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Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

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finanzwurst 30.08.2018, 08:21
20. Ja

Mein Kind (zu der Zeit 4. Klasse in Dresden) erzählt zuhause, dass sie in der Pause eine Zeitschrift angeschaut haben, in der ein Schwarzer in einem teuren Sportwagen sitzt. Ein anderer sagt, dass dieser Wagen zu gut für einen Schwarzen ist und das Merkel zu viele Ausländer reinlässt. Der zweite Weltkrieg oder die DDR waren überhaupt kein Thema in der Grundschule. Als ich in Niedersachsen zur Schule gegangen bin, hatten wir in der Grundschule eine Projektwoche wegen des 40sten Jahrestags 8. Mai 1945. Da habe ich es auch als Kind schon verstanden, dass Deutschland im Unrecht war und das man Menschen zB wegen ihrer Religion nicht verfolgen oder diskriminieren darf. Auch danach in der weiterführenden Schule war das immer wieder ein Thema. Hier anscheinend nicht. Und natürlich kann die Schule was daran ändern, wenn über solche Themen gesprochen wird mit einem anderen Blickwinkel als den, den manche vielleicht von zuhause her haben.

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helmut.alt 30.08.2018, 08:21
21. Die Pisa-Studien zeigen,

dass in Deutschland die Sachsen die intelligentesten Schüler haben. An der Intelligenz kann es also nicht liegen und die Schulen müssen sich neutral verhalten. Viele Sachsen haben offenbar den Mut zu zeigen, dass ihnen die Politik nicht passt, die man ihnen zumutet.

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robin-masters 30.08.2018, 08:24
22. politische Bildung

mit dem Begriff wäre ich im Osten sehr vorsichtig... und es zeigt Mal woeder das man Null-Ahnung von den Menschen dort hat.

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im_ernst_56 30.08.2018, 08:27
23.

Zitat von fördeanwohner
Es bedarf einer ganz bestimmten "Kultur des wertschätzenden Miteinanders" und gelebte Toleranz bei gleichzeitiger Durchsetzung von Maßnahmen gegen Verstöße. Das heißt, vermeintliche freie Meinungsäußerung muss genau beobachtet werden. Wenn SuS sich ......
Das klingt theoretisch gut. Aber wie sollte sich die Schule verhalten, wenn konkret über Einwanderungspolitik und deren Konsequenzen diskutiert wird? Müsste sie dann nicht Positionen entgegenwirken, die in der CSU verbreitet sind?

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andreas13053 30.08.2018, 08:31
24. So, so,

Zitat von mronkey
Schule ist immer noch ein Ort, in dem eine weitgehend autoritär auftretende Lehrkraft fremdbestimmte Inhalte den Lernenden aufzwingt. Wie aber soll in so einem System eine demokratische Grundhaltung entstehen?.........Also: Um Demokratie ....
Demokratie bei Inhalten und Bewertung der Leistung?
Sie haben auch konkrete Vorschläge, wie diese "Reform" nicht in Anarchie enden kann?

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acitapple 30.08.2018, 08:34
25.

Die Schule soll richten was zuhause falsch läuft ? Genau das ist völlig falsch. Erziehung ist immer noch Sache des Elternhauses. Zwei Stunden politische Bildung ändern daran gar nichts. Wofür will man die Schule denn noch verantwortlich machen ?

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ex_Kamikaze 30.08.2018, 08:35
26. Ich bin sogar überzeugt davon

das die Ossis mehr von Politik verstehen als die Wessis. Warum? Sie haben die Gestaltungserfahrung des Jahres 1989 und mit der ehemals marxistsichen Erziehung einen gesamtheitlicheren Ansatz. Das die marxistische Auslegung Unsinn ist wissen alle. Aber sie haben auch gelernt wie wirtschaftliche Interessen und Politik (auch Geopolitik) im Kapitalismus zusammenspielen.
Was die Ossis nicht haben ist der Einfluß der Kirche, sie sind nicht politisch US-gläubig, sie können mit dem westlichen Überlegenheitsmoralismus nichts anfangen und sie geben sich nicht zufrieden mit Wahlen die sie nur Nuancen mit beeinflussen lassen - Wahlen ohne Angebot. Das kennen sie nämlich zur Genüge.

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ruhepuls 30.08.2018, 08:35
27. Bürger und Politik?

Zitat von manchmal_dafür
Steht ja schon im Artikel: Der Herd für rechtes Gedankengut sitzt zu Hause. Was sollen Lehrer da bewirken? Ein Problem ist doch auch, dass sich die Politik vom Bürger entfernt hat. Machtgeile Politiker, die Politik in erster Linie für Lobbyisten machen und sich nur von einer Legislaturperiode zu nächsten hangeln, haben dazu beigetragen, einen Verdruss zu schaffen, den Rechte jetzt ausfüllen. Nicht dass diese besser oder weniger auf den eigenen Vorteil bedacht wären-Gott bewahre- aber sie schaffen anscheinend ein Feindbild was es bequem macht, seinem Ärger Luft zu machen. Was man dagegen tun kann? Ich habe leider keine Ahnung!
Es ist schon richtig, dass sich die Politik vom Bürger entfernt hat. Aber umgekehrt stimmt es auch: Die Bürger haben sich von der aktiven Politik entfernt. Heute erwarten viele von den Politiker "gute Politik" und meinen damit vor allem die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse, im Sinne von "Mehr für mich". Es werden Wunschzettel geschrieben - und von den Politiker erwartet, dass sie diese möglichst gut erfüllen. Dass dabei häufig völlig unrealistische oder sogar widersprüchliche Wünsche auf dem selben "Blatt" stehen, fällt niemand auf.

Demokratie bedeutet aber nicht, den "guten König" durch den "guten Kanzler" zu ersetzen und darauf zu hoffen, dass die schon alles richtig machen, sondern Demokratie bedeutet auch, sich aktiv für die Gemeinschaft einzusetzen. Und daran hapert es von Jahr zu Jahr mehr. Auf die Straße geht man doch nur noch, wenn man Nachteile für sich selbst befürchtet. Kein Wunder, dass viele Politiker von "dem Volk" die Nase voll haben und auch nur noch ihr eigenes Süppchen kochen. Es ist wie in einer Ehe: Entfremdung ist selten die Schuld einer Seite. Da gehören immer zwei dazu...

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playintime 30.08.2018, 08:36
28.

Und wer soll die politische Bildung machen? Lehrer wie Björn Höcke? Oder der die Politik Merkels "Mitte" vertritt? Oder ein Linker? Wir hatten schon in der DDR politische Bildung in den Schulen. Da haben wir gelernt das immer die Herrschenden Recht haben. Also im Moment wird die neoliberale Linie Merkels erwünscht sein. Es sei denn, der Lehrer falsch gewählt.

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hannac. 30.08.2018, 08:37
29. Auch in der Schule beginnt die Prägung.

Nicht nur im Elternhaus beginnt die Prägung. Ich bin von 1969 bis 1979 in Cottbus zu Schule gegangen. Es ist uns fast aus den Ohren rausgelaufen .
Sei es in Literatur, Staatsbürgerkunde, Geschichte oder Kunst und Musik, in jedem dieser Fächer wurde der zweite Weltkrieg nach dem dritten Reich behandelt. Jeder Jugendliche, der die Jugendweihe oder die Konfirmation wollte, musste mindestens ein Konzentrationslager besucht haben.
Ja, es war manchmal nervig und man konnte es schon bald nicht mehr hören. Doch heute weiß ich von Schülern aus der dreizehnten Klasse, dass sie fast nichts aus dieser schrecklichen Zeit vermittelt bekommen. Weil der Geschichtslehrer mit der Klasse nicht fertig wird oder das Fach schlicht ausfällt. Das was diese Schüler wissen, wissen sie zum großen Teil aus Medien und wenn überhaupt, von ihren Eltern oder Großeltern. Ich finde das einen Skandal das politische Bildung und die Vermittlung von Werten in der Schule grade in Deutschland, nicht umfassend möglich ist.

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