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Kramp-Karrenbauers Prestigeprojekt: Bahn und Bundeswehr streiten über Freifahrten für
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Ausgerechnet beim erstem großen Projekt der neuen Verteidigungsministerin droht eine Schlappe. Nach SPIEGEL-Informationen hakt es bei den Gesprächen über Gratisbeförderung für Soldaten - die Bahn will die Reisen streng limitieren.

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xismus 11.08.2019, 10:09
140. Mobilmachung der Bundeswehr

Eines muss man Frau Kramp-Karrenbauer lassen, sie revolutioniert mit ihrem saarländlichen Geschwätz die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr. Wenn kein Flugzeug mehr fliegt, kein Schiff mehr schwimmt, kein LKW/Krad/Panzer mehr fährt - dann fahren unsere Soldaten eben mit der Bahn zur Kaserne, nach Hause oder an die Front - kostenlos. Man kann der neuen Oberbefhlshaberin auch noch empfehlen wieder Radfahrtruppen (Flickzeug nicht vergessen) als Truppengattung des Heeres mit Militärfahrrädern auszurüsten. Militärradfahrer haben auf Straßen und Wegen eine hohe Marschgeschwindigkeit, bekannt schon seit 1860. Oder man führt wieder die Husaren, als leichte reitende Kavallierie ein.
Es ist einfach entwürdigend wie leichtfertig und unreflektiert mit Menschen in Uniform von Frau Kramp-Karrenbauer umgegangen wird und das Führungspersonal - die Genaralität - muss dazu auch noch klatschen. Anstatt mit einem fertigen/durchdachten Konzept an die Öffentlichkeit zu gehen, plappert diese Verteidigungsministerin a la eines Karnevalsauftritt/Büttenrede etwas daher, was nicht nur Soldatren, sondern den überwiegenden Teil der denkenden Bevölkerung in Rage bringt.

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freidenker! 11.08.2019, 10:09
141. Problemchen ...

Warum macht man es sich in diesem Fall nicht einfach? Soll doch Bundeswehr und Bahn folgende Vereinbarung treffen. Jeder Soldat hat doch einen Dienstausweis mit Name, Dienstgrad, Paßbild, Gültigkeitsdauer, etc., der ist die Freifahrkarte. Bei Zugkontrollen wird der Dienstausweis vorgezeigt. Zur Abrechnung wird folgendes gemacht: Da jeder Soldat in seiner Kompanie einen "Spieß" hat meldet der per Liste die Anzahl der Freifahrten in der Kompanie. Die Soldaten der Kompanie können sich in der Freifahrtenliste im voraus eintragen, wenn sie mit der Bahn nach Hause fahren wollen. Die Meldung geht automatisch über das Batallion an den Standortkommandeur, der diese an die Zentralverwaltung nach Berlin ans Ministerium weitermeldet. Bundeswehr und Bahn vereinbaren jährlich einen kostendeckenden Pauschalpreis pro Freifahrt. Die Summe der gemeldeten Freifahrten x Pauschalpreis ergeben die Rechnungssumme die vom Verteidigungsministerium an die Bundesbahn überwiesen wird. Die Bundesbahn ihrerseits stellt die notwendigen zusätzlichen Zugkapazitäten zur Verfügung. Dieses Problemchen ist lösbar. Vielleicht geht ja im heutigen Internetzeitalter sogar noch einfacher.

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Alm Öhi 11.08.2019, 10:09
142. Analog geht auch

Wenn ich so etwas lese , dann frage ich mich etwas...
Wo ist die Praxisnähe?
Der Staat muss nur ein Gesetz erlassen das alle Soldaten frei zu transportieren sind.
Jeder Soldat bekommt eine Kundenkarte, über die die Fahrkarten abgerechnet werden.
Das hat bereits in den 60-Ziger Jahren funktioniert ohne PC und SAP.

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Müllerin von der Au 11.08.2019, 10:11
143.

Zitat von GrafKrolock
...sollen Berufssoldaten kostenlos Bahn fahren dürfen? Was für Wehrpflichtige noch angebracht war, erscheint mir hier unnötig. Dann gibt man denen doch lieber einen Fahrkostenzuschuss zum Sold, dann können die sich ihren Fahrschein selber ziehen.
Das kommt doch auf dasselbe heraus. Wenn der Soldatenberuf nicht konkurrenzfähig ist, wird man eben das Angebot verbessern müssen. Zum Beispiel mit freier Fahrt bei der Bahn. Aber freilich sollte dafür eine Pauschale von der Bundeswehr kommen.

Andererseits, wer sich die Auslastungen der Bahn einmal angesehen hat, der weiß, dass es kaum zu Mehrkosten kommen dürfte, wenn die Soldaten (ohne Reservierung) mitfahren.

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MisterD 11.08.2019, 10:11
144. Viel zu kompliziert...

Zitat von Hitbacker
Mal laut gedacht: Man kann ihnen allen einfach eine BC100 ausstellen, die nur in Uniform und mit Dienstausweis gültig ist. Da die Freitagmittag frei haben (Regelfall), belasten sie zwar zur Stoßzeit aber weniger als andere Wochenendpendler. Mit der BC100 muss man dann halt abschätzen, was dienstlich, was privat ist. Für die privaten Km, auch in Uniform, müssen sie dann halt 10 ct pro km zahlen. Wer da bescheißt, ist denn Job los. (...)
warum sollte ich einem Soldaten eine Bahncard 100 in die Hand drücken? Da ist dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet und mal Hand aufs Herz. Man kennt sich und die Reisekostenstelle winkt dann halt auch Privatfahrten durch. Sie wissen doch, wie es bei der Bundeswehr läuft, eine Hand wäscht die andere...

Was ist so schwer daran, es so zu handhaben, wie alle anderen Unternehmen auch?
Mitarbeiter bucht, Mitarbeiter bezahlt, Mitarbeiter macht seine Reisekosten, Mitarbeiter bekommt seine Auslagen erstattet, fertig.

Reisekostenstellen hat die Bundeswehr sowieso, die werden kaum so am Limit laufen, dass sie die paar Zugbuchungen an den Rand des Zusammenbruchs bringen.
Ein ganz klein wenig privatwirtschaftliches Denken kann auch der Bundeswehr nicht schaden. Vielleicht würde dann dort auch mehr technischer Gerät funktionieren...

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mercurysrevenge 11.08.2019, 10:13
145. Eigentlich hat die Bundeswehr genügend Probleme, die gelöst werden...

...müssten. Stattdessen schafft die neue Verteidigungsministerin neue Scheinprobleme: "So rasch wie möglich solle mit der Bahn vereinbart werden, dass alle Soldaten in Uniform umsonst vom Dienstort zu ihren Wohnorten fahren dürften und so mehr Präsenz zeigten." Das ist doch Realsatire!

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Akkon 11.08.2019, 10:14
146. Willkommen in der Wirklichkeit

Es werden also vollmundig Versprechungen gemacht und anschließend stellt man fest, dass die, die sie machen, die Verhältnisse offensichtlich nicht einschätzen können - das kommt ja jetzt überraschend!
Ein Verkehrsminister soll intervenieren, aber nicht in etwa, dass die ohnehin zu knappen Kapazitäten ausgebaut werden - was mal ganz theoretisch gedacht vielleicht ohnehin seine Aufgabe wäre - sondern dass die knappen Kapazitäten für die vollmundigen Versprechungen zur Verfügung stehen.
Bahncard 100? Tolle Idee, gilt aber immer, setzen Sie hinter die veranschlagten Fahrtzahlen den Faktor 10 und reduzieren Sie die knappen Kapazitäten noch weiter, und die steuerliche Abrechnung nicht vergessen, denn die Anzahl der dienstlich veranlassten Heimfahrten dürfte auch beim besten Willen exakt Null betragen, also ist das volle Privatnutzung und damit geldwerter Vorteil.
Und da wundert sich noch irgendwer über Politikverdrossenheit - es ist zum Mäusemelken...

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FurzHimmel 11.08.2019, 10:14
147.

Zitat von GrafKrolock
...sollen Berufssoldaten kostenlos Bahn fahren dürfen? Was für Wehrpflichtige noch angebracht war, erscheint mir hier unnötig. Dann gibt man denen doch lieber einen Fahrkostenzuschuss zum Sold, dann können die sich ihren Fahrschein selber ziehen.
Danke für diese Antwort, die das ganze Problem punktgenau beschriebt: Berufssoldaten verdienen schließlich mehr als ich damals als Wehrpflichtiger (waren das 250 DM?) , die können (rabattierte) Tickets selbst bezahlen, dafür verdienen sie ja Geld. Und wems nicht passt - der liebe Gott hat ja das Auto erfunden, 4 Leute in einem PKW, die in den gleichen/fast gleichen Wohnort fahren, fahren damit letzlich günstiger als mit rabattierten Bahntickets - und darüber sollte man in Berlin mehr nachdenken als über die Alimentierung von Berugssoldaten.

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Müllerin von der Au 11.08.2019, 10:15
148.

Zitat von DoloFacit
ist die Wehrpflicht derzeit abgeschafft bzw ausgesetzt. Jeder, der derzeit bei der Bundeswehr dient beziehungsweise arbeitet, bekommt dafür ein Gehalt. Warum sollen die Soldaten jetzt Freifahrten bei der Bahn geschenkt bekommen? Was sagen dazu andere, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis stehen? Wird das dann als geldwerter Vorteil versteuert?
Das Verfahren müsste dem gleichen, das auch private Firmen anwenden, wenn sie ihren Mitarbeitern den Arbeitsweg bezahlen. Die Bahn sollte damit nichts zu tun haben bzw. von der Bundeswehr eine entsprechende Pauschale bekommen, das wäre pragmatisch.

Die Soldaten wiederum würden für ihren Arbeitgeber Werbung machen, da sie die Freifahrt ja nur in Uniform bekämen. Das ist ein geldwerter Vorteil, den wiederum der Arbeitgeber versteuern muss.

Sie sehen, die Medaille hat immer zwei Seiten.

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pico 11.08.2019, 10:15
149. Es ist die Gewichtung

denn hier geht es letztlich um die mangelnde / fehlende Wertschätzung für die Angehörigen unserer Bundeswehr.
Bei den ohnehin üppig bezahlten Abgeordneten macht kostenloses Reisen auf Kosten der Steuerzahler dagegen kein Problem.

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