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Konservativer Klimaschutz: Grüner wird es nur mit den Schwarzen
Peter Kneffel/ DPA

Die SPD setzte die Agenda 2010 durch, weil nur sie die Gewerkschaften ins Boot holen konnte. Ähnlich ist es beim Klimaschutz: Den muss die Union der Wirtschaft und den Konservativen beibringen.

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stiller-denker 19.09.2019, 18:15
1. Deshalb das Original wählen: Die Grünen

Damit wir nicht wieder Gefahr laufen eine "große Koalition" (Union/SPD) zu bekommen, wähle ich mit den Grünen doch lieber das Original. Mit der CDU/CSU gehe ich das Risiko ein, daß diese doch wieder eine Stillstands-Koalition mit der SPD eingeht oder alles weiter von der ewig gestrigen CSU gebremst wird. Nachdem er 4 Jahre wie ein Jugendlicher in der Pubertät rumkrakeelt hat, konnte man diese Woche sehen, wie Seehofer mit versteinertem Gesicht und Faust in der Tasche endlich in der Flüchtlingspolitik die Tatsachen nicht mehr verdrängt. Um der Abhängigkeit von der CSU zu entgehen, muß dann ggf. auch die Alternative Grün/Rot/Rot möglich sein.

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seamanslife 19.09.2019, 18:17
2. was soll man davon halten?

Erst werden die Grünen von den CSU-Granden (besonders von den Generälen) massiv angegangen und jetzt geben sie sich mit erhobenen Zeigefinger als Retter der Umwelt. Das sich die CSU-Führung geweigert hat den Windstrom per Trasse ins schöne Bayern zu leiten und die Anbindung per Bahn an einen fast fertig gestellten Alpentunnel zu organisieren blenden sie aus. Es sind eben Blender, nichts weiter und es ist vollkommen wurscht ob sich King Markus jetzt wendet.

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zynischereuropäer 19.09.2019, 18:26
3.

Diese Diskrepanz hab ich nicht ganz nachvollziehen können: Konservative wollen doch konservieren/bewahren - auf althergebrachte (z T. überholte) Denkweisen und Konzepte wird das angewandt, aber nicht auf die Umwelt in der wir alle leben?
Allein, besser spät als nie. Wenn man sich anguckt wie es sich mittlerweile auch in einschlägigen Wirtschaftskreisen und im Finanzbereich verhält, wo das Thema mehr und mehr Fuß fasst, keimt doch ein wenig Hoffnung auf, dass es mit größeren Schritten voran gehen könnte als bislang. Jetzt müssten wir nur noch Gestalten wie Trump, Bolsonaro und manchen Spezl der AFD zurück unter die Steine schicken, unter denen sie hervorgekrochen kamen.

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solynieve 19.09.2019, 18:42
4. Mein reden

Die beste Kombination ist schwarz grün, da sich die CDU und CSU nicht als Opposition profilieren können und eine vernünftige Ökopolitik damit torpedieren würden. Der Zweck heiligt die Mittel. Wenn Machtbestreben und das Ergebnis der Politik aus Versehen am Ende sinnvoll Resultate zeitigt, warum nicht.

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Mikrator 19.09.2019, 18:43
5. Die ersten Schritte sind die schwersten

Offensichtlich sind diese Überlegungen zum Regierungswechsel und "Game-changeing" strategisch richtig beschrieben. Genau dies wurde bereits zum absehbaren Ende der großen Koalition in der wiwo von Elisabeth Niejahr, WiWo und Berlin Vertraulich/ RB im Juli d.J. abgeleitet. Wie ich auch immer betont habe, dass die historische Rolle der 2017 GroKo die funktionierende Gesetzes und Haushaltsfunktion des etablierten Parteienstaaten gewesen ist, also staatsstützend und parteiprofilschwächend. Die Hauptsache war dabei, der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen, was auch bis Ende 2018 gut gelang...........................................
Die ähnliche neue Historische Aufgabe ab 2020 ist nunmehr wie beschrieben, den Versuch für Grüne als Drängler und der CDU als eines neuen Anreizsystem innerhalb der sozialen Marktwirtschaft zum C02 sparen zu implementieren, und den kurzfristigen Verzicht auf Ertrag und Rendite als "athletische + ozeanüberquerende Disziplin" zu installieren.

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stiller-denker 19.09.2019, 18:45
6. Die CSU sperrt sich gegen alles

Diese grüne CSU-Alibi-Propaganda der letzten Wochen ist völlig unglaubwürdig. Die CSU ist gegen Stromtrassen, gegen Windräder, gegen Pumpspeicher-Kraftwerke, gegen die Senkung von Agrarsubventionen bei riesigen Monokulturen oder der Massentierhaltung, gegen eine höhere Besteuerung von CO2 (sowohl bei PKW als auch in der Industrie), gegen Kerosin-Steuer, gegen kostenlosen ÖPNV, gegen Mietpreisbremse, gegen Vermögenssteuer, gegen jede Art von Verbot der unsinnigen Wohlstands-Konsum einbremst. - Die CSU macht nur Vorschläge, die sich nur Bürger oberhalb des Durchschnitt-Verdienst von 39.000 € brutto/Jahr erlauben können.

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Clara77 19.09.2019, 18:46
7.

Der Artikel zeigt primär, dass sich der Autor im Milieu der CDU nicht auskennt, denn dann wüsste er eins - für die CDU wird diese Klima-Geschichte mit Sicherheit nicht der Weg zurück zu alter Stärke sein. Es dürfte eher ihren endgültigen Abstieg besiegeln, denn wer das will, wird grün wählen und wer nicht - der kann dann eben nur noch AfD wählen.
Und man wird eins merken. Dass die Bevölkerung nichts mehr im Kopf hat als Klima, die ganze "Jugend" auf der Straße ist etc. ist natürlich eine Medien-Erfindung. Alle Umfragen zeigen deutlich, dass die Bereitschaft zu einer Mehrbelastung gering ist.
Natürlich wird es jetzt trotzdem durchgeboxt werden, nur die CDU wird nicht der Gewinner sein. Das werden Grüne und vermutlich die AfD werden.

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spontanistin 19.09.2019, 18:48
8. Macht euch die Erde untertan!

Seltsame Argumentation! Hat nicht der jüdisch-christliche Schöpfergott die Menschen aufgefordert, sich die Erde untertan zu machen, also auszubeuten? Und christlich-konservativ heißt doch eher anachronistisch-nichtprogressiv! Aber unabhängig vom ideologischen Weltbild sollte doch jeder halbwegs vernünftige Zeitgenosse, der nicht von Habgier und kurzfristigem Profitstreben getrieben ist, primär daran interessiert sein, die natürlichen Lebensgrundlagen nicht zu vergiften und zu verschmutzen. Aber Macht und Geld (Machtpartei CDU und Schwarze Kassen) können schon mal blind machen resp. maximale Verdrängungsleistung hervorbringen.

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Neandiausdemtal 19.09.2019, 18:52
9. Die SPD hat die Gewrkschaften aber damals NICHT ins Boot geholt

Wir Gewerkschafter haben damals massiv dagegen protestiert. Aber eben nicht mit aller Konsequenz. Es wäre der Moment des politischen Generalstreiks gewesen. Gegen eine damals de facto ganz große Koalition und vor allem gegen die eigene Partei, die gerade regierte, konnten wir uns darauf nicht einigen.
Tatsächlich, und da liegt der Hund begraben, wäre eine rechtskonservative Regierung aus Union und FDP daran gescheitert, da sie neben den Gewerkschaften die SPD zusätzlich gegen sich gehabt hätte. Das war damals auch allen klar und sehr viele Gewerkschafter haben nur mit "gebremstem Schaum" gegen die eigene Partei gekämpft. Das war der von langer Hand geplante Zwiespalt in den der Großteil der Gewrkschafter geraten sollte und mehr oder weniger auch geraten ist. Das die SPD dafür immer noch abgestraft wird, ist in gewisser Weise dumm, aber kein Wunder.
Übrigens konnte, auch wenn das wesentlich unwichtiger ist, nur die Union die Wehrpflicht abschaffen.

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