Forum: Politik
Kommentar: Grande Nation, ganz klein
AFP

Hartnäckig hält Frankreich daran fest, Russland zwei für den Angriffskrieg geeignete Kriegsschiffe zu liefern - unter Verweis auf bedrohte Arbeitsplätze in der Werftindustrie. Diese Argumentation zeigt, wie klein sich unser einst so stolzer Nachbar inzwischen fühlt.

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Velociped 25.07.2014, 09:24
100. nüchtern betrachtet

Nüchtern betrachtet gibt es Verträge, die Frankreich einhalten muss. Natürlich kann jemand einfach vertragsbrüchig werden - dann aber gibt es Schadensersatz in der Höhe, die es kostet, diese Schiffe wo anders zu bauen zuzüglich der Kosten, dass diese Schiffe aktuell nicht zur Verfügung stehen.
Ob damit Putin wirklich bestraft wäre, ist die Frage - Frankreich wäre das aber auf jeden Fall.
Im übrigen wird hier von den USA schon länger massiv Druck gemacht und der Spiegel macht hier mit einem tendenziösen Artikel mit.
Die richtige Frage ist, ob wir weiter in diesem Umfang Waffen exportieren sollen? Die Lieferung eines zwar strategisch wichtigen aber unbewaffneten Schiffs ist da sicher nicht das, was man als erstes sanktionieren sollte.

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nana22 25.07.2014, 09:27
101. Ich wäre froh,

wenn Deutschland diese Schiffe an Russland liefern würde. Aber anmstatt Politik im nationalen Interesse zu machen, unterstützen wir "Freunde" die uns bespitzeln.

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doclocke 25.07.2014, 09:28
102. Ich warte ...

... auf Alternativvorschläge zum Schiffsverkauf vonseiten der EU und der NATO. Für sie ist der politische und der Imageschaden ja ungleich größer. Ich hoffe mal, sie verhandeln gerade um den Preis der Schiffe, und verzichten nicht für 1,2 Mrd auf den aufrechten Gang ;)

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tinosaurus 25.07.2014, 09:28
103. Treffend

und gut beschrieben.Aber auch England und andere europäische Staaten machen sich lächerlich, wenn sie England angreifen, aber selbst auch keine wirtschaftlichen Nachteile in Kauf nehmen möchten. Diese Uneinigkeit kommt Putin sehr gelegen, wenn man bedenkt, dass ernste sanktionen sehr wohl Russland hart treffen würden. Putins Macht wäre dann langsam auch gefährdet. Schon jetzt macht sich in der leichtgläubigen Bevölkerung Ernüchterung breit.Das ist alles traurig, aber wahr.

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BaMargera 25.07.2014, 09:29
104. Frankreich verschläft bzw. verweigert notwendige Reformen

Frankreichs BIP ist ca. 25% kleiner als das von Deutschland. Hinzu kommt noch, dass Frankreich zu starke Gewerkschaften hat, die nur noch auf die Wahrung ihrer Pfründe aus sind. Da wären noch – sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft – ziemlich verkrustete Strukturen, die das Handeln der Entscheidungsträger und die manchmal notwendige Flexibilität extrem einschränken. Und zu guter Letzt hat das Land mit Hollande einen sozialistischen Präsidenten, der vielleicht die Notwendigkeit mancher Reform erahnen kann, sich aber nicht traut diese auch anzupacken. Gerhard Schröder hatte wenigstens den Mut, die seiner Meinung nach überfälligen Reformen – zur Not auch gegen den Willen seiner Genossen – umzusetzen. Hollande fehlt angesichts der französischen Streikkultur der Mut dazu. Er bleibt lieber dem Motto der Sozialisten treu „Wir nehmen den Menschen nichts weg – selbst dann nicht, wenn die Karre (sprich: das Land) irgendwann gegen die Wand fährt!“. Und wenn ich mir die Linken bzw. den linken Flügel der SPD anschaue, die immer neidisch ins Nachbarland schielen und das französische Gewerkschafts- und Protestmodell nach Deutschland importieren wollen, dann wird mir immer wieder bewusst, warum dies um jeden Preis verhindert werden muss. Dem Nichtvorhandensein dieses Gewerkschafts- und Protestmodells haben wir es zu verdanken, dass Deutschland die Lokomotive der europäischen Wirtschaft ist. Ich kann zwar nachvollziehen, warum Frankreich der Export der Hubschrauberträger und die damit verbundenen Arbeitsplätze so wichtig sind – teilen kann ich diese Haltung jedoch nicht. Liebe Franzosen: geht lieber die wirklich wichtigen Reformen an, die sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit von größeren Teilen der französischen Wirtschaft auswirken. Ja, das mag zwar erst einmal in einigen Punkten eine Zeit lang weh tun, aber auf Dauer kommt ihr ohnehin nicht drum herum und die kurzfristig verdienten 1,2 Mrd. € würden durch größere Zuwächse in anderen Bereichen überkompensiert.

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mcvitus 25.07.2014, 09:30
105. Hemd näher als Hose.

Das kennen Sie doch bestimmt auch! Und für Deutschland wäre dieser Grundsatz auch besser anstatt ein einigermaßen funktionierendes Gemeinwesen auf dem Altar der Ideologien und Eitelkeiten zu opfern! Aber es ist einfacher, mit an den Haaren herbeigezogenen oder nachgeplapperten "Argumenten" in das politische moralinsaure Geschrei einzustimmen. Wenn Russland -im schlimmsten Fall- zerfallen sollte, dann können wir uns die guten alten Zeiten von heute zurüchwünschen wie wir wollen, die kommen dann ganz sicher so schnell nicht wieder. Wo bleibt die Vernunft?

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sirius1711 25.07.2014, 09:34
106. Warum nicht in der EU behalten?

Die Anschaffungskosten wären für jeden EU Bürger ca. 3 €, ich denke das kann man sich leisten, die Unterhaltskosten und Verwendung der Träger ist ein anderes Problem, an Russland sollte man Sie nicht verkaufen

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WolfHai 25.07.2014, 09:36
107. Der Fluch des Euro

Zitat von sysop
...unter Verweis auf bedrohte Arbeitsplätze in der Werftindustrie. Diese Argumentation zeigt, wie klein sich unser einst so stolzer Nachbar inzwischen fühlt.
Frankreich ginge es ohne Euro wirtschaftlich viel besser.

Mit der Forderung nach dem Euro, den Frankreichs ehemaliger Präsident zusammen mit unserem Kanzler Kohl ausgeheckt hat, hat sich Frankreich in die wirtschaftliche Krise mit Arbeitslosigkeit und Abhängigkeit von Deutschland befördert. Soweit könnte ich noch schadenfroh sein, wenn es nicht auch bedeutete, dass dies Europa auseinanderdividiert und an einer wirksamen einheitlichen Außenpolitik hindert.

Eine Demütigung Franksreichs ist langfristig nicht im deutschen Interesse. Selbst dann nicht, wenn es der Eurorettung dient.

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dave_t 25.07.2014, 09:38
108. Die französische Haltung

Zitat von sysop
Hartnäckig hält Frankreich daran fest, Russland zwei für den Angriffskrieg geeignete Kriegsschiffe zu liefern - unter Verweis auf bedrohte Arbeitsplätze in der Werftindustrie. Diese Argumentation zeigt, wie klein sich unser einst so stolzer Nachbar inzwischen fühlt.
... ist vordergründig nicht zu beanstanden; "Verträge sind einzuhalten". Doch ist dies eine zutiefst unpolitische, und der französischen Nation auch unwürdige Haltung.

Die Flottenregister dieser Welt sind voller Schiffe, die für Land A auf Kiel gelegt wurden, mit dem man sich aber während der im Schiffbau ja nicht unüblichen längeren Bauzeiten überworfen hat, und die nun für Land B über die Weltmeere schippern. Sofern man den Russen den Kaufpreis zurücküberweist, gibt es dafür völkerrechtlich jede Menge Präzedenz.

Was nun die Kritik an Deutschland angeht, und unsere Wirtschaftsinteressen: Ja, das ist schmutzig, aber immerhin ist das kein solches Kriegsgerät! Und die Frage, wie sich denn Deutschland verhalten würde, wenn es um Kriegsgerät ginge, die beantworte ich so: Geht es aber nicht.

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lauro_77 25.07.2014, 09:39
109. @ Fabio

Wenn mein Vater sein Geld mit Waffen verdient was er einem schurkenstaat verkauft wäre ich froh wenn er sich einen neuen Job besorgen würde das wäre ehrenhaft Waffen zu bauen ist eher beschämend

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