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Kommentar zu Atomverhandlungen mit Iran: Obamas letzte Chance
REUTERS

Die letzten Stunden laufen: Iran und die Weltgemeinschaft ringen um ein Rahmenabkommen für den Atom-Deal. US-Präsident Obama könnte damit Geschichte schreiben - oder sehr viel verlieren.

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i_guess 31.03.2015, 05:41
1. Voll der Amerika-Freund hier?

Die armen US-Amerikaner. Die russische Aggression hat Obama seine Friedenspläne versaut! Sag mal...glauben Sie ernsthaft was sie da schreiben oder bekommen sie das diktiert? Wenn die Verhandlungen nicht klappen...der Iran ist schuld. Klar...wer sonst. Die USA oder Europa machen auch alles richtig und wer nicht nach unserer Pfeife tanzt, hat selbst schuld wenn wir ihn mit Bomben bewerfen.

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JDR 31.03.2015, 05:44
2.

Nun, eine Möglichkeit ist, dass jüngste Entwicklungen Teheran zu einer Neubegutachtung des Deals geführt haben. Wenn dies der Fall ist, dann ist das Angebot auf dem Tisch ein schlechter Deal. Eine Vereinbarung, welche von einer oder beiden Seiten so konzipiert ist, nur unter Idealbedingungen zu funktionieren, ist zum Scheitern verdammt.

Hier muss gelten: In guten, wie in schlechten Zeiten.

Nach allem, was er investiert hat und gewinnen kann, will Khamenei jetzt die Verhandlungen platzen lassen? Zuzutrauen wäre es ihm. Aber wenn dem so ist, wie viel Wert hätte das Papier gehabt, welches er unterzeichnet hätte?

Die Verhandlungsführer auf beiden Seiten haben extrem viel guten Willen gezeigt - manche sagen, nicht ohne Grund, zu viel.

Der Präsident der Vereinigten Staaten braucht ein Scheitern nicht zu fürchten. Fakt ist: Von ihm hat niemand einen guten Deal erwartet. Unterschreibt die IRI jetzt nicht, dann werden ihm alle seine westlichen Alliierten bestätigen, dass es ausschließlich an Teheran gelegen hat.

Teheran steht kurz davor, etwas zu erreichen, was vor zwei Jahren unmöglich schien. Wenn es jetzt aufsteht und geht, weil es eben das Regime ist, das viele in ihm sehen, dann gebt ihm die Hand, dankt der Unterhändlern und lasst es in sein sich weiter verdunkendes Reich zurückkehren.

Einen schlechten Deal unterschreibt man nicht, weil man fast einen guten bekommen hätte. Und was Teheran geboten wird ist schon jetzt zu viel.

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h-i-2224 31.03.2015, 06:07
3. Schon erstaunlich, wie Journalismus funktioniert.

Die Bezeichnung arabischer Frühling verdeckt die ungenierten Aggressionen des Westens gegen die arabischen Länder, in denen nunmehr das Chaos, Anarchie, Terror und Krieg die Tagesordnung bestimmen.
Allein Frankreich hat sich durch den Krieg in Libyen einer Schuldensumme von ca. 400 Milliarden Dollar entledigt.

Nachdem nun allgemein bekannt ist und sich die USA dazu bekannt hatten, den Staatsstreich in der Ukraine geführt zu haben, ist es schon erstaunlich, dass man von der Aggression der Russen spricht, nach dem marodierende faschistische Banden im Donbass jeglichen Widerstand der Bevölkerung gegen den Maidan mit Massenmord und der Einführung eines Terrorregimes begegnet hatten.
Die Probleme im Donbass sind hausgemacht, heißt, die Verantwortlichen sind in der ukrainischen Regierung auszumachen, welche nichts besseres zutun hatte, als nach der "Wahl" die in der Ukraine lebenden Russen als unwerte Menschen auszumachen, in dem die russische Sprache verboten wurde, ab sofort.

Wer sich in der Geschichte auskennt weiß, dass der Westen in der Welt mit Abstand der größte Aggressor ist, allen voran die USA. Und jeder weiß, dass die USA als einzige Atommacht, die Atombombe bereits 2x ohne militärische Notwendigkeit eingesetzt hatten. Die schrecklichen Folgen sind bekannt.
Es ist auch bekannt, dass bisher kein einziges Land durch den Westen angegriffen worden ist, welches über Atomwaffen verfügt. Bisher zumindest, war dies also eine erfolgreiche Abschreckungspolitik dem Westen gegenüber. Warum also der Iran, für den Fall das Szenario bezüglich der Atomwaffen tatsächlich zutreffend sein sollte, auf diese Waffe freiwillig verzichten soll, stellt ein Rätsel betreffs westlicher Diplomatie der Übermacht dar.

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kosu 31.03.2015, 06:17
4. Es ist auf jedenfall

Nicht das Verdienst der angeblichen Nation die Zwei Bomben warf. Am Tisch sitzen auch China und Russland sowie die Vasallen von Onkel Sam GB, Franzosen die BRD. Wer garantiert den Iraner Frieden und das Sie nicht so enden wie der Irak, Libyen oder Syrien nicht vergessen sollte man Korea oder Vietnam. Den USA trauen ist wie an Gott glauben. Gott hatte aber noch nie Zeit für die Menschen. Obama hier in der angeblichen freien Presse immer hochzuloben ist ein Witz. Wie wären ein paar Berichte über die Verbrechen der letzten 70 Jahre die, die USA Soldaten im Auftrag Ihrer Präsidenten der ist nunmal der Oberfehlshaber. Mord,Vergewaltigung usw. Alles im Rahmen der Menschenrechte?

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völkerball 31.03.2015, 06:37
5. ooch...

ZITAT:
...Mit hochfliegenden außenpolitischen Plänen ist er gestartet - aber in all den Jahren hat er sie kaum umsetzen können. Man muss sagen: leider. Obama wollte Amerikas Rolle in der Welt aktiv neu verorten, doch meistens musste er auf immer neue Krisen reagieren: auf den Arabischen Frühling und dessen Scheitern, auf den Aufstieg islamistischer Terrormilizen, auf die russische Aggression, auf die Enthüllung der Machenschaften der NSA.
ZITAT ENDE

armes,kleines,unschuldiges Obama'chen bist ja nur einer der mächtigsten Männer der Welt und Oberbefehlshaber der größten Armee der Welt, ne? Wir kreiden es dir nicht an. Nein, nein!! vor allem nicht: "Machenschaften der NSA." Was kannst du denn dafür was dein Geheimdienst so macht? Oo .....

Sagt mal, habt Ihr Sie eigentlich bei SPON noch alle, oder bekommt Ihr neuerdings euer Gehalt direkt aus dem weißen Haus?

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ofelas 31.03.2015, 07:30
6. realpolitik ist gefordert

egal was Obama macht, fuer einige macht er alles falsch. wer sich die kommentare in den USA anschaut sieht das fuer alles was rechts "derren" Mitte ist Obama selbst fuer schlechtes wetter verantwortlich sein soll.

iran ist nicht zu erorbern und russland-china liefern dennen modernste waffen. desweiteren ist iran das sehr viel geringere uebel im gegensatz zu den islamisten (vom freund Saudi A gefoerdert) .....und nicht zuletzt winkt ein riesiger markt

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robin-masters 31.03.2015, 08:09
7. Politik

Eigentlich haben der Iran und die USA mehr gemeinsamkeiten als die Saudis... die ja bekanntlich die Terroristen finanzieren. Aber vermutlich wurden in Washington zu viele Leute geschmiert.

Deswegen unterstützt man lieber beide was sehr unschön enden könnte.

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jjcamera 31.03.2015, 08:27
8.

Ich denke, Obama wird in die Geschichtsbücher eingehen als a) der erste und für lange Zeit einzige afroamerikanische Präsident der USA und b) als der Präsident, unter dessen Amtszeit eine schier hemmungslose Spionage, Überwachung und Persönlichkeitsrechte-Verletzung sowohl bei Freund als auch Feind eingeführt wurde.
Er wird mit dem Beginn des "cyber-war" Mitte des 21. Jahrhunderts in Verbindung gebracht werden, der letztlich zur Vernichtung der Menschheit führte.

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Astir01 31.03.2015, 09:25
9. An den Verhandlungstisch gezwungen

Ich vermute, dass die Mullahs nicht die in Freundschaft ausgestreckte Hand ergriffen haben, sondern den letzten Strohhalm.
Einerseits haben die Sanktionen das gesamte Land trotz seines Reichtums an Brennstoffen völlig ruiniert. Die Menschen darben und lassen sich allmählich nicht mehr mit Propaganda abspeisen.
Andererseits mussten die Verantwortlichen im Iran wohl erkennen, wie teuer, wie aufwändig eine Kernwaffenstreitmacht ist, wenn man sie unter der Wirkung von Sanktionen aufbauen und parallel zu einer konventionellen unterhalten muss.
Die Mullahs können es mittlerweile nachfühlen, wie es ist, wenn man alle Nachbarn zu Feinden hat, und sie wissen auch, dass Obama auf lange Sicht der letzte US- Präsi sein wird, mit dem sie verhandeln können.

Den größten politischen Wert hat das Kernwaffenprojekt also nur noch als Verhandlungsmasse; militärisch ist es ohnehin wertlos.

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