Forum: Politik
Konflikt am Persischen Golf: In der Iran-Falle
Saul Loeb/ AFP

Donald Trump hat sich mit seiner harten Linie gegenüber Teheran in eine schwierige Situation gebracht. Es gibt für ihn praktisch keinen einfachen Ausweg mehr.

Seite 17 von 20
dipl-ing 15.06.2019, 21:44
160.

Ich befürchte, der Krieg ist längst beschlossene Sache. Der Flugzeugträger ist ja schon seit Wochen unterwegs, es ist m.E. nur noch eine Frage der Zeit, wann er zum Einsatz kommt. Iran hat dabei keinen Grund, die Nachbarländer, Öltransportwege, alte Feinde ( Israel) oder Einflussgebiete (Jemen) zu schonen. Die Macht im Iran befindet sich nicht in Rohanis oder Kahmeneis Händen, sondern der Sepah. Auf einen Regimewechsel sollte niemand hoffen, bei einem Angriff von Außen werden sich die Gegner der Mullahs nicht an einem Sturz des Regimes beteiligen. Iraner sind i. A. gebildet und kennen ihre Geschichte (Mossadegh) und konnten aus der Erfahrung anderer (Kurden) lernen, die wissen, dass auf amerikanische Unterstützung kein Verlass ist.

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bambata 15.06.2019, 21:54
161.

Zitat von rheinufer9365
hat sich auch keiner seiner Berater das Video richtig angesehen. Als das Boot am Schiff anlegt, sieht man nur drei bis vier Leute auf dem Boot. Kurz darauf jedoch eine große Gruppe mit der sich das Boot langsam vom Tanker entfernt. Es ist offensichtlich wohl keine Angriffs- sondern eher eine Rettungsaktion der iranischen Küstenwache, die wohl die Besatzung aufnimmt, um sie in einen Hafen zu bringen. Pasdaranboote, d.h. iranische Schnellboote, würden für eine Angriffsaktion nur wenige Sekunden brauchen. Auch hat wohl im Weißen Haus und in Medien sich noch keiner die angeblich von "Minen" angerichteten Schäden richtig angesehen. Beide Löcher im Schiffsrumpf sind relativ klein und wurden sicher nicht von Haftminen verursacht und stammen wohl eher von Geschossen. Der Notruf vom Tanker ging um 6.00 Uhr morgens ab. Nun versuchen die Amis der Welt unterzujubeln, das 10 Stunden nachdem es zu Explosionen auf dem Tanker kam, die Iraner mit Boot und bei Tageslicht am Tanker anlegen, um eine nicht explodierte Mine zu entfernen? Um das surrealistische Schauspiel auf die Höhe zu treiben, hieß es in einer Verlautbarung der US-Regierung einen Tag vor Abes Besuch in Teheran, laut NYT: "Die amerikanische Regierung verurteilt aufs schärfste Irans Bruch des Atomabkommens." Genau, das Abkommen, das vom wahnhaften Donald einfach mal so und ohne jeden Grund aufgekündigt wurde.
Auch für Sie: Die Crew der Kokuka Courageous wurde nicht von Iranern gerettet.

Das iranische Schnellboot hat offenbar in der Morgen- oder Abenddämmerung längsseits der Kokuka Courageous beigelegt, so sehen zumindest die Bilder auf dem Video aus. Zu einem Zeitpunkt, als diejenigen, die erkennbar Beweise entfernen wollten, sich unbeobachtet fühlten. Und da die Kokuka Courageous zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig evakuiert war, konnte auch niemand von Bord die Aktionen am Rumpf beobachten. Dass die Iraner während dessen von einer US-Drohne gefilmt werden könnten, hatten sie offenbar nicht auf dem Schirm.

Das Schadensbild passt sehr gut zu einer Mine, die oberhalb der Wasserlinie angehaftet wurde.

Außerdem hatte die Kokuka Courageous Methanol gebunkert. Was glauben Sie wohl wäre passiert, wenn ein Geschoss den Rumpf durchschlagen hätte?

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Fuscipes 15.06.2019, 21:56
162.

Sollte man sich der Idee des Völkerbundes und Nachfolgers UNO rückbesinnen, klar eine Runderneuerung steht an, nur wenn wir in diesem Tempo des Rückschritts weiter verharren, werden uns unsere Probleme sehr bald überholen.

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Filsbachlerche 15.06.2019, 21:58
163. Niemand hier weiß etwas Genaues.

Die Diskussion in diesem Forum ist nur ein kleinkarierter Hickhack um Vermutungen.
Nach der Lektüre von gut 100 Beiträgen ist mir das einfach zu doof.

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taglöhner 15.06.2019, 22:01
164. Parsimonität

Zitat von claus7447
Also pompeo und bolten sagen die Wahrheit?
Bezüglich der behaupteten Herkunft des gezeigten Bootes zum behaupteten Zeitpunkt wird ihnen von vielen teils auffällig eifernden in der Sache aber ohne jede eigene weitergehnede Information agierende Foristen in etlichen Varianten, nicht aber., mit keinem Wort, von der iranischen Führung selbst widersprochen. Warum lässt man es Pompeo und Bolton durchgehen, mit diesem Video etwas zu belegen, was für Laien gar nicht zu sehen ist?

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claus7447 15.06.2019, 22:09
165.

Zitat von taglöhner
Bezüglich der behaupteten Herkunft des gezeigten Bootes zum behaupteten Zeitpunkt wird ihnen von vielen teils auffällig eifernden in der Sache aber ohne jede eigene weitergehnede Information agierende Foristen in etlichen Varianten, nicht aber., mit keinem Wort, von der iranischen Führung selbst widersprochen. Warum lässt man es Pompeo und Bolton durchgehen, mit diesem Video etwas zu belegen, was für Laien gar nicht zu sehen ist?
Im Moment glaube ich den USA gar nichts.

Aber Fakten sind das auch nicht.

Guten Abend

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udo46 15.06.2019, 22:10
166.

Zitat von Filsbachlerche
Die Diskussion in diesem Forum ist nur ein kleinkarierter Hickhack um Vermutungen. Nach der Lektüre von gut 100 Beiträgen ist mir das einfach zu doof.
Meinen Sie denn, wir werden jemals etwas Genaues erfahren?

Daher bleibt ja nur das Vermuten, Schlussfolgern, Recherchieren, Widersprüche Aufdecken.

Wichtig genug ist das Thema ja wohl.

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bambata 15.06.2019, 22:11
167.

Zitat von vulcan
Bisschen weit hergeholt, die 'Analyse' und die 'selbstgebaute Falle' - wohl eher Wunschdenken des Autors. Wieso sollte irgendjemand den USA Handlungen aufzwingen können? Die Sanktionen können aufrechterhalten oder noch mehr verschärft werden. Egal, was der Iran macht - es gibt nur eine Situation, in der die USA zum Handeln gezwungen wären: Eine klare Kriegshandlung des Iran. Sonst nichts. Und wenn sich der Iran solche Dinge wie die Tankergeschichten oder Anderes erlaubt, dann ist das mitnichten allein die Sache der USA - das geht alle an. Und nebenbei: Besagte Straße von Hormus könnten die USA binnen weniger Tage völlig von iranischer Präsenz befreien, wenn sie wollten - sowohl zu Wasser, zu Lande und auch in der Luft. Die Iraner haben 1988 schon mal gesehen, was passiert, wenn man sich mit den USA anlegt. Der 'Preis' eines Krieges würde zu 90% vom Iran bezahlt werden. Kann dort kein halbwegs vernünftiger Mensch wollen.
Wenn der Iran mit weiteren terroristischen Aktionen oder gar der Sperrung der Strasse von Hormuz (wozu sie militärisch m. E. allerdings kaum in der Lage sein werden) die Weltwirtschaft massiv destabilisieren würde, wären die USA sehr wohl zum Handeln gezwungen.

Aus dem Artikel geht ja richtigerweise hervor, dass durch die Krise der Ölpreis schon jetzt steigt, was automatisch auch auf die amerikanischen Verbraucher zurückschlägt. Es sind übrigens die MAGA-Wähler, die es als erstes trifft. Trump ist in einer ziemlich miesen, selbstverschuldeten Zwickmühle. Wenn's nicht so ernst wäre, könnte man sich geradezu diebisch freuen. Die Realität holt Trump ein, das ist so ziemlich das Letzte, womit das stable genius gerechnet hat.

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HanzWachner 15.06.2019, 22:19
168. Offensichtlich ist Dealmaker Trump...

...nur ein Großmaul in den Fängen richtiger Kriegstreiber wie Bolton, Pomeo und anderer "Berater" aus dem militärisch-industriellen Komplex, denen es schon lange in den Fingern juckt, das iranische Mullah-Regime abzuschießen. Zu Zeiten von Schah Reza Pahlavi war doch eitel Sonnenschein mit Israel und die USA hatten außer den Saudis einen weiteren großen Waffeneinkäufer in der Region. Ob die Amerikaner mit ihrer riesigen, aber immer wieder gescheiteren Militärmaschinerie diesmal erfolgreich wären, darf auch bezweifelt werden.

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Farhad 15.06.2019, 22:25
169. Es zählen primär persönliche Bereicherung und Wünsche der Auftraggeber

und nicht Trumps Wähler. Trump verfügt schon über eine minimale Intelligenz, sodass er unmissverständlich die Botschaft aus der Region durch eine begrenzten Eskalation empfangen hat. Spätestens nach dem Besuch von Abe Shinzo ist Trump im Bilde. Abe Shinzo wollte offenbar nur dem Paten einen Gefallen getan haben, damit vermutlich der Wirtschaftskonflikt mit Japan vorerst verschoben wird. Die Botschaft von Abe sollte offenbar für das iranische Volk "Krieg" und für die Entscheidungsträger "Gespräche" und demzufolge "Zugeständnisse" gewesen sein. Man kann sich schon vorstellen, dass die klare Entscheidung in Teheran schon vor der Einreise von Abe gefallen wäre. Die maximale Negation der Entscheidungsträger in Teheran und eine öffentliche Bloßstellung von Trump ist aber während des Besuches von Abe entstanden. Es wäre vorstellbar, dass ein entscheidender freundlicher Tipp aus der japanischen Delegation zur maximalen Verneinung geführt habe. Es wäre nicht ausgeschlossen, dass Abe selbst von seiner Mission nicht überzeugt gewesen wäre. Jedenfalls ist Trump in eine Sackgasse geraten. Vor ihm steht ein kompromissloser heißer Prellbock. Mit und unter Trump wird es weder zum Gipfel noch zum Frieden kommen. Dafür ist der Preis für die USA und deren verbündeten in der Region viel zu hoch.

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