Forum: Politik
Kramp-Karrenbauers Prestigeprojekt: Bahn und Bundeswehr streiten über Freifahrten für
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Ausgerechnet beim erstem großen Projekt der neuen Verteidigungsministerin droht eine Schlappe. Nach SPIEGEL-Informationen hakt es bei den Gesprächen über Gratisbeförderung für Soldaten - die Bahn will die Reisen streng limitieren.

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Doppeler 11.08.2019, 09:08
100. Das kommt davon!

Das kommt davon, wenn unsere Politiker aller Parteien die Bahn so kaputtgespart haben, daß sie jetzt, wo sie nicht nur im Rahmen der Energie- und Verkehrswende zusätzliche Aufgaben übernehmen soll, hierzu kaum in der Lage ist. Es fehlt schlicht an Zügen, an Personal und die Strecken sind teilweise überlastet und so kastriert, daß etwa wegen im Sparwahn zurückgebauter Bahnsteige keine längeren Züge als kurze Triebwagen fahren können.

Das gilt übrigens nicht erst seit der Pseudo-Privatisierung, jedenfalls im Westen sind seit dem 50er Jahren Jahr für Jahr Milliarden und Abermilliarden in den Straßenbau gesteckt worden, während die Bahn sträflich vernachlässigt wurde. Und das gilt - allen Sonntagsreden zum Trotz - bis heute und eine Änderung ist immer noch nicht absehbar.

Also: Geld „in die Hand nehmen“, in die Bahn investieren, Strecken ausbauen und neue Züge beschaffen. Das dauert zwar alles seine Zeit, aber wenn man nicht endlich damit anfängt, wird es nie etwas! Und solange gilt: Die Bundeswehr muß sich wie alle anderen auch nach dem richten, was möglich ist. Es wäre für alle Seiten kein Gewinn, wenn die besonders zu den Hauptverkehrszeiten heute schon vollen Züge zusätzlich durch Soldaten genutzt werden, die zu Billigtarifen unterwegs sind und mit vollzahkenden Fahrgästen um die Plätze konkurrieren.

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xismus 11.08.2019, 09:09
101. DB - Freifahrten für die BW

Alein in 2019 hat das BMVg über 150 Millionen EURO für Berater, mehr als alle anderen Ministerien zusammen, gezahlt. Wieso muss die DB Freitickets zur Verfügzung stellen?: Nach DB- Angaben 38 Mio EURO/a, Soll so der BMVg- Haushalt für das 2%- Ziel vorbereitet werden? (Der Bundestags- UA wird noch die anderen Milliarden- beträge für Berater klkären.) Können nicht Freifahrten aus dem Budget bezahlt werden? Es ist doch billigster Popiulismus - und hier ist die Bezeichnung angebracht - wenn Fr. Kramp-Karrenbauer Freifahrten zur besseren öffentlich Präsens der BW fordert. Welches Privileg sollen andere Berufe, Minderehiten, Dienstleister, Schüler, Lerhlinge, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Lesben, Schwule, Andere erhalten, um auch frei fahren zu können. Dann muss man auch den Verkehr grundsätzlich kostenfrei/Fahrscheinlos machen. Freifahrten für die BW dürften auch gegen GG Art. 3 Abs. 3 verstoßen, was vor dem BVerfG geklärt werden müßte. Entweder alle, oder keiner. Mit verlaub: "Es ist alles in allem ein weiteres Indiz dafür, dass Frau Kramp-Karrenbauer nicht die richtigen Voraussetzung für das Amt mitbringt, bzw. dem Amt grundsätzlich nicht gewachsen ist.

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MisterD 11.08.2019, 09:09
102. Warum...

Zitat von smokiebrandy
... die der Spieß halbjährlich austeilte...dort musste der Militärangehörige lediglich seinen Dienstort und das Ziel seiner Reise eintragen so wie das Datum. Damit durfte man jeden Zug benutzen , hatte allerdings keinen Sitzplatzanspruch. (...)
sollten ein Soldat, der ja als Beamter entlohnt wird und nach seiner Dienstzeit sogar noch Beihilfe zur Wiedereingliederung ins normale Berufsleben bekommt, kostenlos mit der Bahn fahren dürfen?

Wechseln die Soldaten alle 6 Monate ihren Arbeitsort? Dann könnte ich es verstehen.
Wer aber seine komplette Dienstzeit an einem Standort absolviert, dem ist zuzumuten, dass er dort hinzieht.
Mein Arbeitgeber bezahlt mir auch nicht die Fahrtkosten, wenn ich in Magdeburg lebe, aber in Leipzig arbeite, das ist mein Bier...

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berndjag 11.08.2019, 09:11
103. 25,995 Millionen für die Berater

Und 5000 für den Realschüler der der Bahn ne App für Soldaten programmiert...die 2% müssen doch zu schaffen sein

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vweitzel 11.08.2019, 09:16
104.

Zitat von Dromedar
lässt sich sicherlich von einem Scrum-Team mit Full-Stack-Developern in einer überschaubaren Zeit (1 - 2 Monate) entwickeln. Mir ist schon klar, dass die Bahn SAP einsetzt, was das komplizierter macht, aber grundsätzlich ist ein Buchungssystem nichts extrem kompliziertes. Zumal es hier nicht besonders skalieren muss (die Bundeswehr hat ja nicht mehr viel Personal), d.h. man muss nicht noch aufwändig Data Engineering für Big Data betreiben. Rechnen wir konservativ mal 3 Mann-Monate in einem Team mit 10 Leuten plus eine kleine Reserve, sind wie bei 3 Mann-Jahren, also 300-400k Personal-Kosten plus vielleicht etwas Cloud-Computing, rein paar Räumlichkeiten, ... Wofür in aller Welt will man hier 26 Millionen verbraten? Das ist für so eine Standard-Aufgabe völlig übertrieben.
Genau so hätte ich auch gerechnet ... Das istz dann wieder ein Thema, den der Bundesrechnungshof 1 x pro Jahr bemängelt. Danach heißt es: gelesen, gelacht, gelöscht

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Anti Knuddel 11.08.2019, 09:18
105. Wertschätzung sieht anders aus

Diese Diskussion zeigt mal wieder die Wertschätzung für unsere Soldaten...
Wer sich die Standorte genau anschaut, wird schnell feststellen, dass eine Bahnverbindung oft sehr schlecht ist, da sie noch 30 min unterwegs sind zum nächsten Bahnhof. Der Effekt wäre bei weitem nicht so groß, wie die Bahn denkt. Es wäre aber ein Akt der Wertschätzung.

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AndreasLaeuen 11.08.2019, 09:19
106. Unangebracht

Warum sollen nur Soldaten gratis fahren dürfen? Wenn schn, dann bitte Freibier für ALLE. Ich hoffe die Bahn behält in diesem Fall ihre gut zahenden Kunden im Blick. Im Übrigen möchte ich nicht ständig durch lächerliche Uniformen an Karneval erinnert werden.

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egonv 11.08.2019, 09:19
107.

AKK ist die peinlichste Politikerin seit langer Zeit. Die Idee, mehr Soldaten öffentlich in Uniform zu zeigen, macht mir eher Angst. Es hat Was von autoritären Staaten, da kann AKK sich gleich mit der AfD zusammentun. Ich möchte keine "Kampf-Outfits" in der Gesellschaft sehen!
Außerdem führt AKK sehr gekonnt die Debatte wieder mal am Kern vorbei: Natürlich sollten die Soldaten kostenlos Bahn fahren können, denn sie sind Angestellte oder Beamte des öffentlichen Dienstes und sollten vom Dienstherren ein Jahresticket bekommen, alleine schon aus Umweltgründen, um sie zu animieren mehr Bahn und weniger Auto zu fahren. Dafür muss der Dienstherr aber auch bezahlen. Es geht also darum mit der Bahn einen Preis auszuhandeln, der auch zulässt bei Bedarf an typischen Reisezeiten von Soldaten die Taktung der Züge zu erhöhen. Hessen schafft das doch auch für seine Landesbediensteten. Neben dem Preis kann dann verhandelt werden, wofür das Ticket gilt. Dienstort bis Heimat und jeweils 50km Umkreis?
Das von der Bahn kostenlos oder für "ein Appel und ein Ei" zu verlangen grenzt tatsächlich an eine autoritäre Militärdiktatur. Erschreckend finde ich, dass das ohne einen Aufschrei überhaupt öffentlich geäußert werden darf.

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steppenwolf81 11.08.2019, 09:19
108. Militärpräsenz im Land? Privatreisen auf Staatskosten?

Habe ich das richtig verstanden? Frau Ministerin (und vorige) möchten Soldaten im Inland präsenter machen. Wozu? Dass Militär dienstlich nicht ohne Weiteres im Inland einzusetzen ist, hat seine Gründe. Und abgeleitet davon verbitte ich mir dessen gewollte, deplatzierte Präsenzmachung, welche diesen Gedanken hintergründig zu verwässern sucht.
Und warum dürfen wir Restlichen Tickets der Soldaten blechen? Das dürfen sie bitte selbst oder bezahlen dafür meins von ihrem nun wirklich nicht knauserigen Sold. Wer sich seine Arbeit zu vertraglichem Lohn/Sold/Gehalt aussucht, und diese plötzlich ablehnt, weil er pauschal in den Raum geworfene Bonushäppchen nicht bekommt - dem steht frei sich anderes zu suchen. In der Kranken- und Altenpflege werden händeringend Leute gebraucht. Soldaten ans Bett! Oder bekommen Pflegekräfte jetzt auch eine Bahncard 100 auf Staatskosten? Nein? Warum nicht? Für die setzt der Staat noch nicht einmal einen gescheiten Mindestlohn fest, aus dem sich selbige locker zahlen ließe.

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burlei 11.08.2019, 09:21
109. Es ist schon erschütternd, plötzlich ...

... mit der nackten Wirklichkeit konfrontiert zu werden. Liebe Frau Kramp-Karrenbauer, die Bahn hat völlig Recht. Dank der von Ihrer Partei und der FDP voran getriebenen Privatisierung von Bundesbahn und Reichsbahn zur Deutsche Bahn AG und der liberalisierung des Schienen-Personen-Nahverkehrs haben wir nicht mehr nur eine Bahn, sondern Dutzende.

Nehmen wir einmal die Fahrt eines Soldaten von dem BW-Standort Prenzlau ins 250 Straßenkilometer entfernte Salzwedel. Feierabend um 17:00 Uhr, die erste Verbindung mit der Bahn um 18:01 ab Prenzlau mit einem Regional-Express der Linie 3, DB Regio AG Nordost bis Berlin Hbf. Ankunft 19:29 Uhr, weiterfahrt 19:58 mit einem Regional-Express Linie 4 der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH. Rathenow an 20:54 Uhr, ab 21:01 Uhr mit einer Regionalbahn der Linie 34 der Hanseatischen Eisenbahn GmbH. Stendal an 21:26 Uhr, ab 21:45 Uhr mit einem Regional-Express Linie 20, Betreiber DB Regio AG Südost. (Quelle: reiseauskunft.bahn.de) Gesamtdauer 4:13 Stunden, benutze Firmen: 3, benutzte Verkehrsverbünde: 4. Natürlich nutzt der BW-Soldat da lieber das eigene Auto, nur bringt das wenig. Strecke 257 Km Bundes- und Landstraße, Fahrtdauer im Idealfall 3:27 Stunden.

Es ist verständlich, dass die CSU und ihre Minister das Thema mal großspurig auf den Tisch gebracht haben, es ging schließlich um Wahlversprechen. Genau so verständlich ist es, dass sie das Thema nicht weiter verfolgt haben. Viel zu kompliziert, praktisch nicht umsetzbar. Ebenfalls verständlich ist es, dass die CSU ihre Schwesterpartei CDU ins offene Messer hat laufen lassen. Gibt es was schöneres als die Brüder und Schwestern im Geiste mal so richtig bloß zu stellen und zu blamieren? Nun, AKK wird nun die Aufgabe, ihren Soldaten die versprochenen Freifahrten mit der Bahn zu besorgen einer Expertenrunde überlassen. Am Auftragszettel wird ein Post-It kleben. "Lasst euch bloß Zeit! Bis zu den Wahlen dauert es noch lange!"

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