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Kommentar zu Frankreichs Widersprüchen: Trauer verdeckt die Risse
AFP

Nach den Attentaten erlebt Frankreich einen historischen Moment weltweiter Solidarität: Hinter dem Bild der Einheit zeigt die Republik jedoch Brüche - im Selbstverständnis ihrer Identität.

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boppard 12.01.2015, 08:37
30.

Der Antisemitismus kommt in Frankreich von einem Großteil der Muslime - nicht nur wie der SPON schreibt - von den Dschihadisten. SPON betreibt hier weiterhin eine Appeasement-Berichterstattung und betreibt Schönfärbung der Tatsache, dass zehntausende Juden Frankreich in den letzten Jahren verlassen haben. Gerade auch wegen dem Alltags-Antisemitismus der Muslime gegenüber den Juden.

Auch in Deutschland besteht diese Gefahr. War es nicht zuletzt Offenbach, wo ein Muslim einem Juden mitten in der Fußgängerzone damit gedroht hatte, den Kopf abschneiden zu lassen??

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Herr Jedermann 12.01.2015, 09:10
31. Zusammenhang

Vielleicht sollte auch mal über den möglichen Zusammenhang von französischen Militäreinsätzen in Afrika / NO und den Attentaten diskutiert werden.

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Onkel_Fester 12.01.2015, 09:15
32.

Zitat von
Mit dem Ende der "dreißig glorreichen Jahre" Anfang der Achtziger erlebte Frankreich die abrupte Wende vom Wirtschaftswunder zur Ära der "gesellschaftlichen Brüche": Die ökonomische Dauerkrise hat diese Gegensätze verschärft, ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt und ihren Rückzug auf religiöse oder ethnische Eigenheiten befördert.
...und zwei Minuten später finde ich die Überschrift:

"Drogerie-König Müller hat vor Jahren Steuern in Millionenhöhe hinterzogen"

In einem System, in dem Einzelne allein STEUERbeträge hinterziehen können, die eine Kohorte ihrer Arbeiter in ihrem ganzen Leben nicht erwirtschaften kann, brauchen wir auf Besserung nicht zu hoffen.
Vor 30 Jahren haben wir begonnen, den Zerfall der Welt in Habende und Nicht-Habende massiv zu beschleunigen. DAS ist die Ursache, nicht die Exegese irgendeiner Religion.

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fast_weise 12.01.2015, 09:16
33. naja

Zitat von wk03
wirtschaftlich nicht schlechter als in D - im Gegenteil. Und die Lebendigkeit der Gemeinschaft ist - wie gestern gesehen - um einiges gesünder als in D. Und klar: PEGIDA heißt hier FN und Frankreich hat als Ex-Kolonialmacht ein vielfaches an "Integration" zu tragen als D. Aber die guten Ratschläge aus D reissen nicht ab. Hoffentlich hat Merkel Herrn Hollande gestern noch wichtige Tipps gegeben ...
das war nicht die Intention des Autors, denke ich. Ich vermisse den Verweis auf den möglichen Freiheitsverlust, der in D nur unter dem Aspekt der Sicherheitsbehörden diskutiert wird, jedoch nicht unter der Maßgabe, dass sich sehr wohl Journalisten u.a. überlegen werden, ob der Islam Objekt von Satire etc. wird. Der Anschlag auf die "MOPO" in Hamburg zeigt doch, dass das Gedankengut der Attentäter in D auch verbreitet ist. Wenn der Zentralrat der Muslime seine üblichen Sprechblasen "Islam ist Frieden usw." absondert, ohne dass man ihm seine damaligen Äußerungen zu den Karikaturen 2006 gegenüber stellt, wo man faktisch ein Verbot forderte, dann wird man diese Probleme immer wieder haben. Man stelle sich vor, empörte Katholiken hätten die "Titanic" mit Farbbeuteln beworfen nach dem "Benediktcover", was für ein Aufschrei hinsichtlich Liberalität und Freiheit hätte es wieder gegeben und dann wundert man sich, dass es so etwas wie Pegida gibt, aber got sei Dank ist denen ja der Gebrauch von Mohammedkarikaturen untersagt worden...

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spon-facebook-10000216344 12.01.2015, 09:22
34. Die Widersprüche

sind Europaweit und sogar in der deutschen Provinz. Wenn meine türkischstämmige deutsche MfA in der öffentlichkeit gegen Juden und Islamkritiker hetzen kann, ohne daß ich sie trotz Abmahnung kündigen darf, ist irgendwas wohl falschgelaufen. Opferschutz scheint in ganz Europa zu kurz zu kommen. Ich habe meine Konsequenzen aus diesen Erfahrungen gezogen und werde mich in meine Familie zurückziehen und Vorurteile pflegen. Gleiches Recht für alle oder? Warum machen die Moslems in Frankreich oder D, Ö.....nicht montags ne fBFMSK (franz. moslem Scharia Kultur ) Demo?

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kritischer-spiegelleser 12.01.2015, 09:32
35. Hintergründe

Es ist immer noch unklar ob das ein Terrorakt gegen Frankreich war oder eine Strafaktion gegen unverhältnismäßge Karikaturisten. Hier wird sehr schnell überzogen und so ein Thema für die Politik missbraucht. Beim Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen ist gerade von der Politik viel Fingerspitzengefühl notwendig. Und es sind Anpassungen auf beiden Seiten notwendig. Aber das will die Politik meistens nicht zugeben!

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jjcamera 12.01.2015, 09:40
36. Die Wahrheit braucht keine Verteidiger

Als Atheist fühle ich mich von religiös verwirrten Menschen auf allen Seiten umgeben. Was, wenn es Gott gar nicht gibt, wenn Gott nur eine simple Antwort auf schwer zu beantwortende metaphysische Fragen ist, eine Theorie, eine literarische Figur, die Büchern entspringt?

Wäre man sich sicher, dass es Gott gibt, würde niemand einen Glaubenskrieg führen oder einen Mord begehen, um Gottes Existenz zu beweisen oder den Glauben an ihn zu schützen, bzw. Unglauben zu rächen. Die Wahrheit braucht keine Verteidiger.

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leos-amigo2 12.01.2015, 09:41
37. Ich bin sicher.

Die Partei von Jean-Marie Le Pen wird die nächste Zeit in allen Wahlen zur stärkster Kraft werden, dann sogar die Präsidentwahl gewinnen. Wenn sie dann an der Macht ist, wird es das Ende der EU sein, wie wir es heute kennen. Der Putin freut sich am meisten über die politische Entwicklung nach den Attentaten.

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Pless1 12.01.2015, 09:50
38.

Zitat von
Keine Integration! Der Autor schreibt zurecht: "In Frage gestellt ist das 'Erfolgsmodell der Integration', das wirtschaftlichen Erfolg, Bildungschancen und den Aufstieg im 'sozialen Fahrstuhl' miteinander verband." Dieses "Erfolgsmodell" gibt es Frankreich leider nicht mehr. Der starre Arbeitsmarkt mit der 35 Stundenwoche, einem überhöhten Mindestlohn und starren Kündigungsschutzregeln benachteiligt gerade die jüngere Generation der Immigranten. Dort beträgt die Arbeitslosigkeit mehr als 50 % !!! Statt Integration in die Arbeitswelt und damit in die westliche Gesellschaft, bilden sich radikalisierte Parallelgesellschaften, die den perspektivlosen Jugendlichen Halt und Orientierung bieten. Das Ergebnis ist die Nichtintegration, die zumindest teilweise die hohe Gewaltbereitschaft erklärt.
Volle Zustimmung! Das Land ist letztlich dank der Gewerkschaften in einer Situation, in der es einem Himmelfahrtskommando gleichkommt, wenn man Arbeitsplätze schafft. Aus purem Unwissen hatten wir diesen Fehler begangen, ich spreche aus Erfahrung.

Ausbaden müssen das vor Ort diejenigen, die so ihrer Chancen beraubt werden - und dann leichte Opfer von Rattenfängern werden. Frankreich bräuchte dringend etwas in Richtung "Agenda 2010", nur sehe ich dort keinen Willen zur Veränderung. Mit Umverteilung allein wird man die Probleme micht lösen. Irgendwann gibt es nichts mehr umzuverteilen. Ein Staat, eine Gesellschaft, die permanent die Hände beißt, die sie füttert.

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hubertrudnick1 12.01.2015, 09:52
39. Widersprüche

In Frankreich, aber auch in vielen anderen Ländern gibt es hinsichtlich der Unterschiedlichkeit der Bevölkerungsstruktur große Widersprüche.
Sie leiten sich von vielfältigen Gesichtspunkten ab, die Religionszugehörigkeit ist nur ein Teil davon, viel größer sind die gesellschaftlichen und sozialen Unterschiede, die ein Land und Gesellschaft spalten und das gibt es nicht erst seit viele Zuwanderer ins Land kamen, nur hatte man dagegen nie wirklich was getan.
Ich kann mich noch recht gut an die Demonstrationen aus der Zeit als Nicolas Sarkozy Innenminsiter war erinner und auch da hatte man es schnell versucht abzuwürgen, aber im innern gehrte es weiter und es muss zwangsläufig zum Ausbruch kommen.
Oft werden religiöse Unterschiede doch nur als einen Anstoß genommen, denn unterschiedliche Religionsgruppen haben auch sehr unterschiedliche Lebensweisen und da käme es drauf an sie positiven zu verändern.
Wer die Gräbgen überbrücken möchte, der muss was zur Verbesserung der Lebensverhältnisse vieler Bürger tun.
Wirrköpfe wird es immer wieder geben, aber man kann es durch eine entsprechende Politik im Sinne der ganzen Bevölkerung eindämmen.

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