Forum: Politik
Konflikt mit Mazedonien: Hunderttausende Griechen gehen wegen Namensstreit auf die St
AFP

In Athen entlädt sich die Wut der Nationalisten auf die griechische Politik. Auf den Straßen der Hauptstadt demonstrieren Hunderttausende gegen einen Kompromiss im Namensstreit mit dem Nachbarn Mazedonien.

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quark2@mailinator.com 04.02.2018, 21:40
90.

Zitat von p.peter.scholz
... Ich möchte mal sehen, wenn ein neuer Nationalstaat neben Bayern entsteht und sich Bayern nennen möchte was dann hier los sein wird.
Ganz ehrlich ? Da wäre gar nichts los. Die Leute würden sich wundern, sie würden kichern, sie hätten ein Thema beim Bier trinken, aber sonst wär da gar nichts los. Vor etwa 10 Jahren haben Schweizer in Baden-Württemberg Post an die Bevölkerung dort geschickt und gefragt, ob man sich denn nicht als Teil der Schweiz besser fühlen würde. Habe das Schreiben damals bekommen und mich gefragt, was ich damit machen soll. Aber WENN z.B. 75% der Leute in Ba/Wü sich dazu entschlössen, dann wäre es in einer idealen Welt so, daß ein solcher Übergang demokratisch in friedlich möglich wäre. Warum sollten nicht die Menschen selbst entscheiden, zu welchem Land ihre Region gehören soll ? Immer diese Besitzstandswahrung.

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fuenfziger 04.02.2018, 21:46
91. Kalte Propaganda

Zitat von Alkor
... Aber das kann man ja durch Einfügen einer Vorsilbe wie "Nord-", "Ober-", "Slawo-" oder "Vardar-" verhindern, wie das im Kompromiss offenbar vorgesehen ist. Man hätte dann eine "Nordmakedonische" Nation, Sprache etc. Alles Verhandlungssache. Sich mit einem "nur griechisches Gebiet darf Makedonien heißen" gegen jeglichen Kompromiss zu stellen ist aber nichts als aberwitzige Hysterie.
Mein Lieber, das was du schreibst ist die Strategie der USA seit mehreren Jahrzenten. Es gibt kein NOrdmakedonisches-Volk oder -Nation oder Sprache. Was gibt, und es ist einfach zu belegen, sind Slavische und Alnanische Nationalitäten, mit dominierender Sprache das Bulgarische. Wenn das Wort Makedonien, egal in welcher Sprache oder Schreibweise in der Verfassung oder als Teil eines Staatsnamens vorkommt, dann sind die Spannungen vorprogrammiert - vielleicht sogar erwünscht von den Befürwörter einer solchen Lösung.

Vardarska war der Name der Region seitdem die erste Slaven sich dort niedergelassen haben. Man braucht nur die Topo-Karten des Osmanischen Reiches zu sehen - und es hat fast 500 Jahre gehalten. Also, nix mit serbischer Propaganda.

In Vardarska leben 30-40% Albaner und ca 60% bulgarischsprechende Slaven
MfG

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fuenfziger 04.02.2018, 21:55
92. FYROMian agent in action?

Zitat von quark2@mailinator.com
... Hätte man der DDR verbieten wollen, das Wort "deutsch" im Namen zu führen ? Sollte Russland etwa Weißrussland verbieten können, "Russ" im Namen zu haben ? Ich versteh's nicht. ..
Dummerweise sprachen die DDRler und die BRDer die gleiche Sprache - bis auf den Broiler :-)
Ditto für Russen und Weissrussen, sie sprechen Russisch, bzw. ihre Sprachen sind zu 99,9% identisch. Die arme FYROMians sprechen Bulgarisch (und Albanisch) und das hat 0% zu tun mit der Sprache der Makedonen, welche eine Griechische Dialekt war, wie z.B. das Ionische oder Attische oder Lakedämonische Idiom.

Noch fragen?

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fuenfziger 04.02.2018, 22:00
93. FYROMian agent in action?

Dummerweise sprachen die DDRler und die BRDer die gleiche Sprache - bis auf den Broiler :-)
Ditto für Russen und Weissrussen, sie sprechen Russisch, bzw. ihre Sprachen sind zu 99,9% identisch. Die arme FYROMians sprechen Bulgarisch (und Albanisch) und das hat 0% zu tun mit der Sprache der Makedonen, welche eine Griechische Dialekt war, wie z.B. das Ionische oder Attische oder Lakedämonische Idiom.

Noch fragen?

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fuenfziger 04.02.2018, 22:05
94. Danke!

Zitat von rudi_ralala
... Falls Sie jungfräulich meinten, ...
ja, ich meinte jungfräulich. Danke nochmals

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attis 04.02.2018, 22:20
95.

Zitat von cerberus66
Es übliche Praxis griechischer Aussenpolitik, die jeweiligen Nachbarstaaten mit Hilfe der EU destabilisieren zu wollen. Mazedonien und auch Albanien können ein Lied davon singen. Des weiteren ist es blockiert Griechenland immer mal wieder EU Beschlüsse, sobald sie die Möglichkeit sehen, bestimmte Themen in ihrem Interesse gelöst zu kriegen. Zum Beispiel ist Zypern, welches geografisch zu 0,00000% zu Europa gehört, nur aus dem Grund in der EU, weil Griechenland ein Veto gegen die Aufnahme der Osteuropäischen Länder eingelegt hätte, sollte Zypern nicht auch aufgenommen werden. Daran sollte man sich erinnern, wenn mal wieder Solidarität für Griechenland eingefordert wird. Von mir aus kann dieses Land untergehen.
Sie erzählen einen Haufen Schwachsinn. Und der Untergang, den man sich anderen wünscht, befindet sich zuvorderst im eigenen Kopf.

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fuenfziger 04.02.2018, 22:38
96. noch eine Kleinigkeit

Die arme FYROMians haben mehr Probleme als es ihnen lieb ist. Wie die Gerda-Henkel Stiftung es beschreibt es wird den FYROMians

"nämlich von ihren Nachbarn grundsätzlich alles aberkannt, was einen herkömmlichen Nationalstaat ausmacht: Religion (von der serbisch-orthodoxen Kirche), Sprache (von den Bulgaren), Gebietseinheit (von albanischer Seite), Geschichte und sogar der Name (von Griechenland)".

und weiter

"... eine verspätete Nationsbildung nach westeuropäischem Muster kann nur das Gefühl noch mehr verstärken, FYROM sei ein rückschrittliches, feindseliges und verbittertes, belangloses Land, welches von sich behauptet, die „Wiege der Zivilisation“ zu sein (tatsächlich erhalten alle Einreisenden diese Kurzmitteilung auf Englisch), dazu noch als unschönes, weil meistens durch negative (Konflikte) oder groteske Sachen (Skopje 2014) bekannt."

Das passiert, wenn man kommunistische Kader und dritklaessge Consultants der US Administration einen Staat per jungfräulicher Geburt auf die Welt brinegn wollen - und es auch tun :-(

Arme Welt ...

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attis 04.02.2018, 22:44
97.

Zitat von FakeBot
Es gibt einen Artikel in der Welt der diesbezüglich für etwas Aufklärung sorgt: Die Griechen wissen selber nicht wer und was sie sind. +
Das muss ein sehr dummer Artikel sein. Ein Grieche, ganz gleich, was, wie und wer ist, ein Grieche.
Wissen Sie, welches die größten Städte der Griechen sind? Nach Athen sind dies Melbourne und Toronto. Wer ein Mal Grieche ist, ist immer Grieche. Der Grieche braucht keine Identität, er ist Identität. Das Land ist in tausend Jahren zig Mal überfallen worden und hat sich selbst überlebt.
Ich hatte letztens eine ältere Cousine angerufen und gefragt, wie es den Griechen aufgrund der Verhältnisse geht. Ihre Antwort: "Die Dinge können schwierig und schlecht bestellt sein, wie sie wollen, der Grieche läuft nicht mit den Augen im Boden, er überlebt diese Dinge erhobenen Hauptes."
Das ist eine griechische Antwort, und ich finde, es ist eine schöne Antwort.
Ein anderes Mal lernte ich einen Australier kennen. Ich wusste, dass er Grieche war, weil er mit einem solchen Elan gestikulierte und Mimen ausdrückte, wie sie dem Griechen eigen sind.
Und, wie Varoufakis sagte: Es gibt nicht den Griechen und den Deutschen.
Ich für meinen Teil wunderte mich schon als Kind, wie schnell die Griechen den Deutschen verziehen hatten und nicht das Deutsche Reich ihnen nachtrugen. Anscheinend haben´s die Deutschen mit dem Verzeihen schwerer: Dabei ist es nur Geld, was im Gulli entschwunden ist, und kein Menschenleben.
Sie sollten lieber darüber nachdenken, wenn Sie die Marotten einiger oder mehrerer Griechen bemängeln.

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katarina.kaia 04.02.2018, 22:52
98. Zum Glück ...

... hat Griechenland sonst keine Probleme und kann sich damit beschäftigen. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel.
Von mir aus könnte sich Polen ab morgen "Preußische Republik polnischer Nation" nennen. Es gäbe wenig, was mir egaler wäre.

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attis 04.02.2018, 23:07
99.

Zitat von der_rookie
Die Debatte gibt es seit 25 Jahren. Wer als Dritter (z. B. Deutscher) die Meinung einer von beiden Seiten als „lächerlich“, „engstirnig“ oder ähnliches diffamiert erhebt sich mit seinem Urteil über die dort Protestierenden. Fühlt sich der aufrechte Deutsche Linke als etwas Besseres als diese engstirnigen Griechen? Ich selber verstehe die Protestierenden auch nicht. Bei solchen Massen glaube ich aber, dass es schon einen Grund geben muss (den der Artikel mir nicht verständlich gemacht hat). Genauso wie es einen Grund für die Einstellung der Mazedonier geben wird...
Gründe gibt´s immer. Die Frage ist immer nur, ob die Gründe einen Auftritt rechtfertigen, oder nicht.
Ich finde nicht, denn es ist nicht wahrscheinlich, dass Mazedonien Gebietsansprüche an Nordgriechenland stellt. Obwohl in Nordgriechenland nicht wenige Griechen eher slawische als griechische Gesichtszüge haben. Das weitaus größere Problem sehe ich derzeit im Verhalten der Türkei, die seit ein paar Jahren wieder raunt, dass manche griechische Inselchen türkisch seien.
Und, was der Deutsche nicht versteht: Griechen sind den Türken, Arabern, Albanern näher, grenznah. Da existiert nicht nur ein Flüchtlingsproblem, sondern auch ein Grenzproblem und uralte Dämonen, die sich zwischen den Völkern bewegen. Und eben diese kriegen die Griechen als erste und heftiger ab als die Deutschen. Ob im Falle eines Übergriffs Deutschland und der Rest Europas den Griechen beiseite springen würde? Oder wäre dies nicht eher Russland, der Erdogan im Konstantin-Palast empfangen hatte? Angst ist zwar ein schlechter Ratgeber, aber wie würden sich die Deutschen verhalten, wenn sie an Albanien, Türkei und den arabischen Staaten angrenzen würden?
Die Konzentration auf die Namensernennung Mazedoniens finde ich zwar irrational, doch ist diese Irrationalität durch die griechischen Traumata nachzuvollziehen, zu denen im Übrigen auch die Italiener und die Deutschen mit dem Zweiten Weltkrieg beigetragen hatten. Dass es auch bei den Griechen Kräfte gibt, die irrationale Probleme aufrufen, muss nicht verwundern: Die sind überall, selbst noch in einem Superstaat wie USA.
Das Problem ist ein globales und kein speziell griechisches: Massen von Menschen fürchten sich, fühlen sich hintergangen usw..

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