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Konflikt mit Mazedonien: Griechenlands Außenminister tritt wegen Namensstreit zurück
REUTERS

Wegen eines Disputs über den Landesnamen "Mazedonien" hat Griechenlands Außenminister Nikos Kotzias sein Amt zur Verfügung gestellt. Offenbar fühlte er sich von Ministerpräsident Tsipras nicht ausreichend unterstützt.

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rudi_ralala 17.10.2018, 21:16
20.

Zitat von petro28
Ahnung hat, sollte man auch keine unqualifizierten Kommentare raushauen. Hier, wen es wirklich interessiert... Schnellkurs zum Thema: 1. Makedonien ist ein Bundesland Griechenlands, in dem viele Traditionen, die Kultur, die Geschichte der antiken Makedonen seit Tausenden von Jahren gepflegt, vererbt und gelebt werden. Makedonien war Teil der hellenistischen Kultur und ist geschichtliches Erbe der heutigen Griechen. Wem Alexander gehört oder nicht gehört - wenn man das überhaupt so sagen kann - das ist wissenschaftlich geklärt (link unten zum nachlesen) 2. Der nördliche Nachbar mit dem Namen FYROM oder "Macedonien" ist ein künstlich entstandenes Land. Bestehend aus einem hauptsächlich slavischen Vielvölkergemisch hat es geschichtlich und kulturell mit der antiken, hellenistischen Welt, in der die Makedonier Teil davon waren, nichts gemein. Da es den Leuten immer an Identifikation fehlte, hat man sich über Jahrzehnte fremder Geschichte bemächtigt um an etwas zu Glauben. An große Wurzeln, auf Vorfahren auf die man Stolz sein kann. Da das makedonische Reich bis in ihr Land reinreichte, versuchen sie aus dem "großen Alexander" einen Slaven zu machen. Soweit alles überschaubar. Wieso nun haben die Griechen Kopfschmerzen und keiner versteht es? Nun gibt es nationalistische Kräfte in FYROM, die nicht nur Geschichte umschreiben, sondern auch Grenzen in Frage stellen möchten. Da wird von einem "Großmakedonien" gesprochen, Geschichte verfälscht, die Griechen als böse dargestellt und man kommt sich mit einem Herrn Erdogan immer näher, der über mehr Einfluß in der Region gewinnt. Und das der in der Region nix Gutes im Sinn hat und sonst nicht, davon haben wir hier auch eine Kostprobe bekommen. https://www.google.com/amp/s/amp.n-tv.de/wissen/Streit-um-Alexander-den-Grossen-article530627.html
Über dieses Thema wurde hier schon oft gestritten.
Eines allerdings steht fest, Sie haben als Grieche die nationalistische Brille auf und haben mit diesem kurzen Beitrag ebenfalls gezeigt, dass Sie volkommen ahnungslos bezüglich der griechische Geschichte sind, wie die meisten Griechen. Da verkneift man sich lieber einen längeren Kommentar. Nur so viel, Nordmakedonien ist absolut die richtige Bezeichnung und dieser Name wird auch der Geschichte gerecht.
Schöne Grüße von Paros

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snof 17.10.2018, 21:17
21. #petros28

Wenn man keine Ahnung hat... Griechenland kennt keine Bundesländer sondern Regionen bzw. Provinzen. Interessanterweise ist das Gebiet innerhalb Griechenlands in drei Regierungsbezirke aufgeteilt: Westmakedonien, Zentralmakedonien und Ostmakedonien (die ehemaligen Präfekturen Drama und Kavala) zusammen mit Thrakien (die ehemaligen Präfekturen Xanthi, Rodopi und Evros). Übrigens ist aus der Antike bekannt, dass Thraker keine Griechen waren (sie sollen den Griechen die Pferde und Musik (Orpheus) gebracht haben und stellten zusammen mit den noch nordöstlicher lebenden Skythen potenzielle Feinde dar. Zum Argument der hellenistischen Kultur und ihrer Kontinuität inklusive Bräuche, Sitten und Ähnlichem kann ich nur schmunzeln. Mit dieser Logik müsste Griechenland kulturell zumindest ob der Präsenz der Ptolemäer (Kleopatra war eine ihrer Nachfahren) Ägypten für sich beanspruchen... Letztlich ist der ganze Namensstreit sinnlos und sollte tunlichst beigelegt werden, da diese Region ganz andere Probleme plagen: Jugendarbeitslosigkeit, Braindrain usw. Griechenland wird allerdings auch von seiner jüngsten Geschichte eingeholt, als es durch Vertreibung bzw. Zwangsassimilierung sich seiner slawischstämmigen Minderheit im Norden (ägäischer Teil Makedoniens) ab 1912 entledigen wollte. Nicht dass Bulgarien und teilweise Serbien wiederum mit den Griechen besser umgegangen ist, aber das sind die altbekannten irrationalen Verhaltensmuster auf dem Balkan, die eigentlich als überholt gelten müssten. Nur ist im späten Osmanischen Reich die Aufklärung zum großen Teil an den Menschen vorbeigegangen, was die jeweiligen Eliten vor Ort bis heute gerne ausnutzen...

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rudi_ralala 17.10.2018, 21:29
22.

Zitat von petro28
Jeder vernünftige Mensch würde sich auch mit Geschichte auseinandersetzen, seinen Wurzeln, seiner Herkunft. Und wenn man patriotisch ist, ist man noch lange kein Nationalist. Wenn "Baden-Quest" plötzlich Teile deines Hauses in "Takatukaland" für sich beansprucht und mit "Dönerman" darüber redet wie er dich vertreiben kann, dann verstehst du es. (Oder lies meinen Post weiter oben) Die Griechen haben leider nicht Belgien, Holland oder Schweiz als Nachbarn.
Wer will Ihnen denn das Haus wegnehmen?
Doch wohl nicht die Nordmakedonen. Wen überhaupt das jemand tun würde, Tippe eher auf die Tsipras Regierung.
Kennen Sie die Inseln Imbros und Tenedos, seit 1970 Gökceada und Boozkada. Diese Inseln gingen entsprechend des Friedens von Lausanne 1923 an die Türkei. Ich persönlich kenne Griechen die jedes Jahr auf Imbros in ihrem eigenen Haus Urlaub machen und keine Türke hatte jemals versucht diesen Griechen das Haus streitig zu machen.

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petro28 18.10.2018, 00:53
23. Auch wenn es manchen hier nicht gefällt

eindeutig aus Sicht der Wissenschaft:

https://www.google.com/amp/s/amp.n-tv.de/wissen/Streit-um-Alexander-den-Grossen-article530627.html

@rudilala
wenn die "Macedonier" in ihrer Verfassung Passagen haben, die man auch als zukünftige Grenzänderungen interpretieren kann, dann ist es problematisch. Es gibt auch Türken die Häuser in Thessaloniki oder sonstwo haben und es werden - mit der Lage in der Türkei - immer mehr. Da gibt es auch keine Probleme und sie sind - wie alle andere auch - in Griechenland herzlich willkommen. Probleme gibt es mit der türkischen Politik und dem Sultan, der die Macht über die ganze Region haben will. Eine Kostprobe wie der tickt, hat auch die Bundesregierung bekommen. Und Deutschland grenzt nicht mal an die Türkei.

Der Namensstreit ist affig, aber die Österreicher lassen sich auch nicht die Mozartkugel oder das Schnitzel nehmen.

Geschichte darf man nicht vergessen, umschreiben oder verändern. Sie ist Teil, Kultur und Identität eines Landes und der Menschen die darin wohnen.

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