Forum: Politik
Kongo: Hilfsorganisation berichtet von Massenvergewaltigungen

Im Kongo sollen Rebellen bei einem Überfall auf eine Stadt im Osten des Landes fast 200 Frauen vergewaltigt haben. 179 Opfer befinden sich demnach in medizinischer Behandlung.

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hwolf@gmx.net 23.08.2010, 21:38
1. Uno

Zitat von sysop
Im Kongo sollen Rebellen bei einem Überfall auf eine Stadt im Osten des Landes fast 200 Frauen vergewaltigt haben. 179 Opfer befinden sich demnach in medizinischer Behandlung.
Die UNO ist absolut zu nichts nütze. Sie schaut immer nur zu, greift nie ein, schützt keine Zivilisten. Im Gegenteil, sie sind nur ein Feigenblatt unter dem schwerste Menschenrechtsverletzungen durch die UNO-Anwesenheit fast halblegal ungestraft geschehen. Man sollte sie UNterlassene Hilfeleistungs-Organisation nennen. Am besten schnellstens abschaffen. Kostet nur viel Geld, das anderswo weit besser eingesetzt werden könnte.

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DerOlm 24.08.2010, 07:42
2. Nicht nur die UNO

Zitat von hwolf@gmx.net
Die UNO ist absolut zu nichts nütze.
Ich würde sagen, in diesem Fall ist auch die Regierung des Landes zu nichts nütze. Zumal sie ja auch noch jede Hilfe abschaffen wollen (was auch immer Hilfe bedeutet sei dahingestellt).

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peter rose 24.08.2010, 08:27
3. UNO- Einsatz

Warum sind dort eigentlich Blauhelme stationiert ?
Es ist ja nicht das erste Mal, daß sie bei brenzligen Situationen nicht eingreifen !

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shokaku 24.08.2010, 08:46
4. Hier könnte ein Titel stehen

Zitat von hwolf@gmx.net
Die UNO ist absolut zu nichts nütze. Sie schaut immer nur zu, greift nie ein, schützt keine Zivilisten.
Die UNO ist halt immer nur so stark wie die einzelnen Mitgliedsstaaten sie machen. Und die sind halt hauptsächlich akute Maulhelden, die zwar schöne Reden schwingen können, wenn es zum Schwur kommt aber den Schwanz einkneifen.
Mit dem Kongo ist es wie mit Afghanistan. Das Land ist recht gross und weitgehend unzugänglich. Es bräuchte eine massive Truppenstärke vor Ort um das komplett abzudecken. Die ist niemand bereit zu stellen.

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kuriosos 24.08.2010, 11:01
5. erstaunlich?

nicht wirklich erstaunlich oder? ich finde es ja toll das wir viele solcher meldungen haben. die führen uns nicht nur vor augen wie gut wir es haben, oder wie schlecht es andere haben, sondern auch wie hilflos und tief gespalten wir sind. während wir das alles ganz schrecklich finden und alle nach lösungen schreien, konzipieren wir die uno (unterlassene hilfeleistungsorga find ich übrigens sehr passend) welche dann für weitere schreckensmeldungen, vorzugsweise aus erster hand von zuschauenden soldaten sorgt. Lösungen? fehlanzeige
und eigentlich bin ich geneigt dem herrn vorredner zuzustimmen. die uno ist zumindest was den aspekt blauhelm anbelangt gescheitert, wir können dort wenig als "der westen" bewegen, eigentlich müssten wir derartige konflikte ignorieren. aber was wird aus unserer moralischen verantwortung anderen zu helfen?
wie löst man sowas?

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Uwe4270 24.08.2010, 11:45
6. Terrorisierung der Bevölkerung im Osten des Kongo - Afrika leidet, die USA schweigt !

Alle Welt scheint politisch auf Afghanistan und Irak fixiert zu sein. Jedoch ist es seit Jahrzehnten der Kontinent von Afrika, wo korrupte politische Regimes, Rebellen usw. die Menschenrechte verletzen oder sogar riesige Bürgerkriege geführt haben.

Die Situation hier scheint dem durchaus tief schockierten deutschen Leser wie mir hier, etwas verworren. Zunächst gibt es ja zwei Nationen des "Kongo" in Afrika. Ich habe daher auf den Google Maps wenigstens versucht, mir die geographischen Verhältnisse hier klar zu machen. Die Ortschaft "Luvungi" ist nicht auf dem für Europa unschlagbarem Google Maps Index. Immerhin klärt hier wikipedia die Lage etwas: die angegebene Provinz "Nord-Kivu" ist eine Provinz ganz im Osten der Democratic Republic of the Congo, dem bei weitem grösseren der zwei Congo Länder.

Die Fläche der Dem. Rep. of the Congo beträgt über 2,3 Millionen km^2 und ist damit über 6,5 mal so gross wie Deutschland. Bevölkerung etwa 71 Millionen Menschen, Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner US$ 171 (!) (de.wikipedia.org).

Mit diesen Hintergrundinformationen wird auch der politische Zusammenhang wenigstens etwas verständlicher. Die Provinz "Nord-Kivu", entlang des Nord-Süd gestreckten Kivu Sees, hat den See mit als Ostgrenze zu dem vergleichsweise winzigen Land Ruanda (Englisch: "Rwanda"). Diese Region im Kongo nahe der Grenze mit Ruanda wird immer noch von "Rwandan Hutu FDLR insurgents and Mai Mai militia" terrorisiert. Dort sind auch offenbar noch die UN Soldaten stationiert.

Lassen Sie mich hier aus grundsätzlicher Menschlichkeit heraus zum Verständnis der Verhältnisse einen Abschnitt aus der Englisch-sprachigen wikipedia zitieren:

The Second Congo War, beginning in 1998, devastated the country, involved seven foreign armies and is sometimes referred to as the "African World War". Despite the signing of peace accords in 2003, fighting continues in the east of the country. In eastern Congo, the prevalence of rape and other sexual violence is described as the worst in the world. The war is the world's deadliest conflict since World War II, killing 5.4 million people.
http://en.wikipedia.org/wiki/Democra...c_of_the_Congo

Aus einem solchen zeitgeschichtlichen und geographischen Hintergrund der Zustände heraus ist die United Nations machtlos. Die Truppen der UN sind keine aktiven Streitkräfte und haben insbesondere kein Eigenmandat, aktiv im völkerrechtlichen Sinne an einen Krieg oder Quasi-Bürgerkrieg teilzunehmen. Die Illusion, Menschenrechte, grundsätzlichen Frieden und öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, scheitert ja so tragisch auch bereits im Sudan. Auch wäre schon die Anzahl der benötigten UN Truppen und deren militärische Ausrüstung im dem riesigen zentralafrikanischen Gebiet der Dem.Rep.Kongo gigantisch.

Problemländer in Afrika im Sinne des generellen Friedens in Richtung von Verletzungen der Menschenrechte sind derzeit sicher noch Ruanda, Liberia, Sudan, Somalia, Zimbabwe und Sierra Leone. Auch weitere Länder insbseondere in West-Afrika sind nur in einer Wiederaufbauphase nach Bürgerkriegen in den vergangenen Jahrzehnten.

Es bleibt nur noch festzustellen, dass die in Afghanistan und Irak so überaus aktiv involvierte USA offensichtlich für den riesigen und insgesamt sehr armen Kontinent von Afrika vergleichsweise nicht allzu viel übrig hat. In Afrika leiden viele Hunderte von Millionen von Menschen. Aber die USA schweigt !

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Rainer Helmbrecht 24.08.2010, 12:14
7. Für einen titelfreies SpOn-Forum.

Zitat von shokaku
Die UNO ist halt immer nur so stark wie die einzelnen Mitgliedsstaaten sie machen. Und die sind halt hauptsächlich akute Maulhelden, die zwar schöne Reden schwingen können, wenn es zum Schwur kommt aber den Schwanz einkneifen. Mit dem Kongo ist es wie mit Afghanistan. Das Land ist recht gross und weitgehend unzugänglich. Es bräuchte eine massive Truppenstärke vor Ort um das komplett abzudecken. Die ist niemand bereit zu stellen.
Zwei Dinge kommen hinzu, das Eine ist, dass man das soweit weg wähnt, dass man das Gefühl hat, das geht uns nichts an. Das Andere ist, dass alle diese Penner, die eine Diktatur aufbauen und ein Volk als Geisel nehmen, Unterstützung von demokratischen Staaten bekommen und nach einigen Jahre ehrbare Mitglieder der Weltgemeinschaft werden/sind.

Ob es sich um Gaddafi handelt, oder um Saddam, alle werden vom Rest der Welt liebevoll in die Arme genommen. In Haiti gibt es einen Aristide, der droht, dass er zurück käme. Würde er das tun, würde die UN alles vergeben und vergessen was dieser Priester so auf dem Kerbholz hat.


Solange es keine moralische Instanz gibt, die wenigstens Ansatzweise die Penner vom Trog stößt, wird es keine Besserung für das "Volk" geben, egal wo es lebt.

Al Kaida ist der nächste Anwärter, für eine große Fresse im Kreise der Führer, von Staaten.

MfG. Rainer

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Arne11 24.08.2010, 12:43
8. UNO vs NATO

Zitat von hwolf@gmx.net
Die UNO ist absolut zu nichts nütze. Sie schaut immer nur zu, greift nie ein, schützt keine Zivilisten. Im Gegenteil, sie sind nur ein Feigenblatt unter dem schwerste Menschenrechtsverletzungen durch die UNO-Anwesenheit fast halblegal ungestraft geschehen. Man sollte sie terlassene Hilfeleistungs-rganisation nennen. Am besten schnellstens abschaffen. Kostet nur viel Geld, das anderswo weit besser eingesetzt werden könnte.
Doch - der 'UN Menschenrechtsrat' verabschiedet jedes Jahr mit den Stimmen der OIC eine Resolution zur Einschränkung der Meinungsfreiheit. Natürlich sind in der UN naturgewmäß die Diktaturen in der Mehrheit. Deshalb ist sie leider eher eine Vororganisation für eine Weltdiktatur als für eine Weltdemokratie. Die so liebend gerne kritisierte NATO besteht wenigstens mehrheitlich aus Demokratien. Es ist ein Witz in sich dass die Leute die die NATO kritisieren meistens allen Ernstes die UNO als 'bessere' Alternative empfehlen.

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Spinnosa 28.08.2010, 21:18
9. Fixierung

Zitat von Uwe4270
Alle Welt scheint politisch auf Afghanistan und Irak fixiert zu sein. Jedoch ist es seit Jahrzehnten der Kontinent von Afrika, wo korrupte politische Regimes, Rebellen usw. die Menschenrechte verletzen oder sogar riesige Bürgerkriege geführt haben.(...)
Da haben Sie vollkommen recht, und ein Teil des Skandals ist auch, daß man sich diese Infos aus dem Internet zusammenklauben muß, weil die deutschen Medien das Thema "Afrika" irgendwie vergessen haben und sich nur sporadisch daran erinnern, daß es südlich von Gibraltar doch noch diese größere Landmasse gibt...
Und wenn sie es einmal tun, wie im Falle der Massenvergewaltigungen in Kivu, wird das Thema nicht weiter verfolgt.
Inzwischen gibt es nämlich weiter Erkenntisse:
Die kongolesische Armee - die zusammen mit der UNO-Truppe "den Frieden sichern" soll, hatte sich im Zuge von Friedensverhandlungen - initiiert von der italienischen St. Egidio-Gemeinde - aus dem Gebiet zurück gezogen, um Verhandlungen über die Repatriierung von HUTU-Flüchtlingen nach Ruanda nicht im Weg zu stehen. Genau das wurde offenbar von den FDLR-Milizen (Hutu!) brutal ausgenutzt, um die genannten Dörfer zu überfallen...
Die UNO darf im Kongo nur zusammen mit der kongolesischen Armee agieren - die zu dem Zeitpunkt, wie gesagt, ja nicht da war! Das zur Erklärung des Nichteingreifens, wobei auch erwähnt werden sollte, daß die in dem GEbiet stationierte UNO-Truppe aus 25(!) Soldaten besteht, schlecht ausgerüstet und trainiert.

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