Forum: Politik
Kreuzerlass in Bayern: Ab heute soll es hängen
DPA

Zum 1. Juni tritt die umstrittene Verfügung in Kraft: Künftig sollen Bayerns Behörden in ihren Eingangshallen christliche Kreuze anbringen. Wen betrifft der Erlass, und wie ist er politisch einzuordnen?

Seite 10 von 14
m.ecker 01.06.2018, 12:27
90.

Trennung von Kirche und Staat.
Der Staat ist die Gesamtheit der Bürger dieses Landes, wovon mehr als 66% in einer christlichen Kirche sind, ca. 26% konfessionslos und nur. 8% ( 7% Islam) verteilen sich auf alle anderen Religionen ( Prognose 2020, Statista). So einfach scheint das nicht zu sein mit der Trennung, wie die letzten 200 Jahre zeigen.

Beitrag melden
sanfernando 01.06.2018, 12:27
91. Liebe bayrische Behörden,....

....Ihr könntet Euren Respekt vor anders- oder nichtgläubigen Benutzern Eurer Behörde zum Ausdruck bringen, indem Ihr pflichtgemäss das Kreuz anbringt, daneben den Halbmond, ein Bild von Buddha und Ähnliches anbringt, ist ja nicht verboten...

Beitrag melden
dulcineadeltoboso 01.06.2018, 12:34
92.

Zitat von marty_gi
Wie ich schon schrieb gibt es im Grundgesetz auch noch weiteres Verbesserungspotential. Dazu gehoert eindeutig (und das wollte ich da nicht direkt reinschreiben, das konnte man sich naemlich denken) der unsinnige und widerspruechliche Gottesbezug. Der hat da nichts, aber auch garnichts verloren. Und was bitte ist "Tradition"? Ein voruebergehender Zustand, den man gerade mal fuer eine kurze Zeit als das Ideal ansieht, welches aber dennoch durch Weiterentwicklung wieder durch Besseres abgeloest werden kann und wird - oder leben wir immer noch "traditionell" in Hoehlen???
Der Gottesbezug im GG ist ein persönliches Bekenntnis der Verfassungsmütter und -väter, mit dem sie ihre ethische Motivation klar gemacht haben: "Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und vor den Menschen..." Wollen Sie das tatsächlich streichen und damit im Nachhinein verschleiern (oder gar zensieren), wovon sich unsere Verfassungsgeber nach eigenem Bekunden haben leiten lassen?

Beitrag melden
gägge 01.06.2018, 12:44
93.

Ja, wenn ich das höre, leben wir anscheinend noch in der Vorgeschichte, so etwa Neusteinzeit, oder davor :-( .
Bereits diese hatten manchmal besseren Komfort als wir heute (Ich arbeitete mal für historische Bauten und Archäologie). Manche hatten Verdunstungskühlung, durchaufendes Trinkwasser, gespülte WCs und Abfallschächte - Sachen, die viel von uns heute noch nicht haben.
Eine positive kulturelle Entwicklung haben wir heute jedoch, das gebe ich ehrlich zu :
Klopapier, das weniger kratzt.
Ich hab's mal mit Eichenlaub versucht, ganz einfach um zu wissen wie das ist. Ich habe daraus gelernt... :-)

Beitrag melden
dulcineadeltoboso 01.06.2018, 12:45
94.

Zitat von Elvenpath
"dann sollten Sie die Gottesbezug in der Präambel erwähnen. Der macht nämlich klar, woher die ethischen Grundlagen unseres Grundgesetzes kommen." Das wird lediglich behauptet. Darin, Moral und Werte ungerechtfertigt für sich zu reklamieren, sind Religionen und speziell das Christentum ganz groß drin. Die Wirklichkeit sieht etwa anders aus: Die Kirchen haben sich gegen jedes Menschenrecht mit Händen und Füßen gewehrt. Die Menschenrechte kamen erst nach der Entmachtung des Christentums in der Aufklärung. Und Ethik hat das Christentum schon mal gar nicht. Nur eine eigene religiös verquaste und ziemlich widerwärtige Moralvorstellung.
Das Gebot der Nächstenliebe hat nichts mit Ethik zu tun? Welche ethischen Grundsätze ziehen Sie denn aus der Aufklärung und wie widersprechen die sich denn z.B. mit dem NT. Weite Teile der Bibel, ganz sicher das NT, waren der erste Versuch der Erklärung von Menschenrechten. Und dieser Versuch war so erfolgreich, so prägend, dass er bis in unser heutiges Grundgesetz nachwirkt. Das ist nicht meine Behauptung. Das drücken unsere Verfassungsmütter und -väter mit ihrem Bekenntnis zur Verantwortung vor Gott in der Präambel aus.

Dass die Kirchen, besonders die katholische, die Lehren des NT nicht immer konsequent umgesetzt haben (um es gelinde auszudrücken), ist unumstritten. Dadurch werden aber die grundlegenden christlichen Überzeugungen nicht diskreditiert.

Beitrag melden
marty_gi 01.06.2018, 12:46
95. Das Grundgesetz

Zitat von dulcineadeltoboso
Der Gottesbezug im GG ist ein persönliches Bekenntnis der Verfassungsmütter und -väter, mit dem sie ihre ethische Motivation klar gemacht haben: "Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und vor den Menschen..." Wollen Sie das tatsächlich streichen und damit im Nachhinein verschleiern (oder gar zensieren), wovon sich unsere Verfassungsgeber nach eigenem Bekunden haben leiten lassen?
Das liebe GG soll heutige Aktualitaet haben, und nicht irgendeinen geschichtlichen Bezug darstellen. Dafuer gibt es Geschichtsbuecher. Waere dem nicht so, haette und duerfte es niemals geaendert werden. Ja, ich will das streichen. Es hat darin nichts verloren - wir sind kein Gottesstaat.
Da gibt es noch ganz andere Dinge, von denen sich unsere Verfassungsgeber haben leiten lassen - und das findet man auch in Geschichtsbuechern, nicht im GG. Wobei ja auch andere davor sich schon vermeintlich von irgendwelchen religioesen Motiven und Motivationen haben leiten lassen....also nicht unbedingt der wuenchenswerteste Bezug. Und gerade deshalb mit entsprechenden Erlaeuterungen sehr gut fuer Geschichtsbuecher geeignet, aber nicht fuer eine moderne Verfassung im 21. Jahrhundert.

Beitrag melden
Stäffelesrutscher 01.06.2018, 13:59
96.

Wenn die Kreuze nicht Religion, sondern die geschichtliche und kulturelle Prägung Bayerns verkörpern sollen, wäre es dann nicht angebracht, diejenigen Kreuze zu verwenden, die seit November 1923 mit München als »Hauptstadt der Bewegung« verbunden sind?

Beitrag melden
Stefan Sx 01.06.2018, 14:19
97. Jetzt aber mal halblang

Zitat von Stäffelesrutscher
Wenn die Kreuze nicht Religion, sondern die geschichtliche und kulturelle Prägung Bayerns verkörpern sollen, wäre es dann nicht angebracht, diejenigen Kreuze zu verwenden, die seit November 1923 mit München als »Hauptstadt der Bewegung« verbunden sind?
Ehrlich, diese Kreuz-Geschichte halte ich mit für die größte Heuchelei, die die bayerische Politik während meines bewussten Daseins hervorgewürgt hat. Was der Söder da veranstaltet, ist eine echte Sauerei und das gehört auch laut und deutlich gesagt. Jetzt aber mit dem Hakenkreuz anzurutschen, ist komplett daneben. Inhaltlich sowieso und auch die Diskussionskultur betreffend. Damit geben Sie bloß denen Futter, die den Mist befürworten und jeden Gegner ihrer eigenen Sicht für einen radikalen Spinner halten.

Beitrag melden
Süd-Ost-Ösi 01.06.2018, 14:43
98. Gut so Bayer

Lasst euch nichts gefallen liebe Bayern. Wir sind Stolz auf euch! Ihr traut euch, zu eurer Identität zu stehen, anstatt billiger Hetze von "modernen Intellektuellen" nachzugeben.


Liebe Grüße,
ein Medizinstudent aus Österreich

Beitrag melden
marialeidenberg 01.06.2018, 14:57
99. Ihre rhetorische Eingangsfrage ist wohl als alberner Gag gemeint?

Zitat von mina2010
ob Bayern noch zu Deutschland gehört. Wenn ich mich recht erinnere, herrscht in Deutschlang Religionsfreiheit und der Staat ist zur Neutralität verpflichtet. Diese Neutralität wird allerdings recht halbherzig behandelt. Schließlich darf jeder Steuerzahler, egal ob Atheist, Muslim oder Hindu, über seine Steuern die Saläre der Kirchenfürsten mit finanzieren. Wäre ja schon möglich, dass sich ein Atheist an Kreuzen in Amtstuben stört. Dazu Herr Söder muss man nichtmal den Islam auf dem Schirm haben. Also liebe Bayern, dann mal mit Vollgas zurück in die Zukunft!
Auch die Frage der Religionsfreiheit braucht hier nicht kontrovers diskutiert werden. Söder beruft sich auf die bayrische Verfassung, die ihn angeblich oder tatsächlich zu seinem Ukas verpflichte(t) oder berechtig(e)t.

Wenn Ihnen der Hinweis auf die christlich-abendländische Prägung unsere Kulturraumes nicht gefällt dann müssen Sie die Verfassung ändern, ganz so wie die Engländer sagen: If you don't like the rules change them, not disobey them.

Also suchen Sie sich den geeigneten Landtagsabgeordneten, der eine entschlossene 'pressure group' zusammenstellt, Volksbefragung, Volksentscheid, bayrisches Verfassungsgericht, das alles sind die Stichworte, mit denen Sie ab jetzt hantieren sollten, wenn es Ihnen wirklich und ernsthaft um die Sache geht.

Beitrag melden
Seite 10 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!