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Konflikt mit Mazedonien: Griechenlands Außenminister tritt wegen Namensstreit zurück
REUTERS

Wegen eines Disputs über den Landesnamen "Mazedonien" hat Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias sein Amt zur Verfügung gestellt. Offenbar fühlte er sich von Ministerpräsident Tsipras nicht ausreichend unterstützt.

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MatthiasPetersbach 17.10.2018, 19:04
10.

Zitat von rudi_ralala
Nicht immer bloß etwas ungeprüft in den Ring werfen. Unser Haus auf einer Kykladeninsel ist perfekt erfasst worden, einschl. der separaten Abstellkammer von sechs Quadratmetern und des gemauerte Grills und das Schöne ist, für das alles wurde Steuern bezahlt und nicht zu knapp. Nämlich wenn eine Haus nicht legal ist oder zumindest nicht legalisiert wurde, kann man es weder verkaufen noch vererben. Bezüglich Steuerfahndung. Es ist schwer Auslandsgriechen zur Kasse zu bitten, denn z.B. Reeder sitzen entweder in London oder Genf. Es nutzt auch nichts wenn die gemeinen griechischen Steuerbürger 230 Milliarden dem Finanzamt schulden, wenn sie mangels Masse niemals bezahlen können. Bezüglich der Übersteuerung griechischer Bürger hatte die EZB Anfang des Monats der GR Regierung die Rote Karte gezeigt, zwar nicht direkt aber mittels einer Studie und der Aussage, es wäre besser die Steuern zu senken und die zum großen Teil zu bekommen, als sich selbst froh zu machen mit Außenständen, die nie und nimmer eingezogen werden können.....
So siehts aus.

Allerdings erscheint der Namensstreit für Aussenstehende TROTZDEM völliger Humbug. Wie kann man sich wegen des Namens des Nachbarlandes - oder des eigenen - irgendwie aufregen?

Wenn Deutschland morgen Takatukaland hieße und die Fahne eine Kartoffel zeigte, wäre das mir - und anderen Vernünftigen - völlig egal.

Und wenn Frankreich aus Elsaß-Lothringen nicht "Grand-Est" sondern aus irgendwelchen Gründen "Baden-Ouest" draus gemacht hätte wäre es auch egal.

Weil es egal IST - nur nicht für Nationalisten.

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crazy_swayze 17.10.2018, 19:50
11.

Zitat von rudi_ralala
Zu guter Letzt. Wer in Griechenland Retsina trinkt hat entweder keinen Geschmack oder nicht das nötige Kleingeld sich einen guten Wein zu leisten. Griechenland hat die besten Böden und beste Klima für die besten Weine weltweit. Nicht von ungefähr gehen tausende Tonnen Trauben und Traubenmost jedes Jahr nach Frankreich. Damit veredeln die ihre eigene Plörre.
Als Grieche muss ich hier widersprechen. Es gibt sehr guten Retsina der trinkenswert ist, allerdings bekommt man in dt. Restaurants meistens nur den Malamatina-Essig.

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petro28 17.10.2018, 19:58
12. @MatthiasP

Jeder vernünftige Mensch würde sich auch mit Geschichte auseinandersetzen, seinen Wurzeln, seiner Herkunft. Und wenn man patriotisch ist, ist man noch lange kein Nationalist. Wenn "Baden-Quest" plötzlich Teile deines Hauses in "Takatukaland" für sich beansprucht und mit "Dönerman" darüber redet wie er dich vertreiben kann, dann verstehst du es. (Oder lies meinen Post weiter oben) Die Griechen haben leider nicht Belgien, Holland oder Schweiz als Nachbarn.

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jennerwein 17.10.2018, 20:02
13. Die Griechen sind nicht schuld, und slawischen Nachbarn ebenso wenig

Griechen und Serben bezeichnen sich seit der Entscheidungsschlacht an der Salonikifront. In einer der wichtigsten Entscheidungsschlachten des gesamten 1.Weltkriegs - dennoch bei uns fast unbekannt - besiegten sie mit massiver französischer und britischer Hilfe dort die Mittelmächte und das Osmanische Reich. Die - slawischen - 'Mazedonier', mal 'da mal da' Bestandteil, wurden Teil Jugoslawiens. Als Bestandteil Jugoslwaien - ohne staatliche Eigenständigkeit - war es den Griechen unwichtig, wie sich diese bezeichnen. Wie "sehr" sie sich selbst als Nation empfinden, ihre ureigenste Aussage: "Von den Bulgaren haben wir die Sprache - von den Serben die Religion." Die meisten Völker auf dem Balkan hätten sich verstanden.. Doch selbst bei der vollkommen friedlichen Loslösung, 1991, dieses "Mazedonien" entschieden die USA adhoc gemäß dem Recht des Särkeren gegen die da schon gegen die griechischen Proteste. Was geht das denn die Griechen? Na ja, dieses Griechenland war immerhin selbst während noch so schlimmer Embargos und obschon Nato-Mitglied als so gut wie einziges Land an der Seite Serbiens. Und es hätte gewiß auch eine Lösung gemeinsam mit der benachbarten Bevölkerung gegeben. Doch wenn glaubt, die dortigen Völker betreffenden Angelegenheiten denen fertig als "Essen auf Räder" aus Washington und Brüssel servieren zu müssen, braucht man sich nicht über deren Widerstand zu wundern. Über Jahre habe ich mich auf dem Balkan in Lagern engagiert. Ich habe ein anderes Bild von den dortigen Menschen. Mag man deren Politiker kaufen, ihre Bevölkerung aber nicht.

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crazy_swayze 17.10.2018, 20:05
14.

Zitat von MatthiasPetersbach
So siehts aus. Allerdings erscheint der Namensstreit für Aussenstehende TROTZDEM völliger Humbug. Wie kann man sich wegen des Namens des Nachbarlandes - oder des eigenen - irgendwie aufregen? Wenn Deutschland morgen Takatukaland hieße und die Fahne eine Kartoffel zeigte, wäre das mir - und anderen Vernünftigen - völlig egal. Und wenn Frankreich aus Elsaß-Lothringen nicht "Grand-Est" sondern aus irgendwelchen Gründen "Baden-Ouest" draus gemacht hätte wäre es auch egal. Weil es egal IST - nur nicht für Nationalisten.
Sooo einfach ist es nicht.

Der Landstrich Makedonien in Griechenland vergoldet seinen Ursprung mit dem Landesvater Alexander dem Großen sehr kunstvoll. Ob nun mit Museen, Souvenirständen oder Makedonien-Literatur usw. Alexander ist überdies ein nationales Kulturgut, jeder Schuljunge lernt etwas über ihn in der Grundschule.

Die "feindliche Übernahme" dieser Geschichte durch eine slawische unbeteiligte Bevölkerung ist also durch zweierlei oben genannter Punkte kritisch. Einerseits geht es gegen den in der Schule gelernten Sachverhalt und ist eindeutig Nationalstolz (was nichts schlimmes ist), andererseits unterminiert es aber die ökonomische Basis von vielen, die mit dem Namen Alexanders Geld verdienen, wenn der von den "Nordmazedonen" gekapert wird und man sich nicht dagegen wehrt.

Die Österreicher würden sich auch verbitten, dass ihnen jemand den Mozart wegnimmt (u.a. auch wegen der Mozartkugeln).

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lupo62 17.10.2018, 20:24
15.

Zitat von petro28
Ahnung hat, sollte man auch keine unqualifizierten Kommentare raushauen. Hier, wen es wirklich interessiert... Schnellkurs zum Thema: 1. Makedonien ist ein Bundesland Griechenlands, in dem viele Traditionen, die Kultur, die Geschichte der antiken Makedonen seit Tausenden von Jahren gepflegt, vererbt und gelebt werden. Makedonien war Teil der hellenistischen Kultur und ist geschichtliches Erbe der heutigen Griechen. Wem Alexander gehört oder nicht gehört - wenn man das überhaupt so sagen kann - das ist wissenschaftlich geklärt (link unten zum nachlesen)
Die "Kontinuität der helenistischen Kultur" in Bezug auf Mazedonien ist nicht so durchgehend, wie man sie Ihnen auf einer (griechischen?) Schule beigebracht hat. Die heutige Bevölkerung der griechischen Provinz Mazedonien besteht weit überwiegend aus den Nachkommen von Menschen, die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts aus der Türkei zwangsumgesiedelt worden sind sowie zum kleineren Teil aus Nachkommen slawischer Bewohner, die im Laufe des 20. Jahrhunderts "griechiefiziert" worden sind. Beide Volksgruppen sind als Protagonisten einer kontinuirlichen griechischen Kultur in Mazedonien völlig ungeeignet.
Ist im Prinzip auch egal, weil außerhalb des umstrittenen Gebiets fast jeder Mensch der Meinung ist, dass Menschen, die in einem Gebiet wohnen, sich auch nach diesem Gebiet nennen können. Und zwar, ohne dass eine jahrtausende lange ungebrochene kulturelle Kontinuität konstruiert werden muß, die die slawischen Makedonier natürlich ebenso wenig hin bekommen wie die Griechen.
Übrigens taugt Alexander als Prototyp des Mazedoniers nur sehr bedingt. Er hatte bekanntlich viel größeres im Sinn als seine kleine Heimatprovinz.

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jennerwein 17.10.2018, 20:35
16. zu "mk637" Genau, die demütigende Art ist es

Über viele Jahrzehnt hatten Griechenland und seine südslawischen Nachbarn freundschaftlichste Beziehungen. Obschon in verschiedenen Macht-, Militär- und Wirtschaftsblöcken. Und auch diese Situation wäre zu einer von allen getragenen Lösung gekommen. Doch die Art, wie die EU und Nato auftraten "Friß es oder Laß es!" - das war denSlawen und den Griechen zuviel.. So demütigt man niemand. Schauen Sie sich doch diese über 90 % Ja - Stimmen an - diese ergeben sich ausschließlich aus der albanischen Minderheit. Die Wahrheit ist, daß 95 % der slawischen Mehrheit diese Art von Vorgehen EU- und Nato-Poltiker mit einem nahezu 100 % Referendum-Boykot beantwortet haben. Slawische Bevölkerung ist immerhin 3/4 des Landes. Wenn wir auch als Mitteleuropäer das "alles" nicht verstehen können, so sollten wir uns nicht lustig über andete machen. Zu gut weiß ich noch, auf welch erbitterten Widerstand selbst Strauß in Bayern bei bloßen Landkreisreformen stieß. Und jetzt, nach Jahrzehnten, wollen Tausende ihre alten Kfz-Kennzeichen wieder. Aber in Bezug auf Andere ist alles Nationalismus.

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oalos 17.10.2018, 20:51
17. Im Zusammenhang gesehen.

"1912-1913 Erster Balkankrieg: Griechenland, Bulgarien und Serbien gelingt es, Mazedonien dem osmanischen Reich zu entreißen.
1913 Ein Konflikt zwischen diesen drei Staaten ist der Grund für den zweiten Balkankrieg. Ein Großteil Mazedoniens wird zwischen Serbien und Griechenland aufgeteilt, während Bulgarien nur einen kleinen Teil für sich beanspruchen kann.
1944 Aufgrund des zweiten Weltkriegs ist Jugoslawien zersplittert. Im November beschließt die Tito-Regierung, dass Mazedonien Teil der zukünftigen jugoslawischen Föderation werden soll und erkennt das jugoslawische Mazedonien als individuelles Volk an.
1946 Als die Sozialistische Republik Jugoslawien ausgerufen wird, wird das jugoslawische Mazedonien offiziell eine der sechs Republiken dieses Landes." (http://de.strasbourg-europe.eu/ehemalige-jugoslawische-republik-mazedonien,18161,de.html).
Dazu muss man dann nur noch wissen, dass Tito nach dem Ende WK II sehr darauf spekulierte / hoffte, auch den griechischen Teil Mazedoniens in sein Reich zu holen -- Griechenland war ja schwach und ab März 1946 bis Oktober 1949 im eigenen (natürlich nicht und von welchen Schutzmächten wohl vorangetriebenen ?) Bürgerkrieg .

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oalos 17.10.2018, 21:03
18. Meine Güte, Deine Güte.

Zitat von WolfThieme
Meine Güte, ihr Griechen, habt ihr wirklich keine anderen Sorgen? Wie wäre es mit der Einführung eines Katasteramtes für die Erfassung von Grundstücken? Einer funktionierenden Steuerfahndung? Besseren Retsina?
Versuchen Sie doch mal in Schland zu erfassen, wem welche Grundstücke gehören -- bei den -zig Katasterämtern, die es so gibt. Da bislang in GR noch nicht soooo lange Steuern auf Grundbesitz erhoben worden sind - und somit eine Erfassung schlicht unnötig war (ganz anders eben in D, wo sogar das Salz in Ihrem Gewürzregal extra besteuert ist -- warum eigentlich ?) , wäre ein griechisches Katasteramt bis dahin für Kritiker wie Sie sicherlich ein weiterer Beweis für südländische Unnütz-Bürokratie, korrupte Postenvergabe und Bereicherung gewesen.

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oalos 17.10.2018, 21:08
19. Immer die Reeder.

Zitat von rudi_ralala
..hier beleidigt ein Miforist meine zweite Heimat. Nicht immer bloß etwas ungeprüft in den Ring werfen. Unser Haus auf einer Kykladeninsel ist perfekt erfasst worden, einschl. der separaten Abstellkammer von sechs Quadratmetern und des gemauerte Grills und das Schöne ist, für das alles wurde Steuern bezahlt und nicht zu knapp. Nämlich wenn eine Haus nicht legal ist oder zumindest nicht legalisiert wurde, kann man es weder verkaufen noch vererben. Bezüglich Steuerfahndung. Es ist schwer Auslandsgriechen zur Kasse zu bitten, denn z.B. Reeder sitzen entweder in London oder Genf. Es nutzt auch nichts wenn die gemeinen griechischen Steuerbürger 230 Milliarden dem Finanzamt schulden, wenn sie mangels Masse niemals bezahlen können. Bezüglich der Übersteuerung griechischer Bürger hatte die EZB Anfang des Monats der GR Regierung die Rote Karte gezeigt, zwar nicht direkt aber mittels einer Studie und der Aussage, es wäre besser die Steuern zu senken und die zum großen Teil zu bekommen, als sich selbst froh zu machen mit Außenständen, die nie und nimmer eingezogen werden können. Zu guter Letzt. Wer in Griechenland Retsina trinkt hat entweder keinen Geschmack oder nicht das nötige Kleingeld sich einen guten Wein zu leisten. Griechenland hat die besten Böden und beste Klima für die besten Weine weltweit. Nicht von ungefähr gehen tausende Tonnen Trauben und Traubenmost jedes Jahr nach Frankreich. Damit veredeln die ihre eigene Plörre.
Auch die meisten deutschen Reeder haben ihre Schiffe unter der Flagge Panamas, Liberias und wie sie alle heissen...
Und: ich erinnere mich noch sehr gut an die eilig gemalten Schilder an der Tür Deutscher Banken in München: WIR SPRECHEN GRIECHISCH !

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