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Kommentar zur Ukraine-Krise: Kiew muss aufgeben, um zu siegen
REUTERS

Russland hat der Ukraine einen schmutzigen Krieg aufgezwungen, den sie nicht gewinnen kann. Für Kiew ist es Zeit, den Verlust von Donezk zu akzeptieren - um den Rest des Landes zu retten.

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matulla23 18.02.2015, 08:29
50. Ansatz stimmt

Ich kann dem Kommentar von Benjamin Bidder nur zustimmen. Des Friedens willen müsste die Ukraine komplett auf den Donbass verzichten und die Bildung der gewünschten Regionalrepubliken akzeptieren. Mittel- bis langfristig. - Die Alternative wäre ein Flächenbrand in Europa. Mal ganz abgesehen von den Kosten, ginge es dann um viel mehr. - Insofern muss die Welt auf die Ukraine einwirken und eine Lösung herbeiführen, die eine losgelöste Ostukraine als Ziel hat. Und zwar sofort! - Damit hat Putin alles gewonnen und gleichzeitig vielleicht noch mehr verloren. Seine Glaubwürdigkeit und vor allem das Vertrauen seiner Nachbarn sowie anderer Staaten! Russland bleibt bloßgestellt. - Nach der öffentlich zugegebenen Annexion der Krim wird in den nächsten Monaten auch ein Geständnis folgen, dass man natürlich den Volkswillen der verbrüderten Ostukraine hat militärisch und logistisch unterstützen müssen, um weiteres Leid oder um Schlimmeres zu verhindern. Für Russland muss die Antwort seitens der freien Welt ganz klar sein: NEIN Putin! So nicht! - Um des Friedens willen wird man hier kein weiteres Öl ins Feuer gießen und die Ostukraine ziehen lassen. Die restliche Ukraine muss wirtschaftlich gestärkt werden und sollte sich losgelöst vom Osten so entwickeln wie es die Bevölkerung wünscht. - Russland hat in den letzten Monaten seine Hüllen fallen lassen und gezeigt, in welchen Mustern die Welt gesehen wird. Die Devise heißt nicht gleichberechtigte Partnerschaft, sondern zuerst russische Interessen. Im heutigen Europa ist für einen solchen Aggressor kein Platz! Dieses Land muss man soweit wie möglich meiden und schneiden. In jeder Hinsicht! - Für Russland muss die Pille am Ende sehr bitter schmecken. In diesem Zusammenhang müssen die bestehenden Sanktionen aufrecht erhalten und gerade jetzt nochmal in einem schmerzhaften Maß angezogen werden. Es bleibt dabei: Aggressoren müssen bestraft werden! Solange wie nötig!

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rambazamba1968 18.02.2015, 08:31
51. Militärisch gewinnt man nicht den Krieg

Ich sehe es genauso. Militärisch wird man diesen Konflikt nicht lösen. Wenn die Ukraine selbstbewusst und stark ist, hört sie auf zu kämpfen, baut den Rest des Landes auf, schafft eine wirkliche Demokratie mit Meinungsfreiheit und wirtschaftlicher Stabilität. Am Ende dieses Prozesses wird auch die Ostukraine wieder nach Kiew rücken. Ich bin mir sicher. Aber dafür gehört ein langer Atem und kluge Köpfe in der Politik. Die USA und die EU sollten diesen Prozess tatkräftig unterstützen und Russland isolieren. So gewinnt man gegen Putin und nicht durch Waffenlieferungen.

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mauricio34 18.02.2015, 08:31
52. Putin wird immer weitermachen

der Vorschlag auf Tausch "Boden gegen Frieden" hört sich gut und vernünftig an, ist es aber nicht. Putin wird weitermachen. Er will mindestens sein "Neurußland".
Wenn Kiew sich ergibt, wird er auch Kiew nehmen.
Er hat Blut geleckt und kommt erst jetzt richtig in Schwung.
Warum wird eigentlich nach so vielen Beweisen für eine russische Intervention, in der Presse immer noch von "russischfreundlichen Separatisten" gesprochen?
Es wird immer weitergehen. So schlimm sich die Kriegsökonomie von Obama anhört: nur hohe Kosten des Konflikts kann Putin stoppen, aber keine Friedensangebote.

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kompetenzfabrik 18.02.2015, 08:34
53. Das ist der erste Kommentar von Herrn Bidder ...

Das ist der erste Kommentar von Herrn Bidder, dem ich weitgehend zustimmen kann. Nur noch zwei Ergänzungen. Der Donbas wollte nicht in die EU und in die Nato. Die russischsprachige Bevölkerung hat ihren eigenen Maidan veranstaltet. Während die Maidanprotestanten im Westen als Freiheitskämpfer gefeiert wurden, wurden die im Osten schnell als Separatisten und Rebellen diffamiert. Ihre Interessen wurden nicht berücksichtigt. Der größte Fehler war, militärisch gegen den Osten vorzugehen. Eine totale Fehleinschätzung. Die zweite Bemerkung: Kiew wird durch die möglichen Waffenlieferungen der USA im Glauben gelassen, den Krieg doch noch gewinnen zu können. Das bestärkt sie in ihrem Realitätsverlust und wird den Krieg nur verlängern. Es kann nur Verhandlungslösungen geben und dazu muss Kiew wohl die eigene verfehlte Politik einsehen und die Niederlage akzeptieren.

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demokratieverteidiger 18.02.2015, 08:35
54. Es zuzugeben...

...fällt schwer, muss man doch der Wahrheit in die Augen schauen. Die Gebiete sind verloren, die Seps und Russland haben erreicht, was sie wollten. Der Status Quo wird nie wieder hergestellt werden können. Der Drops ist gelutscht. Die Moral ist auf Seite der Ukraine, die Fakten sind aber anders. Beendet das sinnlose Blutvergießen, sollen sie ihren Willen haben.

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mundilfari 18.02.2015, 08:36
55. So sieht es aus

Putins hybride Kriegsführung ist derart durchdacht dass der Westen nichts dagensetzen kann.
Ausser aktiven Krieg- und das wäre ein Fiasko für beide Seiten.

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diskantus 18.02.2015, 08:45
56. Die Wahrheit sieht anders aus.

Putin drängt die Ukraine zur Aufgabe von Debalzewe - damit hätte er erstmal, was er wollte, und wäre der Sieger.
Die Wahrheit muss anders lauten:
Putin ist der Kriegstreiber - er hat die Separatisten dazu zu zwingen, die ukrainischen Stellungen zu verlassen - straffrei, per einzurichtendem Korridor. Samt ihrer Waffen, aller Waffen.
Erst dann kann Ruhe einkehren. Denn Putin wird nicht aufhören mit der Kriegstreiberei, trotz Waffenruhe.
Es würde weitergehen - denn Putin glaubt strikt an das "vereinigte Russland" (ehem. UdSSR) und an das Ziel, dies wieder zu erreichen, in "kleinen Schritten" und mit allen Mitteln.
Dem muss klar und deutlich und für immer ein Riegel vorgeschoben werden. Mit Putin im Rücken und einem "Waffenstillstand" kann die Ukraine niemals "westlich" werden.

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sagitta 18.02.2015, 08:48
57. Was für ein Schmarren

Als seinerzeit Juschenko gewählt wurde, hat man in Moskau wohl gegrummelt, weil man nicht genug Laster zur Verfügung hatte, um Bargeld in die Ukraine zu schaffen, das westliche Gelder und die Gelder der Oligarchen schnell neutralisieren konnte, aber man hat damals keine militärischen Mittel eingesetzt.
Erst als im Februar 2014 ein gewalttätiger Umsturz mit Duldung und Unterstützung der EU und USA erfolgte und Jatsenuk & Co. an die Macht spülte, kam die jetzige Gewaltspirale in Bewegung. Entscheidend war die Natur des Machtwechsels und der Verfassungsbruch.
Geht Herr Bidder etwa davon aus, dass die Regierung in Kiev noch eine Wahl hat ? Die militärischen Niederlagen sind nicht nur die Folge einer russischer Intervention, sondern vielmehr Symptom eines schon lange nicht mehr funktionierenden Staatswesens. Zerrieben zwischen pseudo-demokratischen Oligarchenparteien und nationalistischen Schreihälsen ist die staatliche Autorität in den letzten 20 Jahren ganz ohne russisches Zutun weitgehend verloren gegangen. Das Land zerfiel und zerfällt weiter in verschiedene Grossregionen unter der Hoheit einzelner oligarchistischer Gebietsfürsten und den von ihnen unterstützen radikalisierten Parteien. Diese Entwicklung wurde durch die äussere Einmischung aus West und Ost nur beschleunigt, nicht begründet. Die Einführung des Kriegsrechtes würde diese Implosion nur noch beschleunigen. Ich erwarte, dass im Zeitraum der nächsten 5 Jahre die Ukraine in ihrer Staatlichkeit nicht mehr existiert, selbst wenn jetzt nach Debaltzeve ein Waffenstillstand eintreten sollte.

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Jenz P. Eter 18.02.2015, 08:49
58. Realismus

Bei der Einschätzung der aktuellen militärischen Lage kehrt ja so etwas wie Realismus bei Herrn Bidder ein.

Vielleicht erkennt er irgendwann ja auch noch, dass die Ursachen für den Bürgerkrieg in der Ukraine polykausal sind und nicht allein auf Putins Mist gewachsen: die Hoffnung stirbt zu letzt

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MM42 18.02.2015, 08:54
59. Komplett richtig

Militärisch ist da nichts zu holen außer zusätzliche Tote und Leiden. Rückzug aus dem Donbass, finanzielle und militärische Unterstützung für die Ukraine. Letzteres, falls die Separatisten dann immer noch keine Ruhe geben. Und bitte nicht einen Euro für den Donbass, da soll sich Russland drum kümmern. Den Rest erledigen die Sanktionen, nur Geduld.

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