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Kommentar zum Sturz von Diktaturen : Ohne Schützenhilfe

Es nützt einfach nichts, wenn wir uns die Welt schön reden. Auch Außenpolitik muss die Realität im Blick haben.

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freespeech1 04.10.2014, 13:38
1.

Es werden doch keine Diktatoren gestürzt, um Völker zu befreien und ihnen die Freiheit zu bringen. Diese Propaganda kann niemand ernsthaft glauben. Auch wenn sie von der ZEIT, dem deutschen Zentralorgan der political correctness, verbreitet wird.

Assad oder Gaddafi, um mal zwei zu nennen, sind keine Demokraten, aber es gibt wesentlich üblere Diktatoren. Unter Assad gibt es eine für die Region beispielhafte Religionsfreiheit und Minderheitenschutz, wenn auch keine politische Freiheit. Andere Diktaturen sind aber entweder geostrategisch uninteressant oder sie kooperieren mit dem Westen. Dann dürfen sie weiter Diktaturen bleiben.

Schlimmer als das Chaos und große Leid, dass mit dieser kurzsichtigen Politik des Sturzes von Diktatoren angerichtet wurde, ist die Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Leider hat diese Politik die Glaubwürdigkeit des Westens ruiniert, die "westlichen Werte" entwertet.

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Kasimir Schneck 04.10.2014, 13:54
2. normalerweise reicht eigentlich

ein objektiver Blick auf die Realität um diesen Artikel hundertfach zu verifizieren. Irgendwie ist es auch an der Zeit, dass sich die ganzen Schreibtischdemokratisierer mal bei den hunderttausenden Toten in Afghanistan, Syrien und dem Irak entschuldigen. Das Einzige was ich zu bemängeln hätte: glauben Sie ernsthaft Frau Hoffmann, dass wir z.B. im Irak Demokratie aufbauen wollten?

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AbuHaifa 04.10.2014, 13:55
3.

Ein sehr, sehr guter Kommentar! Danke! Bitte übernehmen Sie die Nahost-Berichterstattung. Ich bin auch kein Freund von Diktatoren, aber ich bin ein Feind von Verschlimmbesserungen. Heute ist Syrien zum Beispiel von Demokratie und Freiheit weiter entfernt als je zuvor. Besonders der von Ihnen angesprochene Aspekt der Doppelmoral im Westen ist enorm wichtig.

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max-mustermann 04.10.2014, 13:58
4.

Ich kann dem Artikel voll und ganz zustimmen allerdings mit einer Ergänzung.
Die Medien sollen bitte auch neutral und sachlich berichten und sich nicht immer breitwillig vor den Karren der entsprechenden Regierung(en) spannen lassen und deren einseitige Propaganda verbreiten.

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braman 04.10.2014, 13:59
5. Die westlichen Werte

bestehen hauptsächlich aus den Bankkonten der Reichen.
Der Westen darf sich ja weltweit für Menschenrechte und Demokratie einsetzen, allerdings auf keinen Fall mit militärischen Mitteln.
Aber zuallererst sollte der Westen die Prinzipien der Menschenrechte und der Demokratie bei sich selber achten und befolgen, sich z.B. an die eigenen Verfassungen und Grundgesetze halten.
Ansonsten mal wieder ein SPON Artikel, dem ich zustimmen kann.

MfG: M.B.

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recitator 04.10.2014, 14:04
6. Reichlich zynisch!

Menschen nicht beizustehen, wenn sie gefoltert, missbraucht und ermordet werden, ist eine fürchterliche Vorstellung. Hilfe zu verweigern, mit der Begründung, dass es vielleicht noch schlechter wird, ist ein zynisches Argument, das gerne gebracht wird, um sich selbst nicht die Finger schmutzig zu machen. Gerade wenn Europa mal wirklich gebraucht wird, kommt der Ruf wieder nach den starken USA oder in Europa vielleicht noch nach England und Frankreich. Alles wie gehabt.

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Ruhri1972 04.10.2014, 14:09
7. Konzepte

So sieht es aus. Der Westen sollte sich raushalten, im eigenen Staatenwesen für die Durchsetzung der eigenen Werte alles erdenkliche tun. Dazu gehört auch, totalitären und faschistischen Religionen keinen Nährboden zu geben. Selbst hierfür fehlen dem Westen bisher die notwendigen Konzepte. Freiheit - auch Religionsfreiheit ja - die roten Linien müssen aber verteidigt werden. Hier zeigt sich die Schwaeche des Westens, die eigenen Werte bisher nicht verteidigen zu können. Der Westen muss sich wieder mit seinen Werten fest verwurzeln - dann kann man auch Stürme und Orkane ueberstehen.

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Dengar 04.10.2014, 14:09
8. Respekt, Frau Hoffmann!

Da haben Sie mit Ihrem sachlichen Beitrag den stellv. CR der Zeit auf der Empörungsskala aber ziemlich weit nach oben getrieben. Und dann noch so gut gekontert heute...:-)

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AbuHaifa 04.10.2014, 14:10
9.

Zitat von recitator
Menschen nicht beizustehen, wenn sie gefoltert, missbraucht und ermordet werden, ist eine fürchterliche Vorstellung. Hilfe zu verweigern, mit der Begründung, dass es vielleicht noch schlechter wird, ist ein zynisches Argument, das gerne gebracht wird, um sich selbst nicht die Finger schmutzig zu machen. Gerade wenn Europa mal wirklich gebraucht wird, kommt der Ruf wieder nach den starken USA oder in Europa vielleicht noch nach England und Frankreich. Alles wie gehabt.
Zynisch ist es, einen bewaffneten Aufstand anzuzetteln, der eine ganze Region in den Abgrund stürzt.

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