Forum: Politik
Kommentar zu Thomas Oppermann: Taktische Nazi-Keule
DPA

SPD-Politiker Oppermann verteidigt den Bundespräsidenten gegen "Kriegshetzer"-Vorwürfe, und das ausgerechnet mit einem Nazi-Vergleich. Der war noch nie ein gutes Argument.

Seite 1 von 9
joG 26.06.2014, 07:07
1. Eine Frage wäre wichtiger als der Austausch hitziger Widerworte. ....

....nämlich danach, ob die Schmähung des Bundespräsidenten ein offizialdelikt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kottan 26.06.2014, 07:24
2. Wendehals Oppermann

Ich habe den Eindruck, dass immer dann, wenn die LINKE positiv auf sich aufmerksam macht, irgendeiner ihrer Hinterbänkler einen Dummsprech raushaut, der die inhaltlich gute Oppositionsarbeit konterkariert und der Gegenseite eine Steilvorlage für populistische Hetze bietet. Der Wendehals Oppermann spielt sich mit seinem unerhörten Nazi-Vergleich als Mahner und Beschützer des Bundespräsidenten auf. Das wirkt fast inszeniert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
friedrich_eckard 26.06.2014, 07:39
3.

Ich gebe dem Kommentator in einem Punkte uneingeschränkt Recht: man sollte von der "Nazi-Keule" nur äusserst sparsam Gebrauch machen,damit sie nicht, wenn ihr Einsatz wirklich einmal geboten ist, an Wirkung verliert - weswegen ich z.B. den "bürgerlichen Demokraten" viel lieber Papen und ihre Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz vorhalte als die Fälle Globke, Filbinger und Carstens.

Hier dürfte es allerdings um etwas anderes gehen, nämlich um einen Richtungskampf in der SPD. Dort gibt es sicherlich eine Minderheit, die aus Gründen inhaltlicher Übereinstimmungen die Zusammenarbeit mit der LINKEN sucht. Für eine weitere Gruppe, der der Parteivorsitzende zuzugehören scheint, dürfte gelten: "If You can't beat them, join them!" - aus der Einsicht heraus, dass die SPD jedenfalls auf Bundesebene nie mehr eine Regierung gegen die Stimmen der LINKEN führen wird, versucht man sich mit der LINKEN zu arrangieren. Herr Oppermann ist hier als Repräsentant der dritten Gruppe aufgetreten: der "Arbeitsgemeinschaft der Kapitalistenknechte und -mägde in der SPD" - verkürzt: "Seeheimer" -, deren Aufgabe ist, jeglichen Politikansatz, der im allerweitesten Sinne und bei äusserster Grosszügigkeit als "links" zu bezeichnen wäre, zu unterbinden, und sei es zum (Total)schaden der eigenen Partei. Oppermann hat bewusst, gewollt und planmässig Klimavergiftung betrieben, und vergleichbare Auftritte werden wir in näherer Zukunft reihenweise erleben - speziell in den Scholzheissen von Kahrsistan darf man diesbezüglich einige Erwartungen setzen.

Die beiden erstgenannten Gruppen sollten sehr schnell zu der Einsicht gelangen, dass es hier eine Auseinandersetzung zu bestehen gilt, vor der sie sich nicht drücken können, und an deren Ende es "nur eine/n geben" kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pennywise 26.06.2014, 07:48
4.

Zitat von sysop
SPD-Politiker Oppermann verteidigt den Bundespräsidenten gegen "Kriegshetzer"-Vorwürfe, und das ausgerechnet mit einem Nazi-Vergleich. Der war noch nie ein gutes Argument.
Unser Bundespräsident ist eine einzige Fehlbesetzung. Allein sein Komentar über die Bankenkritiker ("unsagbar albern") zeigt, wessen Geistes (oder soll ich sagen Ungeistes) Kind dieser Mann ist.
Seine Äußerungen zu Bundeswehr Einsätzen waren nicht so daher geredet. Da wird ganz bewusst eine Kriegswilligkeit des Volkes herbeigepredigt. Deutschland hat nie Einsätze unter UNO Mandat aus Prinzip abgelehnt, wie unser pastoraler Grußaugust es unterstellt.
Es HAT mitgemacht. Was nun gefordert wird ist ein mehr. Und da stellt sich die Frage "Wieviel mehr und vor allem WARUM?!".

Die Nazi Keule von Oppermann ist peinlich, aber verständlich.
Immerhin haben die Sozis ja Gauck ins Spiel gebracht. Kann es sein, dass diese Tatsache ihnen einfach nur noch peinlich ist?
Ja, die Äußerung des Linken Abgeordneten war eine Entgleisung - so what?! Das wird unsere Republik überstehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
david_hume 26.06.2014, 07:53
5. Gauck

wurde schon lange vor seinen aktuellen Aussagen geschmäht ; er wurde auch und gerade in den Spon-Foren schon immer als "Gauckler", 'Grüssaugust " und "Bundespastor " bezeichnet ; und diese Taktik ist durchaus mit den Methoden der linken und rechten Totengräber der Weimarer Republik zu vergleichen. Mit Nazi-Keule hat das überhaupt nichts zu tun. Das gleiche Schauspiel sehen wir bei Steinmeier, der sich hier als "kriegsgeil " oder "Kriegstreiber " bezeichnen lassen musste. Das SIND Nazi -Methoden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iamwiesl2 26.06.2014, 07:54
6. Der Inhalt der Aussagen

ist den meisten Politikern eh nicht mehr wichtig. Wichtig sind Bekanntheitsgrad und der Bevölkerung im Kopf zu bleiben. Man will ja im Kopf bleiben um bei der nächsten Wahl gut abzuschneiden und die Karriereleiter nach oben zu rutschen. Der Inhalt ist egal und die Soldaten interessieren eh keinen, sind wie die normale Bevölkerung nur noch zu zahlen degradiert. Aber Hr. O. hat auch schon beim Fall Edathi (Hmmmm hört man auch nix mehr? - spiegel?) gezeigt dass er sich lieber als Lachnummer präsentiert als gesunden Menschenverstand einzuschalten. Für ihn gilt SPD über alles - egal welche Vergleiche gezogen werden müssen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geo_48 26.06.2014, 07:54
7. Godwins Low

Laut Godwin geht die Wahrscheinlichkeit im Laufe einer Diskussion einer einen Nazivergleich bringt gegen 1. Der, der den Nazivergleich gebracht hat, hat die Diskussion verloren!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
huddi03 26.06.2014, 07:55
8. So unrecht hat Oppermann nicht

Weder finde ich,dass Hr. Gauck ein guter Bundespräsident ist noch denke ich,dass Hr. Oppermann einen überaus fähigen Fraktionsvorsitzender abgibt.Allerdings hat er aus meiner Sicht recht,wenn er darauf hinweist,dass man bei der Kritik des MdL Norbert Müller am Bundespräsidenten nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen kann.Einem Berufspolitiker wie einem Landtagsabgeordneten ist doch klar,dass es einen Unterschied zwischen berechtigter Kritik und Verächtlichmachung,wie es bei der Verwendung des Wortes widerlich doch Tatsache ist gibt.Auch den Vergleich mit Friedrich Ebert halte ich für zulässig,da dieser von rechtsextremistischer Seite als Landesverräter und aufgrund seiner Rolle in der Novemberrevolution,als er erklärtermaßen für eine parlamentarische Ordnung und gegen rätekommunistische Bestrebungen kämpfte von linksextremistischer Seite als Arbeiterverräter verleumdet wurde.Diese Verleumdungen richteten sich weder von links noch von rechts gegen Ebert als Person sondern sollten die Weimarer Republik als solche treffen.Genauso verhält es sich mit der Kritik Müllers.Es geht nicht darum Gauck zu kritisieren sondern die Ordnung des Grundgesetzes herabzuwürdigen,denn berechtigte Kritik am Bundespräsidenten kann man auch so äußern,dass diese zwar hart in der Sache aber sachlich im Ton bleibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wdc 26.06.2014, 07:57
9. Oppermanns Äußerung hier bösartig einseitig dargestellt

Oppermann wurde an anderen Stellen im SPON weniger einseitig dargestellt:

Oppermann schränkte in seiner Rede ein, er wolle die Linkspartei nicht mit der Strategie der Nazis in Verbindung bringen. Die Partei lege durch die "demagogische Verdrehung der Worte des Bundespräsidenten" aber die Grundlage für solche "unglaublichen Entgleisungen".

Warum wird dies hier annähernd unterschlagen?
Stattdessen:
"Brutal, undifferenziert, ein Totschläger
Rumms, da war er mal wieder: der Nazi-Vergleich."

Das erscheint mir unsauber, Herr Kuzmany!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9