Forum: Politik
Kostenexplosion: Stuttgart 21 soll noch teurer werden
dapd

Das Kostenpotential des umstrittenen Milliardenprojekts Stuttgart 21 scheint grenzenlos: Nach Informationen der "Bild am Sonntag" rechnet der Bahnvorstand mit neuen Zuwächsen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Ein Gewerkschafter hält sogar Mehrkosten bis zu einer Milliarde Euro für möglich.

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wernerz 02.12.2012, 11:12
120. Absehbar

Die Erkenntnis, dass für Objekte dieser Grössenordnung die tatsächlichen Kosten niemals vorher zuverlässig bestimmt werden können, ist nicht neu. Im Prinzip wird jeder normal Denkende dabei auch Kostensteigerungen, welche sich allein schon aus der Laufzeit über Jahre hinweg ergeben werden, akzeptieren. Das Schlimme bei S 21,und nicht nur hier, ist jedoch immer wieder, dass die Bevölkerung zuvor in jeder Hinsicht schamlos belogen wird. Dabei handelt es sich zumeist um eine Mischung aus Unfähigkeit, Machtstreben und finanzieller Gier der für die Durchführung der Objekte Verantwortlichen. Angesichts diverser Unwägbarkeiten, die bei der Planung und späteren Durchführung des Objektes S 21 bis heute noch bestehen, ist es eine absolute Frechheit, wenn nun behauptet wird, dass dessen Kritiker Schuld an den Kostensteigerungen trügen.

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Nubari 02.12.2012, 11:12
121. War doch jedem Laien klar

Dass der Kostenrahmen jedes derartigen Großprojekts erheblich anwächst konnte man immer wieder beobachten. Daher war es klar, dass es bei diesem besonders ambitionierten Projekt nicht anders sein wird. Mein besonderer Unmut galt dann auch den unglaubhaften aber eisern vorgebrachten Behauptungen, das Projekt sei seriös durchkalkuliert. Dass seinerzeit bei der Diskussion des Projekt und während der Anhörung alle Kritiker dieser optimistischen Kostenschätzung niedergewalzt wurden, war schwer zu ertragen. Man sollte alle, die damals die Kostenschätzung von S21 als unangreifbar bezeichnet und die Kritiker niedergemacht hatten, mit 0,01% an der Kostensteigerung beteiligen. Das könnten die Herren sicherlich aufbringen, auch wenn es ihnen weh täte. In Zukunft würden Kostenschätzungen jedoch sicherlich gewissenhafter vorgenommen.

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KeinSteinWieDerAndere 02.12.2012, 11:13
122. Ultimative Haftung

Zitat von Le Commissaire
Na das ist aber überraschend! Wie konnte das bloß passieren? Ich fordere schon seit Jahren die persönliche Politikerhaftung: Mehrkosten müssen von den Politikern privat beglichen werden. Können Sie die Mehrkosten privat nicht aufbringen, müssen sie in Schuldnerhaft. Wie realistisch plötzlich alle Planungen werden würden! Und wie wenige unwirtschaftliche öffentliche Großprojekte plötzlich noch beschlossen werden würden. Nürburgring, Elbphilharmonie und anderes -- das wäre uns alles erspart geblieben.
Stimme in absolut zu, aber noch geht es uns zu gut. Das kann und wird sich aber ändern und dann ist der Weg zu den Guillotinen nicht mehr weit. Das ist dann die ultimative persönliche Haftung.

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uweknöll 02.12.2012, 11:14
123. Gegner sind Schuld am fehlenden Brandschutz und Problemen mit dem Grundwasser

Zitat von M. Michaelis
Kostensteigerungen die zu einem nicht unerheblichen Teil die Folge der Wiedestandsbedingten Verzögerungen und Auflagen sind. Es ist Teil der Taktik der Gegner von Anfang an die Kosten hochzutreiben um dann mit dem Verweis auf die Kosten die Projekt in Frage zu stellen. Das Grundproblem ist aber die Art wie in Deutschland solche Projekte handhabt werden müssen. Das führt zwangsläufig zu erheblichen Kostenrisiken. Deutschland ist einfach mittlerweile einfach zu dämlich Grossprojekte effizient und zügig durchzuziehen. Der lange Marsch in Richtung Schwellenland hat längst begonnen.
Und was sagt der Artikel:
"Es geht um Brandschutz, Grundwasser und Streit um den Verkauf der oberirdischen Gleisflächen."

Machen Sie im Ernst die Gegner für das Planungsdesaster der Bahn verantwortlich? Die Gegner warnen vor fehlendem Brandschutz und sind deshalb Schuld, dass er bisher nicht genehmigungsfähig ist? Die Gegner warnen vor Dolinen im Untergrund und sind Schuld, dass die Bahn tatsächlich darauf stößt? Die Gegner warnen vor Kostenrisiken und sind Schuld, dass das Geld nicht reicht?
Die Demonstrationen haben es nicht geschafft den Bau erheblich zu verzögern. Es fehlen einfach Baugenehmigungen.

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keyjay 02.12.2012, 11:14
124. Richtig ist, ...

Zitat von spon-facebook-1049022215
Die Bahn hat von vornerein gelogen, denn sonst wäre das Projekt nie genehmigt worden. Und am Ende werden wir wohl noch erfahren, daß Schläger-Mappus von Anfang an Bescheid wußte. Stuttgart 21 ist die größte politische Sauerei seit Jahrzehnten. Am meisten enttäuscht haben natürlich die Grünen. Ob im Stuttgarter Rathaus oder in der Villa Reizenstein – der Wahnsinn geht weiter.

dass bei diesem Großprojekt seitens der Verantwortlichen (Bahn, Politiker) von vorne herein gelogen und betrogen. Da wiederspreche ich Ihnen nicht im geringsten. Weshalb Sie aber "natürlich" von den Grünen enttäuscht sind, verwundert mich dann schon.

Um politische Forderungen durchzusetzen, braucht man einen Koalitionspartner, der den Ausstieg auch solch einem Projekt mitträgt. Meines Wissens waren und sind die meisten SPD 'er immer noch für S21. Kretschmann setzte zumindest mit seiner Partei durch, dass es zu S21 eine Volksabstimmung gab - und hier hat das VOLK ganz demokratisch entschieden!

Es sei dahingestellt, ob es wegen der Kostenexplosion eine weitere Abstimmung geben muss oder nicht. Wenn Sie enttäuscht sein wollen, dann aber konsequenterweise über die Bürger, die mehrheitlich den Neubau des Bahnhofs abgesegnet haben.

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walter_e._kurtz 02.12.2012, 11:15
125. Auch Ihnen

Zitat von Scheidungskind
Das sind Kosten der Demokratie, keine Projektkosten. Stuttgart 21 war bereits durch die parlamentarischen Instanzen, als der Widerstand begann, die üblichen Ausmaße zu sprengen.
...sei folgender Artikel wärmstens empfohlen:
Stuttgart 21: Regierung Oettinger verheimlichte Berechnungen - SPIEGEL ONLINE
Eine Kostenexplosion war bereits vor den Protesten abzusehen, um nicht zu sagen; eingeplant.
Allerdings wollte man dereinst die Öffentlichkeit lieber nicht darüber informieren...

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juwelenjupp 02.12.2012, 11:16
126. Ich frage mich doch

warum überhaupt noch jemand dieses Thema kommentiert

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prontissimo 02.12.2012, 11:16
127. im Ländle der Erfinder der Vetterleswirtschaft isch des koi Iberraschung.

Zitat von sysop
Das Kostenpotential des umstrittenen Milliardenprojekts Stuttgart 21 scheint grenzenlos: Nach Informationen der "Bild am Sonntag" rechnet der Bahnvorstand mit neuen Zuwächsen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Ein Gewerkschafter hält sogar Mehrkosten bis zu einer Milliarde Euro für möglich.
Damit sei aber nicht den Badenern, Schwaben und Württembergern
etwas unterstellt. Ein solches Projekt kann nicht halbwegs präsize kalkuliert werden, weil es so viele Unbekannte gibt, die keiner planbar wissen kann.

Man hätte allerings wissen können, dass der angegebene Kostenrahmen der Bauerbeiten nie reichen wird. Das kann bei keinem Projekt, dessen Realisierung sich über viele Jahre erstreckt, hinhauen.

Es könnten 7 - 10 Milliarden sein, die wir aber, wenn GR Zins und Tilgung leisten wird, aus der Westentasche zahlen.
Also alles wird gut.

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Adam_Sapfel 02.12.2012, 11:16
128. Peanuts

Zitat von sysop
Das Kostenpotential des umstrittenen Milliardenprojekts Stuttgart 21 scheint grenzenlos: Nach Informationen der "Bild am Sonntag" rechnet der Bahnvorstand mit neuen Zuwächsen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Ein Gewerkschafter hält sogar Mehrkosten bis zu einer Milliarde Euro für möglich.
Was Berlin kann mit seinem Flughafen können die Stuttgarter mit S21 doch auch oder sollte man besser fragen, wer macht's wem nach ?
Das Projekt war von vorherein Schwachsinn und es war von vornherein klar, dass es viel teurer wird als geplant und auch keine zusätzlichen Arbeitsplätze schafft. Es bleibt ein unsinniges Prestigeobjekt, wie auch der Nürburgring oder eben der BER INTERNATIONAL.
Die Grünen haben gegen diese Stuttgarter Geldverschwendung richtigerweise gekämpft und durch die Abstimmung demokratisch verloren. Frage aber: Wo bleiben die Grünen jetzt, wo es darum geht hunderte von Milliarden vor G.Land zu retten, dagegen war/ist S21 Peanuts. Ich vermisse deutschlandweite Montagsdemos und Lichterketten und Sit-Ins, in vorderster Front mit dem Grünen Vorstand gegen die Geldvernichtungsmaschine Griechenland. Aber das passt natürlich nicht ins polit. Konzept dieser grünen Deutschlandausverkäufer, darum hält man lieber feige die Klappe und stimmt im Bundestag sogar noch zu. Soweit die gespaltene Grünenzunge wenn es ums Sparen und die wirklichen Interessen Deutschlands geht - im eigenen Land sparen ja, aber dem Ausland dann die Kohle (Steuergelder) hinterher werfen. - Für mich sind die Grünen charakterlich unterste Schublade und mit ihren z.Zt. 14 % ja nicht gerade eine Volkspartei, hoffenlich noch für lange Zeit.

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Bob Andrews 02.12.2012, 11:17
129.

Zitat von seppedoni
Deutschland ist seit 1949/1989 ganz schlecht geworden im "Durchziehen". Liegt an der sch... Demokratie. Putin und die Chinesen sind viel besser im "Durchziehen".
Demokratie und Rechtstaatlichkeit stehen halt betriebswirtschaftlicher Effizienz immer im Wege. Sowas aber auch. In Diktaturen klappt das viel besser...

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