Forum: Politik
Kostenexplosion: Stuttgart 21 soll noch teurer werden
dapd

Das Kostenpotential des umstrittenen Milliardenprojekts Stuttgart 21 scheint grenzenlos: Nach Informationen der "Bild am Sonntag" rechnet der Bahnvorstand mit neuen Zuwächsen im hohen dreistelligen Millionenbereich. Ein Gewerkschafter hält sogar Mehrkosten bis zu einer Milliarde Euro für möglich.

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peakoilnow 02.12.2012, 12:40
260. Claim Management

In Projektmanagement-Handbüchern wird das so genannte Claim Management gelehrt. Das ist, kurz gesagt, die Kunst, zunächst durch Dumping-Angebote im Vergabeverfahren den Zuschlag zu bekommen und sich später durch alle nur möglichen Nachforderungen schadlos zu halten. Das führt logischer Weise dazu, dass die ursprünglichen Kostenansätze relativ niedrig sind, die Kosten im Projektverlauf aber explodieren. Jeder weiss es, und keiner sagt es offiziell.
Es ist eben leicht, das Geld fremder Leute auszugeben.
Deshalb haben die Stuttgarter Bahn und Regierende auch "Lügenpack" geschimpft.

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Airkraft 02.12.2012, 12:41
261. Dann ist das wohl..

Zitat von moritator
daß wir den Bahnhof geschenkt bekommen. Da ist es doch egal, wie teuer es wird. Vielleicht kann man den Bahnhof oberirdisch noch zu einem Flughafen, so wie der in Berlin erweitern.
ein "Danaergeschenk"

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silverhair 02.12.2012, 12:42
262.

Zitat von M. Michaelis
Kostensteigerungen die zu einem nicht unerheblichen Teil die Folge der Wiedestandsbedingten Verzögerungen und Auflagen sind. Es ist Teil der Taktik der Gegner von Anfang an die Kosten hochzutreiben um dann mit dem Verweis auf die Kosten die Projekt in Frage zu stellen. Das Grundproblem ist aber die Art wie in Deutschland solche Projekte handhabt werden müssen. Das führt zwangsläufig zu erheblichen Kostenrisiken. Deutschland ist einfach mittlerweile einfach zu dämlich Grossprojekte effizient und zügig durchzuziehen. Der lange Marsch in Richtung Schwellenland hat längst begonnen.
Was meinen sie mit zügig durchziehen - die Kosten auf Steuerzahlerskosten ins unermessliche Wachsen lassen, und dafür jegliches Kontrollsystem aushebeln?

Und die "Gegner" treiben die Kosten nicht hoch, es sind diejenigen die Bauen die hier einfach Kosten zu niedrig ansetzen - und das Kostensteigerungen von 10% kaum eingeplant werden - realistische von 20% eben besser sein sollten - das wird aus regelrecht Wahlkampftaktischen Gründen vermieden!

In einer Welt des kapitalismus MÜSSEN die Kosten steigen - weil die GEWINNE ja auch steigen sollen .. und das eine geht nicht ohne das andere - da wo alle immer mehr wollen, da kostet es eben auch mehr und das - immer nocht expotential da man ja schön zins und zinseszins rechnet!

Aber bei ihnen scheints ja da mehr mit "zügig" in den Abgrund zu fahren sein .. hauptsache man beweißt das man mögliches viele Mrd. zum Fenster rauswerfen kann um als "Bester Depp" in der Welt da zustehen als das man vernünftig nur die Sachen angeht die man auch überblicken kann!

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Schiebetürverriegler 02.12.2012, 12:44
263. Stimmt

Zitat von M. Michaelis
Kostensteigerungen die zu einem nicht unerheblichen Teil die Folge der Wiedestandsbedingten Verzögerungen und Auflagen sind. Es ist Teil der Taktik der Gegner von Anfang an die Kosten hochzutreiben um dann mit dem Verweis auf die Kosten die Projekt in Frage zu stellen..
mich hat auch immer schon gestört, wie man z.B. durch Widerstand die Kosten der Elbphilharmonie in die Höhe getrieben hat, oder ?

Zitat von
Das Grundproblem ist aber die Art wie in Deutschland solche Projekte handhabt werden müssen. Das führt zwangsläufig zu erheblichen Kostenrisiken.
Wie wahr, wie wahr !

Zitat von
Deutschland ist einfach mittlerweile einfach zu dämlich Grossprojekte effizient und zügig durchzuziehen. Der lange Marsch in Richtung Schwellenland hat längst begonnen
Da muss ich zustimmen.. Nur .. woher kommt das ? Durch grenzenlose Abzocke. Ausschreibungen kann man gerade her vergessen....

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Schiebetürverriegler 02.12.2012, 12:45
264.

Zitat von spon-facebook-1293013983
Wie ist das eigentlich mit dem Kostendeckel? Muss das Ganze jetzt gestoppt werden oder galt der nur, bis das ganze ins Rollen gebracht worden ist. ....
Nein, jetzt muss eine Lösung gesucht werden, wie man am unauffälligsten dem Steuerzahler die Mehrkosten unterschieben kann...

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fullspeed 02.12.2012, 12:45
265. Das dreistete Lügenprojekt...

...aller Zeiten stellt sogar den Berliner Flughafen weit in den Schatten. JEDER wußte vorher, dass der Kostenrahmen noch vor Baubeginn explodieren würde. Diese völlig überflüssige Geldvernichtungsmaschine S 21 wird Kosten in einer Höhe produzieren, die heute noch keiner zu nennen wagt. Aber wie heißt es doch so schön: der Prozess ist unumkehrbar. Aber das Volk hat so abgestimmt, jetzt muss es die Folgen tragen.

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nr.23 02.12.2012, 12:45
266. Langstreckenalternative Bus startet

Zitat von M. Michaelis
Das Problem liegt im System und den Rest besorgen Bürgerinitiativen. Deutschland ist in Sachen Grossprojekte derzeit vor allem Vorreiter in Sachen an die Wand fahren.
Das Problem sind die Auftraggeber selbst, die Verwaltung bei den öffentlichen und natürlich die Politiker die das schön reden (siehe Kauder S21 oder Wowereit BBI) weil es ja nicht um eigenes Geld geht. Bei eigenem fehlenden Sachverstand wissen die aber alle, dass später immer Geld nachgeschoben wird und dass sie persönlich nicht dafür gerade stehen müssen.

Diese Laberrei seitens der DB AG von vor 2 Jahren in der Schlichtung. Das ganze gehört wiederholt damit klar wird wo in der damaligen Schlichtung die Schwätzer ohne Sachverstand saßen.

In Arnsberg/NRW (CDU) hat man die Wärmeversorgung für ein Schulzentrum auf Hackschnitzel umgestellt und kümmert sich nach Fertigstellung der Anlagen jetzt erst um langfristige Lieferverträge. Rein vorsorglich hat man aber noch einen 2000 KW Gaskessel (Anteil 16% = Gesamtlaufzeit/Jahr unter 20 Tage) und ein BHKW (Anteil 4%). Da wird doch das Geld regelrecht verheizt und es zeigt was für unfähige Leute im öffentlichen Bereich Entscheidungen treffen. Maßgebich beteiligt sind die Stadtwerke. Da kostete der Wasserzähler 16,65 Euro/Monat und das Wasser 1,27 Euro/m3. Im benachbarten Soest sind die Vergleichspreise 6,35 Euro/Monat und 0,67 Euro/m3. Das sagt doch alles.

Der Bürger zahlt es letztendlich. Die S21 Kostenexplosion zahlt der Bahnbenutzer.

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Schiebetürverriegler 02.12.2012, 12:48
267. Wir

Zitat von hastdunichtgesehen
Aber soviel Inkompetenz wie in Berlin werden sie wahrscheinlich nicht erreichen.
arbeiten daran. Grüße aus BaWü...... ;-)

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a.m.g. 02.12.2012, 12:48
268.

Zitat von wwwwalter
Bezeichnenderweise war die Zustimmung zu S21 in vielen Regionen, die von dem Projekt gar nicht profitieren, oder sogar Nachteile erleiden, höher als in der Region Stuttgart selbst.
Dies könnte auch an der verqueren Fragestellung dieses Volkentscheides gelegen haben.

Auszug aus der Stuttgarter Zeitung:
"Denn anders, als die Logik des Streits um den Tiefbahnhof eigentlich erzwänge, bringt die Jastimme beim Referendum kein Bekenntnis zum Tiefbahnhof zum Ausdruck, sondern das schiere Gegenteil. Wer das Ja ankreuzt, votiert für den Ausstieg aus Stuttgart 21. Wer sich hingegen für das Nein entscheidet, sagt nicht Nein zum Tiefbahnhof, sondern plädiert für den Weiterbau. Im übergeordneten Sinne bedeutet das Nein bei der Volksabstimmung ein Ja zu Stuttgart 21. Alles klar?"

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wahrheitsgemäß 02.12.2012, 12:49
269. also wenn sie das alles so

Zitat von spon_1868244
In den Diskussionen geht es meist um die Baukosten. Überhaupt nicht im Fokus sind die Betriebskosten. Es werden da viele noch ihr blaues Wunder erleben, was da alleine an Energie- und Wartungskosten anfallen wird. Ich erinnere mich an meine erste Stelle nach dem Studium. Dort ging es darum, Parkhäuser zu bauen und zu betreiben. Die Partner waren immer die Kommunen. Ich "durfte" die gesamten zu erwartenden Baukosten mittels aller Angebote addieren, damit mein Chef diese den Stadträten präsentieren kann. Hatte ich die Summen ermittelt, sagte er: jetzt 30 Prozent abziehen. Mein fragender Blick brachte die Antwort: sonst bekommen wir das Parkhaus nie durch... Bei den prognostizierten Energiekosten musste ich fünfzig Prozent abziehen. Die Begründung war dieselbe. Die Parkhäuser wurden also gebaut. Nachdem die prognostizierte Bausumme erreicht war, standen die Objekte halbfertig herum. Klar, dass die Stadträte die Restsumme zähneknirschend freigaben - was wäre das sonst für eine Blamage gewesen, den Bau einzustellen und ein Fragment herumstehen zu haben. Bei den Betriebskosten hieß es nach einem Jahr: die sind leider doppelt so hoch wie erwartet, das war nicht vorauszusehen. Wieder winkte der Stadtrat die Geschichte durch. Und so lief es mit rund 25 Parkhäusern in diversen Städten in Süddeutschland. Nach 13 Monaten verließ ich das Unternehmen - da war ich 26 Jahre alt und hatte einen Einblick bekommen, wie es in Teilbereichen der Wirtschaft tatsächlich zugeht. Rund ein Jahr lang machte ich also als Handlanger bei diesen Betrügereien mit bis ich eine neue Stelle fand und das Weite suchen konnte. Bei jedem öffentlichen Bau seither habe ich "seherische Fähigkeiten", weil ich weiß, wie sich die Summen von der politisch akzeptierten Kalkulation bis hin zur Endrechnung entwickeln wird. Es soll tatsächlich auch Ausnahmen geben, die einmal mehr die Regel bestätigen...
wider besseren wissens gemacht haben sind
sie genauso korrupt wie ihr chef.
im übrigen sagt der bund der steuerzahler
das durch korruption in deutschen bauämtern
dem fiskus jährlich ein schaden von
über 100 milliarden endsteht.

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