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Kramp-Karrenbauer beerbt Merkel an CDU-Spitze: Der Balanceakt
AFP

Die Vertraute der scheidenden CDU-Chefin ist auch ihre Nachfolgerin: Mit der Wahl Kramp-Karrenbauers hat die Partei einen Bruch mit der Ära Merkel vermieden. Für AKK geht es jetzt darum, die Lager zu einen.

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günter1934 07.12.2018, 22:27
1. Wie geht's weiter?

Mit AKK als Chefin wird also das Wahlergebnis der AfD nicht halbiert.
Und dann? Dieselbe Entwicklung wie beim Verhältnis SPD/Die Linke?
Da wurde ja auch zu Beginn jede Zusammenarbeit rigoros abgelehnt, bis dann die Koalition langsam in Kommunen und dann auch in den Ländern zustande kam und heute selbst im Bund die SPD von RotRotGrün träumt.

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geando 07.12.2018, 22:31
2. Der Coup ist geglückt

Schön für AKK. Taktisch geschickt wurde am Vortag 06.12. ein Umfrage in die Medien getragen, nach der "die Mehrheit der Deutschen für Kramp Karrenbauer stimmen würde". Die "Mehrheit der Deutschen" wurde bei dieser ARD-Deutschlandtrend- Umfrage zwar nur von etwa 1000 Befragten vertreten, aber das ging bei der grossen Schlagzeile schlicht unter. Auch SPON berichtete davon. So mancher CDU-ler wird seine politische Karriere daraufhin wohl in den Händen AKK am besten aufgehoben gesehen haben. Der Coup ist geglückt, bei der ARD knallten vielleicht die Sektkorken. Kramp Karrenbauer hat leider kein erkennbares Profil und keinen langfristigen Plan, da ist sie mit Merkel durchaus im Boot. Sie wird die Andrea Nahles der CDU werden. Tragisch: die CDU wird mit ihr nicht zu einem eigenen Profil zurückkehren und die politischen Ränder werden weiter gestärkt.

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austromir 07.12.2018, 22:31
3. Stimmung & Stimmung

Die CDU erinnert in ihrer Begeisterung für die innerparteiliche Diskussion an die SPD zur Zeit als man Martin Schulz auf den Schild hob. Natürlich war das Wahlergebnis anders, aber das Denken war das gleiche. Die Stimmugn in der eigenen Partei wird für die Stimmugn im Wahlvolk gehalten. Und sobald die nächsten Umfragen kommen wird es den gleichen Katzenjammer geben.

Das Merkel-Lager ist nicht der Sieger, weil AKK zwar eine Mehrheit aber nur eine halbe Partei hat. Das Merz-Lager ist nicht geschlagen weil sie genügend EInfluss haben um die Partei ebenso zu beschädigen wie Seehofer seine CSU beschädigt hat.

Nach einer verlorenen Europawahl geht der Kampf weiter.

Unklar ist wieso der Andenpakt einen chancenlosen Merz ins Rennen geschickt hat. EIn Kandidat der nichtc so klar eine Anti-Merkel Linie vertreten hätte wäre wohl sehr viel erfolgreicher gewesen. Aber Menschliches geht ja grundsätzlcih über Rationalität.

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haarer.15 07.12.2018, 22:32
4. Die Euphorie weicht schnell ...

Die Luft ist raus. Erleichterung wird es nach dieser Wahl aber nur im AKK-Lager gegeben haben, bei den Anderen aber viel Ernüchterung und Enttäuschung. Man hat es vermieden, hier Bilder zu zeigen. Ich persönlich finde es richtig, dass AKK das Rennen gemacht hat - eine vernünftige Entscheidung. Aber es zeigt naürlich auch, dass die CDU nach wie vor keine besonders risikofreudige Truppe sondern ein Angstverein ist. So war das immer - und so wird das auch bleiben.

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Freedom of Seech 07.12.2018, 22:43
5. Wie will sie das innerhalb von ein paar Monaten schaffen?

Im kommenden Jahr sind in Europa und Landtagswahlen in den Neuen Bundesländern und Bremen. In dieser kurzen Zeit wird es ihr nicht gelingen die Merz Anhänger davon zu überzeugen, dass sie anders ist als Merkel. Das wird ohnehin schwer da die Ähnlichkeiten beider Frauen offenkundig sind: beide haben einen sehr ähnlichen Politikstil und von Wirtschaft keine Ahnung. Viele Wähler, die sich Merz gewünscht hätten, werden zur FDP und auch AfD abwandern. Der Absturz bei den kommenden Wahlen ist dann zwangsläufig. Der Abstuz von AKK ist die logische Folge - vermutlich wird sie dann mit Merkel zusammen gehen müssen.

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ned divine 07.12.2018, 22:47
6. Erleichtert.....

und die beiden Lager einen, das traue ich AKK zu. Sie schafft das, denn sie ist aus ähnlichem Holz geschnitzt wie die Kanzlerin aber wird sicher (hoffentlich) aus deren Fehlern lernen. Niemand ist perfekt, aber mit Merz und seinem Supporter Schäuble, der dieses Land als Finanzminister kaputt gespart hat oder Spahn hätte die CDU keine Chance gehabt und wäre bald genauso in die Bedeutungslosigkeit wie die SPD derzeit verschwunden....

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pterodactylus 07.12.2018, 23:03
7. Kontinuität und "Vernunft"

sind nicht immer die richtigen Mittel. Vor allem, wenn man sich lange von der wirklichen Mitte wegbewegt hat (bzw. die Mitte sich verschoben hat wie derzeit), ist es an der Zeit, eine Kurskorrektur vorzunehmen. An der SPD hat man schön sehen können, was passiert, wenn man mit Kontinuität das Schiff immer näher an den Abgrund navigiert bis nur noch Panik regierte und wenig sinnvolles herauskam. Auch dort sitzt eine Parteichefin, die für Kontinuität steht, aber praktisch keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Bei der Wahl von AKK ist die gleiche Richtung und das gleiche Muster zu erkennen: nichts riskieren, auf Nummer sicher gehen, den naheliegenden Kandidaten wählen, nicht den, der mit anderem Blick auf existierende Probleme andere Lösungen vorschlägt und somit im Langfristigen überhaupt erst einen Durchschnitt herstellt.
Man wird sehen was passiert, aber wenn AKK es nicht schafft sich ganz massiv von Merkel und deren Politik zu lösen, dann kann man nur dem weiteren Zerfall zugucken. Frei nach den Rules for Rulers: Die Schlüsselpersonen, die dich an die Macht bringen sind nicht die Schlüsselpersonen, die dich an der Macht halten. Werde also Schlüsselpersonen los, die dir nichts mehr bringen. Und genau da sehe ich bei AKK das Problem: ob sie das kann, das wage ich zu bezweifeln.

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Schartin Mulz 07.12.2018, 23:22
8. Was soll das den heißen,

die Lager "einen"?
So wie bisher, dass das "Lager", das gegen Merkels Kurs war, einfach den Mund hält?
So wie das zu Schröders Zeiten auch in der SPD versucht wurde?
Man kann Menschen, dei verschiedene Meinungen haben nicht "einen".
Man kann miteinander reden, miteinander diskutieren, aber irgendwann muss man entscheiden. Das geht in einer Demokratie (zumindest theoretisch) mit Mehrheitsbeschluss.
Aber auch nach der Abstimmung wird das unterlegene Lager nicht einfach seine Meinung umstoßen. Den Konflikt muss eine Demokratie aushalten.
Diese ganze Konsens-Soße der letzten Jahre heißt doch eigentlich nur, dass die Parteimitglieder das abnicken sollen, was die Parteiführung ausgekungelt hat. Das ist aber eigentloch nicht der Sinn einer Demokratie.

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spmc-12355639674612 08.12.2018, 00:06
9. Es freut mich,

dass die CDU hier eine Sternstunde echter Demokratie für sich erlebt hat. Eine Entscheidung, die in echter Abstimmung getroffen wird, fühlt sich richtiger an, als "alternativlose" Kandidaten im Hinterzimmer zu küren. Weiter so!

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