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Krawalle in Chemnitz: Kommt politische Bildung an Sachsens Schulen zu kurz?
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Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz stellt sich die Frage, ob sächsische Schulen den Kindern die Demokratie ausreichend nahebringen. Zwei Lehrer berichten, wie schwierig das ist.

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whatthewhat 30.08.2018, 10:04
80.

Zitat von hinterwäldler2
"Sachsen hat das leistungsfähigste Bildungssystem in Deutschland. Zu diesem Schluss kommen das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die arbeitgebernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in einem aktuellen Vergleich der Bundesländer, dem .....
Ich pflichte bei. in den sächsischen Schulen geht es um Leistung, Leistung, Leistung.
Das zeigt sich nicht nur im sportlichen Wettkampf, sondern auch darin, dass z.B. der PISA-Test mit den Schülern explizit geübt wird. Auswendiglernen geht vor Verständnis, Drill und Schnelligkeit vor Kreativität.
In jedem Lehrerkolegium finden sich außerdem auch Leute, die der AFD anhängen und keinen Hehl daraus machen.
Bei der älteren Generation ist Leistung und Wettbewerb hingegen nicht so hoch priorisiert. Hier beobachte ich, dass die Menschen eher gelassen, humorvoll, hilfsbereit sowie rücksichtsvoll sind.
Das müsste jedem auffallen, wenn er aus z.B. München kommt und hier mal mit dem PKW unterwegs ist.
Man wird reingelassen, kaum einer drängelt, keiner schneidet einen aggressiv, etc. Natürlich wie immer mit Ausnahmen (Z, FG, zuweilen ERZ sind mir noch nicht so positiv aufgefallen.)

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claus7447 30.08.2018, 10:04
81. Schule vs Elternhaus

Weder das eine noch das andere kann es ersetzen - Es ist komplementär. Ich selbst wurde in ein liberales - wenig christlich geprägten Elternhaus geboren. Freie Diskussion meiner Eltern war üblich. Mein Vater, ein ex-Offizier der Wehrmacht (in die WM eingetreten um der NS-Partei zu entfliehen) hatte die Grauen des Krieges fast unverletzt überstanden aber er war geheilt. Meine Mutter kam eher aus einem pietistisch angehauchten Elternhaus - aber eine der ersten Schülerin einer Waldorf-Schule (aber mit beiden Beinen auf dem Boden) - und man glaubt es kaum - der Junior wurde in eine "Jesuiten-Schule" gepackt. Ich habe Blut gespuckt in meiner Schülerzeit - aber es prägte mich - die CDU war damals Alt-Nazi verseucht (Kiesinger / Filbinger und viele andere) das konnte ich nicht ab. Mit W. Brandt tat sich eine neue Denkstruktur auf - das passte - was allerdings dem Partei-Klüngel untereinander geopfert wurde hat mich dann zumindest wieder etwas entfernt.

ABER: nur das Gesamte - Schule - Lehrer - Eltern - Freundeskreis und das Auseinandersetzen mit (fakten des ) sozialen Zusammenlebens sowie dem Blick über den Tellerrand.

National-Denken - dieses ekelhafte Pöbeln, dass ich jetzt seit vielen Jahren teilweise selbst erlebt habe kotzt mich an - in den Neuen Bundesländern gab und gibt es bis heute immer noch DDR-Strukturen über das Denken über Ausländer - nichts hat sich geändert - über Generationen gepflegt - insb auf dem flachen Land. Jetzt kommt zum Hass noch der Neid... ich brauche das nicht - 70 Jahre Frieden ist mir mehr wert -
Eigentlich erhoffe ich mir, sollten die Pöbler ausschließlich im Land bleiben - denn das Schlimmste was ich mir noch vorstelle, dass dies Beschränkten auch noch im Ausland Urlaub machen ... das können die doch ehrlich gar nicht überleben (na ja - vielleicht Ungarn und Polen - da durften die aber schon zu DDR Zeiten hin!

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lathea 30.08.2018, 10:07
82. @spOnti57 Nr.45. Fragen

Sie haben Recht damit, dass es schwer ist, die Gesinnung zu prüfen. Wir hatten dies bereits in den 60/70'er Jahren bei der Einstellung von Beamten, die kommunistisch orientiert waren. Damals wurden bestimmte Parteien des linken Spektrums als verfassungsfeindlich angesehen und wer sich dort engagierte, konnte kein Beamter werden und auch nicht in den Schuldienst. Das sollte hinsichtlich aller Mitglieder, Mitläufer und bekennender Sympathisanten der Pegida- und Reichsbürgerszene heute auch erfolgen. D.h.Abfrage bei der Einstellung mit Unterschrift und Entfernung aus dem Beamtendienst, wenn eine falsche Information gegeben wurde bzw. später eine Zuwendung zu Pegida und Reichsbürgertum bekannt wird. Die Bürger haben einen Anspruch darauf, dass im Staatsdienst keine Staatsdiener arbeiten, die verfassungsfeindliche Thesen verbreiten oder verfassungsfeindlichen Organisationen anhängen bzw. diese unterstützen. Dazu muss die Landesregierung (da meistens Landesbeamte) entsprechende Weisungen u.s.w. erteilen. Versetzen würde ich solche Beamte genau in solche Brennpunkte, in denen sie tagtäglich mit Ausländern konfrontiert werden, d.h. Lehrer in Flüchtlingsklassen, Polizisten in Asylunterkünfte o.ä. und wenn sie sich dort nicht bewähren oder mit ihrer Gesinnung auffällig werden, mit allen nur möglichen dienstrechtlichen Konsequenzen ahnden. Ausserdem besteht die Möglichkeit, auffällige Beamte auch zeitweise zu schulungszwecken bzw. Erfahrungsaustausch innerhalb des Bundesgebiets zu tauschen, also erfahrene Beamte aus anderen Bundesländern mit Brennpunkterfahrungen nach Sachsen holen und solche mit Erfahrungsdefiziten in andere Bundesländer für einen überschaubaren Zeitraum schicken. Was ich jedenfalls auf keinen Fall in Deutschland sehen will, sind rechte Mobs, die es auch noch wagen zu behaupten, sie seien das Volk. Das sind sie nämlich nicht. Sie sind in meinen Augen lediglich das, was ein normaler christlicher deutscher Durchschnittsbürger unter diesem angeblichem "Wir-Sind-Das-Volk" versteht: ein gottloser, primitiver Pöbel-Mob, der auch noch die Werte der ehemaligen friedlichen DDR-Bewegung durch den Dreck zieht. Und in genau diese Ecke gehören auch alle Sympathisanten, Verteidiger und Entschuldiger solcher Gruppen. Diese Gruppen sind verfassungsfeindlich, das deutsche Volk musste vor und nach dem zweiten Weltkrieg genug unter solchem Gedankengut und dessen Folgen leiden und sie haben im Staatsdienst nichts verloren.

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grotefend 30.08.2018, 10:09
83. Ach ja!

Zitat von schamot
Bedeutet in Deutschland ein Demokratieverständnis sich zwischen Oligarchenvertretern entscheiden zudürfen. In Baxerischen Schulbüchern ist das von vornherein festgelegt. Die einzige demokraische Volkspartei ist die CSU.
Und wären Sie so freundlich auch zu sagen, um welches Buch es sich dabei handeln soll? Dann würde ich mal nachschauen. Ich habe nämlich alle zugelassenen Werke zu Hause. In keinem von denen findet sich Ihre Behauptung.

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asmael666 30.08.2018, 10:14
84. Einzelfälle

Eine Hetzjagd hat es nicht gegeben. Hier werden Einzelfälle hochgejazzt, um Narrative zu erzeugen und von der eigentlichen Ursache abzulenken. Das einzige, was belegt ist, ist ein Ausländer, der 10 Meter weglaufen mußte - wobei die Vorgeschichte unklar ist, es sich also auch um eine Provokation seinerseits gehandelt haben kann.
Im Gegensatz dazu ist seit drei Jahren täglich von Messerstechereien und Vergewaltigungen durch Migranten zu lesen. In Chemnitz wurden drei Mitbürger niedergestochen, einer starb.
Der legitime Protest dagegen soll stigmatisiert werden. Das finde ich persönlich schäbig.

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grotefend 30.08.2018, 10:15
85. Guter Witz!

Zitat von helmut.alt
dass in Deutschland die Sachsen die intelligentesten Schüler haben. An der Intelligenz kann es also nicht liegen und die .....
Pisa hat so viel mit Intelligenz zu tun wie die FIFA mit Antikorruption.

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rleu 30.08.2018, 10:17
86.

Zitat von ruhepuls
[...] Die Rechten haben erkannt, wo bei vielen Deutschen das Herz sitzt...
Bei der eigenen Familie?

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wanniii 30.08.2018, 10:18
87. Seltsam

die Deutschen im Osten sind sehr seltsame Menschen.
Erst werden die von der SED drangsaliert, dann betrinken sie sich an der Wiedervereinigung und bekommen dafür vom Westen eine neue Infrastraktur und Milliarden von Investitionen geschenkt.
Nachdem sie merken, daß sie etwas leisten und bringen müssen, wandern sie politisch an den rechten Rand ab, prügeln auf Ausländer und die Pressefreiheit ein und dürfen Gesamtdeutschland ungestraft einen immensen politischen Schaden zufügen.
So lange immer die anderen Schuld sind kann man in die politische Bildung noch so viel investieren wie man möchte, am Ende sind es immer die anderen! Am ärmsten sind die Kinder und die, die sich solchen 'Mitmenschen' entgegenstellen! Ich schäme und bemühe mich, dieses häßliche Bild Deutschlands richtig zu stellen!

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spon-1279537853053 30.08.2018, 10:18
88. kleine anmerkung

die anzahl der kollegen, die die vorurteile der afd teilen, nimmt auch in anderen bundesländern ständig zu. auch in bawü wird der afd das wort geredet, der klimawandel in ek geleugnet oder seltsame wissenschagfsferne theorien in bio erläutert. und die schulleitungen schauen weg.

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grotefend 30.08.2018, 10:18
89.

Zitat von Berlin142
Sich immer darauf zurück zu ziehen, dass man zwar eine Meinung habe, diese ja aber nicht äußern dürfe, weil man damit die Kinder beeinflusse, ist IMO falsch. Die Kinder, gerade auch in unteren Klassen, befinden sich einen entscheidenden Teil des Tages in der Schule und werden zwangsläufig beeinflusst - ob man das ignoriert oder nicht, ist dabei egal. Und ......
Klar darf man als Lehrer seine Meinung äußern. Man muss sie aber als solche kenntlich machen.

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