Forum: Politik
Kolumne: Wir sind der Gegner

Der Westen kommt im Kampf gegen den islamistischen Terror nicht voran. Kein Wunder: Man kann einen Feind nicht bekämpfen, indem man ihm ähnlich wird. Wer den "Krieg gegen den Terror" aufnimmt, hat ihn bereits verloren.

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Krittler 16.11.2015, 17:42
730. Hysterie

Die Ereignisse in Paris waren schrecklich, vor allem, für die Betroffenen. Mindestens 129 Menschen kamen ums Leben, mehr als 350 Personen wurden verletzt, etwa 100 davon schwer. Betrachtet man das aber alles objektiv, muss man feststellen, dass bei einem größeren Flugzeugabsturz eben so viele Opfer zu beklagen sind. Und auch diese Opfer sind schrecklich und lösen Trauer aus. Doch täglich fliegen Tausende Flugzeuge und Millionen Menschen und eine weltweite Hysterie bleibt aus.

Ich möchte das jetzt nicht verharmlosen, doch sollte man doch möglichst rationell dieses Problem angehen. Doch die von Regierungen und Leitmedien geschürte Massenhysterie verhindert eine rationelle Vorgehensweise und nutzt die geschürten Ängste für weitere Einschränkungen von Freiheiten, von Totalüberwachung und Bespitzelung. Und es führt zu weiteren Bombardements, bei denen tausende Zivilisten umkommen, die vor Angst vor den "terroristischen" westlichen Angriffen auf ihr Leben in Kellern ständig um ihr Leben bangen.

Bei der Frage, was jetzt zu tun ist, muss man immer wieder am Beginn des Konfliktes zurückdenken. Es wurden Fehler vom Westen gemacht - das ist inzwischen unstreitig. Doch warum werden denn jetzt die gleichen Fehler wiederholt? Warum werden auch weiterhin Staaten unterstützt, die diese Terrorbanden unterstützen? Warum wird eine Hysterie angeheizt, die Ultrarechte und Faschisten für sich nutzen wollen, gegen Flüchtlinge und deren Helfer?

Es wäre jetzt Zeit, endlich vernünftig die Probleme anzugehen und nicht immer die Keule rauszuholen. Politik ist gefragt, nicht Polizei und Militär!

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HaPeGe 16.11.2015, 17:42
731. Oh Mann ! Wann begreifen Sie es endlich !!!

Zitat von Jusoka
Seit wann lernen die Menschen aus ihren Fehlern? Seit Jahren wird der Kampf gegen den Terror geführt. Statt weniger Terror gibt es immer mehr Terror. Je mehr er bekämpft wird um so mehr Terror gibt es. Warum fragt man nicht nach den Hintergründen? Es ist nicht der Islam gegen die Ungläubigen. Allen Terroristen gemeinsam ist der Hass gegen den Westen. Wieso hassen sie uns? Es ist nicht unsere Lebensart alleine. Gründe gibt es viele. Ausbeutung und Imperialismus. Wir wollen anderen unseren Lebensstil aufdrängen. Es ist unsere Überheblichkeit. Vor allem aber das Nahostproblem. Seit Jahrzehnten wird einem Land alles erlaubt was gegen das Völkerrecht ist. Dazu kommt der Überfall auf den Irak. Die Destabilisierung Nordafrikas. Der Westen unterstützt die Diktatoren welche westlich gesinnt sind. Es werden auch Kriegsverbrechen vom Westen begangen, wie zuletzt der Beschuss des Krankenhauses in Kabul. Das war ein Akt des Terrorismus. Niemand wird dafür belangt. Beim letzten Anschlag des IS in der Türkei gab es auch über 100 Tote, aber hier gab es nicht die Emotionen wie jetzt beim Anschlag in Paris. Na ja es waren da ja nur tote Türken, Moslems halt. Den Terror besiegt man niemals mit Waffen. Man muss die Terroristen erst einmal verstehen. Sie als Gegner begreifen und mit ihnen verhandeln. Wenn jetzt wieder hunderte von Bomben fallen gibt es wieder unschuldige Zivilisten und deren Angehörige schwören Rache. Im Übrigen frage ich mich wieso eine Bombe auf zwei Beinen schlimmer sein soll, als eine Bombe aus einem Flugzeug auf ein Krankenhaus oder eine Hochzeitsgesellschaft. Beides sind verabscheuungswürdige Verbrechen.
Lassen Sie es sich gesagt sein: Mit dem IS können Sie nicht verhandeln. Entweder Sie tun, was der IS verlangt, oder Sie werden hingerichtet. Eine andere Möglichkeit kennt die Ideologie des IS nicht. Für den IS ist das Nahostproblem zweitrangig, der IS will einen Gottesstaat, ein Kalifat, möglichst großen Ausmasses. Dort soll dann die Scharia gelten, nach Auslegung des IS ! Und diese Ideologie will der IS auch in die westlichen Staaten tragen, um auch uns eine Lebensweise nach ihren Maßstäben aufzuzwingen. Klar, hassen sie die westliche Lebensart, die Demokratie und unsere Freiheiten. Aber doch nur, weil das alles ihren Vorstellung so ganz und gar nicht entspricht. Weil diese Dinge des Teufels sind und nur durch den bewaffneten Kampf ausgerottet werden können. Und seien Sie bitte nicht so naiv zu glauben, dass der IS Mensch und Umwelt nicht ausbeuten würde, die eroberten Ölquellen dienen als beste Finanzquelle !

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sapereaude! 16.11.2015, 17:43
732. Words Matter ....

Zitat von docker
Die westlichen Demokratien müssen die Intelligenz aufbringen und EINMAL ein sehr straffes Verhandlungsangebot machen. Wird dieses nicht angenommen, kann eine komplette Zerschlagung dieser Organisation OHNE die Richtlinien der Genfer Konvention erfolgen.
Den Begriff DAESH habe ich jetzt endlich recherchiert. Bisher habe ich mich immer gewigert, dem ISISI die Ehre zu erteilein, die letzten beiden Buchstaben wegzulassen. Aber DAESH ist viel, viel besser. In Zukunft werde ich ebenfalls diesen Begriff benutzen!

https://www.bostonglobe.com/opinion/2014/10/09/words-matter-isis-war-use-daesh/V85GYEuasEEJgrUun0dMUP/story.html

http://www.otz.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Was-ist-das-OTZ-erklaert-Daesh-515268279

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espet3 16.11.2015, 17:43
733.

Gerade hat der französische Präsidident seine Rede vor der Verfassungsversammlung beendet und sogar angedeutet, dass er die Verfassung ändern will.
Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Äußerungen, die hier im Forum abgesondert werden, unseren Nachbarn nicht gefallen.

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puqio 16.11.2015, 17:49
734. Das sind genau meine Gedanken, nur viel besser formuliert

Sowohl der Anschlag in NYC am 11.9. als auch diese Anschläge in Paris sind Vergeltungsschläge der Terroristen aufgrund von Angriffen der USA und jetzt Frankreichs.
Gewalt erzeugt Gegengewalt.
Und das immer wieder und immer schlimmer.
Was bringt es uns wenn Frankreich jetzt noch mehr Bomben wirft als bisher schon, und es daraufhin noch schlimmere Anschläge des IS gibt?
Wie weit wollen wir die Spirale der Gewalt weiterdrehen?
Bis Europa sich vernichtet hat?
Sind unsere Werte nicht ganz andere?
Hat uns Jesus nicht genau das Gegenteil gelehrt?

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Celestine 16.11.2015, 17:49
735.

Zitat von gandhiforever
Ihre Nazis wurde durch Soldaten besiegt, nach ca. 6 Jahren Kampf. Seit wie vielen Jahren werden Terroristen schon militaerisch bekaempft? Ich will Ihr Gedaechnis nicht unnuetz strapazieren, lege das Datum deshalb auf den Beginn des Afghanistan-Einfalls. Und was haben die "Demokratisierer" in der Zwischenzeit erreicht"? Ueber nicht viel und wenig zu gar nichts! Doch halt, das stimmt nicht, die Kriegsanhaenger haben es erreicht, dass der Terrorismus sich ausbreiten konnte, nicht nur durch das Destabilisieren (une entmachten) von ihnen nicht mehr genehmen Regimen, sondern auch durch das Toeten von Zivilisten (auf eine getoeteten mutmasslichen Terroristen kommen ueber 10 getoetete Nicht-Terroristen). Die arroganten Missionare, die westliche Werte (damit meinen sie westliche Interessen) mit Gewalt verbrieten, haben den Terrorismus auf dem Gewissen, nun soll weitere Gewalt ihr Versagen und ihre Verbrechen aus dem Weg raeumen. Das Scheitern einer solchen Politik ist absehbar, daran aendern auch hinkende Vergleiche mit den Nazis nichts.
Die „Demokratisierer“ sitzen vor allem in den USA, wo George W. Bush den Irak-Krieg mit den Worten rechtfertigte: 'God told me to end the tyranny in Iraq'. Quelle: The Guardian, 7.10.2005.

Bisher haben die USA nur 1.500 Syrien-Flüchtlinge aufgenommen; Obamas Plan, in 2016 weitere 20.000 aufzunehmen, stößt auf heftige Kritik, und zwar wegen Sicherheitsrisiken, ein Thema, das hierzulande nicht einmal mehr angesprochen werden darf, ohne als „rechts“ bzw. "gegen Flüchtlinge" bezeichnet zu werden.

Tja, die Amerikaner sitzen weit vom Schuss. Möglich ist, dass es dort zu Terror-Anschlägen kommt, aber man muss nicht befürchten, dass der ISIS mit seinen Eroberungs-Feldzügen in einigen Jahren vor den Toren Amerikas steht. Da ist Europa nicht so weit entfernt. Was soll geschehen, wenn ISIS die Kurden eliminieren und sich über die Türkei den Weg nach Europa beschaffen? Das ist keine Hysterie, auch keine unrealistische Horrorvision, denn schon jetzt hat ISIS erreicht, unglaublich große Landgebiete zu erobern...

Es ist doch müßig, die Gründe dauernd zu wiederholen. Das ändert nichts an der Bedrohung. Wie soll man diesen barbarischen Feldzug friedlich stoppen? Kleine Länder oder Völkergruppen, die mit dem Machtstreben der USA nichts zu haben, sind genauso Feinde, da machen die ISIS-Krieger keinen Unterschied. Was haben die Jesiden verbrochen? Was haben die Kurden verbrochen? Was haben Kinder verbrochen?

Für mich gelten diese Ausreden nicht, genauso wenig, wie ich für den Nazi-Terror keine Ausreden akzeptiere.

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simopost 16.11.2015, 17:50
736.

Vor noch nicht allzu langer Zeit, da lief die britische Polizei nur mit Schlagstock bewaffnet herum. Es gab mal Zeiten da brauchte man sich nicht am Flughafen halb auszuziehen, durchleuchten und abtasten lassen.
Es war einmal da konnte man sich in einem Lokal in Deutschland unzensiert unterhalten und sich nicht bei Eintritt ins Lokal eines türkischen Moslems die Diskussion über Religionen verbieten lassen.
Dieses und noch mehr geschehen vor meiner Auswanderung weit, weit weg von Deutschland.
LEIDER seit kurzer Zeit wieder zurück in Deutschland und ich erkenne dieses Land nicht mehr wieder.
Überall wo ich im fernen Ausland war und auch lebte, überall Angst und massive Ablehnung gegenüber Moslems und den damit verbundenen Islam.
Überall brutalste Anschläge durch vom Islam geprägte Menschen. Nirgendwo habe ich soviel Bevormundung, Besserwisserei, ja lassen Sie mich sagen "Meinungsfaschissmus" erlebt wie hier.
Was will der deutsche eigentlich noch schützen, welche Werte denn verteidigen? Diese sogenannte Demokratie erlaubt es nicht die Mitwirkung des eigenen Volkes. Das ehemalige und vorläufige Grundgesetz der BRD sah nach einer Wiedervereinigung die zwingende Konstituierung einer Verfassung für Deutschland zwingend vor.
Leider wurde dieses niemals so umgesetzt und schon gar nicht das Volk zu einer Abstimmung gerufen.
Ob das deutsche Volk ein Land in der EU sein wollte unter Aufgabe nationaler Souveränität, stand ebenfalls nie zur Abstimmung.
Herauszuheben sei hierbei z.B. die einheitliche Währung EURO die zum Spielball der südlichen Mitgliedsstaaten geworden ist.
Wer hat die im Grundgesetz verankerte Wehrpflicht einfach mal so abgeschafft, ohne Befragung des Volkes?
Wer hat Deutschland über Nacht in Kriegseinsätze im Ausland gestürzt, weder durch Legitimation der eigenen Bevölkerung noch ohne jegliches internationales Mandat?
Wer ist eigentlich legitimiert, eine Masseneinwanderung in kürzester Zeit über Deutschland hereinbrechen zu lassen? Niemand, und dennoch werden dazu Gesetze und internationale Vereinbarungen gebrochen.
Stattdessen hat man sich von den USA verführen lassen. "Deutschland müsse sich weltweit militärisch miteinmischen", also USA in klein.
Nach 20 Jahren internationalem Terror, ist momentan der zwischenzeitliche Höhepunkt erreicht. Alle Versuche militärischen Eingreifens haben nur zu irreversiblen Zerstörungen von Staaten und Strukturen geführt.
Und nun wird das deutsche Volk wieder einmal insbesondere durch die Medien durch "Krieg"-Geschrei auf eine militärische Intervention vorbereitet.
Das Resultat wird katastrophal in Gegenterror enden.
Kein Land der Erde hat weder die Pflicht noch das Recht Veränderungen im Ausland repressal herbeizuführen.
Die Länder, welche sich aus jeglicher imperialer Einmischung heraushalten, haben auch diese Terrorprobleme nicht!

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santoku03 16.11.2015, 17:51
737. Nennen sie mir bitte

Zitat von Jusoka
Übrigens greifen fast alle Staaten dieser Welt mit ihren Geheimdiensten zu terroristischen Handlungen, wenn es sein muss.
Nennen sie mir bitte einen einzigen Fall in dem eine westliche Demokratie Anschläge gezielt und ausschließlich auf unbewaffnete Zivilisten durchgeführt hätte. Das ist doch hanebüchener Unsinn, was Sie hier in die Welt setzen. Sie wollen doch wohl nicht die Morde von Paris mit Angriffen auf Kombattanten vergleichen, bei denen versehentlich und bedauerlicherweise auch Zivilisten zu Schaden kamen? Auch das ist tragisch, aber doch wohl nicht dasselbe.

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