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Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

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andreas13053 30.08.2018, 09:19
50. Ebenfalls

Zitat von derHamlet
Guten Morgen andreas13053, indem Schülern die Möglichkeit geboten wird selbst über ihre Belange zu entscheiden, wie sich das doch für jeden erwachsenen Bürger in einem demokratischen System selbstverständlich ist. In einem demokratischen Staat sollte man erwarten, daß die......
Guten Morgen,
vielleicht ist Ihre Idee ja verlockend. Allerdings bestehen keine Aussichten, dass sie zum einen funktionieren kann noch vernünftige Ergebnisse zeitigt. Das beginnt mit der Auswahl der Inhalte, die nun wahrlich, zumindest nicht am Beginn der Schulzeit, von den Schülern bestimmt werden kann. Eine Bewertung kann zudem schlechterdings auch nicht demokratisch erfolgen - z.B. beliebte Schüler dominieren die Außenseiter.... Und nicht zuletzt, wenn Sie sich mal eine Schule heute von innen anschauen, können Sie gar nicht auf die seltsame Idee kommen, dass es nicht einer gewissen "Herrschaft" bedarf, um wenigstens ansatzweise zu einer Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten zu kommen.
Von dem, gelegentlich unseligen, Einfluss von Eltern auf Prozesse in der Schule sprechen wir an dieser Stelle noch gar nicht.

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spon-facebook-1261351808 30.08.2018, 09:25
51. Ein Problem seit Jahrzehnten!

In Sachsen wird in der Schule null Empathie gelehrt! Hauptsache man ist gut in den Naturwissenschaften und Mathematik. Ich habe Angst vor diesen nur technokratisch erzogenen Schülern in der Zukunft. Die Anfänge sieht man in Chemnitz etc.

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Rigel 30.08.2018, 09:29
52. Staatsbürgerliche Bildung ...

... ist selbstverständlich Aufgabe der Schule, die ja eine staatliche Einrichtung ist und die Schüler zu verantwortungsvollen Menschen und zum Miteinander in einer Demokratie erziehen muss.
Wenn aber die Schule unter dem Druck der Wirtschaft nur danach ausgerichtet wird, möglichst effizient funktionierende Arbeitskräfte zu produzieren, wenn dabei alle "unwichtigen" Fächer, wie Sport, Kunst, Musik, und eben auch Staatsbürger- und Sozialkunde geopfert werden, dann kann man die Schule auch gleich privatisieren.

In der DDR ist der Faschismus im 3. Reich nie wirklich aufgearbeitet worden, denn der fand im Westen statt. Im sächsischen "Tal der Ahnungslosen" konnte man zudem keine Informationen aus dem Westen empfangen. Wie soll dann die Großeltern- und Elterngeneration die Kinder zu Toleranz und demokratischem Miteinander erziehen, wenn sie es selbst nicht besser wissen?
Nein, das ist zentrale Aufgabe des staatlichen Bildungssystems!

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egoneiermann 30.08.2018, 09:30
53.

Zitat von ruhepuls
Es ist schon richtig, dass sich die Politik vom Bürger entfernt hat. Aber umgekehrt stimmt es auch: Die Bürger haben sich von der aktiven Politik entfernt.
Das ist Unsinn. Wenn man die heutige Politik mit der vor 50 Jahre (BRD) vergleicht, dann ist die Mitwirkung der Bevölkerung viel größer. Hier in der Stadt gibt es kaum irgendwelche Projekte, die vor dem Stadtratsbeschluss nicht ausgiebig in der Presse aber auch in Bürgerforen etc. besprochen werden. Zur Zeit ist es beispielsweise die teure Sanierung des Theaters. Wenn man sich zurück erinnert war das früher ganz anders. Da hatte meist eine Partei die Mehrheit und eine Diskussion gab es höchstens parteiintern hinter verschlossenen Türen. Diese Partizipationsmöglichkeiten nutzen aber in diesem Fall nichts, weil Pegida, AfD oder Neonazis eine ausländerfeindliche Politik wollen und zum großen Teil sogar weniger Demokratie.

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madameping 30.08.2018, 09:31
54. Wie meinen ie denn das bitte?

[QUOTE=helmut.alt;68009292]dass in Deutschland die Sachsen die intelligentesten Schüler haben. An der Intelligenz kann es also nicht liegen und die Schulen müssen sich neutral verhalten. Viele Sachsen haben offenbar den Mut zu zeigen, dass ihnen die Politik nicht passt, die man ihnen zumutet.[/QUOTE
Wie ist das denn bitte zu bverstehen?
Weil die sächsischen Schüler am intelligentesten sein sollen, sehen sie darin den Grund, sich das Recht herauszunehmen, zu Rassisten zu werden?

Oder meinen Sie, die sächsischen Schüler sind intelligent genug, um das, was sie lesen und hören, in ihre Bahnen einzuordnen und als einzige Konsequenz den Schritt in den Rassismus sehen?
Und was wird den Sachsen, wie Sie hier schreiben, denn bitte mehr "zugemutet" als allen anderen auch?
Und die Reaktion auf Zumutung ist dann Extremismus, oder was? Dann schreit und grölt man, hebt den rechten Arm zum Hitlergruß, hetzt Migranten, brüllt Reporter an - und das ist Ihrer Meinung anch ein Ausdruck von Mut? Das ist kein Mut, das ist Hysterie.
Oder von Intelligenz? Wenn sie wirklich so intelligent wären, dann würden sie sich mit dem Nationalsozialismus im Verhältnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung auseinandersetzen und erst einmal nachdenken, bevor sie Reporter fortjagen und grölen. Tut mir leid, aber die Typen, die mir zu Gesicht gekommen sind, machten einen anderen Eindruck.

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diavid 30.08.2018, 09:33
55.

Die Frage ist wieviel Nazigeschichte man noch in den Unterricht quetschen will.
Wenn ich an meinen Geschichtsunterricht denke (Niedersachsen), kann ich mich an fast nichts anderes mehr erinnern.
In der 5. u. 6.
Klasse hatten wir noch Altes Ägypten u. Mittelalter. Anfang der 7. Klasse Französische Revolution. Ab da gab's nur noch Hitler u. Nazis.
Ich bin aus der Schule gekommen und wusste nicht mal richtig was Kommunismus ist. Heiliges römisches Reich, u. deutsches Kaiserreich waren Dinge von denen ich nur mal irgendwann irgendwas am Rande außerhalb der Schule mitbekommen habe. Nicht mal DDR und Mauerfall hatten wir gehabt.

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kizfonis 30.08.2018, 09:33
56. @linoberlin heute, 08:02 Uhr

"Auch Lehrer/innen gehören dazu." - siehe AfD-Rechtsaussen Höcke. Der war Lehrer. Sie den die Justiz des Rechtsstaats relativierenden und harmlos wirkenden (m. E. dadurch aber besonders gefährlichen) CDU-Banalisierer und NRW-Innenminister Reul. Auch er war Lehrer. Wäre spannend, mal die rechtslastige Wortführer*innenszene auf ihre Berufe hin zu durchforsten.
Norbert Sinofzik, Rheinstadt Uerdingen

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olliver_123 30.08.2018, 09:34
57. Schule allein genügt nicht

Chemnitz ist letzlich ein Abbild der gesamten gesellschaftlichen Entwicklung. Politik wird nur noch für die wirtschaftlich erfolgreichen gemacht. Die auf der Verliererseite werden weitestgehend ignoriert. So wie es der SPD-Politiker diese Woche im Interview bei Spon (mit Stolz) formuliert hat: Chemnitz wird getragen von Künstlern und der Wirtschaft...Die 'Verlierer' (deutsche und Asylanten) werden in eigene Stadtteile verdrängt und sich dort selbst überlassen. Wenn sie sich dann vor lauter langer Weile in der Stadt betrinken und weiteren Mist verzapfen (leider regelmäßig und auch hier Deutsche und Asylanten), dann kommt eine Razzia und die werden wieder in ihre Stadtteile vertrieben, wäre ja schädlich für das Image der wirtschaftlich und kulturell erfolgreichen Stadt Chemnitz. Richtig und wichtig wäre aber, dass man sich zunächst hier um Integration und Teilhabe kümmert und diese Leute sich eben nicht selbst überlässt. Das geht los beim Einstz von Pädagogen/Streetworkern die in die Stadtteile und zu den menschen nach Hause gehen, über die bessere Förderung von Vereinen vor Ort, bis hin zur besseren Vermischung in den Stadtteilen. Wenn dieses Fundament gelegt ist, dann kann sich gerne auch der Kunst hingeben (so wie es frau Ludwig so gern tut). Andersrum bringt das nichts, was man in Chemnitz jetzt schmerzhaft erfährt.

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axel_roland 30.08.2018, 09:39
58. Die politische Bildung kommt nicht zu kurz

Ob sich jemand letztendlich für das rechte, linke oder liberale Lager entscheidet hängt an vielen Faktoren. An der schulischen Bildung liegt das allerdings nicht - eher an der persönlichen. Jemand, der geschichtlich, politisch und sozial interessiert ist, wird die vielen Aspekte einer Gesellschaft erforschen wollen (In Schule, Internet und Geschichtsdokus), diese gegenüberstellen, und unterschiedlich bewerten - diese Leute landen dann im liberalen Lager. Wer aber desinteressiert ist, dem hilft auch der beste Lehrer nicht auf die Sprünge. Wer faul und passiv im Unterricht pennt, dem hilft pädagogischer Aktionismus auch nicht weiter. Dieser Personenkreis wird eher von Freunden, Bekannten, Familie und öffentlicher Stimmungsmache beeinflusst. Diese Personen landen dann eher im extremistischen Spektrum. Ich gebe natürlich zu, dass die Waage der Verteilung der ungebildeten Bevölkerungsmassen deutlich mehr in Richtung rechts schwankt. Geistig minderbemittelte findet man im linken Spektrum eher am links-außen Rand, während es im rechten Spektrum schon kurz nach der Mitte anfängt. Was würde Trump sagen: Sad...

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theanalyzer 30.08.2018, 09:40
59.

Politische Bildung in einer Demokratie muß auch die Akzeptanz der Meinung Andersdenkender und das Andersdenken per se vermitteln.

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