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Kommentar zur Homo-Ehe: Traut Euch endlich!
DPA

Selbstverständlich sollen Homosexuelle auch in Deutschland heiraten können, mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten. Die Mehrheit will es so - möge es endlich auch der Bundestag beschließen.

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twister-at 26.05.2015, 06:09
1. Höchst irrationale Argumente

Bemerkenswert sind ja die Argumente _gegen eine Ehe_
a) damit wird ein Land bzw. dessen Bevölkerung aussterben
-hm, wieso eigentlich? Zum einen können die Eltern ja Kinder bekommen, auf diverse Weise, nur eben nicht durch den "normalen Geschlechtsverkehr" miteinander, aber ansonsten geht von der künstlichen Befruchtung über Adoption oder ein Kind von einem anderen Partner ja alles, wieso sollte also automatisch mit dem "Kindersegen" schluss sein
b) jetzt wird es keine "normalen Ehen mehr geben"
- wieso eigentlich? Sind bisher alle in Hetereoehen eigentlich verkappte Homosexuelle, die nur darauf warten, endlich ihr "Homoehe"-Köfferchen zu packen und Partner und Familie zu verlassen, sind alle noch nicht in einer Partnerschaft lebenden auch nun plötzlich alle Homosexuelle, die zwar bisher schon in einer Homo-Partnerschaft leben konnten, aber nicht der Ehe und die nunmehr, vom Geist der Homoehe beflügelt, sich nichts anderes mehr vorstellen können?
c) dann muss man auch Vielehen erlauben
- das Eine hat zwar nicht automatisch mit dem anderen zu tun, aber: warum nicht? Wenn alles versorgungstechnisch usw. geregelt werden könnte, würde die Vielehe nicht unbedingt so viele Befürwroter finden weil ja dann schließlich für etliche Unterhalt gezahlt werden müsste, aber: warum nicht? Das Konstrukt "nur eine Person plus eine zweite Person" ist ja nicht in Stein gemeißelt
d) dann muss man auch Tier und Mensch bzw. Erwachsener und Kind erlauben
- wieso? die beiden Sachen haben ja nichts miteinander zu tun. Sexualität mit Tieren ist, ohne Gewalt am Tier usw, ja bedingt durchaus erlaubt (z.B. ist es erlaubt, sich mit dem Hund ins Bett zu leben, neben ihm zu schlafen, ihn zu streicheln und dabei erregt zu werden), während der Sex zwischen Erwachsenen und Kindern im Zuge der Schutzbefohlenheit und des Kinderschutzes nicht erlaubt ist, dies hat aber mit der Frage, welche beiden Erwachsenen miteinander Sex haben dürfen bzw (denn darum dreht es sich ja) heiraten dürfen, nichts zu tun
e) Homosexualität ist abartig und das gibt es nur unter den degenerierten Menschen
- dass es auch in der Natur Homosexualität gibt ist bereits erwiesen und kann entsprechend nachgelesen werden.
f) eine "Homoehe darf nicht sein weil daraus keine Kinder entpringen können"
- dann dürften auch Menschen, die sich haben sterilisieren lassen, keine Kinder bekommen können, nicht heiraten weil auch daraus ja keine Kinder "entspringen" können, außer durch Adoption usw. usf. und das ist auch bei der Homoehe möglich
g) die "Homos" wollen wieder was Besonderes
- eigentlich wollen sie nur das, was andere auch dürfen, also nichts Besonderes.

Mir ist bisher noch kein wirklich rationales oder zumindest logisches Argument gegen die Homoehe untergekommen

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walldemort 26.05.2015, 06:17
2. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Herzlichen Dank für diesen treffenden Kommentar!

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C. Goldbeck 26.05.2015, 06:36
3. Das waren endlich mal schöne Nachrichten - aus Irland

Der Kommentar sagt alles aus. Es sprechen keine rationalen Gründe gegen eine Homo-Ehe!

Eine überwiegende Zweidrittelmehrheit befürwortet die Homo-Ehe. Warum also wird der überwiegenden Minderheit der Homphoben und Homohasser so entgegen gekommen und deren ausgrenzendes und menschenverachtendes Weltbild zementiert - in einer Demokratie? Hat die Regierung Angst vor den paar reaktionäreren Mekkerern und Nörglern aller PEGIDA und AfD, die sich für das Volk halten und die überwiegende Mehrheit des Volkes permanent nervern und das Volk mit ihren menschenverachtenden Slogans auf ihren Montagsmärschen terrorisieren?

Die erzkatholischen Iren haben uns gezeigt wie Demokratie funktioniert. Offensichtlich scheint hier Christentum einmal so interpretiert zu werden, dass es mit den Werten der Aufklärung und den Menschenrechten im Einklang steht. Gut so!

Hoffentlich interpretieren die christlichen Parteien in Deutschland ihr Christentum endlich auch so, das auf Nächstenliebe und Toleranz beruht und lassen sich nicht von den reaktionären Antidemokraten vor sich hertreiben.

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rainking 26.05.2015, 06:39
4. Die Mehrheit

will es so? Seit wann interessiert denn in Deutschland, was die Mehrheit will ... doch nur, wenn es in's Regierungsprogramm passt.

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r.muck 26.05.2015, 06:41
5. Csu

Die CSU ist wohl die größte Bremse. Was ich allerdings nicht so recht verstehen. Spätestens seit sie einen Ehebrecher als MP akzeptiert, sollte man doch meinen, dass sie ihre rückwärts gerichteten Moralvorstellungen aufgegeben haben.

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polarwolf14 26.05.2015, 06:45
6. Trauen

Finde, das hat nichts mit trauen zu tunn, die Ehe ist vorbehaltlich BVG und GG da, um eine funktionierende Familie zu fördern und zu erhalten samt Kindern.
Insofern fallen auch kinderlose Ehepaare unter die auszuhaltende Statistik.
Also bleibt die Partnerschaft für Homosexuelle, reicht doch aus, ist doch toll. Ausserdem ist die Institution Ehe eine zutiefst christliche, und das passt nicht wirklich.

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kalim.karemi 26.05.2015, 07:02
7. Was stört mich an der Diskussion?

Verheiratete homosexuelle Paare gibt es seit Jahren in Deutschland. Die Überschriften suggerieren, bist du schwul oder lesbisch, ist dir der Schritt vor den Altar verbaut. Das stimmt natürlich nicht, kommt aber beim durchschnittsgebildeten Deutschen so an. Es geht um Krankenversicherung (Familienversicherung), Steuerklassen, etc. Dinge die es gibt, um das Leben einer Familie, mit Kindern finanziell zu stützen. Daher, nein zur sog. Homoehe, Heiratet, lässt euch scheiden, nur Kinder werden nie bei rauskommen.

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klamed 26.05.2015, 07:12
8. dass Homopaare nicht diskrimieniert werden dürfen

ist, denke ich klar.

Die Ehe hatte von altersher 4 Aufgaben:
1 Monogamie foerdern und damit Krankheiten eindaemmen
2 Für Nachkommen sorgen und diesen das Aufwachsen ermöglichen
3 Die Macht der Kirche zementieren
4 Die Versorgung der Partner untereinander

In unserer (ich sag mal "zentraleuropäischen") hat man den PUnkt 1 durch Kondome und die Medizin eigentlich gut im Griff
Punkt 3 hat sich für die meisten erledigt (was interessiert mich die Meinung der Kirche) aber eben nicht für alle Parteien, da diese m.E. "christlich" mit "Moralvorstellungen" verwechseln. Das ist m.E. Diskriminierung.
Punkt 4 geht eine Verbindung auseinander muss i.d.R. der eine fuer den anderen Unterhalt zahlen. Den Punkt lasse ich hier ausser betracht. Nur sollte hier gleiches Recht für alle Paare gelten.

Bleibt Punkt 2: Nachkommen können nur Mann und Frau bekommen. Das Aufwachsen wird (in bestimmten Einkommenssituationen) finanziell unterstützt.

Ungleichheiten gibt es immer, auch wie der Staat bestimmte Gruppen behandelt und ich denke auch zurecht, denn der Staat will mit seinen Massnahmen (hier Kinderfreibetrag, Kindergeld, Ehesplitting) ein bestimmtes Verhalten foerdern um gesellschaftliche Ziele zu erreichen: Mehr Kinder die in (finanziell) stabiler Umgebung aufwachsen.

Aber das Ziel erreicht diese Regelung ja nur (noch) unzureichend. D.h. hier muss man ansetzen und z.B. ein Familieneinkommen berechnen (Einkommen pro im Haushalt lebernder Personen) und das Steuerbasis verwenden und wenn es zu niedrig ausfällt auch entsprechend aus Steuergeldern aufstocken.
Das hat dann auch nichts mehr damit zu tun ob das Paar hetero- oder homosexuell ist, sondern damit ob es (das Paar) Verantwortung übernimmt (das kann man dann auch ausweiten auf andere Familienmitglieder, wenn jemand zB. seine Eltern Zuhause betreut...)

Um den Traditionellen gerecht zu werden kann man zusätzlich auch die gleichgeschlechtliche Partnerschaft der (hetero) Ehe in allen anderen Belangen gleichstellen, dann bleibt für die Kirche und die "C" Parteien die Ehe was sie ist und die homo Paare sind der Ehe gleichgestellt... aber das ist dann m.E. Haarspalterei

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Irene56 26.05.2015, 07:14
9. Eine Frage

Von welcher Mehrheit ist die Rede und wo genau wurde diese Mehrheit ermittelt?

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