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Kopftuchkonferenz in Frankfurt: Die offene Gesellschaft in der Zange
DPA

Eine umstrittene Konferenz an der Universität in Frankfurt widmete sich dem "islamischen Kopftuch". Ist es ein persönliches Accessoire oder Flagge der Islamisierung? Ein Thema, bei dem seit Jahrzehnten alle durchdrehen.

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Pascal Meister 08.05.2019, 21:02
1. Wenigstens Kinder verschonen...

Es wäre schon ein Fortschritt, wenn Mädchen bis 15 oder 16 in der Schule kein Kopftuch tragen dürften. Noch besser wäre es, wie bis vor wenigen Jahren sogar in der Türkei üblich, das Kopftuch generell aus Schulen und Unis usw. zu verbannen zusammen mit allen anderen religiös geprägten Symbolen auch. Das funktioniert auch in Frankreich bis zu einem gewissen Grad ähnlich. Wieso bloss wollen die Deutschen da falsche Toleranz zeigen? Nicht die Religion ist das Problem, sondern das Mass der Religiosität und deren Symbolik im Alltag.

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jankem4343 08.05.2019, 21:02
2. Kopftücher tragen auch Christinnen!

Ich erinnere an die Russlanddeutschen, deren Frauen nur mit Kopftüchern Gottesdienste besuchen. Das Kopftuch ist also mitnichten ein nur islamisches Kleidungsstück! Auch erinnere ich mich, dass in meiner Jugendzeit viele Frauen bei bestimmten Arbeiten Kopftücher trugen, um ihr Haupthaar vor Schmutz und Dreck zu schützen. Im übrigen meine ich, das bei Kommentaren und Leserbriefen im Internet die Diskussion viel sachlicher wäre, wenn nur Kommentare zugelassen würden, die nicht anonym erfolgen. Mit freundlichem Gruß von Jan Kempermann

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recepcik 08.05.2019, 21:03
3. Das Problem ist der politische Islam

Der die Frau für sich instrumentalisiert. Wir dürfen aber nicht zulassen, daß die Islamisten uns verbieten wollen worüber zu diskutieren haben. Habe mal in einer Zeitschrift Vergleiche der Frauenbekleidung aus den Siebzigern in Afghanistan, Ägypten und der Türkei gesehen. Viele Frauen sind bei Ihrer Bekleidung kaum von den Frauen in der westlichen Welt zu unterscheiden. An diesem Beispiel hat man gesehen wohin der politische Islam die Gesellschaft führt.

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kzr 08.05.2019, 21:09
4. Naiv

In meinem Dorf, in Frankreich, Grenzgebiet zur Deutschland, werden die pubertierende Mädchen aus moslemische Familie sehr häufig aus der französische Schulen dann abgemeldet wenn es soweit ist. Und in Deutschland angemeldet. Warum ? Kopftuch tragen in der Schule ist in Frankreich nicht erlaubt. Ist es ok ? Bei uns melden sich zunehmend Eltern von moslemische Mädchen bei der Schulleitung und wollen die Sitzordnung in der Schule ändern. Das Mädchen sollte nicht neben einen Junge sitzen.. Ist es ok? Bei Halloween werde ich von der Knirpsen gefragt ob meine Suessigkeiten Gelatine enthalten.. ist es ok? Ich könnte hunderte von solche Beispiele nennen wo ich mich so nicht sehr wohl fühle und nicht genau weiß wie ich reagieren sollte. Bin ich fremdenfeindlich ? Nein, ich komme aus einer Familie mit verschiedenste kulturelle und religiöse Kreise. Toleranz war immer unser Weg zu funktionieren. Was denn ? Man kann diese kleine Episode als kulturelle Bereicherung erachten. Oder auch nicht. Ich wünsche meine deutsche Freunden die gleiche Entwicklung wie wir es in Frankreich seit 20 Jahren machen.

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Cannonier 08.05.2019, 21:14
5. Und bevor wieder stussige....

...Vergleiche mit dem Christentum kommen: Das Äquivalent zum Kopftuch bzw. zur Vollverschleierung von Muslima ist nicht das um den Hals getragene Kreuz einer Christin.
Und selbst Nonnen hatten nie Komplettverschleierung.
Auch der Vergleich mit unseren Grossmüttern auf dem Feld hinkt gewaltig. Das Kopftuch war Sonnenschutz, Lappen, Werkzeug in einem und man wurde nicht von der Gemeinschaft körperlich bestraft wenn frau keines trug.

Der Quran schreibt das übrigens auch nicht explizit vor. Erstens wurde er zu einer Zeit geschrieben wo man an der Kleidung einer Frau deren Stand/Rang in der Gesellschaft ablesen konnte, insb. ob sie eine Sklavin oder "freie" Frau war (Sklavinnen waren im Patriarchat vollkommen schutzlos. Der Prophet empfahl deshalb "Verhüllung").

Zweitens ist die arabische Sprache überhaupt nicht eindeutig. Die Texte wurden vor mehr als tausend Jahren geschrieben, mehrfach übersetzt. Es ist eine moderne Interpretation dass das damalige Wort "Verhüllung" so ursprünglich gemeint war.

Unsere freie Gesellschaft beruht auf der offenen Kommunikation. Ein Kopftuch mag als Kompromiss akzeptabel sein, voller Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit keinesfalls.

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vikkru 08.05.2019, 21:15
6. Klingt als hätte man was verpasst

Über die Ankündigung der Teilnehmer war ich etwas enttäuscht, hauptsächlich wegen Alice Schwarzer die Ihren Zenit schon lange überschritten hat.

Aber nun würden mich mehr inhaltlich oder zumindest Schwerpunktaussagen interessieren wie zB.
Kopftuch ist mehr kulturell oder religiös geprägt oder Empfehlungen für den Umgang an Schulen evtl. generelles Verbot von religiösen Symbolen in der Schule und auch an den Schülern.

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Tom steeger 08.05.2019, 21:15
7. Sagen wir mal so:

Es geht um das islamische Männerbild. Neben den Damen läuft ja häufig ein Herr mit Short, T-Shirt, Wampe. Da scheint man ja schon Säkular zu sein.

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tclaussnitzer 08.05.2019, 21:19
8.

Eigentlich ist ein Kopftuch ziemlich sexistisch , da es weitläufig vor den Blicken der Männer schützen soll. Die Männer werden somit degradiert. Außerdem kann es doch nicht sein das es Länder gibt, in denen Frauen eine Prügelstrafe bekommen wenn sie ohne Kopftuch / Burka herumlaufen und wir es aber als Zeichen der "Würdigung der Frau" sehen. Das ist doch vollkommen schizophren. Natürlich ist ein Kopftuch kein Accessoire, es ist und bleibt ein Zeichen der religiösität.

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u.b.leser 08.05.2019, 21:23
9. Eine Placebo-Diskussion

Frauen tragen aus unterschiedlichsten Gründen Kopftücher: aus religiösen oder kulturellen gründen, weil Mann oder Familie das wollen, aus Schutz, als modisches Accessoire oder einfach, weil es ihnen gefällt. In der Auseinandersetzung mit dem Islam ist diese Frage unwichtig. Viel wichtiger wäre es zu diskutieren oder hinterfragen, warum wir es zulassen, dass die Mehrheit aller Moscheen in Deutschland direkt von drei autoritären Regimen kontrolliert werden (Iran, Saudi-Arabien, Türkei) und welches Gesellschaftsbild dort vermittelt wird.

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