Forum: Politik
Kommentar zum Sturz von Despoten: Diktatur kann erträglicher sein als Anarchie
AP

Saddam Hussein, Gaddafi - und bald Assad? Wenn Despoten stürzen, scheint das ein Grund zur Freude. Doch was der Diktatur folgt, ist oft noch schlimmer.

Seite 6 von 29
GPTip.com 29.09.2014, 07:59
50.

Eine Diktatur mit einem vernünftigen, weisen Herrscher __kann__ im Idealfall sogar besser als eine Demokratie funktionieren.

Das Volk kann man in seiner Gesamtheit wahrhaftig nicht als weise bezeichnen; dies gilt dann auch für die Wahlentscheidungen (für mich ist es erstaunlich, wie lange sich z. B. Wowereit, Schröder und Fischer halten konnten). Obwohl Demokratie in Reinform, sind Volksabstimmgen nicht ohne Grund unzulässig, weil das Ergebnis unschön ausfallen kann/wird.

Eine durch eine starke Opposition gelähmte Demokratie ist nur von geringem Nutzen. Die dabei eingegangenen Kompromisse sind oft weit von der Ideallösung entfernt. Das Ergebnis sind teure Bürokratiemonster, weil jede Partei ihre Interessen vertreten haben will.

Und letztlich kann sich in einer Diktatur nur einer die Taschen vollstopfen. In einer Demokratie sind es 600 + nochmal Tausende in den Landesparlamenten, die eine potentielle Quelle der Korruption sein könnten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
seiplanlos 29.09.2014, 08:01
51. gaaaanz üble aussage!

Natürlich ist nicht jede Diktatur per see schlecht (ein guter König ist besser als eine schlechte Demokratie) - aber dieser Artikel verdreht die Wahrheit in jeder Hinsicht.
Es geht nicht darum einen Diktator zu stürzen, sondern alles für "Die Würde des Menschen ist unantastbar" zu tun.
Für viele menschen war der Zustand im Irak unter seinem alten Herrscher besser. Aber vielen Menschen ging es trotz Sklaverei gut. Das ist aber kein Grund diesen Zustand aufrecht erhalten zu wollen. Sondern ein Grund sich für Chancengleichheit einzusetzen.
Demokratische ströme fördern? Hat man gemacht. Das Ergebnis sieht man in Nord-Afrika. Dort fing alles friedlich an.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rfriedfe 29.09.2014, 08:01
52. Ist die Stabilität denn erwünscht?

Oft gewinnt man den Eindruck als ob mancher "führende" Staat gar kein wirkliches Interesse an Stabilität hat. So kann man alle Seiten ohne Ende mit Waffen beliefern, und noch seine eigenen Rüstungsausgaben rechtfertigen. Nebenbei lenkt man unauffällig von den innenpolitischen Problemchen ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mydryn 29.09.2014, 08:06
53. Bush ist das beste/schlechteste Beispiel

Allein durch seinen Angriffskrieg gegen Saddam Hussein hat er nicht nur den Irak, sondern später auch die ganze Region in die Instabilität gestürzt.
Niemand kann glaubhaft verkünden, das der sogenannte ISIS zu Saddam Husseins Lebzeiten sich hätte etablieren können und auch ausreichende Unterstützer hätte finden können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brotindosen 29.09.2014, 08:06
54. Diktatur kann erträglicher sein als Anarchie = Bullshit

Demokratie wird aber auch nicht geschenkt. Klar schaut man sich die Länder z. Z. an, kann es in unseren Augen wirklich so erscheinen, dass es früher besser und ruhiger war. Wieviele hundert Jahre haben wir gebraucht bis unsere Demokratie stand. Wieviel Blut ist in unserem "alten" Europa geflossen. Freiheit und Menschenrechte sind wertvoller als Frieden. Manchmal muss man das Schwert erheben und oft ist dies ein langer Prozess.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Don_Draper 29.09.2014, 08:10
55. Diese Logik

ist aber gefährlich. Ab wann dürfen denn dann Diktatorn gestürzt werden? Welchen "Reifegrad" muß denn eine folgende Demokratie haben? Oder anders gefragt, wenn man nicht davon ausgeht, dass das System, was einer Diktatur folgt, dem Westen genehm ist, dann kann ruhig der Diktator an der Macht bleiben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
separator 29.09.2014, 08:13
56. Aha

Ist das dem Spiegel also auch aufgefallen? Diese Einsicht kommt ein paar Jahre zu spät. Spätestens im Februar 2014 in der Ukraine hätte man den Artikel gebraucht. Jetzt haben einen 45 Mio-failed-state in Europa. Warlords mit eigenen Armeen, nationalistische Diktatur, Massenhinrichtungen von Zivilisten, zerbombte Städte, abgeschossene Zivilflugzeuge und eine am Rande des Zusammenbruchs stehende Volkswirtschaft- willkommen beim Hauptimporteur westlicher Werte. Und jetzt die Frage die die Autorin auch gestellt hat: Wer badet den Schlamassel aus?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sportsman_g 29.09.2014, 08:14
57. das Problem ist, dass der Westen nicht lernt

und auch der Spiegel stellt viel zu spät die richtigen Fragen. Irak, schief gelaufen. Libyen, schief gelaufen, nichtst gelernt. Syrien, schief gelaufen, nichts gelernt. Demokratieexport a la West geht so nicht, das hätte mit den Vorgängen nach Hussein im Irak klar sein muss. Immerhin haben es diese Despoten hinbekommen, dass alle Völker und Religionen ihrer Staaten zusammenleben konnten. Und jetzt? Jetzt werden die moderaten Rebellen unterstützt, bis aus ihnen, wenn sie gut gerüstet sind auch radikale Gotteskrieger werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CommonSense2006 29.09.2014, 08:15
58. Danke

Das ist ja mal ein herzerfrischend ehrlicher Artikel zum Thema.

Dieselben Gedanken sind mir als überzeugtem Demokraten auch gekommen, während ich die syrische Tragödie beobachtete.

Es gibt ja auch einen Grund, warum Menschen Diktaturen jahrzehntelang ertragen: Weil das Hemd näher ist als die Hose. Weil es wichtiger ist, dass man zur Arbeit gehen kann, sein Geld bekommt, dass die Kinder zur Schule gehen können und die Läden geöffnet sind, als die Frage, ob der Präsident rechtmäßig gewählt wurde und ob nicht alles noch ein bisschen besser sein könnte. Dafür setzt kaum jemand sein Leben aufs Spiel.

Gerade in Ländern mit einer sehr heterogenen Bevölkerung mit vielen Konfessionen, Ethnien, Sprachen und Kulturen ist eine starke Zentralgewalt oft die einzige Klammer, die das Land zusammenhält und die kommt meistens eben nicht durch demokratische Wahlen zustande.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
imlattig 29.09.2014, 08:16
59. beispiel aegypten...

eine demokratisch gewaehlte regierung die dem westen nicht genehm ist wird
mit einem militaerputsch weggemobbt. beispiel chavez, demokratisch gewaehlt,
wird versucht von den amis wegzuputschen. beispiel ukraine, ein praesident
wird mit westlicher hilfe aus dem amt gejagt. was hat das alles mit Demokratieverständnis zu tun? das ganze ist so scheinheilig wie die katholische
kirche. wasser predigen, wein trinken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 29