Forum: Politik
Kostenexplosion: Von der Leyen und das "Gorch Fock"-Debakel
AFP

Die komplett verkorkste, sündhaft teure Reparatur des Segelschulschiffs "Gorch Fock" wird für Ursula von der Leyen zur handfesten Affäre. Nach SPIEGEL-Informationen zeigt ein Prüfbericht chaotische Zustände Verteidigungsministerium.

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no_reservations 13.01.2019, 12:44
40. Steuermillionen

Ich bin doch immer wieder fasziniert davon, wie Spitzenbeamte derart leichtfertig und verlässig und vor allem ungestraft mit absurden Summen hantieren und verfahren dürfen. Es sind ja schließlich nur Steuergelder - die fließen schon wieder nach...
Würden diese „Experten“ in den Planungsausschüssen genauso bei ihren privaten Projekten vorgehen? Das Eigenheim sollte 500.000 kosten, aber wenn es dann eben 20 Mio. geworden sind - auch nicht so tragisch.
Mich würde hier nur interessieren, wer die Profiteure dieser entweder absoluten Unfähigkeit oder Dreistigkeit sind. Schulfreunde, Verwandte, Kegelbrüder in den beauftragten Unternehmen? Wurden sie vielleicht von ihren Kindern und deren Beratungsunternehmen beraten? Oder will man schlichtweg nur die Konjunktur und deutsche Wirtschaft antreiben, indem man sinnlos und unkontrolliert investiert?
Vielleicht sollte man Beamtentum und private Haftung in der Verwaltung noch einmal bedenken. Der Hintergedanke der Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit ist ja grds. löblich, aber heutige Spitzenbeamte führen das ja ad absurdum. Besonders wenn selbst ehemalige Minister nach ihrer Amtszeit direkt in die Wirtschaft wechseln können, nachdem sie ihr zuvor die passenden Aufträge gesichert haben.
Aber wo kein Kläger ist...

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spiegelonlineleser01 13.01.2019, 12:44
41. Verschrotten,

und gut ist es. Kein angehender Marinesoldat braucht heute noch ein Segelschiff zur Ausbildung. Außerdem viel zu gefährlich die Arbeit an Bord, alleine das Klettern in der Takelage. Hier wird wieder aus "Traditionspflege" an alten Sachen festgehalten. Das Geld lieber in moderne und gute Ausrüstung vorhandener Schiffe stecken. Da gibt es genug Baustellen.

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Edgard 13.01.2019, 12:45
42. Die Zustände...

... in den für Materialbeschaffung und -erhalt zuständigen Dienststellen sind seit Jahrzehnten bekannt - die Bezeichnung "Elefantenfriedhof" kennzeichnet das sozusagen vorgezogene Dinetszeitende von Unteroffizeirs-, Offiziers - und Stabsoffiziersdienstgrade die ihre letzten Dinetsjahre vor der "wohlverdienten" Pensionierung schlicht aussitzen. Wer z.B. glaubt daß Mewldungen über höchst sicherheitsgefährdende Mängel zeitnah bearbeitet wetden ist im Irrtum - der vermeidbare Unfall einer CH53 in Mendig mit zwei Toten ist nicht der eizige Fall. Von den Mängelmeldungen und Änderungsanzeigen die ich im Laufe meiner 12 Dienstjahre geschrieben habe wurden die wenigsten auch nur beantwortet.
Das Maß an Unvermögen, Karrieregeilheit und Gleichgültigkeit zeigt den Zustand der Truppe - die sich nicht verbessert, im Gegenteil. Und auch jemand der wesentlich qualifizierter ist als Frau vdL würde hier scheitern,
helfen kann da m.E. nur einen umfassende Strukturreform.

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moenkhausia 13.01.2019, 12:45
43. Skandalkahn hat ausgedient

Für mich hat die Gorch Fock längst sämtliche Sympathiepunkte verspielt und steht nur noch symbolisch für das Quälen junger Menschen mit sadistischen Ritualen aus dunkler Zeit. Mit dem Baujahr 1958 handelt es sich auch nicht um ein historisches Schiff, für dessen Erhaltung Steuergelder in absurder Höhe gerechtfertigt wären. Jetzt, da sie zerlegt im Dock liegt, könnte man sie doch zur weiteren Schadensbegrenzung umweltverträglich entsorgen. Dreistellige Millionenbeträge sollten jedenfalls sinnvoller ausgegeben werden als zur Sanierung dieses kitschigen Kultobjekts reaktionärer Marineromantiker.

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breguet 13.01.2019, 12:47
44. Die Tochter!

Es reicht halt nicht "Tochter" zu sein, Tochter von Ernst Albrecht, dem Niedersächsischen ehemaligen Ministerpräsidenten. Es reicht auch nicht von und zu zu sein, es sollte schon auch Sachkenntnis bei einer Minister(in) vorhanden sein. Genau da ist das große Defizit, früher sagte man, wer nichts wird, wird Wirt. Heute könnte man sagen, wer nichts wird, wird Minister. Die NATO kann sich schon freuen, sie soll ja Stoltenberg ablösen.

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betonklotz 13.01.2019, 12:47
45. Ich hab da eine Frage

Eines vorneweg, Frau von der Leyen hat auf mich biser aufkeinem Posten einen überzeugenden Eindruck gemacht. Auf der anderen Seite haben sich die Verhältnisse bei der Bundeswehr doch nicht wirklich verschlechtert, vielmehr war das schon immer ein S..haufen, insbesondere im Bereich Beschaffung, oder wie war das noichmal Spiegel Affäre(bedingt abwehrbereit), Starfighterskandal usw.usf.. Da stellt sich mir doch die Frage, warum nun ausgerechnet in der Amtszeit von Frau von der Leyen so häufig über die Verhältnisse dort berichtet wird.

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il_phenomeno 13.01.2019, 12:48
46. wenn's nicht so traurig wäre...

als Mitarbeiter in der freien Wirtschaft muss man an der Stelle offen sein und auch sagen, dass man Sachen schön rechnen kann und dies auch in manchen Bereichen tut. allerdings wird dies in einem halbwegs gesunden, strategisch sinnvollem Maß gemacht. was hier geschieht ist, dass ein Minister keine Ahnung von den Vorgängen innerhalb ihres Resorts hat, keine Vorstellung von den Kosten und interessanter- und offensichtlicherweise hat die Einstellung von Mckinseys für viel Geld keine Experten ins Haus geholt - hier ist doch der Fehler. eigentlich hätte es diesen Spezialisten auffallen müssen.

zudem stellt sich mir die Frage der Konsequenzen. Klar kann das UVL nicht alles überblicken aber Sie trägt die Verantwortung und muss diese tragen. um in der Marinesprache zu bleiben: der Kapitän geht mit dem Schiff unter...

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meinung11 13.01.2019, 12:49
47. Fehlleistung / Rücktritt

Möglicherweise hat die Ministerin von ihren Vorgängern erhebliche Missstände übernommen, doch mittlerweile ist Frau von der Leyen schon längere Zeit in der Verantwortung für die Bundeswehr. Wer in der „Freien Wirtschaft“ über eine solchen Zeitraum verantwortlich für ein Unternehmen trägt und eine solche pannengeprägte Leistung abliefert. Darf, muss, gehen. Aktionäre oder Firmeninhaber lassen sich einen Griff in die Kasse nicht bieten, nur wir Steuerzahler sind anscheinend machtlos. So große Verluste durch Einsatz von Steuergeldern sind nicht mehr hinnehmbar. Frau von der Leyen, ziehen sie die Konsequenzen und treten endlich zurück. Sollte die Ministerin dies nicht von sich aus initiieren, so bleibt nur noch die Verantwortung bei der Bundeskanzlerin. Frau Bundeskanzlerin treffen sie endlich eine unternehmerische Entscheidung zum Wohle des Deutschen Steuerzahlers und dem Ansehen in der Welt.

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bloodyhell 13.01.2019, 12:49
48. Dilettanten in Führungsebenen

Zitat von bernd.späth.autor
Vielleicht sollte man ja einmal das bürokratische Prinzip hinterfragen, nach dem ein Beamter quasi alles zu können hat, sobald man ihn auf irgendeine Position versetzt, die er vorher nie gekannt hat. Aus meiner eigenen langjährigen Agenturtätigkeit für die Bundesregierung weiß ich zB, dass oft genug die Versager auf allen anderen Positionen in die Öffentlichkeitsarbeit versetzt wurden. Aus meiner Erinnerung: ein Artillerist auf die Kommunikation; ein Liegenschaftsverwalter in die Öffentlichkeitsarbeit des Bundestages; verbrannte BND-Agenten ins Bundespresseamt; ein grundehrlicher Entwicklungshelfer aus Brasilien, der keine Ahnung von Druck und Produktion hat, stellt Broschüren her fürs Entwicklungsministerium, etc., etc. - Entsprechend ahnungslos waren sie alle, und die meisten haben es mit besonderer Schneidigkeit überspielt. Es ist ein so total unsinniges System, und es kostet den Steuerzahler riesige Beträge, für die niemand gerade steht. Meine These also: Garantiert war es bei der Gorch Fock nicht anders. Irgendeine/r, der/die vorher für die Pflanzenvielfalt auf einem Panzerübungsplatz verantwortlich war, soll nun auf einmal ein Segelschiff restaurieren. Oder so. Oder irgendwie. Es wäre höchste Zeit, die "hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums" der überfälligen kritischen Würdigung zu unterziehen. Aber sie werden es zu verhindern wissen. Also weiter so! Die arme Ministerin ist die, die am Ende am wenigsten dafür kann.
Ich stimme Ihnen zu, dass Beförderungen von vielen Beamten und Soldaten in (Führungs-)Bereiche, in denen sie keine fachlichen Kenntnisse und Erfahrungen haben, ein großes Problem sind. Am Schlimmsten ist dies System bei Stabsoffizieren. Hier gilt der Satz: Die Arbeit des Offiziers besteht aus dem Erreichen des Laufbahnziels :-(

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Heliumatmer 13.01.2019, 12:50
49. "Anfang von Lug und Betrug"

Nicht wirklich. Was ist mit BER, mit S21, mit Kohls schwarzen Kassen, Schavans gefakter Dr.-Arbeit, Dieselskandal, Deutsche-Bank-Strafzahlungen usw. usf.? Das hat lange Tradition, farblich ziemlich eindeutig zuzuordnen

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