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Konflikt in Afrika: Sudan und Südsudan liefern sich Grenzgefechte
AFP

Der Konflikt zwischen Sudan und Südsudan verschärft sich. Truppen des Südens sind in das Gebiet des nördlichen Nachbarn einmarschiert. Khartum droht mit Vergeltung, Juba rechtfertigt die Aktion als Selbstverteidigung. Die Uno will beide Seiten zurück an den Verhandlungstisch bringen.

Thomas-Melber-Stuttgart 12.04.2012, 17:22
1.

Zitat von sysop
Der Konflikt zwischen Sudan und Südsudan verschärft sich. Truppen des Südens sind in das Gebiet des nördlichen Nachbarn einmarschiert. Khartum droht mit Vergeltung, Juba rechtfertigt die Aktion als Selbstverteidigung. Die Uno will beide Seiten zurück an den Verhandlungstisch bringen.
Es ist schon erstaunlich über welche Infrastruktur (Armee, Militärgeheimdienst) der Südsudan verfügt, ein Land, das keine nennenswerten Einnahmen hat. Ist die Grenze zum Sudan eigentlich völkerrechtlich verbindlich festgestellt?

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Trondesson 12.04.2012, 17:36
2.

Zitat von Thomas-Melber-Stuttgart
Es ist schon erstaunlich über welche Infrastruktur (Armee, Militärgeheimdienst) der Südsudan verfügt, ein Land, das keine nennenswerten Einnahmen hat. Ist die Grenze zum Sudan eigentlich völkerrechtlich verbindlich festgestellt?
Nein. Es herrscht nach wie vor Uneinigkeit darüber, wie die ölreichen Grenzgebiete aufgeteilt werden sollen. Jeder will, wie immer, alles.

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slyer 12.04.2012, 19:38
3. Tja ...

Zitat von Thomas-Melber-Stuttgart
Es ist schon erstaunlich über welche Infrastruktur (Armee, Militärgeheimdienst) der Südsudan verfügt, ein Land, das keine nennenswerten Einnahmen hat. Ist die Grenze zum Sudan eigentlich völkerrechtlich verbindlich festgestellt?
Es ist wohl eher umgekehrt: Da die Sudanese People's Liberation Army seit 1982 (erst mit äthiopischer, dann, nach einer Pause, mit US-amerikanischer Unterstützung) kämpft, ist die Armee das einzige, was funktioniert, wenn auch nur bedingt. Ein Miltärgeheimdienst ist eigentlich auch in Guerilla-Armeen üblich, schon wegen der Infiltration durch die Regierung, wobei ich allerdings zugeben muss, dass ich von einem Vizechef namens Mac Paul noch nie gehört habe. Möglicherweise ist Mac Paul Koul Awor gemeint, der als SPLA-General letztes Jahr den Rückzug aus Abyei befehligte.

Die völkerrechtliche Verbindlichkeit der Grenze ist auch ein Problem: Im Comprehensive Peace Agreement legten die Konfliktparteien das Referendumsgebiet auf die alten Südprovinzen von 1956 fest, in der Region Abyei sollte ein gesondertes Referendum stattfinden, das aber an der Frage der Abstimmungsberechtigten scheiterte. Von daher kann man davon ausgehen, dass mit der Ausnahme Abyeis die gesamte Grenze festgelegt ist. Problematisch war aber von Anfang an, dass Gebiete, in denen die SPLA operiert hatte, wie die Nuba-Berge, nach dieser Vereinbarung im Norden lagen, während traditionelle Durchzugsgebiete nördlicher Nomaden plötzlich zum Süden gehörten. Und so etwas führt dann gern zu bewaffneten Auseinandersetzungen (eher inoffizieller) Gruppen, da im Bürgerkrieg beide Seiten eine Politik der großflächigen Bewaffnung irregulärer Milizen praktizierten.

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