Forum: Politik
Kommentar zur Ukraine-Krise: Kiew muss aufgeben, um zu siegen
REUTERS

Russland hat der Ukraine einen schmutzigen Krieg aufgezwungen, den sie nicht gewinnen kann. Für Kiew ist es Zeit, den Verlust von Donezk zu akzeptieren - um den Rest des Landes zu retten.

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omop 18.02.2015, 13:55
170. Richtiger Ansatz..

scheinbar gibt es im Westen immer noch einige verblendete Hardliner, die eine noch stärkere Militarisierung der ukrainischen Gesellschaft wollen. Der Westen muss sich eingestehen gravierende Fehler gemacht zu haben. Die aggressive Ausdehnung des Westen ist letztlich der Auslöser für den aktuellen Krieg in der Ukraine. Somit tragen wir auch eine Mitverantwortung für die zahlreichen Toten in diesem unnötigen Konflikt. Ein friedlicher Umsturz mit weitreichenden Autonomierechten und dem Status der Neutralität für die Ukraine wäre für alle Seiten gesichtswahrend gewesen.

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tradutor 18.02.2015, 13:55
171. Wiedervereinigt

Zitat von Robert_Rostock
Öh. nee. Die Krim wurde von Russland ebenso militärisch erobert (Russich-Türkischer Krieg, Potjomkin, Katharina II) wie Schwedisch-Pommern von den Schweden (Dreißigjähriger Krieg, König Gustav-Adolf). Und auch Schwedisch-Pommern wurde, ähnlich wie die Krim, "per Ordre Mufti" an seinen neuen Besitzer Preußen übergeben. Beim Wiener Kongress. Ohne die Einwohner zu fragen. Also doch durchaus vergleichbar. Wollen Sie wirklich alle in den letzten Jahrhunderten erfolgten Grenz- und Hoheitsänderungen in Europa wieder aufdröseln? Bis wann wollen Sie da zurückgehen? Bis Napoleon? Bis zum Dreißigjährigen Krieg? Bis zur Völkerwanderung?
Ich rede nicht von Kriegen, die vor Jahrhunderten stattfanden, sondern von einer eigenartigen "Schenkung" im 20. Jahrhundert.

Die Krimbewohner haben mehrmals durch Referenden versucht, sich von der Ukraine zu lösen, die Mehrheit der Krimbewohner sind Russen. Nun haben sie von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch gemacht und sich mit Russland vereint. Wo ist das Problem?

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Demokrator2007 18.02.2015, 13:58
172. Die Krim gehört zu Rußland und nicht zur Ukraine

Die sog. Kriegsstrategen hier wie anderswo sehen nur eine Lösung-Russland schwächen.
Wie kurz gesprungen das ist müßte das Ende der Sowjetunion vor fast 25 Jahren doch jedermann beweisen.
Wenn das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion auseinander fällt, dann gibt es mit 100%er Sicherheit noch weit mehr Konfliktherde als bloss den Krieg zwischen der Ukraine und russischen Separatisten.
Wenn die Nato also tatsächlich den Russen Soldaten direkt vor die Haustür stellt dann hat Rußland gar keine andere Wahl als ebenfalls militärisch aufzurüsten.
Wenn der geschaffene Status Quo endgültig anerkannt wird, die Krim gehört zu Rußland, nur dann sehe ich eine Chance auf Frieden.

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adal_ 18.02.2015, 14:00
173. Pest oder Cholera

Zitat von Hinrich Rohleder
Ein mutiger und genialer Lösungsvorschlag. Dies scheint der einzige Weg zu sein, die Ukraine vor dem Niedergang zu bewahren. Der Konflikt wird um des Friedens Willen eingefroren, so, wie man es Jahrzehnte mit der Teilung Deutschlands gemacht hat. Leider dürfte dieser Vorschlag im ukrainischen Volk unpopulär sein.
Woher wissen Sie, dass sich Putin mit einem "frozen conflict" in den Grenzen der derzeitigen Frontverläufe zufrieden geben würde?
Nach Bidders Analyse geht es Putin um eine Destabilisierung der Ukraine. Der Kreml-Chef will die Errungenschaften des Euromaidan torpedieren und so die Integration des Landes in EU und Nato behindern. In die Falle soll Poroschenko nach Meinung Bidders nicht tappen und deshalb aufgeben. Nur, was heißt aufgeben eigentlich konkret?

Putin und seine separatistischen Marionetten haben ja kein wirklich konkretes Kriegsziel angegeben. Es gibt keinen international begleiteten Prozess der Separation. Immer, wenn die (Rest-)Ukraine sich zu konsolidieren "droht", also sozusagen der Euromaidan symbolisch über "die gelenkte Demokratie Eurasiens" siegt, bricht wundersamerweise ein "Grenzkonflikt" aus, Putin schickt Panzer und aus die Maus. Wer soll ihn daran hindern?

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woelfer15 18.02.2015, 14:14
174. Eben nicht!

Zitat von 80er
Frau Merkel kämpft für eine friedliche Lösung. Sie gibt ihr persönliches Ansehen in die Wagschale und dies ist das größte was ein Politiker machen kann. Sie kämpft für eine Lösung, damit die Menschen in der Ukraine Leben können, so wie sie es sich durch den Maidan verdient haben. Tatsache ist, dass diese Werte nicht von Putin mitgetragen werden. Putin will Macht um jeden Preis. Menschenleben sind nichts im Vergleich zum Staat. Dies ist schon vom Grundsatz her eine Diskussionsbasis, die wenig bis keinen Spielraum lässt. Merkel hat sich trotzdem mit Putin an den Tisch gesetzt und immer wieder probiert ihm eine Möglichkeit zur Gesichtswahrung zu geben. Merkel ist eine Realpolitikerin, sie kennt die anderen Optionen, nur leider muss man manchmal feststellen, dass man eigentlich keine Optionen mehr hat. Leider ist nun die Zeit der Falken gekommen. Sie müssen neue Optionen schaffen!
Appeasement Politik fordert auf lange Sicht mehr Leid und Tote, als eine klare "bis hier hin und keinen Millimeter weiter" Politik.

Einen Krieg mit der Nato kann sich Putin nicht leisten, eben sowenig die totale internationale Isolation. Beides würde er innenpolitisch nicht überleben.

Man muss nur glaubhaft androhen, anstatt sich vorführen und veralbern zu lassen.

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adal_ 18.02.2015, 14:24
175. Krim-Experten

tradutor: Wiedervereinigt
Demokrator2007: Die Krim gehört zu Rußland und nicht zur Ukraine

Tipp: Einfach mal das Budapester Memorandum lesen. Das ist ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag, den Russland am 5. Dezember 1994 unterzeichnet und im März 2014 gebrochen hat.

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spectrumliberi 18.02.2015, 14:51
176. Neue Zeiten - Donetsk abgeben, dann was?

Ich muss zusagen, dass ich zu diesem Artikel durch eine polnische Zeitung gekommen bin. Und was mir erst eingekommen ist, dass eine Strategie Ukraine abzugeben (erst Donetsk, dann Kiev und dann in 5 Jahren weiter Lituanen, Lettland) vollig unberechenbar wuerde. Das Problem ist dass die EU eigene Probleme mit Einigkeit hast. Merkel und Holland, die nicht nur Ihre Laendern in Minsk representiert haben, die einfach scheiterten. Das muss ein Signal fuer die Europa sein, dass wir in ganzem schwach sind. Ohne einer grossen Koalition des Welts richtung supporting Ukraine finanziell und militarisch, wir bilden Moeglichkeiten fuer Putin. Der Tsar Putin moechte ein neues Imperium bilden und ich bin hier in Polen entgeistert. Ich bin darueber uebrzeugt, dass Leute in Kiev entgeistert sind. Dass muss eine gemainsame Interesse sein, Putin einzustoppen. Ich lebe zirka 100 km von Berlin. Seid Ihr engeistert?

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OkeanElzy 18.02.2015, 15:14
177. Vorschlag kommt zu spät

Meine ukrainische Freundin sagte im Sommer, dass man zumindest im Westen der Ukraine überzeugt sei, dass es auch ohne den Donbass geht. inzwischen sind tausende Menschen gestorben und die Lage ist verfahrener denn je. Dieser Vorschlag von Herrn Bidder ist also nicht neu, und es ist für ihn zu spät. 1) Die Separatisten wollen mehr als nur das Gebiet der sog. Volksrepubliken. Sie wollen mit ihrer Willkürherrschaft auch noch andere Landesteile beglücken, diesmal ganz ohne scheinlegitime "Volksabstimmung". 2) Sie haben kein Interesse an Frieden. Ihre Macht können sie viel besser unter andauernder Mobilisierung sichern. Kann man sich die Soldateska auch in zivilen Berufen und beim Wiederaufbau vorstellen? Wenn der Donbass unabhängig würde, wären sie arbeitslos und würden u.U. in ihr russisches Heimatland zurückkehren. Ähnlich wie mit Blick auf Tschetschenien und den IS sicher der Horror für Putin. 3) Wer soll denn bitte schön die neue Grenze also bspw. entlang der Waffenstillstandsvereinbarungen sichern? Kein Land würde ernsthaft Uno-Soldaten oder OSZE-Beobachter hinschicken (im Übrigen ist in beiden Gremien Russland vertreten, auch mit Vetorecht ausgestattet). 4) Die Ukraine kann wie von Herrn Bidder vorgeschlagen nur auf die Beine kommen, wenn sie eine geschlossene Grenze und geklärte Zustände besitzt. So schlimm die Methode ist, vielleicht sollte man über einen Bevölkerungsaustausch nachdenken? Wer gern in Russland oder in den Separatistengebieten leben möchte, wandert dahin aus, wer sich als Ukrainer fühlt (ja, die gibt es im Osten wie übrigens auf der Krim auch), der sollte in die nicht okkupierten Landesteile umsiedeln. Wenn die Separatistengebiete dann nicht Russland beitreten, gäbe es sogar einen Pufferstaat und Putin kann sich nicht beschweren, dass die Ukraine in die EU will (Nato ist ohnehin allen zu heiß). 5) Waffen sind keine Lösung, denn die geraten nur in falsche Hände. Im Übrigen kann jedes Land entscheiden, ob und wo es Waffen kauft, also auch die Ukraine. Es klingt zynisch, aber manchmal denke ich, es wäre alles einfacher, wenn Russland die Ukraine ganz offiziell überfallen hätte, dann könnte Kiew ob der russischen Übermacht auch die Waffen strecken. Aber: hybride Kriegsführung ist für Putin viel vorteilhafter.

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joomee 18.02.2015, 15:18
178. Neue Grenzen ziehen

Das würde aber nur funktionieren , wenn die neuen Grenzen der Restukraine dann unter dem Schutz der NATO beziehungsweise einer westlichen Allianz gestellt wird - dann aber im Zweifelsfall militärisch strengstens gesichert und notfalls auch umkämpft werden muss - mit allen daraus sich ergebenden Risiken.

Wie schon viele festgestellt haben, wird ein einseitiges, nur scheinbar klügeres nachgeben sonst wohl kaum funktionieren.

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naturalscience 18.02.2015, 15:21
179. Inwiefern..

Zitat von woelfer15
Appeasement Politik fordert auf lange Sicht mehr Leid und Tote, als eine klare "bis hier hin und keinen Millimeter weiter" Politik. Einen Krieg mit der Nato kann sich Putin nicht leisten, eben sowenig die totale internationale Isolation. Beides würde er innenpolitisch nicht überleben. Man muss nur glaubhaft androhen, anstatt sich vorführen und veralbern zu lassen.
.. ist Rußland denn total isoliert? Neben den EU-Staaten haben sich ledigtlich die USA und Kanda, Australien und Neuseeland den Sanktionen angeschlossen, also nicht einmal 20% der Weltbevölkerung. Wobei die USA seitdem sogar ein leichtes Plus im Handel mit RU verzeichnen!
Zweitens sollten Sie einmal erklären was Sie von einer EU-Assoziation der Ukraine erwarten.
Drittens sollten Sie erklären wie dieses Land wirtschaftlich (und dies ist das Hauptproblem) unter Leitung der selben Oligarchen welche dort seit 2 Jahrzehnten den Kurs bestimmen gesunden soll.
Viertens würde es mich interessieren wie die Ukraine ohne den Absatzmarkt Rußland (30% der Exporte gehen dort hin) mittelfristig überleben soll.
Fünftens wie wollen Sie das finanzieren - die EU ist blank - siehe Griechenland und die Einzelstaaten hoch verschuldet.
Zum Schluß noch ein paar Zahlen
BiP/pro Kopf Ukraine ca 4000 $ RU ca 14000 $
Deutsche Firmen mit Geschäftsverbindungen/Firmensitzen
Ukraine 400 RU 6000

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