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Konsens zum Atommüll-Endlager: Neue Suche, neuer Ärger
DPA

Wohin bloß mit dem Atommüll? Bund und Länder stehen kurz davor, sich auf die Suche eines Endlagers für den strahlenden Abfall zu einigen. Der Konsens bringt die Chance zum historischen Neustart. Gelöst ist das Jahrhundertproblem damit noch lange nicht.

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Robert_Rostock 09.04.2013, 09:56
70.

Zitat von spon-facebook-1629421895
Atommüllzwischenlagerung in BW... na, dass wird lustig...
Wieso wird? Das ist seit 2005 Realität. Seitdem gibt es an allen AKW Standortzwischenlager, wo die verbrauchten Brennelemente zwischengelagert werden. So auch in BaWü.

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no-panic 09.04.2013, 10:18
71.

Zitat von Robert_Rostock
Wieso wird? Das ist seit 2005 Realität. Seitdem gibt es an allen AKW Standortzwischenlager, wo die verbrauchten Brennelemente zwischengelagert werden. So auch in BaWü.
Siehe Karte im Link.

Atomenergie / Ver- und Entsorgung - Zwischenlagerung - Zwischenlager für Wärme entwickelnde radioaktive Abfälle und bestrahlte Brennelemente in Deutschland

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otto_iii 09.04.2013, 10:40
72. selektive Wahrnehmung

Zitat von _unwissender
Ich bin beeindruckt! Allein nach der Explosion von Tschernobyl sind die Lebensmittel und Böden so verstrahlt worden, dass auch heute noch die meisten Pilze in Bayern nicht lebensmittelfähig sind (>600 Bequerel). Und dann erkundigen Sie sich mal! Die Halbwertzeit von Plutonium-239 beträgt 24.000 Jahre. Packen Sie Ihre 300 Jahre ein und fahren zum Mars!
Ist Ihnen bekannt, dass in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ungefähr 2.000 (in Worten: zweitausend) Atombomben zu Testzwecken gezündet wurden, ein nicht unerheblicher Teil davon überirdisch?! Wieso betrachtet man dieses Kapitel als "abgehakt", und regt sich stattdssen nur noch über die zivile Nutzung der Atomkraft und die noch nicht mal eine Handvoll schwerer Unfälle dabei auf?

Tschernobyl ist eine Fußnote gegenüber dem, was bei den Atomtests freigesetzt wurde - von Fukushima oder anderem gar nicht zu reden.
Hat man sich etwa Gedanken über den langfristigen Verbleib verstrahlten Gesteins gemacht, als man diese ganzen Bomben unterirdisch zündete?

Was ist denn eigentlich mit Morsleben? Geologisch der Situation in Gorleben sehr ähnlich, aber das ist dann sicher, Gorleben aber nicht, oder wie?

Diese ganze Atomdebatte wird nicht nach wissenschaftlichen Kriterien geführt, sondern nur nach politischen. Wo sich politisch Staub aufwirbeln lässt wird ein gewaltiger Hype gemacht, während andere gleichgelagerte Probleme (zB giftiger chemiemüll, Halbwertszeit: ewig) sachlich oder überhaupt nicht diskutiert werden.

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interessierter Laie 09.04.2013, 10:54
73. Uranmunition

Zitat von Dromedar
Soviel ich weiß spielt die Zerfallszeit von abgereichertem Uran keine Rolle, warum es verwendet wird in panzerbrechender Muni. Es ist eher die Kombination von schwerem + harten Element, plus die hohe Reaktivität (sprich nach Durchschlagung der Panzerung fängt das feine Uran("Pulver") Feuer. Spätestens daran, nicht an der Radioaktivität stirbt der arme Soldat hinter der Panzerung. Das Kind 10 Jahre später nimmt schaden ebenfalls nicht an der Radioaktivität, sondern an der Toxizität, also Uran ist nun mal ein schwer giftiges Schwermetall, dass halt fein verteilt in ehemaligen Einsatzgebieten existiert.
Natürlich hat abgereichertes URAN Eigenschaften, die seinen Einsatz in Munition interessant machen. Es ist z.B. "selbstschärfend" - das Geschoss verformt sich im Ziel nicht in die Breite, so dass es den Panzer eher durchdringt, als stecken bleibt. Dass es überhaupt in Frage kommt hängt aber auch damit zusammen, dass es nur schwach radioaktiv ein Alpha-Strahler ist. Alpha-Teilchen können eine massive Hülle nicht durchdringen. Kein Heer der Welt würde Munition offen in einem Panzer oder Kriegsschiff lagern, wenn daran die eigenen Soldaten zugrunde gehen. Die toxische Wirkung ist natürlich vorhanden, aber betrifft, wie Sie richtig bemerken, primär die Menschen, die in einem ehemaligen Krisengebiet leben...

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no-panic 09.04.2013, 11:01
74.

Zitat von otto_iii
Ist Ihnen bekannt, dass in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ungefähr 2.000 (in Worten: zweitausend) Atombomben zu Testzwecken gezündet wurden, ein nicht unerheblicher Teil davon überirdisch?! Wieso betrachtet man dieses Kapitel als "abgehakt", und regt sich stattdssen nur noch über die zivile Nutzung der Atomkraft und die noch nicht mal eine Handvoll schwerer Unfälle .....
In Morsleben lagert nur schwach-mittelstark strahlender Müll der, ähnlich wie "herkömmlicher" Giftmüll, keine Wärme produziert und daher einfacher zu "händeln" ist. In Gorleben geht es dagegen um stark strahlenden, wärmeentwickelnden Abfall. Das ist ein qualitativer Unterschied.
Über die Eignung von Morsleben wird allerdings auch heftig gestritten, da haben Sie Recht!
Der Atommüll verschwindet aber nicht, indem man über andere schlimme Dinge, die der Mensch dem Planeten antut, diskutiert, das dürfen Sie dann auch wieder nicht vergessen.

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rainier50 09.04.2013, 12:32
75. @otto_iii

Atombomben unkritisch mit AKW zu vergleichen ist etwas irreführend. Ein AKW der Grösse von Biblis verbraucht etwa 700 kg Spaltstoff pro Jahr. Eine Atombombe kann mit wenigen kg Spaltstoff gebaut werden. Ausserdem setzt eine Atombombe nie den gesamten Spaltstoff um. Von daher ist die Behauptung, Chernobyl sei vernachlässigbar gegenüber den Atombombenversuchen vor 60 Jahren, etwas AKW-freundlich geschönt. Trotzdem waren die Atombombenversuche natürlich eine grosse Sauerei, aber können nicht als Rechtfertigung für die dreckige Atomtechnik benutzt werden.

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galens 09.04.2013, 14:57
76. Schön

Zitat von ir²
Nur her damit. Die Strahlungsbelastung ist minimal, und mit der Abwärme baue ich eine Heizung....
Warum wurde das denn nicht schon länger veröffentlicht?
Anstatt kostenintensiv die wertvollen Fässer in irgendwelche unzuverlässigen (weil natürlich entstandenen) Salzstöcke zu versenken,kann jeder ein Fass zur Wärmeversorgung bekommen !
Unverantwortlich das solche wertvollen Informationen der nichtsahnenden Bevölkerung vorenthalten werden.
Danke Ihnen.

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karl-felix 09.04.2013, 18:00
77. Nun

Zitat von t.wallace
Kirchenvertreter haben Mitspeacherecht? Soll die Radioaktivität weggebetet werden oder wie soll der Beitrag dieses wissenschaftsfeindlichen Haufens ausschauen?
Sie sehen ja, wohin uns wissenschaftgläubige Atomevangelisten gebracht haben. In Tschernobyl und Fukushima hilft eben nur noch beten, dass da nicht noch Schlimmeres nachkommt. Bei uns sollten Sie Gott auf den knien bitten, dass nicht noch in den letzten paar Jährchen so ein Ding in die Luft fliegt und Ihre Familie mitnimmt.
Atomenergie ist viel zu gefährlich, als dass man Sie Naturwissenschaftlern überlassen dürfte. Da ist menschliche und soziale Intelligenz gefragt. Kein Naturwissenschaftler hilft Ihnen, wenn Ihre Kinder die Frage der Sozialverträglichkeit im Zusammenhang mit verstrahlten Regionen neu diskutieren und die Frage nach den Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit Blick auf die nächste Stassenlaterne in die Debatte einbringen. Zumindest in Deutschland wissen Ihre Kinder in 20 Jahren nicht mehr, wozu Sie dieses teure und gefährliche Zeug jemals benutzten. Die werden es einfach nicht mehr begreifen, ähnlich wie wir heute nicht mehr begreifen, weshalb man z.B. Asbest für unersetzbar hielt.
Ich werde nicht zu den Apologeten der Atomophilen gehören und mit Unwissenheit können Sie sich nur begrenzt herausreden.
Alle, jeder, weiss wie verantwortungslos mit radioaktivem Müll umgegangen wird, egal ob in Sibirien auf hoher See oder in der Asse.

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