Forum: Politik
Krach-Wahlkampf: Lähmende Lust auf die Lagerschlacht

Die Bundesrepublik ist in der tiefsten Wirtschaftskrise ihrer Geschichte - doch die Parteien verfallen im Wahlkampf wieder nur auf die uralte Lager-Logik Links gegen Rechts, Gut gegen Böse. Eine unreife Indianerspielerei kleiner Jungs, die außerhalb von Berlin-Mitte niemandem mehr imponiert.

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Baikal 26.03.2009, 16:51
1. Wut und Ekel

Zitat von sysop
Eine unreife Indianerspielerei kleiner Jungs, die außerhalb von Berlin-Mitte niemandem mehr imponiert.
Und dort sebst nur den Politikern und ihren Satrapen - dem Volk imponiert diese impotente Kaste schon lange nicht mehr: hier mischen sich nur noch Wut, Ekel und Verachtung. Beispiel etwa FDP: gleich ob rauf oder runbter mit der Konjunktur, Westerwelle, Brüderle und der Prinz Solms können nur Steuersenkung lallen. Daß Köpfe so leer sein können und nicht implodieren, blamiert die Physik.

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...ergo sum 26.03.2009, 16:59
2. diese Leute haben eben keine anderen Probleme

Zitat von Baikal
Und dort sebst nur den Politikern und ihren Satrapen - dem Volk imponiert diese impotente Kaste schon lange nicht mehr: hier mischen sich nur noch Wut, Ekel und Verachtung. Beispiel etwa FDP: gleich ob rauf oder runbter mit der Konjunktur, Westerwelle, Brüderle und der Prinz Solms können nur Steuersenkung lallen. Daß Köpfe so leer sein können und nicht implodieren, blamiert die Physik.
So ist es.

Da balgen sich kleine machtgeile Jungs diversen Alters um die ersten Plätze an den Fleischtöpfen (Steuertöpfen) der Republik, während die Bürger im Lande von wesentlicheren und existentiellen Problemen umgetrieben werden.
Da zeigt sich einmal wieder was diese Herrschaften unter Politik zum Wohle und nach dem Willen des Souveräns verstehen.
Das ist so etwas von ....

Vielleicht sollte man die Politiker immer nur nach Leistung und Durchschnittseinkommen der Bürger bezahlen. Dann würden denen vielleicht die echten Probleme im Lande nicht so am ... vorbeigehen.

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Pinarello 26.03.2009, 17:00
3. Man wundert sich schon gar nicht mehr.

Zitat von Baikal
.... Beispiel etwa FDP: gleich ob rauf oder runbter mit der Konjunktur, Westerwelle, Brüderle und der Prinz Solms können nur Steuersenkung lallen. Daß Köpfe so leer sein können und nicht implodieren, blamiert die Physik.
Nicht nur daß, seit Ausbruch des Finanzchaos ist die FDP ziemlich untergetaucht und vermeidet jegliche Aussagen zu diesem Thema, offenbar hat man daran zu beißen, daß etwas passiert ist was nach neoliberaler Überzeugung gar nicht hätte passieren dürfen.

Allerdings ist bei den Bürgern der Widerspruch der jahrzehntelangen FDP-Propaganda gar nicht angekommen, wie sonst stehen Guido und Co. bei angeblichen 18% in Umfragen.
Daß die FDP nur Steuersenkungen im Kopf hat ist ja verständlich, allerdings nur für die oberen 10% der Bevölkerung, wenn es beim Urnenpöbel was zu holen gilt, dann ist die FDP ebenso ganz ganz vorne dabei.

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hochbahnopfer 26.03.2009, 17:11
4. Nicht nur unreif sondern unverantwortlich

und schädlich werden auf Kosten der Enkel und Urenkel Geschenke an jeden Lobbyisten der die Bauchrednerpuppen des Bundestages bedient, siehe Banken, Auto, usw. In den Fürstentümern der Länder setzt sich das große Geldausgeben ohne Sinn und offenlegung von Bilanzen fort. Unwort und Straftat Bestand des Jahrhunderts wird der Begriff System Relevant sein! Wenn der Rauch verzogen ist wird der übliche Kleinkind Satz "Konnten wir nicht wissen" von den Berliner Deregulierungsexperten und Ihren fleißigen Länderfürsten mit globalen ausverkäufen der Städte oder eigenen Banken in sämtlichen Steueroasen der Welt nicht langen!

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Berlinjoey 26.03.2009, 17:12
5. Sozialromantiker

Zitat von Pinarello
Nicht nur daß, seit Ausbruch des Finanzchaos ist die FDP ziemlich untergetaucht und vermeidet jegliche Aussagen zu diesem Thema, offenbar hat man daran zu beißen, daß etwas passiert ist was .....
Der "Urnenpöbel" ist eben schlauer, als mancher Stratege im Karl-Liebknecht-Haus es gerne hätte. In Zeiten der Krise werden die sozialromantischen Verlockungen der Kommunisten
als das entlarvt, was sie sind: populistische Rattenfängerei ohne Substanz.

Dementsprechend gehen sie Werte der Linken runter und die der FDP rauf. Im Herbst wird es für schwarz/gelb reichen und dann sollen die zeigen, was sie können. Die anderen hatten in den letzten 10 Jahren (rot/grün bzw. "große Koalition) Zeit genug, um zu beweisen, daß sie es nicht können. Die SED oder wie sie gerade heißt, hatte noch länger Zeit, das Ergebnis ist ja bekannt.

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Le Commissaire 26.03.2009, 17:12
6. was ist passiert?

Zitat von Pinarello
Nicht nur daß, seit Ausbruch des Finanzchaos ist die FDP ziemlich untergetaucht und vermeidet jegliche Aussagen zu diesem Thema, offenbar hat man daran zu beißen, daß etwas passiert ist was nach neoliberaler Überzeugung gar nicht hätte passieren dürfen.
Was hätte nach dieser Überzeugung nicht passieren dürfen? Der Zusammenbruch der Finazmärkte kann es nicht sein, denn der ist angesichts der tatsächlichen Rahmenbedingungen (hochgradige Regulierung, staatliches Zentralbankmonopol, Konjunkturprogramm von 2001ff.) aus neoliberaler Sicht fast schon zwingend. (Oder vielleicht doch aus libertärer Sicht, denn auch die Neoliberalen reden ja fast schon wie die Sozialisten. Guido Westerwelle hat schon vor vielen Jahren explizit einen starken Staat gefordert.)

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Foul Breitner 26.03.2009, 17:13
7. Kann man sagen was man will

Unsere Demokratie eröffnet auch neue Möglichkeiten. Die Amerikaner können nur Rep oder Dem wählen, die Italiener können aus 40 Parteien aussuchen, hält dann aber auch nur eine Woche. Hier ist es wenigstens interessant. Von daher ist die FDP wirklich ein Hoffnungssanker, der die Republik mal etwas durcheinander wirbeln könnte.
Positiv dabei: Zahlreiche CDU Abgeordnete fliegen raus und kommen dann wohl auch nicht wieder. Jüngere können nachrücken. Sollte das eintreten, könnten man sogar von einem großen Wurf sprechen.

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Iggy Rock 26.03.2009, 17:26
8. der Wähler ist nicht dumm

Zitat von Berlinjoey
Der "Urnenpöbel" ist eben schlauer, als mancher Stratege im Karl-Liebknecht-Haus es gerne hätte. In Zeiten der Krise werden die sozialromantischen Verlockungen der Kommunisten als das entlarvt, was sie sind: populistische Rattenfängerei ohne Substanz.
Mit Verlaub, als was soll man das bezeichnen, was seit vielen Wochen aus der CSU Zentrale zu vernehmen ist?
Auf Schwarz-Gelb zu setzen ist im übrigen Lagerkampf, keine wirkliche Problemlösung. Nicht auszumalen wenn ausgerechnet jetzt Merz'sche Kapitalismusideologien zu Realpolitik expandieren. Die Union dürfte das mit erheblichen Stimmenverlusten in den Ländern teuer bezahlen, die sie abschließend auf SPD Niveau bringen würde.

Der Wähler wird's schon richten. Momentane Umfragewerte von 50 Prozent für Schwarz-Gelb sind ebenso dünnes Eis wie eine mögliche Ampelkoalition. Wahrscheinlich darf sich die Große Koalition ab September weiterhin darauf vorbereiten, wie sie kommende soziale Einschnitte ohne zu große Stimmenverluste verdauen kann. Natürlich durch aussitzen, was sonst.

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arcor 26.03.2009, 17:38
9. Lähmende Lust auf die Lagerschlacht

Zitat von Foul Breitner
Unsere Demokratie eröffnet auch neue Möglichkeiten. Die Amerikaner können nur Rep oder Dem wählen, die Italiener können aus 40 Parteien aussuchen, hält dann aber auch nur eine Woche. Hier ist es wenigstens interessant. Von daher ist die FDP wirklich ein Hoffnungssanker, der die Republik mal etwas durcheinander wirbeln könnte. Positiv dabei: Zahlreiche CDU Abgeordnete fliegen raus und kommen dann wohl auch nicht wieder. Jüngere können nachrücken. Sollte das eintreten, könnten man sogar von einem großen Wurf sprechen.

Ich glaube nicht das die FDP ein Hoffnungsanker ist. Wo sind denn klare Aussagen in der jetzigen Situation zu finden oder zu hören? Herr Nebel spricht von einer " gewaltfreien Abwicklung " von schwarz / rot. Herr Westerwelle fordert Neuwahlen und seit Jahren Steuersenkungen. Alles schon gehört und wenig substanzielles. Seit fast vierzig Jahren kann ich das Wahlrecht in Anspruch nehmen und stelle immer mehr fest, dass unsere Republik von Leuten präsentiert wird, die draußen in der freien Wirtschaft alle gescheitert sind.
Das verhalten bei allen großen Parteien " erst kommen wir und dann das Land". So ist es und so wird es immer bleiben.
Das Volk hat schon lange diese Texte und Sprechblasen satt.
Es gibt eine eine alte ostfriesische Bauernregel " Die Tröge bleiben immer die gleichen, nur die Schweine wechseln". Das lässt sich treffend auf die Politik übertragen.

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