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Kommentar zum Sturz von Despoten: Diktatur kann erträglicher sein als Anarchie
AP

Saddam Hussein, Gaddafi - und bald Assad? Wenn Despoten stürzen, scheint das ein Grund zur Freude. Doch was der Diktatur folgt, ist oft noch schlimmer.

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sardur 29.09.2014, 07:48
40. So ist es!

Allerdings bin ich ein wenig irritiert über der (Zwischen-)Stand der Umfrage. Punkt 3 hat eine deutliche Mehrheit. Genau diese Strategie haben wir in Syrien angewandt. Assad wurde ja nicht weggebombt. Der Westen hat die Assad-Gegner so lange "mit friedlichen Mitteln" medial, politisch und finanziell unterstützt, bis sie mehr und mehr Zulauf erhielten. Ähnliches haben wir in der Ukraine getan. Ob wir den Diktator nun wegbomben oder die Opposition aufrüsten - das Ergebnis ist am Ende dasselbe.

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msvanessacheng 29.09.2014, 07:48
41. Antwort C ist falsch!

Das ist genau das, was die USA in der Ukraine getan haben - die anscheinend demokratischen Kräfte friedlich mit Geld unterstützt, bis sich diese als Faschisten und Putschisten entpuppt und das Land ins Chaos gestürzt haben. Ein Regime Change ist ein Regime Change, egal ob dies mit Waffen, mit Geld oder sonst wie erreicht wurde, denn danach entsteht das Vakuum, welches zur Anarchie führt.

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drittaccount 29.09.2014, 07:49
42. Was soll das?

Wie immer scheint der Westen nur zwei extreme zu kennen: die bedingungslose Unterstützung brutaler Despoten oder deren Beseitigung zu Gunsten der Zerstörung der Infrastruktur und staatlicher Herrschaft.

Zur Abwechslung mal ein "weder noch", das ließe wenigstens auf Lernfähigkeit schließen.

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rudi.waurich 29.09.2014, 07:49
43. Habe ich

nach vielen Jahren Arbeit in Ländern Afrika's und des Mittleren Osten's schon immer gesagt. Schon aufgrund ihrer familiären und Stammesstruktur brauchen diese Länder einen starken Rais, auf den alle hören, und parieren. Dort versuchen zu wollen, demokratische Strukturen aufzuzwingen kann nur zum Scheitern verurteilt sein. Der nächste Krisenherd kommt jetzt mit dem Yemen auf Saudi Arabien zu. Wenn die Familie al Saud dort fällt, ist ein weltweites Chaos unausbleiblich. Wer übrigens schon mal bei arabischen Familien zu Hause war, wird auch sehr schnell feststellen, wer zu Hause und bei der Kindererziehung das sagen hat - das sind nämlich die Frauen. Daß die jungen Beduinen - Frauen in der Wüste übrigens ganz selbstverständlich Auto fahren, gilt von Saudi bis Mauretanien!

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kantundco 29.09.2014, 07:50
44. Ein gruselig pragmatischer Denkansatz.

Vielen Dank für diesen Artikel. Denn er zeigt das Dilemma zwischen Ideal und Realität hervorragend auf. Eine Frage, die sich mir auch bei Putin immer wieder stellt. Was folgt, wenn man ihn "abschaffen2 würde und könnte. Sicher, so pragmatisch zu denken tut weh und so pragmatisch zu handeln (oder eben nicht zu handeln) schafft Angriffsflächen für (idealistische) Kritik. Doch zielführender ist es allemal, sich an der Realität zu orientieren und zu fragen: Was kommt danach? Schon die Römer wussten, dass ein Despot meist nur durch einen schlimmeren ersetzt wird. Die französische Revolution lehrt uns, dass mit einem absoluten Herrscher auch die Strukturen geköpft werden, das Chaos aus- und neue Diktaturen anbrechen. Die Diktatur des Idealismus unterscheidet sich dabei nicht von jeder anderen. Deshalb: Solange die Menschen etwas zu essen haben sowie ihre persönliche Freiheit und Würde gewahrt bleibt, ist 100prozentige Demokratie ein Ideal, dessen Erreichung nicht unbedingt erstrebt werden sollte, wenn es durch Chaos und Leid führt.

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schwabenstreich 29.09.2014, 07:51
45. Huch,

zehntausende Tote später, stellt man fest das Diktatoren doch nicht das schlimmste übel sind.
Was ich damalig mehrmals geschrieben habe, weil Diktatoren kalkulierbar (blondes Model + Porsche und der ist glücklich) sind und imaginäre Religonen nun einmal nicht.
Ich hoffe das unsere weichspüler Dummdemokraten, sich die Zigtausende Toten aufs Gewissen laden.
(upps, jetzt setzt die Schnappatmung ein:)

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boingdil 29.09.2014, 07:54
46. Reife der Zivilgesellschaft

Demokratie heißt Konfliktlösung mittels Wahlen und Parlamenten zu institutionalisieren. Das bedeutet aber auch, das der Verlierer von Wahlen den Ausgang akzeptieren und damit leben kann. Dazu dürfen die Konflikte schlicht nicht zu fundamental sein, die Gesellschaft muss reif sein. Das gilt für die wenigsten Zivilgesellschaften in Diktaturen.

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ralle57 29.09.2014, 07:55
47. Gewalt und Chaos sind keine Anarchie

Was Sie hier beschreiben ist Anomie nicht Anarchie. So viel Zeit muss bleiben. Die Ungenauigkeit bei der Begriffsverwendung wirft kein gutes Licht auf die Qualität des Artikel.

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Desi 29.09.2014, 07:56
48. Danke für diesen Artikel

endlich schreibt mal jemand darüber, dass "regime change" nicht das Gelbe vom Ei ist. Im Irak und in Lybien ist die Situation der Frauen heute viel schlimmer als vorher. Ja Saddam und Gaddhafi waren Diktatoren und trotzdem konnten dort Frauen frei Berufe ergreifen, konnten Ärztinen, Technikerinen etc. werden. Sie konnten sich auch weitgehen anziehen wie es ihnen behagte - alles weg. In Syrien wird das Gleiche geschehen wenn Assad weg ist und dann kommt Jordanien dran und überall werden die Frauen ins dunkeltste Mittelalter zurück gebombt und das alles im Namen der Demokratie und Menschenrechte. Was für eine Scheinmoral der Westen doch hat und meisten bezahlen die Frauen und Kinder dafür.

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Spamdeich 29.09.2014, 07:57
49. Ordnung braucht Energie

Jeder Physiker kennt den einfachen, aber universellen Grundsatz, dass man Energie braucht, um Ordnung zu erzeugen und zu erhalten. Wo diese Energie, in welcher Form auch immer, fehlt, kann keine Ordnung entstehen bzw. löst sich jede Ordnung auf.

Keine gute Zukunftsaussichten für die Menschheit. Ist aber auch nicht schade drum.

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