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Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

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nikk33 30.08.2018, 08:55
40. dieser artikel hat nur eins mit sachens gemein

nämlich, dass man einfache lösungen sucht und immer jemand anders schuld ist.

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ruhepuls 30.08.2018, 08:58
41. Unsinn...

Zitat von aurora77
Ich glaube nicht, dass zwei Stunden mehr Politik in der Woche etwas ausrichten können, wenn Kinder aus einem rechts denkendem Elternhaus kommen. Das Grundproblem der fehlenden Menschlichkeit der Rechtsextremen liegt ja darin, dass sie sich selbst nie als Mensch angenommen gefühlt haben. Ursachen hierfür sind z.B. Vernachlässigung oder strenge Erziehung, in der die Liebe an Bedingungen wie gutes Verhalten geknüpft zu sein scheint. Dem Selbstbewusstsein der Kinder schadet es auch immens, dass sie ab dem Alter ......
Es mag sicher damit zu tun haben, dass heute mehr Kinder sich (und vor allem den Internet) selbst überlassen werden als früher. Heute arbeiten meist beide Eltern, die Mutter als Betreuerin fällt also aus.
Aber Rechte hat es immer gegeben. Auch an westdeutschen Stammtischen hörte man diese Parolen. Im Gegenteil, früher gab es noch viele alte Nazis bzw. Mitläufer, die nach dem Motto: "Also so schlecht war der Hitler gar nicht. Da gab es wenigstens noch Ordnung," argumentierten. Nur, außerhalb des Stammtisches fanden die kaum Zuhörer. Das ist heute anders, denn heute kann jeder posten was er oder sie will. Und jeder kann sich aus dem Meinungsangebot das raus suchen, was ihm oder ihr gefällt. Das kann keine Schule der Welt ändern. Sie kann nur versuchen, Meinungsvielfalt herzustellen.
Früher war die Schule viel autoritärer (und alte Nazis gab es da auch noch). Bis in die 60-er Jahre hinein, führten Lehrer noch den Rohrstock als Erziehungsmittel und auch sonst wurde mit Unterdrückung erzogen. Heute traut sich doch kein Lehrer mehr, auch nur die Stimme zu erheben. Und trotzdem gab es früher keinen rechten Mob auf der Straße. Heute darf jeder alles - und das Ergebnis sehen wir dann in Chemnitz. Am Ende wird es ein paar Geldstrafen geben und dann geht man wieder zur Tagesordnung über.

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ruhepuls 30.08.2018, 09:02
42. Deutschland wählt nicht links...

Zitat von aspi01
über Jahre und Jahrzehnte titelten die deutschen Leitmedien, wie benachteiligt die Ostdeutschen seien. Alles sei dort viel schlechter, selbverständlich alles ganz ungerecht. Treffen wollten sie in erster Linie Kohls blühende Landschaften und die CDU und hofften, damit einen linksgrünen Trend zu unterstützen. Die Leute dort nahmen das mediale Gedröhne wohl war. Aber statt dem erhofften links wählen sie jetzt rechts aussen, sehr zum Entsetzen der Medien. "Herzlichen Glückwunsch zu dieser Meisterleistung!"
Linkes Gedankengut hat in Deutschland wenig Chancen. Da wird zu viele von international und Menschenrechten geredet, die aber die meisten (?) gar nicht wirklich interessieren. Die rechten reden von Deutschland und den Deutschen - und das ist dann vielen doch näher, als irgendwelche internationale Solidarität. Die meisten wollen auch nichts verstaatlichen, sondern einfach mehr Geld in der Tasche haben. Und Völkerverständigung ist auch bei weitem nicht so wichtig, wie die Tatsache, dass die Nachbarn aus dem Kosovo oft laute (und lange) Feste feiern, die einen stören. Und dann kriegen die auch "Stütze".
Die Rechten haben erkannt, wo bei vielen Deutschen das Herz sitzt...

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meister röckle 30.08.2018, 09:03
43. Grundsatz

Vielleicht sollte man mal ersthaft, sehr ernsthaft über notwendige Konsequenzen aus folgendem Grundsatz nachdenken:
"Das Maß der individuellen Sittlichkeit bestimmt das Maß der durch die Gesellschaft gewährten individuellen Freiheit.".

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mborevi 30.08.2018, 09:09
44. Politische Bildung ...

... ist wie Erziehung und Bildung der Kinder insgesamt ausschließlich Sache der Eltern. Die Schule kann mithilfe des Geschichtsunterrichts das nur mit Daten und Fakten unterstützen. Dieses Dilemma wird noch lange zu Defiziten in den östlichen Bundesländern führen, die sich in Sachsen besonders krass zeigen, aber leider nicht auf dieses Land beschränkt sind. Der braune Ungeist ist, da bequem, nicht auszurotten. Auch im Westen.

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theodor2 30.08.2018, 09:12
45. Mit Bildung hat dies nichts zu tun

Am Beispiel China wird deutlich, dass Indoktrination ihre Grenzen hat. Nach Umerziehung mehrer Generationen wurde nach kurzer Zeit das System vom Kapitalismus wieder übernommen. Kinder können noch in einem gewissen Rahmen beeinflusst werden, spätestens nach gemachten Erfahrungen und Übernahme von Verantwortung, ändert sich die politische Einstellung.

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so-long 30.08.2018, 09:13
46. Typisch

Es wird ein Sündenbock gesucht. Wer sucht, der findet. Warum nicht die Probleme der Menschen ernst nehmen und eine Lösung finden, wenn möglich vor dem Sanktnimmerleinstag. Radikale -egal ob politisch, religiös oder sonstige- wird es immer geben.

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sammilch 30.08.2018, 09:14
47. Kommentar

Als direkt Betroffener kann ich sagen, es liegt an der Sozialisierung zu Hause.
Beim Elternabend meiner ältesten in der Grundschule musste es eine Abstimmung (!) geben darüber, ob ein schwarzes Kind mit in die Klasse sollte (!).
Die meisten haben dagegen gestimmt, es war deprimierend. Vor allem weil das Kind hier geboren war und normales, sächsisch angehauchtes Deutsch sprach.

In Sachsen haben wir ein großes Defizit in Multikulturalismus, da braucht man nichts schön reden. Viele Eltern haben bis auf Gastronomiebesuche keine Kontakte zu Ausländern und lehnen diese offen ab. Das färbt 1:1 auf die Kinder ab.
Da hilft aber auch kein Unterricht. Da hilft es, wenn andere Eltern den braunen Eltern entgegenstehen und Widerworte geben anstatt wie hier üblich nichts zu sagen und vielleicht sogar ein bisschen zuzustimmen um die Harmonie zu wahren.
Dazu gehört mMn auch, dass man mit den Eltern spricht, wenn das Kind in der Schule rechtsradikales Gedankengut äußert.

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neue_mitte 30.08.2018, 09:16
48.

Ich habe Ostverwandtschaft. Denen geht es wirtschaftlich, finanziell, sozial, menschlich sehr gut. Jeder hat zwei Autos, oft genug Neuwagen der Kompakt- bis Mittelklasse. Mit Migranten haben sie nicht viel Kontakt, tendiert gegen 0. Im Jahr 2016 waren Flüchtlinge in Unterkünften der Gegend untergebracht. Daaas war vielleicht ein Aufreger. Monatelang haben die nichts besseres zu tun gehabt, als das zu thematisieren. Die Flüchtlinge sind längst wieder weg, das Leben geht wieder normal weiter, alles "in Ordnung". Rechtskonservative bis alltagsrassistische Ansichten und Aussagen sind dort weit verbreitet, die finden das aber ganz normal. Also völlig unreflektiert.

Die haben einfach keinen Kontakt mit Migranten jeglicher Art. Weder positiv noch negativ. Und wenn wie 2016 gibt es monatelang Schnappatmung. Es fehlt jegliches Verständnis für die globale Situation von Deutschland 2018. Ich habe das Gefühl, die sind in Gedanken immer noch in der heimeligen Ostsee - Erzgebirge DDR, die von außen wie der gesamte Ostblock abgeschottet war.

Dieses Problem steht mindestens auf selber Stufe wie die Rechtslastigkeit an sich. Von Migranten bekommt man dort nur die schlechte Presse mit. Ich habe oft das Gefühl (zumindest in der Gegend meiner Verwandtschaft kann ich das sehen), dass das gesamte Land eine riesige Filterblase ist. Im Westen kennt man Migranten. Doch, jeder kennt mindestens einen. Und der ist Okay. Es gibt soziale Schwierigkeiten in bestimmten Stadtvierteln, das nimmt man halt hin. Meiner Verwandtschaft fehlt jegliche Erfahrung.

Somit wird es wenig nützen, in der Schule etwas an Politik zu vermitteln, was aber nur theoretisch sein wird. Die riesige Filterblase wird immer bleiben, die mangelnden Erfahrungen werden immer bleiben.

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Leonia Bavariensis 30.08.2018, 09:18
49. Möglichkeiten gibt es genug

Lehrern stünde zu diesem Thema genügend Stoff zur Verfügung, mit denen man Schüler zum Nachdenken bringen kann. Aber wenn ich mir die Hools vom Montag ansehe, dann sind genügend Männer dabei, die bereits selbst Nachwuchs haben werden und die ihn entsprechend indoktrinieren. Wie soll man die erreichen?
Möglich wäre, die Schülern auch darauf hinzuweisen, das der Tote, den sich der Mob zum Anlass für seine Ausschreitungen nahm, bei dieser Demo selbst in Gefahr gewesen wäre, von den Rechten gejagt zu werden, seines dunkleren Teints und seiner Einstellung wegen.

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