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Kommentar zum Sturz von Diktaturen : Ohne Schützenhilfe

Es nützt einfach nichts, wenn wir uns die Welt schön reden. Auch Außenpolitik muss die Realität im Blick haben.

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stelzenlaeufer 04.10.2014, 17:10
60. Sehr geehrte Frau Hoffmann

Ich danke Ihnen für diesen Artikel.

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dherr 04.10.2014, 17:14
61. Es geschieht heute:

"Nun, natürlich, das Volk will keinen Krieg. Warum sollte irgendein armer Landarbeiter im Krieg sein Leben aufs Spiel setzen wollen, wenn das Beste ist, was er dabei herausholen kann, dass er mit heilen Knochen zurückkommt. Natürlich, das einfache Volk will keinen Krieg; weder in Russland, noch in England, noch in Amerika, und ebenso wenig in Deutschland. Das ist klar. Aber schließlich sind es die Führer eines Landes, die die Politik bestimmen, und es ist immer leicht, das Volk zum Mitmachen zu bringen, ob es sich nun um eine Demokratie, eine faschistische Diktatur, um ein Parlament oder eine kommunistische Diktatur handelt. Das Volk kann mit oder ohne Stimmrecht immer dazu gebracht werden, den Befehlen der Führer zu folgen. Das ist ganz einfach. Man braucht nichts zu tun, als dem Volk zu sagen, es würde angegriffen, und den Pazifisten ihren Mangel an Patriotismus vorzuwerfen und zu behaupten, sie brächten das Land in Gefahr. Diese Methode funktioniert in jedem Land."

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mimamausebär 04.10.2014, 17:16
62.

Zitat von ptree
Ihnen zufolge ist jedoch anscheinend alles wunderbar oder zumindest doch ganz erträglich, den Kampf gegen den IS sollte man also wohl schleunigst der Stabilität wegen beenden, oder? Dass bisher Unmengen von Fehlern bei den letzten Interventionen oder Einmischungen des Westens begangen wurden ist vollkommen richtig, ist jedoch eine ganz andere Frage.
Nein, das ist dieselbe Frage, weil diese Fehler darauf beruhen, dass niemand die Gegenrechnung aufmacht:

Den Tod wie vieler Menschen - Anhänger des Regimes, Mitläufer und einfach Bürger, die einfach nur Stabilität wollen - und wie viel weiteres Leid müssen Sie in Kauf nehmen, um auf Wunsch einer kleinen intellektuellen Elite (die meist ohnehin bereits im Exil lebt) eine politische Struktur nach westlichem Vorbild zu schaffen, die aufgrund der hinterher hinkenden Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist?

Die Zahl ist jeweils sechsstellig für Afghanistan, Irak und Libyen. Erfolg dabei: Null.

Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen, heißt es.
Ganz unabhängig von der Frage, wie Recht und Unrecht über Kulturen hinweg objektiv zu bestimmen sein sollen, ist dieser Grundsatz nicht eins zu eins ins Völkerrecht übertragbar, weil sich ein Unrechtsregime eines ganzen Landes bemächtigt. Dieses Land muss auch als ganzes bekriegt werden, wenn das Regime gestürzt werden soll. Die daraus entstehende Situation ist einer typischen Notwehr-/Nothilfelage, in der der zitierte Grundsatz Anwendung findet, viel unähnlicher als etwa dem Abschuss eines Passagierflugzeugs, das Terroristen steuern.

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gemuetsmensch 04.10.2014, 17:23
63. Chapeau, Fez & Turban ab, Frau Hoffmann

weiter so in dieser Tonart, die sich wohltuend von den Meinungen der deutschen "Transatlantikern" unterscheidet und von Ihrer Kollegin Salloum, historisch unbedarft ist und und mit einem gewissen Minderwertigkeitskomplex sich an einem Thema abreagiert, von dem sie nichts versteht.

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spmc-122226439819235 04.10.2014, 17:25
64. Der geistige Tellerrand,ist ein Untertasse !

Die Dame hat ein Problem mit der geistigen Ordnung,der Spiegel liebt UNRECHTSREGIME,er hat in Jahrzehnten nicht zu Portugal,Spanien oder Bolivien gesagt,er kommentiert nicht die USA ,welche moralisch versacken und Frau Merkel ist eine Freundin von Katar und Saudi-A. ,ich empfehle den sofortigen Umsturz.Aber ihre geistige Landkarte kommt aus einer anderen Schmiede ,Atlantikbrücken getrübe geistige Einrückung und mit Nagelstiefel nach Rußland,Frau v.d.L. sucht noch Frauen,marschieren sie bitte mit,besser kann nicht gesiebt werden.

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uehmka 04.10.2014, 17:26
65. Was haben Sie getan,

Zitat von recitator
Menschen nicht beizustehen, wenn sie gefoltert, missbraucht und ermordet werden, ist eine fürchterliche Vorstellung. Hilfe zu verweigern, mit der Begründung, dass es vielleicht noch schlechter wird, ist ein zynisches Argument, das gerne gebracht wird, um sich selbst nicht die Finger schmutzig zu machen. Gerade wenn Europa mal wirklich gebraucht wird, kommt der Ruf wieder nach den starken USA oder in Europa vielleicht noch nach England und Frankreich. Alles wie gehabt.
um gegen diese Methoden unserer Regierungen/Länder vorzugehen (Gladio usw.) ?
Sie werfen mit dem Wort zynisch um sich ....
Wissen Sie sie nicht, wollen Sie nicht wissen oder können Sie einfach nicht verstehen ?


Der Artikel spricht einige Punkte an, die in letzter Zeit sehr scharf angemahnt wurden. In der Regel von sogenannten Putinverstehern, US-Bashern, Antisemiten usw.

Zum Spiegel:
Warum kommt diese Erkenntnis erst jetzt auf? Will man sich reinwaschen beim Spiegel? Hat man das wirklich nicht erkennen können ? Oder will man sich jetzt ans rettende Ufer der "wir wollten ja nur Gutes" retten?

Es ist sehr schade, dass man sich jetzt hinstellt, als hätte man als erster die Wahrheit erkannt, nachdem man den ganzen Wahnsinn zuvor eigentlich noch befördert hat.
Ein wenig mehr Selbstkritik wäre durchaus ehrlich!

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uehmka 04.10.2014, 17:30
66. wieso erst jetzt ?

Zitat von Sonia
ran an das Machbare, hinschauen zu was unsere Werteexporte geführt haben. Sie mischen, endlich mal, diese verkrusteten, voreingenommenen, oft abgestimmt wirkenden, Schreibkollegen auf. Ja, so war mal der Spiegel, wie sie heute sind. Mõgen Sie noch viele streitbare Artikel schreiben. Es muss darüber nachgedacht werden, wie die Welt besser wird. Da lief einiges schief und läuft schief.
ich halte das für ein billige Ausrede nachdem die Regierungen zu dem Thema ja sonst nichts mehr zu melden haben. Ein neuer "Aufreißer" - und investigativ .....
nur leider nicht wiederbelebend für die, die den anderen Aufreißern zum Opfer gefallen sind ...

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irrenderstreiter 04.10.2014, 17:33
67. Hier trifft den Spiegel offensichtlich ...

was das Propagandamodell, treffend wie ich finde, als "Flak" beschreibt (http://de.wikipedia.org/wiki/Propagandamodell#.E2.80.9EFlak.E2.80.9C).

Auch wenn ich die Meinung der Autorin teile, trifft es keinen Unschuldigen, agiert der Spiegel regelmäßig vergleichbar - mir fällt z.B. die pauschaler Diffammierung ganzer Leserscharen als "Putins 5. Kolonne" usw. ein.

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ptree 04.10.2014, 17:49
68.

Zitat von AbuHaifa
Die Frage ist eben, wie stark man sich unterordnen muss. Es ist ein Gerücht, dass in Syrien niemand etwas hätte sagen dürfen. Das habe ich anders erlebt. Es gab natürlich Grenzen, aber die waren deutlich weiter gesteckt als etwa unter Stalin, Pol Pot oder den Nazis. Und deshalb wehre ich mich auch gegen diese ständige Gleichmacherei. Assad ist kein Stalin und er ist auch kein Hitler. Es gibt in Syrien keine KZs und auch keine Gulags. Was mich immer wieder erstaunt: Sobald in Deutschland eine Handvoll Islamisten eine Sharia-Polizei gründen, dann wird nach harten Gesetzen gerufen. Syrien aber, das ein viel größeres Problem hat mit diesen Leuten, darf nichts gegen sie unternehmen. Bei der (vom Westen geforderten) Amnestie von 2011 hat Assad jede Menge Islamisten freigelassen. Heute sieht man, dass diese Leute zurecht einsaßen.
Es ist kein Geheimnis, dass Assad ISIS lange Zeit gewähren ließ.
Zum einen um den Wiederstand in Verruf zu bringen (was ihm auch gelungen ist), zum anderen damit diese die liberale Opposition ausschalten (was auch ganz gut geklappt hat).
In jeden Fall hätte es ohne die Assad-Diktatur ISIS in Syrien nicht gegeben (Irak ist ein anderes Thema), insofern ist er nicht die Lösung sondern Teil des Problems.
Was die Sharia-Polizei und ähnliches angeht: Die Vorstellung, dass wir in Deutschland mit Oppositionellen so umgehen wie man es in Syrien unter Assad gewohnt ist erfüllt mich mit Grauen...

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Palmstroem 04.10.2014, 17:50
69. Wider Diktatorenversteher

Wir hatten im 20.Jahrhundert Diktaturen en masse. Hitler, Stalin, Mao, Ho Chi Minh, Pol Pot, Saddam, Gaddafi, Cecaucescu, Ulbricht, Pinochet, Castro, Idi Amin, Mobuto und zig andere. Es hätte also ein Jahrhundert der Stabilität sein müssen. Statt dessen gab es hunderte Millionen Opfer , zwei Weltkriege und über einhundert regionale Kriege.
Offenbar alles vergessen beim "Spiegel".
Wer es immer noch nicht weiß - am Ende lassen Diktaturen nur verbrannte Erde zurück - failed staates, die sich oft niemals davon erholen.

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