zu Paris duerfte aber jedem auffallen: Breivik war der klassische Einzeltaeter, ein Amoklaeufer. Er handelte allein, er blieb mit seiner Weltsicht allein. Die Terroristen in Paris hatten und haben Unterstuetzer, stille wie aktive. Menschen, die mit uns in dieser europaeischen Gesellschaft leben wussten von den Plaenen, gewaehrten Unterschlupf. Und schlimmer als das kleine Netz aktiver Unterstuetzer sind diejenigen, die in einschlaegigen Foren jetzt, gedeckt durch Anonymitaet, ihre Sympathien bekunden oder erklaeren, dass "der Westen" schliesslich auch nur bekomme was er gesaeht habe". Der Versuch, auch im eigenen Verhalten Fehler zu sehen und die Gedankenwelt der Terroristen zu durchdringen ist ehrenwert, verkommt heutzutage aber zur Mitschuldsuche. Es gibt Ansichten, Weltanschauungen, mit denen kein Verhandeln moeglich ist, bei denen Appeasement nicht funktioniert - wobei klar gesagt sein muss, dass ich damit mitnichten den Islam meine! Aber diverse radikale Stroemungen innerhalb dieses Glaubens werden auch die noch so gut gemeinte Verhaltensaenderung westlicher Kraefte nicht als Grund zum innehalten begreifen - um in ihren Augen gefaellig genug zu sein um nicht bekriegt zu werden, muessten wir diese Gesellschaft und ihre Werte aufgeben. Manche Positionen sind schlicht so radikal, dass mit ihnen kein Konsens moeglich ist - Neville Chamberlain musste das 1939 begreifen, wann begreift es Jakob Augstein?

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cherrypicker 16.11.2015, 11:17
14. Wie wahr!

Weil sie das Matthäus-Evangelium erwähnen: Der Mann aus Nazareth (ob nun Gottes Sohn oder nicht sei mal als Frage des persönlichen Glaubens dahingestellt) hat schon damals erkannt, dass sich die Spirale des Hasses nur durch den Dialog durchbrechen lässt. Aber selbst 2.000 Jahre später scheint die Menschheit immer noch nicht bereit für diese Botschaft. Stattdessen wird schwadroniert, es habe sich in Paris um einen "kriegerischen Akt" gehandelt, um damit ein weiteres militärisches Vorgehen zu rechtfertigen. Die Militärs rasseln schon wieder mit den Säbeln.

Die Taten von Paris waren ein grausamer, barbarischer Akt. Aber eine weitere Bombardierung von Syrien wird das Prolem nicht lösen, sondern verschlimmern.

P.S. "widersprechen" schreibt sich nicht mit "ie".

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omop 16.11.2015, 11:18
15. Tja die Gefahr besteht..

das Frankreich die gleichen Fehler wie seinerzeit die USA macht. Die Wortwahl schliesst dies zumindest nicht aus. Die Politik muss anerkennen,dass die Herausforderungen komplex ist und die Lösung des Problems im Irak liegt. Ohne eine nationale Aussöhnung von Sunniten und Schiiten wird es nicht gehen. Die Frage muss erlaubt sein, ob alle wesentlichen Mächte an einer wirklichen Lösung des Konflikts interessiert sind: die USA erfreuen sich an der Destabilisierung der Region, die Türkei und der Iran/Saudi-Arabien verfolgen Eigeninteressen..und Europa läuft als naiver Dummkopf den Amis hinterher anstatt zunächst mit Russland eine Friedenspolitik voranzutreiben.

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keiler70 16.11.2015, 11:18
16. Ich bin froh

daß Herr Augstein in unserem Land nur schreiben darf und nichts zu sagen hat.

Gerade diese "halte doch auch die andere Wange hin" Mentalität macht uns vor den Augen junger männlicher Moslems zu verachtenswerten Schwächlingen.
Herr Augstein tut so, als sei er auf der Evolutionsleiter eine Sprosse weiter oben und die, die den Kampf aufnehmen "Ewiggestrige".
Wie gesagt, ich bin froh, daß in seine Ergüsse in drei Tagen maximal noch Heringe eingewickelt werden.
Und unsere Angie hat hoffentlic auch bald ausgemerkelt.

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Grönhall 16.11.2015, 11:18
17. Wachsamkeit statt Selbstäuschung

Wir können uns nur wehren, wenn wir unsere Illusionen aufgeben, dass das Böse irgendwie durch nette Erklärungen, Naivität und Teddybären zu stoppen sei.
Freiheit braucht Wachsamkeit und die Bereitschaft auch zur Härte gegen die Feinde der Freiheit.

Und die Bereitschaft, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen: Die Welt verändert sich nicht durch Wille und Vorstellung.
Der Staat hat seine Rolle nicht eingebüsst. Er muss lernen, sie wieder auszuüben.
Mit Augenmaß statt Blindheit, mit Verstand statt mit Selbsttäuschung.

R.Tichy

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thomaswalter 16.11.2015, 11:18
18. Gut.

Ich bin fast nie mit Ihnen einer Meinung. Aber diesmal schon. Guter Gedanke. Guter Artikel.

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damoose 16.11.2015, 11:19
19. Danke Herr Augstein!

Sie haben aus meiner Sicht einen sehr wichtigen Punkt angesprochen. Nur der Schulterschluss mit der islamischen Welt kann uns dabei helfen einer Lösung des Extremistenproblems näher zu kommen. Wir sollten die Dynamik des Moments nutzen um konstruktiv auf eine Lösung hin zu arbeiten. In der Psychologie nennt man do etwas mMn paradoxe Intervention. Tue etwas mit dem dein Gegenüber nicht rechnet. Reagiere auf Provokation mit entwaffnender Menschlichkeit.

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