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Kommentar zum Rückzug der USA: Wir kriegen die Krisen
REUTERS

Die USA ziehen sich zurück, wollen nicht mehr für alle Konflikte der Welt zuständig sein. Sollen wir Europäer uns jetzt mehr engagieren? Wer das fordert, gilt in Deutschland schnell als Kriegstreiber. Doch diese Sicht ist reichlich selbstgerecht.

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uezegei 24.06.2014, 08:49
90.

Zitat von Kessl
Wir könnten einfach aus den gravierenden Fehlern lernen und militärisch nur dann eingreifen wenn wir dazu aufgefordert werden und willkommen sind. Meiner Meinung nach hat kein einziger Militäreinsatz seit der Kapitulation Deutschlands 1945 je etwas gutes bewirkt. Geht es in Libyen etwa gut? Irak? Afghanistan? Somalia? Vietnam? Die Einzige Ausnahme zur Regel ist evtl. Korea, aber da gibt es ja noch immer den Norden der damit droht Peking oder Tokio in eine Atomruine zu verwandeln, also so ganz erfolgreich wäre der Krieg damit meiner Meinung nach auch nicht.
So sieht es aus.
Es wird an der Zeit, energiepolitisch autark zu werden und die Abhängigkeit von gewissen rückständigen Mittelalterstaaten zu beenden, mit der Energiewende sind wir immerhin schon mal auf einem guten Weg.
Dann sollen die Menschen in den "Krisen"-Gebieten selbst entscheiden, wie sie damit umgehen wollen und können. Wenn es denen Freude bereitet sich die Köppe einzuschlagen.. bitte! Wir sollten sie nicht daran hindern.

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Kiste 24.06.2014, 08:50
91. Au weia.

Danke für diesen Schulaufsatz aus der Unterprima. Jetzt bin ich echt nachdenklich geworden.

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StörMeinung 24.06.2014, 08:51
92.

Zitat von propagare
Laut SPON schon. Vielleicht würde ja eine umfassende Aufklärung über den Respekt gegenüber anderen souveränen Nationen ja helfen den "Non-Interventionalism" besser zu verstehen auch wenn er "weh" tut. Was natürlich zusammen mit den "Menschenrechten" ein Probates Mittel ist um Angriffkriege zu führen. Vielleicht bald auch im EU-Style? Wohl bekomms!
Gut gesehen: Noch nie hat es eine westliche Intervention wegen der Menschenrechte gegeben, es geht immer um höher-geordnete Interessen.

Daher ist der Isolationismus die einzige Möglichkeit, dem Völkerrecht, d.h. dem Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates, gerecht zu werden.

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olli0816 24.06.2014, 08:52
93. Nein, wir sollten uns nicht mehr engagieren

Zitat von sysop
Die USA ziehen sich zurück, wollen nicht mehr für alle Konflikte der Welt zuständig sein. Sollen wir Europäer uns jetzt mehr engagieren? Wer das fordert, gilt in Deutschland schnell als Kriegstreiber. Doch diese Sicht ist reichlich selbstgerecht.
Im Grunde haben die Kriege nach dem 2. Weltkrieg gezeigt, dass sie den beteiligten Nationen nur geschadet haben. Selbst im ehemaligen Yugoslawien (ich würde es nicht auf Bosnien begrenzen so wie der Autor) sind die Probleme bis jetzt noch nicht gelöst, lediglich unterdrückt.

Es ist weder für Europa noch für die USA möglich, weltweit die lokalen Probleme zu lösen. Es hat sich auch als unmöglich herausgestellt, westliche Werte in diese Länder zu importieren. Im Gegenteil hat sich aufgrund der negativen Entwicklungen eine immer größere Abneigung gegen diese Werte entwickelt. Und ich kann es wirklich verstehen, da wir in vielen Gegenden selbstgerecht auftreten. Ich habe mir schon oft gedacht, dass ich kein Amerikaner sein möchte, wenn ich die USA verlasse. Sie sind in vielen Gegenden verhasst und selbst durch das rücksichtslose Auftreten bei ihren Partnern haben sie sehr großen Schaden genommen. Bei uns Europäern ist das noch nicht so dramatisch, aber wenn wir z.B. in der Ukraine weiter intervenieren, obwohl es dort keine "gute" und "böse" Seite gibt, machen wir mehr kaputt.

Letztendlich haben in den Krisengebieten die Leute ein Problem, dass sie lösen müssen. Anscheinend gibt es viele Gegenden, wo die Leute nicht mehr vernünftig miteinander verhandeln können. Wenn es von beiden Seiten gewünscht wird, kann man gerne als Vermittler auftreten. Wenn nicht, sollen sie es unter sich ausmachen.

Was die Demokratie betrifft: Nach Afghanistan und Irak bezweifle ich ernsthaft, ob diese Staatsform wirklich überall so vorteilhaft ist. Im Irak hat es das eine Zeitlang gegeben und momentan schaut es so aus, dass die Demokratie durch ISIS Geschichte ist. Aber ist Demokratie in armen Ländern wirklich das wichtigste Thema? Ist es denn nicht viel wichtiger, dass die Leute in Ruhe leben können und nicht verhungern müssen? Auch wenn die Regierungsform nach westlichen Maßstäben nicht optimal ist? Lybien war z.B. ein recht wohlhabendes Land mit einem unbeliebten Diktator. Den Menschen ging es ggü. Restafrika aber recht gut. Was ist heute nach dem Eingreifen Europas und der USA? Lybien treibt in Richtung eines gescheiterten Staates.

Wenn ich mir die Ergebnisse der letzten zwei Jahrzehnte anschaue, wünsche ich mir von den westlichen Nationen genau das Gegenteil. Wir sollten maximal da eingreifen, wo es von den Parteien gewünscht ist und das auch nur mit Zurückhaltung. Auch wenn eine uns nicht genehme Partei die Oberhand bekommen sollte. Die Menschen vor Ort wissen immer noch selber, was für sie am besten ist. Chinas Nichteinmischungspolitik in die lokalen Belange finde ich z.B. angemessen.

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uezegei 24.06.2014, 08:52
94.

Zitat von drittaccount
JA, vielleicht sollten wir uns mehr militärisch auf der Welt engagieren. Statt immer nur als Verbündeter oder Vasall im Hintergrund ein wenig von den Schandtaten der Amerikaner zu profitieren, während man selber sein Gewissen reinreden kann, könnten wir die Augen dann nicht mehr verschließen und müssten uns selber eingestehen, dass unser Wohlstand auf dem Blut anderer Menschen aufgebaut ist. Dass auch wir die Täter sind, ließe sich dann nicht mehr verleugnen und so oder so, müssten sich dann auch die Deutschen entscheiden, ob sie die Politik der rücksichtslosen militärische Durchsetzung eigener egoistischer Interessen fortführen wollen.
Der natürliche Lauf der Dinge in der Natur ist nun mal, dass der Stärkere sich nimmt, was er bekommen kann.
Alles andere ist moralische Gesabbere und naives Gutmenschentum.
Der Mensch ist ein Raubtier, er wird es bleiben.
Da von "Tätern" zu sprechen ist abartig und widersinnig, der Löwe schert sich nicht darum.

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bietchekoopen 24.06.2014, 08:53
95. Saudi Arabien den Krieg erklären?

Die excellent bewaffneten ISIS/ISIL Truppen werden von einflußreichen und finanzstarken Leuten unterstützt. Diese Leute sind offensichtlich nicht im Iran oder in Syrien zu suchen. Ich , und viele Andere, tippen auf Saudi Arabien, dem engsten verbündeten der USA. Oder auch die Türkei, einem engen Verbündeten der EU. Wir müssen keinesfalls irgendwo auf der Welt Polizei spielen und die von den USA gewollte Weltordnung mit den USA als Führungsmacht herbeiführen. Es reicht sicht die Geldgeber dieser Terrorgruppen (in Syrien nachweislich Saudi Arabien und Türkei) mit scharfen Sanktionen vorzunehmen. Gauck und non der Leyen plappern nur nach, was das Pentagon hören will. Tolle Volksvertreter, die ihre Kinder in Kriege schicken wollen.

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heinz.murken 24.06.2014, 08:54
96. er rächt sich langsam und

spürbar, daß die Europäer über lange Zeit ihre Verteidigung mehr oder weniger den US Amerikanern überlassen habe. Statt gemeinsam als Europa in Verteidigung zu investieren wurde nationale Rüstung / Verteidigung zu lange präferiert und führt in wesentlichen Bereichen zu einer technischen Abhängigkeit von Washington.
Sein Schicksal sollte Europa wirklich mehr selber in die Hand nehmen, gerade wenn eigene Interessen in Gefahr sind. Dazu gehören auch eigene Wertvorstellungen. Die andern aber niemals befohlen werden sollten.
Es gab in Syrien einen kurzen Moment (2011/2012) in dem ein militärisches Eingreifen sinnvoll gewesen wäre. Die damals gezaudert haben stecken moralisch heute bis zum Hals mit drin.
Aber Moral und Politik werden eh nie zueinander finden.
Und das sollte die Basis bei weiteren Diskussionen zum Thema sein.
Im Übrigen finde ich sollte die Türkei die Nato verlassen, freiwillig oder unfreiwillig, egal. Die Politik der Türkei entspricht schon lange nicht mehr dem was Europa und den Westen aus macht

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fareast 24.06.2014, 08:55
97. Korea

Zitat von Kessl
Wir könnten einfach aus den gravierenden Fehlern lernen und militärisch nur dann eingreifen wenn wir dazu aufgefordert werden und willkommen sind. Meiner Meinung nach hat kein einziger Militäreinsatz seit der Kapitulation Deutschlands 1945 je etwas gutes bewirkt. Geht es in Libyen etwa gut? Irak? Afghanistan? Somalia? Vietnam? Die Einzige Ausnahme zur Regel ist evtl. Korea, aber da gibt es ja noch immer den Norden der damit droht Peking oder Tokio in eine Atomruine zu verwandeln, also so ganz erfolgreich wäre der Krieg damit meiner Meinung nach auch nicht.
wuerde ich dazuzaehlen. Hier in Seoul saehe es sicher anders aus, wenn die USA sich damals zurueckgehalten haetten. Der Zerfall Jugoslawiens waere vermutlich ohne Eingreifen des Westens auch wesentlich blutiger gewesen.

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koepi71 24.06.2014, 08:56
98. Nur eine kurze Periode!

Auch wenn Obama hier Zurückhaltung gelobt, glaube ich an nicht daran. Spätestens, wenn ein Republikaner POTUS wird, sieht die Sache wieder anders aus. 3/4 aller Konflikte der vergangenen 60 Jahre haben ihre Ursache in Einmischung und Manipulation seitens der U.S. Das wird sich in Zukunft nicht ändern.

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misterknowitall 24.06.2014, 08:56
99. Wieder mal Unfug

Zitat von sysop
Die USA ziehen sich zurück, wollen nicht mehr für alle Konflikte der Welt zuständig sein. Sollen wir Europäer uns jetzt mehr engagieren? Wer das fordert, gilt in Deutschland schnell als Kriegstreiber. Doch diese Sicht ist reichlich selbstgerecht.
Deutschland sollte sich zurückhalten und komplett auf Militäreinsätze verzichten. Krieg ist kein geeignetes Mittel um Nöte und Missstände zu beseitigen. Das hat die Geschichte immer wieder bewiesen. Zuletzt eben im Irak, wo gerade das Chaos herrscht. Und gerade Deutschland sollte immer wieder versuchen andere Wege einzuschlagen.

Das die Amis sich für die einzige exitierende Weltmacht halten und daraus ableiten, dass sie die "Weltpolizei" darstellen, ist deren Problem. Auf jeden Fall kein Vorbild, dem man jetzt nacheifern sollte.
Und man sollte darauf achten, das diejenigen, die nun Militäreinsätze fordern, auch in vorderster Front stehen, wenn es soweit ist.

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