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Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

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palimpalom 30.08.2018, 07:56
10. Hmmm.

Ich denke, das Problem ist zum Teil ein anderes. Das Angebot an dummen und asozialen Inhalten in TV und Netz ist einfach zu groß, um die Jugend heute noch durchgehend mit Gedichten, Geschichten oder sozialer Kultur zur erreichen. Es wird vorwiegend flach gedacht, der Nachbar gedisst und ausgelacht und Ziel ist viel Geld verdienen und cool werden. Die Normen und Werte unserer eigenen Kultur sind größtenteils nicht mehr vermittelbar. Es ist die Generation des Stefan Raab Fernsehens und des Konsums. Und es wird kaum sinnvoll reglementiert. Wer mal einen Tag aufmerksam Privatfernsehen guckt und versteht, was es bedeutet, wenn ein Kollegah einen Preis bekommt, versteht, was ich meine.

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hinterwäldler2 30.08.2018, 08:00
11. Stimmungsmache

"Sachsen hat das leistungsfähigste Bildungssystem in Deutschland.

Zu diesem Schluss kommen das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in einem aktuellen Vergleich der Bundesländer, dem Bildungsmonitor 2018, der an diesem Mittwoch erscheint."

Quelle : Spiegel Online, 15.08.2018

Ich weiß, es können einige Teddybären-Winker nicht ertragen: In Sachsen zählt Leistung auf allen Ebenen - und diese Leistung wird auch erbracht. Im Bildungsmonitor zum 13. Mal in Folge Sieger. Da kann politische Bildung nicht zu kurz gekommen sein.
Der Grundstein für diese Glanzleistung liegt in der im Vergleich zu anderen Bundesländern homogeneren Bevölkerung.

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joergzs 30.08.2018, 08:00
12. Versuchen Sie mal

Kinder zu unterrichten, wenn die Eltern zu Hause ständig erklären, die Lügen alle.

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aurora77 30.08.2018, 08:00
13. Wir brauche radikale Änderungen gegen Radikalismus

Ich glaube nicht, dass zwei Stunden mehr Politik in der Woche etwas ausrichten können, wenn Kinder aus einem rechts denkendem Elternhaus kommen. Das Grundproblem der fehlenden Menschlichkeit der Rechtsextremen liegt ja darin, dass sie sich selbst nie als Mensch angenommen gefühlt haben. Ursachen hierfür sind z.B. Vernachlässigung oder strenge Erziehung, in der die Liebe an Bedingungen wie gutes Verhalten geknüpft zu sein scheint. Dem Selbstbewusstsein der Kinder schadet es auch immens, dass sie ab dem Alter von 6 Jahren permanent mit anderen verglichen und aufgrund ihrer Fähigkeiten im Rechnen, Schreiben und Lesen auf—oder abgewertet werden. 2/3 aller Kinder sortieren wir mit unserem Schulsystem einfach als zweit— und drittklassig ab. Mit unserem Schulsystem schaffen wir bereits einen guten Nährboden für Intoleranz und Extremismus. Menschen hingegen, deren eigene Würde nicht verletzt wurde, würdigen von sich aus keine anderen Menschen herab. Wir müssen unser Schulsystem und unser Verhalten Kindern gegenüber radikal ändern, wenn wir eine tolerantere und menschlichere Gesellschaft haben wollen.
Dass manche Lehrer selbst eine rechte Gesinnung haben, ist natürlich krass. Hier muss der sächsische Staat (sowie ggf. auch andere Bundesländer) unverzüglich handeln. Die rechtliche Handhabe ist ja gegeben.

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schamot 30.08.2018, 08:02
14. Politische Bildung

Bedeutet in Deutschland ein Demokratieverständnis sich zwischen Oligarchenvertretern entscheiden zudürfen. In Baxerischen Schulbüchern ist das von vornherein festgelegt. Die einzige demokraische Volkspartei ist die CSU.

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linoberlin 30.08.2018, 08:02
15. was für ein erbärmlicher Beitrag!

nein, sogar ein gefährlicher! Wieder wird damit perpetuiert, dass Lehrer alle die Weisheit mit Löffeln verspeist haben und ausnahmslos auf der Seite der "Guten" zu finden sind. Das ist natürlich nicht so. Jeder, der sich noch an seine Schulzeit erinnern kann, weiß, dass alle Weltanschauungen auch in der Lehrerschaft vertreten sind. Nein, nicht nur Polizisten, Eltern, Schüler sind das Problem. Auch Lehrer/innen gehören dazu.

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aspi01 30.08.2018, 08:05
16. Kollateralschaden

über Jahre und Jahrzehnte titelten die deutschen Leitmedien, wie benachteiligt die Ostdeutschen seien. Alles sei dort viel schlechter, selbverständlich alles ganz ungerecht. Treffen wollten sie in erster Linie Kohls blühende Landschaften und die CDU und hofften, damit einen linksgrünen Trend zu unterstützen. Die Leute dort nahmen das mediale Gedröhne wohl war. Aber statt dem erhofften links wählen sie jetzt rechts aussen, sehr zum Entsetzen der Medien. "Herzlichen Glückwunsch zu dieser Meisterleistung!"

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jawaba 30.08.2018, 08:10
17. wohl ein strukturelles Problem

Aus meiner Sicht, ist das freiheiliche-bürgerliche Werte- und Glaubenssystem in Sachsen ausser Takt. Eine zu kurz gekommene politische Bildung erklärt das alles nicht, so sind Pegidaanhänger in Dresden 50+. Es kann daher nur struktureller kompoisitorischer Art sein. Werte und Glaube sind Ergebnis einer kontinuierlichen Sozialisierung der Gesellschaft. Es ist anzunehmen, dass der Weggang von Bildungsbürger oder freiheitlich Denkender in den Westen in der Nachwendezeit in vielerlei ungünstige soziale Strukturen führte. Nur so ist ist zu erklären, dass Politik und Polizei überfordert ist, da sie in einigen Fällen mit den Demonstranten sympatisiert. Weiterhin ist davon auszugen, dass die sozialen Strukturen lethargisch sind, und einen nach innen gerichteten Diskurs und Meinungsbildung verursacht, was einerseits im DDR-nostalgischen konservativ angelegten Regionalfernsehen festzustellen ist. Anderseits, kommt hier auch die oft geäusserte Kritik am MDR zu tragen, dass es nicht an einer adequaten freiheitlichen Meinungsbildung in Mitteldeutschland beiträgt. Oder anderes: dort wo kein freier Geist ist, ensteht kein Freigeist.

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nici_d 30.08.2018, 08:10
18. Einbahnstraße Toleranz

Mit der Toleranz ist das so eine Sache. Von lat. tolerare: dulden, zulassen ertragen, damit ist auch klar, dass Toleranz als Duldung einer Abweichung von der Regel niemals gefordert werden kann, sie kann höchstens gewährt werden, ohne Präjudiz. Es hat sich aber zum Usus entwickelt, immer häufiger Toleranz in eine bestimmte Richtung zu fordern. Damitwird dann das Rechtssystem verschoben und irgend wann kommt es dann zu den von Yasha Mounk in den Tagesthemen postulierten Verwerfungen im dort beschriebenen Experiment

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dasfred 30.08.2018, 08:13
19. Es ist nur noch traurig

Das Land ist gerade dabei, sich selbst aufzugeben. Statt dass das Selbstverständliche, die Demokratie und Freiheit den Unterricht bestimmen, müssen sich Lehrer gegen Schüler und Kollegen durchsetzen. Ein Land, das nach der starken Hand ruft, die sie führt und füttert und vor allem Fremden beschützt, ist noch viel zu tief im gestern verwurzelt. Wir brauchen hier kein zweites Ungarn von Orbans Gnaden.

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