Forum: Politik
Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
Getty Images

Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

Seite 14 von 15
stadtmusikant123 30.08.2018, 11:33
130. erleichtert

Jetzt bin ich aber froh, dass Problem liegt einfach nur am schlechten Unterricht und oder an zu doofen Schülern.
Und ich hab doch wirklich geglaubt, es wäre ein gesellschaftliches Problem.

Beitrag melden
*Querdenker* 30.08.2018, 11:35
131. Machen wir uns doch nichts vor!

Ich habe selbst 8 Jahre an einer berufsbildenden Schule in Hessen mit gymnasialer Oberstufe gearbeitet und bin jedes Jahr mit 2 Klassen in die Gedenkstätte Buchenwald gefahren. Das war jedesmal ein Akt bis der Schulleiter dies genehmigt hat. Ich war zwar mit den Klassen von morgens 8 Uhr bis abends unterwegs. Unterstellt wurde mir aber immer vom Schulleiter, ich wolle mir nur einen lauen Tag machen. Der Besuch der Gedenkstätte wurde von mir wochenlang im Unterricht vorbereitet und anschl. wurden die Eindrücke und Erfahrungen der SchülerInnen ausgewertet. Interesse bestand seitens der Schulleitung lediglich an Wirtschaft, nicht aber an politischer Bildung.

Beitrag melden
cobaea 30.08.2018, 11:40
132.

Zitat von nici_d
Mit der Toleranz ist das so eine Sache. Von lat. tolerare: dulden, zulassen ertragen, damit ist auch klar, dass Toleranz als Duldung einer Abweichung von der Regel niemals gefordert werden kann, sie kann höchstens gewährt werden, ohne Präjudiz. Es hat sich aber zum Usus entwickelt, immer häufiger Toleranz in eine bestimmte Richtung zu fordern. Damitwird dann das Rechtssystem verschoben und irgend wann kommt es dann zu den von Yasha Mounk in den Tagesthemen postulierten Verwerfungen im dort beschriebenen Experiment
Natürlich kann Toleranz auch gefordert werden. Wieso auch nicht? Selbstverständlich fordert man z.B. auch weniger leistungsfähige Gesellschaftsmitglieder wie Kinder, Alte, Kranke, Behinderte als vollwertige Gesellschaftsmitglieder zu behandeln. Diese geforderte Tolreanz gefährdet unser Rechtssystem in keiner Weise - im Gegenteil: sie ein Bestandteil Desselben. Das gilt genauso für die erwartete (und hoffentlich auch gewährte) Toleranz gegenüber Menschen, die etwas anderes glauben als man selbst, die anders aussehen als man selbst, einem anderen Geschlchte angehören und/oder sexuell anders orientiert sind. Das verschiebt keinesfalls das Rechtssystem - es ist Inhalt unseres Rechtssystems, diese Toleranz zu leisten, zu gewähren. Das Sytem fordert diese Toleranz. Die "Verwerfungen" entstehen, wenn sich Gruppen oder Einzelne den Erwartungen widersetzen, die unser Rechtssystem erhebt und sie Toleranz ablehnen.

Beitrag melden
playintime 30.08.2018, 11:43
133.

Zitat von playintime
Arbeitslosenquote August 2018 in Chemnitz: 7,3 %, Unterbeschäftigungsquote 9,4 %. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)Also nichts mit Vollbeschäftigung. Dazu kommen noch die Heeren von Mindestlöhner und die mit Tricks nicht mal Mindestlohn erhalten. Übrigens: Glaub nur Statistiken...
Ich habe noch die RentnerIinnen vergessen, die 400-700 € Rente erhalten. Zuschuss bekommen sie nicht, weil der Ehepartner paar € mehr hat.

Beitrag melden
wiesenflitzer 30.08.2018, 11:43
134. Echte politische Bildung...

... kann und wird nur Zuhause vermittelt/stattfinden können. Ich habe drei Kinder (Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule und weiß, glaube ich, wovon ich rede). In der Schule kann es nur das grobe Korsett (wer hat wann wen, wo und warum überfallen, annektiert, zum Präsidenten gewählt, verjagt, etc).
Das wirklich wichtige, nämlich die innere Einstellung zu Dingen, Werte vermitteln, Erziehung ohne Bremsklotz im Kopf, ohne Rassismus (komisch; Kinder im Kindergarten kennen weltweit keinen Rassismus, ist ne reine Erwachsenensache!!); aus Kindern also vorurteilsfreie (soweit das geht) Menschen zu formen, die Dinge hinterfragen, anstatt dumpfe Parolen nachzublöken, die neugierig und offen auf Menschen zugehen, usw.; DAS geht in der Regel nur über das Elternhaus. Wen aber dieses Elternhaus selbst ungebildet ist, oder auch keine Zeit hat, weil Filius sich selbst überlassen wird, oder viele Eltern mittlerweile auch meinen, ihre Tochter, ihr Söhnchen werde schon in der Schule erzogen, dann geht das natürlich schief. Dann erziehen nämlich die Peergroups in der Schule/auf der Straße, usw. Der Kern aller Gesellschaften dieser Erde ist und bleibt DIE FAMILIE; funktioniert die nicht (aus welchen Gründen auch immer), wird es für den Nachwuchs immer schwer werden.

Hier die Frage zu der Stundenverteilung eines Bundeslandes zu stellen, in welchem sich Bekloppte aller Länder vereinen, um gemeinsam ihren Stumpfsinn lautstark vorzutragen, ist übringens ebenso bekloppt.

Beitrag melden
Hannes Boyd 30.08.2018, 11:47
135. Bildung = Politische Richtung?

Ich finde es falsch anzunehmen, dass durch eine bessere Bildung im politischen Bereich weniger Leute konservative/rechte Ansichten zu politischen Themen haben. Bildung kann sicher dazu führen, dass man mehr Hintergrundwissen bekommt und lernt andere Meinungen zu akzeptieren (was nicht heißt dass man nicht darüber diskutieren sollte) ohne direkt bei Andersdenkenden zu zuschlagen. Aber ich bin sicher, dass es auch genug Menschen im konservativen Spektrum gibt, die in allen möglichen Bereichen sehr gebildet sind.

Beitrag melden
misterknowitall2 30.08.2018, 11:47
136. Wer ist...

Zitat von kognitive-dissonanz
Die lieben Theoretiker suchen die Ursachen an der falschen Stelle. Was wir in Chemnitz erlebt haben, hatte keine kognitiven Ursachen, sondern emotionale. Wenn wir dafür sorgen, dass jeder eine gute Ausbildung bekommt und eine Chance auf einen Arbeitsplatz, der auch angemessen ernährt, wäre mehr gewonnen. Politische Bildung erreicht hier gar nichts, das ist hohler Aktionismus.
wir? Ich denke, jeder sollte seine persönlichen Chancen selber suchen und nutzen. Es gibt keinen, der einem einen guten Schulabschluss besorgt, eine tolle Lehrstelle verschafft und dann auch noch den super Arbeitsplatz herschafft. Da liegt der Hase im Pfeffer. Dafür ist jeder selber verantwortlich! Diejenigen, die das nicht begreifen, schreien jetzt nach dem Staat, dass er mehr für seine Bürger tun soll und nicht Ausländer alimentieren sollte (was ein Quatsch!). Das ist hohler Aktionismus und einfach, oder? Einfach die Schuld für die eigene Situation bei Frau Merkel oder den Ausländern suchen. Fertig. Dass man vielleicht auf der Schule nicht den nötigen Ehrgeiz hatte, ist uninteressant.

Beitrag melden
misterknowitall2 30.08.2018, 11:54
137. Aha? Vielleicht ein wenig kurzsichtig?

Zitat von willi.thom
Die Schule solls wieder richten? Mit Lehrern, denen vorgeschrieben wird, wie Demokratie zu gehen hat? Nichts als graue Theorie. Die persönlichen Erfahrungen in der Kindheit und selbstverständlich das gelebte Vorbild der Eltern sind entscheidend. Türkenjungs haben meine Tochter bedroht und meine Sohn in der Schule beklaut. Folge. Allgemein mögen wir keine Türken. Die Silvesternacht in Köln -wir wohnen in Köln - hat bewirkt, daß wir in der U-Bahn und in Bahnhofsnähe nach Schwarzen und Arabern Ausschau halten und vorsichtig sind. Dagegen wirken beruhigende Politiker-Sprüche wie Sprechblasen, unglaubwürdig und ignorant.
Ich hatte ab der Grundschule nur Stress mit Deutschen. Prügeleien und Diebstahl inklusive. Soll ich jetzt die Deutschen nicht mögen? Warum pauschalisieren sie so hemmungslos? Die Silvesternacht ist schon wieder Jahre her, wird aber immer noch aus der Kiste gekramt. Ist es damit nicht mal langsam gut? Ich halte übrigens ohne weiteren Anlass ständig Ausschau nach Nazis, weil ich die für erheblich gefährlicher halte und die Kriminalstatistik mir da auch wohl recht gibt. Sie übertrieben. Wie oft sind sie denn persönlich mit Arabern aneinander geraten? Kein Mal? Wieso wundert mich das nicht?

Beitrag melden
.patou 30.08.2018, 12:07
138.

Zitat von sammilch
Als direkt Betroffener kann ich sagen, es liegt an der Sozialisierung zu Hause. Beim Elternabend meiner ältesten in der Grundschule musste es eine Abstimmung (!) geben darüber, ob ein schwarzes Kind mit in die Klasse sollte (!). Die meisten haben dagegen gestimmt, es war deprimierend. Vor allem weil das Kind hier geboren war und normales, sächsisch angehauchtes Deutsch sprach.
Also wenn das stimmt, dann sind die Verhältnisse in Sachsen ja noch viel katastrophaler als angenommen.
Wie kann es an einer deutschen Schule zu einer Situaton kommen, bei der die Eltern aufgrund der Hautfarbe des Kindes darüber abstimmen dürfen, ob es in die Klasse kommt?

Beitrag melden
durch blick 30.08.2018, 12:12
139. Das sehe ich ganz anders.

Zitat: Sie müssen neutral bleiben und dürfen Schülern keine Meinung aufdrängen. Zitat Ende.
Eine Lehrkraft hat die Aufgabe Demokratieverständnis zu vermitteln, da gibt es keine Neutralität gegenüber Rassismus. Das ist ein ausgemachter Humbug indem sich schon wieder das befeuern von Rasimuss versteckt. Rassismus ist keine politische Ansicht sondern eine Ideologie, eine äußerst miese menschenverachtenden dazu, welcher eine Lehrkraft sehr wohl in aller Deutlichkeit entgegen zu treten hat.
LG
DB

Beitrag melden
Seite 14 von 15
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!