Forum: Politik
Kolumne: Wir sind der Gegner

Der Westen kommt im Kampf gegen den islamistischen Terror nicht voran. Kein Wunder: Man kann einen Feind nicht bekämpfen, indem man ihm ähnlich wird. Wer den "Krieg gegen den Terror" aufnimmt, hat ihn bereits verloren.

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schwaebischehausfrau 16.11.2015, 13:51
570. @Ackergold: Ach so...

Zitat von ackergold
Terrorgruppen wurden letztlich noch nie militärisch besiegt, sondern sie haben aufgegeben, wenn sie erkannt haben, dass ihr brutales Abschlachten aussichtslos war.
Weiß nicht, aus welchem Verlag ihre Geschichtsbücher sind, aber so weit ich mich erinnern kann, hat die Naziterror-Truppe in Deutschland von 1933-1945 solange weitergemordet, bis man sie mit Gewalt gestoppt hat. Gilt auch für Polpot und andere Terror-Regimes Und Hitler hätte ganz sicher auch nicht freiwillig mit seiner Massenvernichtung von Juden (deshalb hiess das Programm ja "Endlösung") aufgehört und auch nicht vor weiteren Eroberungsfeldzügen und der Vernichtung von weiteren Millionen gegnerischer Soldaten und Zivilisten. Und exakt die gleichen Ziele einer "Weltherrschaft" hat der IS. Vielleicht hätten die "Eagles of the Death Metal" am Freitag auch nur einen Love&Peace-Song anstimmen sollen, und die Mörderbande hätte sofort ihre Sturmgewehre niedergelegt und erkannt, dass "ihr brutales Abschlachten aussichtslos ist". Man sollte eine Friedensmission mit Leuten wie Ihnen zusammenstellen, die nach Rakka geschickt werden, um mit dem IS zu verhandeln. Viel Erfolg - aber ich vertraue dann doch lieber den "konventionellen Methoden".

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hockeyversteher 16.11.2015, 13:51
571. Schon Augsteins Basisthese ....

... ist schon falsch.
"Es gibt diesen Kulturkampf tatsächlich. Aber er wird nicht zwischen Islam und Christentum geführt."
Die haben der westlichen Gesellschaft den Krieg erklärt. Und das ist keine christliche Gesellschaft, auch wenn sie aus einer christlichen hervorgegangen ist, sondern eine aufgeklärte. Es sind die Werte der Aufklärung, die die unsrigen sind, die uns verbinden, auf denen unser Leben unsere Freiheit basieren. Der Westen ist säkularisiert und hat die christlichen Kirchen immer weiter aus den gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen herausgedrängt. Christen bilden in Deutschland, wie Muslime auch, keine Mehrheit.

Das bekämpfen die Islamisten. Sie wollen die Säkularisierung beenden und durch eine Monoreligion ersetzen. Unter dem Schutz der Religionsfreiheit bekämpfen Islamisten die Religionsfreiheit. Unter dem Schutz der Meinungsfreiheit bekämpfen Islamisten die Meinungsfreiheit. Unter dem Schutz des Rechtsstaates bekämpfen Islamisten den Rechtsstaat.

Und wenn Augstein ausführt, dass die einzige Waffe gegen den Terror die Versöhnung ist und betont, dass dies nichts mit Naivität zu tun hat, muss man ihn fragen, wie naiv er eigentlich ist. Mit wem will er sich versöhnen? Er kann ja mal nach Syrien fahren und versuche, ob sich in der Organisation des IS jemand findet, mit dem er sich versöhnen kann. Aber wahrscheinlich ist er nicht naiv genug, sich diesem Risiko auszusetzen. Und vor allem könnte er den Angehörigen der Opfer oder den Verwundeten diese Botschaft überbringen. Er könnte nach Frankreich fahren und es den Franzosen, die in den letzten 2 Jahren ein gutes Dutzend solcher Terrorakte erdulden mussten, zurufen: "Versöhnt Euch!". Oder er könnte es in Französischen Medien versuchen veröffentlichen.

Es sind die Muslime, die in die aufgeklärte Gesellschaft Europas eingereist sind, und diese nun auf vielfältige Art und Weise umgestalten wollen. Es ist doch nicht mehr zu leugnen, das sie in ihrem Gepäck auch den islamistischen Terror mitbrachten.

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olli08 16.11.2015, 13:52
572. Leider, leider ...

... übersieht Herr Augstein, dass sich Islamisten grundlegend von denjenigen Menschen unterscheiden, die unsere hart erkämpften (!!!!!) Werte zu schätzen wissen.
Denn grade aufgrund unserer Werte, die sie vermutlich nicht verstehen (können/wollen/dürfen) halten sie uns für schwach, minderwertig, gotteslästernd und vor allem: ausrottungswert.
Klingelt da was? Appeasement zieht hier nicht, das hatten wir schon mal, im letzen Jahrhundert.
Sie werden uns wohl immer hassen, aber wenn sie uns respektieren sollen, dann müssen wir endlich klare Kante zeigen. Aber alleine schon, dass wir zulassen, dass sie hier leben und die Vernichtung unserer Gesellschaft mehr oder weniger öffentlich propagieren können, ist für sie ein weiteres Zeichen unserer Schwäche ...

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unixv 16.11.2015, 13:52
573. Ganz genau!

Zitat von Anti-Ideologe
"Europa ist geschwächt. Schlimmer: Europa ist schwach". Das stimmt. Der Rest ist realitätsverweigernder Unsinn. Sonst kann ich über Augstein und Genossen ja oft lachen, aber hier hört der Spaß auf. Es geht hier um uns, um unser Leben, um unsere Kinder. Aber die Ideologen liegen schon wieder in ihren gewohnten Stellungen. Wie kann man derart blind sein? Wir können diesen Krieg nur gewinnen, wenn wir uns endlich eingestehen, wer der Feind ist. Der Feind ist die weltweit einzige Religion, die sich auf einen größenwahnsinnigen Psychopathen beruft. Wie lange wollen wir uns noch einreden lassen, dass dieser Wahnsinn "nichts dem Islam zu tun" habe? Der Kampf der Kulturen ist längst da. Es geht nicht darum, ob wir Krieg wollen. Es geht darum, ob wir bereit sind, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um diesen Kampf zu gewinnen. Die oder wir?! Wir haben die Wahl!
über 40 Jahre haben wir die Paralellwelten geduldet, ertragen das wir für die Moslems nur .. Ungläubige sind, denen man am liebsten den Kopf abhackt, jetzt wird das Schreckensbild Realität, bin ja mal gespannt was Merkel und Gauck uns die Tage servieren?!?! Lösungen erwarte ich von unseren aktiven Politikern kaum, leider werden die weiterhin potenzielle Terroristen in unser Land holen und sich dabei auch noch GUT fühlen!

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dtrhnrch 16.11.2015, 13:52
574. Polizei - nicht Krieg

bei Menschen, die ihr eigenes Leben verachten - und das ihrer Mitmenschen auch, hilft nur eindämmen, isolieren.

'Vernichten' ist der falsche Ansatz - und das darf gerade nicht in den Köpfen sein,
wenn Menschen legitime, rechtsstaatlich kontrollierte Gewalt anwenden. Wir tun gut daran, unsere Selbstverteidigung streng zu begrenzen auf das unbedingt Notwendige-Kollateralschäden wie ganze Krankenhäuser - sind 'Vernichtungsergebnisse', die derart viele Unschuldige treffen, dass ihre Angehörigen in die Vergeltung getrieben werden.

Gegen den IS ist eine von den UN kontrollierte, militärisch angemessene Polizeiaktion erforderlich - bis er auf einem Gebiet sich selbst überlassen bleiben kann, das ein Überleben ermöglicht.

Und zeitgleich wird alles getan, um Ressourcen von außen abzuschneiden - auch wenn das den westlichen Geschäftemachern gar nicht gefallen wird.
Danach kann das Isolieren schrittweise aufgehoben werden, wenn der IS nach außen friedlich bleibt.

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ein-berliner 16.11.2015, 13:52
575. Herr Augstein

In Berlin werden Sie als dekadenter Schweinefresser gesehen, jedenfalls in bestimmten Teilen der größten türkischen Stadt ausserhalb Ördogans Kernreichs.

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cvdheyden 16.11.2015, 13:52
576. naja

Zitat von alfonstittler
Der Artkel sagt sehr viel darüber, was man tun kann, wenn man verstehen will.
Das stimmt so nicht. Er hat Recht, dass man mit Waffen nicht gegen Terror ankommt.
Er hat aber was wesentliches weggelassen:
Wir alle sollten vor der eigenen Haustüre kehren.
Zum IS kann man nur sagen, dass hier leider keine andere Option als die Militärische vorhanden ist, wie schon in der Geschichte bei Menschverachtenden Systemen zu lernen war.

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OliHauss 16.11.2015, 13:53
577. Das machen Sie sich etwas zu einfach

I do disagree respectfully.
Die Werte , die Sie ansprechen, bedürfen der Verteidigung. Sicherlich nicht mit allen Mitteln, die den berühmten Zweck heiligen. Aber das hat auch schon der frz. Präsident klar gemacht, wenn er von "Mitteln, die der Rechtsstaat gebietet" bereits am Samstag gesprochen hat. Wenn selbst der Papst, der nicht gerade für Säbelrasseln und fehlendes Verständnis für die Bergpredigt bekannt ist, vor dem Hintergrund des erneuten kaltblütigen Mordens an unschuldigen Menschen vom "Weltkrieg" spricht, muss das Denken dieser Position auch für Menschen in der Mitte der Gesellschaft erlaubt sein.
Nur die andere Wange hinhalten wird die Mörder im Namen Allahs nicht aufhalten. Als die freie Welt sich gegen die Nazi-Barbarei erhoben hatte, sind sie den Nazis nicht ähnlich geworden. Sie haben Auschwitz gestoppt. Mit Waffengewalt, denn eine wirksame Alternative gab es nicht mehr.

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hockeyversteher 16.11.2015, 13:53
578. So ist es in der Tat nicht

Zitat von ackergold
So ist es in der Tat. Solange von außen Waffen geliefert werden, wird der IS kämpfen. Daran kann kein Zweifel bestehen.
... denn ich wüsste nicht, dass von Außen Säbel an den IS geliefert werden

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hottrod 16.11.2015, 13:53
579. Zwiegespalten

Ehrlich gesagt, bin ich sehr zwiegespalten, wie die Reaktion von Europa auf die islamofaschisten von IS & Co ausfallen sollte. Einerseits sollten wir unsere Freiheiten nicht weiter selbst beschränken, denn dafür haben wir, und damit meine ich ganz Europa, zu lange und blutig für gekämpft. Anderseits ist den Islamofaschisten nicht mit Argumenten und Diskussionen beizukommen. Auf jeden Fall sind Hass und Fremdenfeindlichkeit der falsche Weg. Progrome sind keine Lösung, sondern die fördern die Gewalt. Blinde, militärische Gewalt ohne einen Plan für danach führt nur zu einen weiteren Failed State, siehe Afghanistan, Irak, etc. Es wird Zeit für eine Politik für die Menschen vor Ort, und nicht für eine Politik der politischen Lager. Es geht schliesslich um die Menschen. Mir scheint es, dass die einzige Lösung die dauerhaften Frieden für die Region versprechen könnte, folgende ist: Aufteilung der Gebiete vom Irak, Syrien und Libanon in ethnische / religiöse Gebiete, die dann neue Staaten bilden können. Die bisherigen Staatsgebiete sind ja nur das Resultat der ehemaligen Kolonial- und Besatzungsmächte. Vorher muss natürlich der IS besiegt werden, was wohl leider nicht ohne Gewalt gehen wird...

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