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Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

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Berlin142 30.08.2018, 08:38
30. Die Frage ist doch, inwieweit ein Lehrer neutral bleiben muss

Sich immer darauf zurück zu ziehen, dass man zwar eine Meinung habe, diese ja aber nicht äußern dürfe, weil man damit die Kinder beeinflusse, ist IMO falsch. Die Kinder, gerade auch in unteren Klassen, befinden sich einen entscheidenden Teil des Tages in der Schule und werden zwangsläufig beeinflusst - ob man das ignoriert oder nicht, ist dabei egal. Und wenn dann vorgelebt wird, dass eigentlich alles egal ist, kann das nicht funktionieren.
Es gibt durchaus einen Rahmen, in dem sich der Lehrer bewegen kann und sollte - gekennzeichnet durch rechtliche und moralische Grundsätze unser Gesellschaft. Und dazu gehören dann auch Dinge wie Menschenrechte oder eben UNO-verbriefte Rechte von Kindern, die man gerade im Sachbezug diskutieren kann und muss. Zu fordern, dass Erziehung grundsätzlich nicht in der Schule passieren darf, führt zu Auswüchsen, wie wir sie heute sehen, in den Schulen wie auch außerhalb.
JT

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lathea 30.08.2018, 08:39
31. Früher hätte man über solchen Mob....

......gesagt: "Da fehlt die Bildung und die Religion". Heute würde ich jedenfalls sagen: "Da fehlt die Bildung und die Ethik". Man sollte aus Chemnitz alle Lehrer und Polizisten, die als rechts bekannt sind, an einen anderen Ort versetzen, die gesamte Beamtenschaft mediativen Weisungen aussetzen und den Ethikunterricht in den Schulen kräftig ausbauen. Ohne vernünftigem Religionsunterricht oder Ethikunterricht wird man da wohl auf Dauer die Probkeme mit dem rechten Mob nicht in Griff bekommen. Ausserdem das Beamtentum bei Lehrern abschaffen sowie den Zugang zum Lehrerberuf für Quereinsteiger erleichtern. Dann wird es auch bereits kurzfristig mehr Lehrer geben und sich auch der Lehrermangel auflösen. Denn die Anforderungen an Angestellte sind niedriger als an Beamte und sie lassen sich leichter entlassen. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es im Beamtentum noch sehr lange ganze Generationen von Ausländerhassern, wobei als "Ausländer" lediglich die geflüchteten Deutschen und die deutschen Spätaussiedler galten. Und wenn ich heute auch noch hören muss, dass Gauland einen wütenden Mob als eine normale Wutreaktion bezeichnet, dann würde ich diesen Mann am liebsten wegen Volksverhetzung anzeigen.

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alf1000 30.08.2018, 08:40
32.

Zitat von jawaba
Aus meiner Sicht, ist das freiheiliche-bürgerliche Werte- und Glaubenssystem in Sachsen ausser Takt. Eine zu kurz gekommene politische Bildung erklärt das alles nicht, so sind Pegidaanhänger in Dresden 50+. Es kann daher nur struktureller kompoisitorischer Art sein. Werte und Glaube sind Ergebnis einer kontinuierlichen Sozialisierung der Gesellschaft. Es ist ......
Was einige nicht zu verstehen scheine. Im Osten gabe es zwar das Jahr 1968, das wars dann aber auch schon. Das sich im Westen daraus entwickelte Klientel gibts im Osten nicht. Dementsprechend ist älter Bevölkerung teilweise sehr konservativ bis reaktionär. Das hat mit dem jetzigen Bildungssystem nichts zu tun, zumal es bei der jüngeren Bevölkerung etwas anders aussieht.

Mal schauen ob dies dem linken Zensor genehm ist und veröffentlicht wird.

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CobCom 30.08.2018, 08:41
33.

Mindestens das erste Gedicht geht aber in der Interpretation auch schnell ins Eigentor. Denn gestorben ist hier erst einmal nur einer, weil andere dahin Steine mitnahmen (und einsetzten), wo die Frösche feierten und dies normalerweise nicht tun.
Und dann haben wir da noch eine Differenzierung drin, die über die "Rassen" weit hinaus geht. Hier sind es sogar Spezies. Von denen sind übrigens schon aus Gedankenlosigkeit oder Profitgier viele vom Aussterben bedroht. Wer arbeitet noch gleich gerne mit diesem Szenario?
Die Absicht in allen Ehren, aber der Schuss kann gewaltig nach hinten loslegen.

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Hollowmen 30.08.2018, 08:42
34. ...

Wird aus einer Behauptung eigentlich irgendwann einmal eine Tatsache, wenn man sie nur oft genug wiederholt (abschreibt)? Bis heute gibt es keine Belege dafür, dass Rechte ausländische Mitbürger gejagt haben. Keine Bilder, keine Videos, keine Opfer, keine Zeugen!

Wenn es überhaupt etwas mit politischer Bildung zu tun hat, dann vielleicht damit, dass man im Osten/ in Sachsen nach der Wende in Anbetracht der Erfahrungen in der DDR vorsichtig mit politischer Bildung war und sich eher zurückgenommen hat. Allerdings hat es wohl eher mit Werten zu tun und damit, dass die Menschen 40 Jahre anders sozialisiert wurden als im Westen. Die liberale Generation der 68er hat es so im Osten nicht gegeben. Entsprechend weniger liberal und stärker Konservativ war man eingestellt als man 1990 quasi über Nacht zum Bundesbürger wurde.

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PH-sauer 30.08.2018, 08:44
35. Es ist ja noch viel schlimmer als ich dachte!

Die Schule ist kein “Reparaturbetrieb für gesellschaftliches Versagen“, ja wp sollen diese Menschen denn Demokratie lernen?
Die alte Generation ist noch in blauen Hemdchen herumgelaufen! Wo wurden die Solidaritätsbeiträge, die ich all die Jahre bezahlt habe hingesteckt? Nur in die Straßen? Es stellen sich MIR gerade Fragen, die sich um die Wiedervereinigung drehen und lassen Zweifel aufkommen. Ich weiß jetzt ganz sicher: wenn ich Sachsen betreten muss, dann nur im Transit!

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ruhepuls 30.08.2018, 08:46
36. Rechtes Gedankengut der DDR

Zitat von im_ernst_56
Ich wette, dass diejenigen, die in Chemnitz mit marschiert sind, die Schule durchschnittlich vor 20 Jahren verlassen haben. Es werden sogar welche dabei gewesen sein, deren Schulzeit in DDR stattgefunden hat. Bekanntlich hat sich rechtes Gedankengut in den .....
Rechtes Gedankengut gab es auch in der DDR. Denn nach innen unterscheiden sich rechte und linke Diktaturen nicht. Macht und Diskriminierung von Andersdenkenden (und Fremden) ist beiden eigen. Im Gegensatz zur "BRD" gab es in der DDR auch nie die Art von "Umerziehung" wie sie hier nach dem Krieg vollzogen wurde und die unter anderem auf das Ausmerzen von "Rassenideologien" zielte. In der DDR wurde fröhlich über Russen und Chinesen oder andere "Brudervölker" hergezogen, die man als minderwertig ansah. Die DDR war ein Spießerstaat, wie er im Buche steht. Daher kann sich rechtes Denken in den neuen Bundesländern auch schneller verbreiten als in den alten.

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Wolfvon Drebnitz 30.08.2018, 08:47
37. Erschreckende Nachbarschaft - Essen über den Zaun werfen

Seit 6 Jahren wohne ich (Wessi) nun in Sachsen. Was ich hier an Kommentaren in der Nachbarschaft höre macht mich sprachlos. "Afrika? Essen über den Zaun werfen und absperren!" Es herrscht eine absolut faschistische Grundhaltung vor. Das sind nicht Einzelne - das ist die Mehrheit. Ich vermeide mittlerweile jede Diskussion, da es mich a) sprachlos macht und b) ich hier weiter wohnen will. Der Mehrheit der Sachsen geht es materiell gut, aber Sie haben Angst, dass man es ihnen wieder weg nimmt. Daher werden die Flüchtlinge als Bedrohung des Wohlstandes gesehen. Das sind alles noch Nachwirkungen der DDR. Man hätte nach der Wende eine politische Schulung für alle DDR-Bürger zur Pflicht machen sollen. Heute haben Sie vergessen, dass sie selbst mal Massenflüchtlinge waren und der Westen sie mit offenen Armen empfangen hat. Stattdessen gefährden Sie unsere gesamte freiheitliche Kultur. Bei der nächsten Wahl wird die AFD in Sachsen stärkste Partei - da wette ich schon heute drauf.

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ole#frosch 30.08.2018, 08:49
38. Leider trägt die Presse dazu bei

Die ostdeutschen, die Sachsen, die AFDler, die Rechten.
Es sind immer INDIVIDUEN!
So wie es viele verschiedene Persönlichkeiten und Geflüchteten, Asylbewerbern, Bleibeberechtigten, sozial Schwachen, Akademikern, Sportwagenfahrern usw. gibt.
Aber selbst SPON liebt die Pauschalisierung und das "über einen Kamm scheren".
Wir müssen wieder das Individuum in die Mittelpunkt stellen.

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derHamlet 30.08.2018, 08:51
39.

Zitat von andreas13053
Demokratie bei Inhalten und Bewertung der Leistung? Sie haben auch konkrete Vorschläge, wie diese "Reform" nicht in Anarchie enden kann?
Guten Morgen andreas13053,

indem Schülern die Möglichkeit geboten wird selbst über ihre Belange zu entscheiden, wie sich das doch für jeden erwachsenen Bürger in einem demokratischen System selbstverständlich ist.

In einem demokratischen Staat sollte man erwarten, daß die Menschen zumindest prinzipiell die Möglichkeit haben, das Zusammenleben nach ihren Vorstellungen zu verändern.
In einer herkömmlichen deutschen Schule haben Schüler diese Möglichkeit nicht – obwohl sie den bei weitem größten Anteil der an der Schule tätigen Menschen ausmachen, nämlich über 90 Prozent.
Schüler werden von Beamten zwangsweise zur Schule geführt, wenn sie sich verweigern.

Würde man dies mit Erwachsenen machen, spräche man von einem totalitären System.
Übrigens: Anarchie ist Abwesenheit von Herrschaft, was sollte daran verwerflich sein?

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