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Kommentar zum Sturz von Diktaturen : Ohne Schützenhilfe

Es nützt einfach nichts, wenn wir uns die Welt schön reden. Auch Außenpolitik muss die Realität im Blick haben.

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freespeech1 04.10.2014, 16:33
50.

Zitat von recitator
Menschen nicht beizustehen, wenn sie gefoltert, missbraucht und ermordet werden, ist eine fürchterliche Vorstellung....., kommt der Ruf wieder nach den starken USA oder in Europa vielleicht noch nach England und Frankreich. Alles wie gehabt.
Weder die USA noch F oder GB stürzen Regime, um den Menschen beizustehen. Da sind andere Gründe entscheidend für eine Intervention. Das zeigt sich besonders daran, dass die Menschen dann noch viel mehr leiden müssen und ermordet werden.

Es gibt in der Nachkriegsgeschichte viele Länder auf allen Kontinenten, die ihre Diktatur abgeschüttelt und Demokratien entwickelt haben, ohne dass sie in Schutt und Asche bombardiert wurden. Wo ist denn durch obigen Interventionsstaaten eine funktionierende Demokratie geschaffen worden?

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benyakov 04.10.2014, 16:34
51. Absolute Zustimmung

Und das gilt insbesondere auch für die Haltung zu Russland!!!

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cirkular 04.10.2014, 16:36
52. Glücksspiel und Prostitution gehören schon rein

Zitat von mijaps
All diese Artikel und Kommentare über die schlimmen Diktaturen und ihre Helfershelfer beschreiben immer und immer wieder ausschließlich bestimmte politisch korrekte Sachlagen. Über die Diktator-Brüder Castro kein Sterbenswort. Über die superreichen Blutsauger der selbsternannten Chavez-Nachfolger in Venezuela, die ihre Totschläger nachts in die Wohnungen von oppositionellen Studenten schicken und ansonsten den Kokainhandel weltweit zu 80% unter ihre Kontrolle gebracht haben - kein Sterbenswort. Da kann man doch solche Artikel wie diesen da oben überhaupt nicht mehr ernst nehmen...
geografisch zu Kuba. Dass die diktatorische Regierung dies unterbunden hat, ist mit Sicherheit ein Verstoß gegen die Menschenrechte und sollte die Castro-Brüder in Den Haag vor Gericht bringen. Leider können die USA da nicht unterstützend tätig werden, weil sie den Internationalen Gerichtshof ja nicht anerkennen.

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cirkular 04.10.2014, 16:44
53. Es wird Zeit, dass die Bürger wieder die Politik

Zitat von lupenrein
Es wäre erst einmal sehr zu begrüssen, wenn die EU selbst eine Demokratie wäre. Das ist sie aber per definitionem nicht. Jene, die Demokratie und Freiheit bringen wollen, meinen in erster Linie ihre eigene, quasi was sie als Demokratie deklarieren und vor allem ihre eigene Freiheit und die spezielle Freiheit , die sie gerne in befriedeten, von Diktatoren gesäuberten Ländern zur Verfolgung ihrer Interessen wünschen. Sie sollten aber verstehen , dass nichr alle Länder und ihre Bürger "befreit" werden wollen. Actio est reactio. Aktuelle Beispiele gibt es derzeit zuhauf......
bestimmen und sich die Bevölkerung die Zeit dafür nimmt. Ich bin sicher die Mehrheit würde für den nötigen Aufwand ihre Freizeit und ihren Urlaub opfern und im Zweifelsfalle auch auf ihren Job verzichten.

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Fehlerfortpflanzung 04.10.2014, 16:48
54. Stabilität das höchste Gut

Zitat von ptree
... Natürlich will Frau Hoffmann den IS nicht "schalten und walten lassen" (glaube ich zumindest nicht), aber ihrer eigenen Logik folgend, dass Stabilität das höchste Gut ist, müsste sie genau das tun...
genau mit dieser Stabilitätspolitik haben wir die vielen Diktatoren im nahen Osten ja angefüttert.

Jetzt zahlen wir den Preis für diese Realpolitik.

Wenn der 'Westen' sich raushalten soll, dann aber auch wenn es um nützliche Diktatoren geht.

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AbuHaifa 04.10.2014, 16:52
55.

Zitat von ptree
Dass alle Diktatoren gleich seien hat hier auch niemand behauptet. Aber es liess bzw. lässt sich sowohl unter Stalin als auch unter Assad gut leben wenn man sich entsprechend unterordnet. Den Opfern ist es jedoch ziemlich egal wie der Diktator oder das System sich nennt. Achten Sie doch bitte auf den Kontext einer Aussage bevor Sie sich aufregen. Natürlich will Frau Hoffmann den IS nicht "schalten und walten lassen" (glaube ich zumindest nicht), aber ihrer eigenen Logik folgend, dass Stabilität das höchste Gut ist, müsste sie genau das tun...
Die Frage ist eben, wie stark man sich unterordnen muss. Es ist ein Gerücht, dass in Syrien niemand etwas hätte sagen dürfen. Das habe ich anders erlebt. Es gab natürlich Grenzen, aber die waren deutlich weiter gesteckt als etwa unter Stalin, Pol Pot oder den Nazis. Und deshalb wehre ich mich auch gegen diese ständige Gleichmacherei. Assad ist kein Stalin und er ist auch kein Hitler. Es gibt in Syrien keine KZs und auch keine Gulags.

Was mich immer wieder erstaunt: Sobald in Deutschland eine Handvoll Islamisten eine Sharia-Polizei gründen, dann wird nach harten Gesetzen gerufen. Syrien aber, das ein viel größeres Problem hat mit diesen Leuten, darf nichts gegen sie unternehmen. Bei der (vom Westen geforderten) Amnestie von 2011 hat Assad jede Menge Islamisten freigelassen. Heute sieht man, dass diese Leute zurecht einsaßen.

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dherr 04.10.2014, 16:54
56. Die Demokratie...

die wir im "Westen" vertreten ist eben eine westliche Demokratie, die sich aus den Anfängen der griechischen Demokratie heraus entwickelt hat. In diesen vielen Jahrhunderten haben sich im Nahen Osten als auch in Asien andere Formen der Staatenführung augebildet. Und genau das sollte der "Westen", in dem die einzlenen Länderdemokratien auch kein homogenes Bild biete, einfach akzeptieren. Aber nein, es wird nach dem Vorbild der christlichen Missionierung, die ebenfalls Jahrhunderte dauerte und Millionen von Todes- und Folteropfern forderte, erneut vorgegangen gemäß dem Gedanken: "Wer unsere Art der Demokratie nicht will, muss sie eben mit Waffengewalt übergestülpt bekommen, ob er will oder nicht. Nur mit solcher Handlungsweise schafft man sich weltweit extreme Feinde!!! Deshalb ist Zurückhaltung angesagt und Toleranz und Achtung der Anderen.

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Fehlerfortpflanzung 04.10.2014, 17:02
57. Realpolitik, eine Bestandsaufnahme

Der Englische Autor Harold Pinter hat zur Verleihung des Literaturnobelpreise eine Aufsatz mit dem Titel

Art, Truth and Politics geschrieben.

Darin schreibt er u.A.

'Political language, as used by politicians, does not venture into any of this territory (of truth) since the majority of politicians, on the evidence available to us, are interested not in truth but in power and in the maintenance of that power.

To maintain that power it is essential that people remain in ignorance, that they live in ignorance of the truth, even the truth of their own lives. What surrounds us therefore is a vast tapestry of lies, upon which we feed.....'

und dann folgt eine lange Liste westlicher und vor allem amerikanischer Realpolitik, wir kennen sie alle.

http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2005/pinter-lecture-e.html

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Stäffelesrutscher 04.10.2014, 17:05
58.

Habe ich was verpasst? Hat der Westen jemals Diktatoren gestürzt? Pinochet, Stroessner, Batista, Banzer, Uribe, Duvalier, Somoza, die argentinischen Foltergeneräle, die Apartheid-Regimeführer in Südafrika, die Lumumba-Mörder im Kongo, den Besatzer der Westsahara, den Schah von Persien, Franco, Salazar und wie sie alle hießen und heißen?
Nee, für die galt immer der Spruch eines US-Präsidenten: "Er mag ein Hundesohn sein, aber er ist unser Hundesohn!"

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insaneplanet 04.10.2014, 17:08
59.

Die Glaubwürdigkeit hat der Westen wahrscheinlich eher dadurch verspielt, dass viele Diktatoren entweder geduldet oder sogar aktiv an die Macht gebracht wurden, um auf die damalige geopolitische Gesamtsituation reagieren zu können. Wurden sie dann unbequem, wurden sie dann wieder abgesägt. Dabei wurden die Bedürfnisse der einfachen Menschen nie berücksichtigt, nur in den westlichen Medien wird der Begriff Menschrecht inflationär gebraucht, um es uns besser schmackhaft zu machen. Auch der IS ist doch irgendwie ein Stiefkind von uns, die Voraussetzungen wurden erst durch den das Eingreifen des Westens erschaffen. Das erinnert mich jetzt an die Weltkarte über Waffenlieferungen hier auf SPON, ist die noch im Archiv? Da kann man mal schauen, an welche Super-Demokraten wir Waffen im großen Stil liefern. Da zeigen sich die Prioritäten und die Doppelmoral unserer freien Welt.

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