Forum: Politik
Kommentar zum Sturz von Diktaturen : Ohne Schützenhilfe

Es nützt einfach nichts, wenn wir uns die Welt schön reden. Auch Außenpolitik muss die Realität im Blick haben.

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uehmka 04.10.2014, 18:12
70. ok, klären wir die andere Frage!

Zitat von ptree
Frau Hoffmann, es scheint wohl eher so zu sein, dass Sie sich Ihre These schönreden. Wer sind denn eigentlich die Menschen, die die Stabilität vorziehen? Ja, selbst unter Stalin und Hitler (oder auch jedem anderen Diktator) konnten einige ganz gut leben, übrigens auch in der von der IS besetzten Zone. Pech hatten und haben ja nur die, die anders denken oder nicht bestimmten Kriterien entsprechen. Ihre iranischen Freunde in allen Ehren, aber fragen Sie doch einmal die Menschen, die in den Foltergefängnissen in Syrien vor sich hin vegetiren oder dort die einfachen Bürger, ob sie nicht vielleicht doch etwas mehr Hilfe vom Westen erwarten. Ihnen zufolge ist jedoch anscheinend alles wunderbar oder zumindest doch ganz erträglich, den Kampf gegen den IS sollte man also wohl schleunigst der Stabilität wegen beenden, oder? Dass bisher Unmengen von Fehlern bei den letzten Interventionen oder Einmischungen des Westens begangen wurden ist vollkommen richtig, ist jedoch eine ganz andere Frage.
Sie reden wie jemand der auch in einem "Regime" lebt, das Sie persönlich nicht foltert, da Sie ja konform sind mit was auch immer (Regierung, allgemeine Volksmeinung, etc.)

Ihre Regierung toleriert aber diese Vorgehensweise dennoch .... wo bleibt Ihr Widerstand ?
Also: Es ist immer alles wunderbar wenn man gerade nicht selbst am dransten sind ...

Achja: Ich finde es bemerkenswert, dass Sie einer von denen sind, denen das erspart bleibt, was Sie anprangern, weil Sie es eigentlich für gut heißen .....
Wie können Sie es an anderer Stelle kritisieren ??????????

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Stäffelesrutscher 04.10.2014, 18:25
71.

Der Kampf um die Lufthoheit über den Sonntagsfrühstückstischen der Studienräte macht richtig Spaß.

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otelago 04.10.2014, 18:48
72. Und?

Zitat von Palmstroem
Wir hatten im 20.Jahrhundert Diktaturen en masse. Hitler, Stalin, Mao, Ho Chi Minh, Pol Pot, Saddam, Gaddafi, Cecaucescu, Ulbricht, Pinochet, Castro, Idi Amin, Mobuto und zig andere.
Früher hießen Diktatoren Könige und ihre Aufreihung führt ja in Wirklichkeit zu keiner Erkenntnis.

Japan oder Deutschland, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, gewissermaßen auch viele andere Länder die man heute anders kennt, waren bis in jüngste Vergangenheit gewissermaßen das, was als Diktatur bezeichnet würde.

Indien bezeichnet sich als Demokratie; das ist ein bisschen schwierig.

Dann haben wir all die reichen Ölstaaten, offiziell sind das Monarchien. Das klingt irgendwie nicht so ... abstoßend.

Wo stecken wir eigentlich China hin?

Und ist es fair, Russland als Diktatur zu bezeichnen?

Oder wie sieht das aus mit ... Bhutan! Das Eldorado der Unesco. Im Grunde auch eine Diktatur. Aber die Leute dort sind froh! (oder müssen froh sein).

Fazit: Es ist nicht seligmachend, mit Begriffen aus der Schublade zu beschreiben, wie die Menschen am besten leben können.

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93160 04.10.2014, 21:03
73. Ein eigentlich wunderbarer Artikel von der Autorin

Nur, Diktaturen haben wenig mit "Koenigen" zu tun.
Diktaturen gehen schleichend vor sich.
Und, die westliche Demokratie, die man diktatorisch in die anderen Laender exportieren will, werden immer als Diktatur empfunden.
Wenn Deutschland so von ihren "Werten" spricht, kamen diese Werrte in Deutschland aus dem Inneren? Von der Bevoelkerung herbeirevolutioneren Stmme?
Nein. Deshalb, nehmt es mir nicht uebel nach Deutschland, Freiheitskampf und Demokratie kennen alle anderen Laender, die Deutschen nicht. Sie missbrauchen heute sogar den Begriff.Das ist eine Schande!

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93160 04.10.2014, 21:16
74. @jibond

Zitat von jbond007
ein haifischbecken eben, in dem der staerkere ueberlebt. demokratie funktioniert nur dort, wo es eine kritische masse an aufgeklaerter, gebildeter, zivilisierter bevoelkerung gibt. sie gibt es nicht in der arabischen welt, mit der ausnahme von tunesien und libanon. dort, wo eine demokratische staatsform das schwache individuum bzw. minderheiten nicht effektiv vor diskriminierung schuetzt, herrscht das recht des staerkeren. wir sollten nicht vergessen, dass unsere ach so humane demokratie nur deswegen funktioniert, weil es den meisten leuten gut geht. kippt diese balance, wird auch bei uns wieder das recht des staerkeren herrschen. vergesst niemals, dass der mensch ein wolf ist. in der westlichen welt herrscht momentan nur deswegen frieden, weil wir ihn uns leisten koennen. es geht den meisten gut. nur weil wir saturiert sind, leben wir im westen in frieden. und nur weil wir saturiert sind, kommt die killernatur des menschen (im grossen und ganzen) im westen nicht zum vorschein. wenn aber kontrollmechanismen fehlen, dann wird der mensch zur bestie. wir sehen es in syrien/irak bei dem IS: vornehmlich europaeer und kaukasier (tschechenen) treten als perverse schlaechter in erscheinung, die anderen menschen vor laufender kamera bei lebendigem leib den kopf abschneiden und sich an deren qualen ergoetzen. so und nicht anders ist die welt. der westen muss endlich kapieren, dass sein humanismus und demokratie nicht universell gewuenscht bzw. installierbar sind. er muss auch kapieren, dass er diese seine werte nur mit gewalt wird verteidigen koennen. der westen wird nur ueberleben koennen wenn er wieder bereit ist, fuer seine werte zu sterben.
Fuer seine Werte zu sterben. Ach ja. Die Werte der Deutschen sind schon nicht einmal die Werte der Franzosen. Die Werte der Franzosen sind nicht die Werte der Amis.Hier beginnt das Dilemma.
Mein "Wert" steht nicht ueber einen anderen" Wert".
Wer masst sich an, seinen Wert ueber andere zu stellen?
Hatte schon Hitler vor. Sein "Wert" war der "wertvollste".

Diese "Wertedikussion" ist eine False. Es geht um "Lebensraum und Resourcen." Ohne Oel, kein Wirtschaftswachstum.Nur dieses "Wachstum" haelt unser "Geldsystem" zusammen.
Soll ich Ihnen was sagen? Der Westen, er hat ausgedient, er wird von der ganzen Welt gehasst. Wieviel Kriege wollen Sie fuehren um aus Hass Liebe werden zu lassen?Es wird keine Liebe mehr zum "Westen" in der Welt geben. Diese Chance haben wir verpasst.

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abrweber 04.10.2014, 21:37
75. Nicht ganz richtig.

Zitat von ptree
Schon merkwürdig, was Sie einem da unterstellen... Woher wollen Sie denn so genau wissen wer mit wem Mitleid hat? Die Deutschen haben im übrigen die arabischen Länder, die Ihrer Meinung nach für den IS verantwortlich sind, mit Rüstungsexporten unterstützt. Ihrer Logik zufolge stehen wir damit in der Verantwortung dort einzugreifen. Darum geht es aber gar nicht: Es ist zutiefst unmenschlich denen nicht zu helfen, die in existenzieller Not sind. Und zwar unabhängig davon ob die Schuld Deutschland, die USA oder ein Diktator trägt.
Es ist sicherlich notwendig gerade IS zu bekämpfen. Es ist aber nicht völlig unabhängig davon die Schuldigen nicht verantwortlich zu machen. Geburtshelfer der IS war eben die USA. Es ist nicht nur unmenschlich den Betroffenden nicht zu helfen, es ist genauso unmenschlich so eine Bande zu installieren.Damit sind wir schon bei der Frage nach der sinnvollen Außenpolitik des Westens, die es bisher nie gab.Wenn wir uns nicht überall einmischen würden, indem wir Länder destabilisieren, Rebellen finanzieren , Despoten aufbauen und Terrorgruppen einschleusen, wäre die Welt um einiges friedlicher.Möglicherweise könnte ein solches,solides Verhalten eine gewisse Überzeugungskraft ausüben um Staaten und Völker für demokratische Werte zu gewinnen.

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rr1805 04.10.2014, 21:42
76.

Im großen und ganzen kann man Frau Hoffmann zustimmen. Der Sturz eines Diktators ist noch keine Demokratie. Aber es gibt eklatante Widersprüche. Was ist ein Ratschlag anderes als Einmischung? Was ist Solidarität anderes als Einmischung? Solidarität mit wem und worin zeigt sich Solidarität? Aus wohlmeinenden Phrasen und Sprüchen in sicherer Entfernung? Eine Gesellschaft ist nun mal kein Meeting von Geschäftsleuten mit klarem Ziel, sondern ein komplexer Prozess mit vielen Unbekannten und vielen Akteuren, mit widerstrebenden Interessen und ohne Ende. Das Problem ist meist nicht die Einmischung von außen, sondern der Starrsinn und die Gewalt im Inneren.

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rr1805 04.10.2014, 21:50
77.

Zitat von 93160
Der Westen, er hat ausgedient, er wird von der ganzen Welt gehasst.
Die Bösen hassen immer die Guten. Verwechseln Sie hier nicht Hass mit Neid? Wenn der Westen so verhasst ist, warum riskieren viele Menschen ihr Leben, um in den Westen zu kommen? Warum suchen so viele Menschen Asyl im Westen? Es scheint, manche Menschen im Westen hassen den Westen am meisten, aber wahrscheinlich hassen sie sich in Wirklichkeit nur selber.

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93160 04.10.2014, 22:17
78. Die Boesen hassen die Guten?

Zitat von rr1805
Die Bösen hassen immer die Guten. Verwechseln Sie hier nicht Hass mit Neid? Wenn der Westen so verhasst ist, warum riskieren viele Menschen ihr Leben, um in den Westen zu kommen? Warum suchen so viele Menschen Asyl im Westen? Es scheint, manche Menschen im Westen hassen den Westen am meisten, aber wahrscheinlich hassen sie sich in Wirklichkeit nur selber.
Warum sollte es Neid sein? Kennen Sie Neid?
Die die zu uns kommen, fluechten hier her, weil es durch Kriege und Ausbeutung gar keine Alternative mehr gibt.Wohin sollten sie denn fluechten? Sagen Sie es mir.
Wohin wuerden Sie fluechten, wenn Europa auseinanderfliegt? ( und es wird so kommen)Bezeichnen Sie sich als neidisch wenn Sie Ihre Familie in Sicherheit bringen wollten?Ich denke nicht.
Und nein, diese Menschen wissen genau, der Westen tut ihnen nicht gut ,nehmen aber das kleineren Uebel in Kauf und fluechten hier, da es hier noch keine Bomben gibt. Aber auch das ist nicht fuer die Ewigkeit.

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pascal3er 04.10.2014, 22:22
79. Zeit

Das alles hat Helmut Schmidt gesagt, Herausgeber der "Zeit".
Was soll der letzte Satz?
Die Zeit ist eine Zeitschrift, die solchen Blödsinn immer mit unterstützt hat.
Sich jetzt als "wir verstehen das" hinzustellen, finde ich scheinheilig. Ich glaube dieser Zeitung kein Wort.
Joffe und wie die Leute da an der Spitze alle heißen sollten zurücktreten.
Erst dann wird dieses Schmierblatt wieder glaubwürdig.
Zum Thema:
Ja das stimmt, aus Familienangelegenheiten sollte man sich herraushalten. War schon immer so und ist ganz leicht zu verstehen.
Aber mehr Demokratie verbreiten, ich bitte sie, hatten wir das wirklich jemals im Irak vor?
Nö, was intressant war, war das Öl und die Rohstoffe.
Die müssen möglichst billig und verfügbar bleiben.
Also wenn man schon einen wahrheitsgemäßen Artikel schreiben möchte, sollte man auch sein Gehirn ein bisschen einschalten.
Schwacher Artikel. Oberflächlich richtig, an der Wurzel trotzdem mal wieder falsch.
Das Problem der älteren Generation halt:
Blöd quatschen aber dann selbst inkonsequent sein und nichts verändern wollen.
So waren meine Eltern auch immer kenn ich...

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