Forum: Politik
Kostenexplosion: Stuttgart 21 wird teurer und ein Jahr später fertig
DPA

Das umstrittene Milliardenprojekt Stuttgart 21 geht erst Ende 2020 in Betrieb. Die Bahn erklärt die Verzögerung damit, dass das Grundwassermanagement erst später beginnen könne als geplant. Die Kosten für den Bahnhofsumbau steigen auf 4,3 Milliarden Euro.

Seite 17 von 18
happy2010 25.03.2012, 15:46
160.

Zitat von b.oppolzer
Manche Schreiber hier klammern sich immer noch an die Idee, dass sie für die Verzögerungen beim Bau von Stuttgart 21 die S21-Gegner, namentlich die Grünen, verantwortlich machen könnten. Das klappt aber nicht. Ursache ist ausschließlich das Miss-Management der Bahn. Die erhöhte Grundwasser-Entnahme-Menge und die dazu fehlenden Genehmigungen verhindern jetzt den Baufortschritt und niemand sonst. Dass trotzdem der Schlossgarten schon mal plattgemacht und der Südflügel eingerissen worden ist, ist ein Skandal. Das finden wir übrigens überall, wo die Bahn baut. Siehe S60 Böblingen - Renningen. Wir sind im Jahr 13 der auf 4 Jahre geplanten Bauzeit, und die Kosten sind ums was weiß ich wie viel fache überzogen. Wird bei S21 genauso laufen. Die Bahn und ihre Planungsbüros sind einfach unfähig, große Bauprojekte durchzuziehen. Das werden wir noch schmerzhaft spüren. A propos Volksabstimmung: die Grünen haben sie nach Wahrnehmung mancher Leute hier verloren, und die SPD, die sie ja ursprünglich erfunden hat, gewonnen. Dumm ist nur, dass die Umfragewerte sich seither genau entgegengesetzt entwickelt haben. Das sog. Wahlvolk schätzt nämlich die Art und Weise, wie die Grünen mit dem Ergebnis umgehen (kritisch konstruktive Begleitung) durchaus. Und es wird auch verstanden, dass die neuerliche Erhöhung der Kosten und die Bauverzögerung auf das Konto der Bahn gehen. Die Landesregierung und die S21-Gegner können dafür nichts. Die Landesregierung hat im Gegenteil ja erst die Polizeikräfte beigebracht, um diese Räumung des Schlossgartens etc. friedlich und stressfrei durchzusetzen - ganz im Unterschied zum 30. September 2010. Solange die Regierung und insbesondere die Grünen es schaffen, transparent zu machen (und zwar beim Wahlvolk und bei der Wirtschaft z.B.), dass die Probleme rund um S21 allein durch die Bahn verursacht sind - und das können sie problemlos nach Stand der Dinge, selbst solche Befürworter wie der OB von Leinfelden-Echterdingen, Klenk, verstehen das mittlerweile - und die Umfragewerte für die Grünen weiter nach oben klettern, ist mir nicht bange. Nur weiter so ...
Sie sollten sauber lesen
Ich habe nirgends ausgesagt das die Bauverzögerung ursächlich der jetzigen Mehrkosten ist
Ich sagte ledigich das die jetzige Zeitverzögerung zwar sowieso eingetreten wäre, allerdings ein Jahr früher

Und prinzipiell gilt
Jedes Jahr verteuern sich Baukosten um 3, 4%

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rainer_daeschler 25.03.2012, 16:21
161.

Zitat von Traumflug
Das Land (ja, eben dieser Verkehrsminister Hermann) denkt laut darüber nach, Nahverkehrsverbindungen zu streichen, da das Geld fehlt. Warum beiden Geld für die Erhaltung des Bestehenden fehlt ist nicht schwer zu erraten.
Die Antwort dazu gibt die Stuttgarter Zeitung heute in der Online- und morgen in der Druckausgabe:

Zitat von Stuttgarter Zeitung
Wie inzwischen bekannt wird, wurde eine Kabinettsvorlage des Verkehrsministeriums zum Thema im Arbeitskreis Verkehr der SPD-Landtagsfraktion abgelehnt. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte darin aufgeführt, dass die Bahn-Töchter DB Netz und DB Station&Service ihre Gebühren um rund 50 Millionen Euro erhöht hätten. .... tatsächlich wurde von der schwarz-gelben Vorgängerregierung vereinbart, insgesamt 286 Millionen Euro aus dem Topf der Regionalisierungsmittel für den Bau des künftigen Stuttgarter Tiefbahnhofs zu verwenden.
Da ist zum einen die plötzliche Gebührenerhöhung und dann die Zweckentfremdung von Regionalmitteln, die so hoch sind, wie der offizielle eingeräumte Betrag, den die Stadt Stuttgart zum Tiefbahnhof beisteuert.

Es sind zwar kleinere Millionenbeträge, aber der Haushaltsausschuss des Landtags hat Kosten für den Polizeieinsatz auch auf das Verkehrsministerium abgewälzt, statt dem Innenministerium (oder der Bahn). Es ist also nicht der Unwillen des grünen Ministers, aber in seinem Etat wird sich kräftig bedient. Leidtragend sind die Pendler, für die S21 wahre Wunder versprochen hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmunzelhase21 25.03.2012, 16:35
162. Wenn S21 mal unter der Erde ist

Zitat von lukapp
Wer so bescheuert ist und ausgewachsene Bäume mit Millionenaufwand umpflanzt, dem kann eh niemand mehr helfen.Um jedes Buschwindröschen und jede Eberesche wird gefightet. Nur mal zum Vergleich: In einer Gemeinde in NRW streiten sich die Wutbürger, wo denn keine Bäume in ihrer Anliegerstrasse gepflanzt werden sollen - Wohlgemerkt: wo nicht. Jeder fürchtet um die Einfahrtsmöglichkeit in seine Garage. Uns Deutschen geht es zu gut. Bäume kann man absägen, zu Brettern verarbeiten, und dann neue pflanzen! Dann geht alles viel schneller. Wenn S21 mal unter der Erde ist, wird man sich wundern, wieviele Bäume man pflanzen kann. Aber: Es geht ja ums Prinzip.
"Wenn S21 mal unter der Erde ist", wird man keine Bäume pflanzen können, weil Bäume nun mal nicht auf Beton wachsen. der graue Betondeckel wird das neue Schandmal Stuttgarts werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmunzelhase21 25.03.2012, 16:37
163.

Zitat von artusdanielhoerfeld
...mit dem grünen Ministerpräsidenten Kretschmann? Vor der Wahl wollte er Stuttgart21 verhindern, nach der Wahl "kritisch begleiten", und nun ist er abgetaucht und wird bei der Berichterstattung darüber nicht einmal mehr erwähnt. Ist er also ein weiterer Heuchler, auf den eine Laterne wartet?
So ischt es.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmunzelhase21 25.03.2012, 16:41
164.

Zitat von t-jey
Ich gehe (mit Architekturstudium) auch davon aus, dass diese Summe erreicht oder noch überschritten wird. Wenn erst mal 100% der Aufträge vergeben sind, liegt der vollständige Kostenanschlag sicher bei 5-6 Milliarden. Und dann kommen die Nachträge - von mindestens 5-10% muss man auf jeder Normalo-Baustelle ausgehen, hier evtl. von 20% oder 30% (techn. sehr schwierige Maßnahmen mit vielen Unbekannten). Welche Summen wohl für "Unvorhergesehenes" in den Kostenschätzungen und -berechnungen bisher enthalten sind? Möglicherweise keine. Unter dem Druck, die offiziellen Zahlen immer so gering wie möglich halten zu müssen, darf man annehmen, dass da von Best-Case-Szenarios ausgegangen wird.
S21 ist das erste Projekt, bei dem der Risikopuffer schon ausgeschöpft ist, bevor der erste Spatenstich gemacht wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmunzelhase21 25.03.2012, 16:42
165.

Zitat von Observer
Dieser von der Mehrheit der Bevölkerung gewünschte Bahnhofsbau verzögert sich, weil die Baumaßnahmen andauernd durch Proteste, Besetzungen ujnd ähnlichen Humbug behindert werden.
Das behauptet nicht einmal die Bahn. Lesen Sie keine Zeitung?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmunzelhase21 25.03.2012, 16:46
166.

Zitat von urban4fun
S21 wird teurer und dauert länger? Ja, soooo eine Überraschung!!!!
Mit der Firma Züblin wird man sicher im Kostenrahmen bleiben, s. Bau der Metro in Amsterdam: Dort waren 1.5 Milliarden geplant, mittlerweile ist man bei über 3 Milliarden angelangt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmunzelhase21 25.03.2012, 16:49
167.

Zitat von mlehn
Die einzige Möglichkeit das Geld im Land zu behalten (und nicht an andere Bundesländer oder an Griechenland&Co zu verschenken) ist es zu verbauen. Am besten tief. Und egal, ob der Teifbahnhof 4, 10 oder 20 Mrd. kostet: Es wertet die Region mehr auf als es kostet.
Schon mal einen Blick auf den (ehemaligen) Schlossgarten oder auf den geschleiften Südflügel geworfen? Wenn das die Region aufwertet, muss man wirklich einen außerordentlichen Sinn für Ästhetik haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stuttgarter 25.03.2012, 18:47
168. und es ändert sich doch

Zitat von happy2010
wobei das ein normaler Prozess ist Und das die Grundwassermenge von vielen Faktoren abhängt dürfte klar sein Wenn nun mehr Volumina abgepumpt werden musss ändert das an Folgen erst einmal nichts
Jetzt läuft ein Genehmigungsverfahren um eine zweite Anhebung der Wassermenge . Die Kostenerhöhung der Betriebskosten der in etwa gleichgroßen ersten Erhöhung wurden in der Stuttgarter Presse mit 80Mio€ angegeben . Zu diesen weiteren 80Mio€ muß diesesmal wohl noch ein Grundwassermanagment2 gebaut werden. Wieder 80Mio-plus ist nicht nichts. Man beachte die Salamitaktik und Verschleierungstaktik der Anhebung vieler Einzelposten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
happy2010 25.03.2012, 19:42
169.

Zitat von rainer_daeschler
Es sind zwar kleinere Millionenbeträge, aber der Haushaltsausschuss des Landtags hat Kosten für den Polizeieinsatz auch auf das Verkehrsministerium abgewälzt, statt dem Innenministerium (oder der Bahn). Leidtragend sind die Pendler, für die S21 wahre Wunder versprochen hat.
Wenn Sie schon argumentieren dann bitte neutral und ehrlich
Hier die von Ihnen "weggelassenen" Zitate des Berichtes:

Wie inzwischen bekannt wird, wurde eine Kabinettsvorlage des Verkehrsministeriums zum Thema im Arbeitskreis Verkehr der SPD-Landtagsfraktion abgelehnt. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte darin aufgeführt, dass die Bahn-Töchter DB Netz und DB Station&Service ihre Gebühren um rund 50 Millionen Euro erhöht hätten. Dieser Ausgabensprung sei „weder so eingeplant noch in diesem Umfang auch nur annähernd vorhersehbar“ gewesen, argumentiert das Ministerium. Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Hans-Martin Haller sieht dies anders: „Dass die Kosten für Trassen, Energie und Bahnhöfe steigen, war seit einem Jahr bekannt.“ Er räumt zwar ein, dass der Bund den Rahmen für den Zugverkehr setze, dass somit das Land für die Preissteigerung keine Verantwortung trage. Er wirft Hermann aber vor, zu spät reagiert zu haben. „Statt rechtzeitig zu handeln, wurde das Schienenangebot ausgeweitet“, sagt Haller. ...

Hermanns Kernvorschlag – kein Geld für Stuttgart 21 aus den Regionalisierungsmitteln – würde sich dagegen kurzfristig auswirken. Tatsächlich wurde von der schwarz-gelben Vorgängerregierung vereinbart, insgesamt 286 Millionen Euro aus dem Topf der Regionalisierungsmittel für den Bau des künftigen Stuttgarter Tiefbahnhofs zu verwenden. Angesichts der Kostensteigerungen seitens der Bahn sehe sich das Verkehrsministerium nicht mehr in der Lage, diesen Beitrag zu Stuttgart 21 zu leisten, wird argumentiert.

Dahlbender sieht sich bestätigt

Auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Peter Hauk und die verkehrspolitische Sprecherin Nicole Razavi wiesen darauf hin, dass „die Zahlen nicht neu“ seien. Aber weder der Verkehrsminister, noch der Finanzminister hätten irgendwelche Anstrengungen unternommen, die offenen Posten in den erst vor wenigen Wochen verabschiedeten Haushalt aufzunehmen.


Weiter gehts, und da sieht man die Falschheit der Grünen:

Auch sei weder das Parlament noch die Öffentlichkeit über die anstehenden Probleme für den Nahverkehr informieren worden. Der FDP-Verkehrsexperte Jochen Haußmann sagte, dass Hermann zur Not einen gegenfinanzierten Nachtragshaushalt aufstellen müsse.

Brigitte Dahlbender, die BUND-Landesvorsitzende, erklärte dazu: „Wir haben immer wieder auf die drohende Kannibalisierung des regionalen Schienenverkehrs durch das Prestigeprojekt Stuttgart 21 hingewiesen.“ Stets sei dies von den Verantwortlichen abgestritten worden. „Wenige Monate nach dem Volksentscheid stehen wir nun kurz vor einem Scherbenhaufen im Schienennahverkehr“, erläutert Dahlbender. Sie nannte Zugstreichungen „undenkbar“. Komme es doch so weit, „wäre dies eine Katastrophe für die grün-rote Landesregierung“.


Fazit: Knapp 1 Jahr hatte Grün Zeit
und heute wird alles auf die böse CDU geschoben

Sogar einen Haushalt hat man verabschiedet und das Schinenangebot ausgeweitet
Wers zahlen soll interessiert Grün nicht

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 17 von 18