Forum: Politik
Kreuzzüge: Der Kardinal und die Doppelmoral
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Kardinal Marx wirft der bayerischen Staatsregierung vor, den Glauben für politische Zwecke zu missbrauchen. Dabei tut niemand mehr für die Politisierung ihrer Kirche als die Deutsche Bischofskonferenz.

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Bananenschale 04.05.2018, 06:09
70. Falsh!

Zitat von Galgenstein
..., denn der säkulare Staat kann seine Werte nicht aus sich selbst heraus begründen. ...
Das ist schlicht nicht wahr! Siehe z.B. das Grundgesetz. Daß es einen Gegensatz zwischen einer Verfassung und Verfassungswirklichkeit gab und gibt, hängt nicht nicht davon ab, ob ein Staat sälular ist oder nicht.

Religion und Kirche haben natürlich eine gesellschaftliche Dimension. Sie halten Fragen offen, die sonst unter dem Tisch fielen. Darum ist beides wichtig. Staat und Kirche sollten getrennt bleiben, weil die gesellschaftliche Dimension von Religion und Kirche - und nur darauf kann Politik sich vernünftiger Weise beziehen - nicht Religion und Kirche selbst sind. Bsp.: Kirchen-Asyl. Das hat etwas Anrührendes und zugleich etwas Befremdliches.

So langsam habe ich das Gefühl daß wir uns auf den Rückflug ins Mittelalter befinden. Gar lustig brannten die Scheiterhaufen; sie erhellten stets die Stimmung. Wenn die Totalität des Rechts eine Symbiose eingeht mit religiös begründeten Sozialvorstellungen, ist dergleichen die Konsequenz!

Aufklärung? "Einmal Moderne bitte!" - "Auch Rückfahrt?" - "Ja."

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ricson 04.05.2018, 06:50
71.

Es ist schon erstaunlich wie Sie vom Maibaum als christliches Symbol sprechen können. Wo genau kommt der denn vor in der christlichen Liturgie? Das eigentliche Problem an der Sache sprechen sie aber gar nicht an. Das Kreuz in den Amtstuben war nicht dazu gedacht unsere Kultur zu repräsentieren, sondern dem Islam eins auszuwischen. Dieser Missbrauch empört halt einige. Ich als Atheist sollte mich aber eigentlich nicht darüber beschweren wenn Leute versuchen die christliche kultur in Beton zu giessen. Nichts dürfte ihr Ende schneller bereiten. Das Christentum ist vor allem zur dominierenden Religion geworden, weil es sich sehr flexibel und Anpassungsfähig gezeigt hat. Ostern und Weihnachten wurden einfach mitsamt Eiern, Hasen und Weihnachtsbaum zu christlichen Festen umgedeutet und schon waren die Heiden bereit christlich zu sein. Vor 500 Jahren hätte die Kirche einfach behauptet, dass Maria auch immer Kopftuch getragen habe, und Jesus kein Schweinefleisch mochte. Damit hätte man versucht die Muslime im Land zu konvertieren. Giesst das Christentum ruhig in Beton und passt es auf keinem Fall dem Zeitgeist an. Die Menschen werden sich trotzdem weiterentwickeln und sich damit immer weiter vom Christentum entfernen. Das wird das Ende des Christentums sein. Nur zu.

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vetris_molaud 04.05.2018, 06:55
72.

Es wird höchste Zeit für Säkularisation 2.0, die Wiederaufnahme und Fortsetzung und Abschluss der Säkularisationsbemühungen der Weimarer Republik. Die Zeiten, in der für die Bürger zumindest das verbale Bekenntnis zu einer der christlichen Kirchen gesellschaftlicher Konsens war, sind (gott)seidank vorbei. Der Staat sollte sämtliche Zahlungen an den Kirchen einstellen, den Kirchensteuer-Einzugsservice einstellen und alle Kirchenfunktionäre aus allen möglichen und unmöglichen Aufsichtsräten entfernen. Die Kirchen sollten für alle von ihnen betriebenen sozialen Einrichtungen der Regierung einen Plan vorlegen, wie sie zukünftig deren Finanzierung selbstständig, ohne staatliche Subventionen,bestreiten möchten. Sollten die Kirchen dies nicht leisten, sollten nach einer Übergangsfrist diese Einrichtungen den Kommunen/Landkreisen übereignet werden, da die Bürger sowieso diese Einrichtungen zum Großteil mit ihren Steuergeldern finanziert haben. Die ideale Rechtsform der Kirchen ist die des eingetragenen Vereins, jede Gemeinde ein Ortsverband, das wär was ...
Es kann nicht angehen, dass eine kontinuierlich schrumpfende Minderheit die Bevölkerungsmehrheit in ihrer Lebens- und Freizeit Vorschriften macht und Einschränkungen auferlegt (Sonntagsruhe, Ladenschlussgesetze, Feierverbot anm Karfreitag, usw.).
Die Minderheit hat sich nach der Mehrheit zu richten, nicht umgekehrt.
Nach dem Ende des 3. Reichs hatten die Mütter und Väter des Grundgesetzes die christlichen Kirchen unreflektiert als moralische Autoritäten betrachtet und ihnen im Grundgesetz eine tragende Rolle fest eingeräumt. Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich jedoch seit 1948 massiv verändert. Anpassung tut not ...

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wahrsager26 04.05.2018, 08:10
73. Allgemein gesprochen....

Die beiden großen Kirchen sollten aufpassen,das sie nicht zum zweiten Mal in der neueren Geschichte auf das falsche Pferd setzen! Die Nähe,die unreflektierte,zur Politik ist unübersehbar.Es wäre anzuraten,Flagge für die eigene Sache zu zeigen und bestenfalls vor drohenden Zerwürfnissen in der Gesellschaft zu warnen,eine weis Gott große Aufgabe.Im Übrigen ist ,wenn sie getragen wird,die Amtskette standhaft zu tragen und nicht anbiederisch abzulegen! Danke

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anjo1970 04.05.2018, 08:38
74. Zu kurz gesprungen, Herr Fleischhauer

Es ist typisch, dass immer dann, wenn konservative Kreise Kritik von den Kirchen hören, gejammert wird: Haltet euch aus der Politik raus. Bis vor dem zweiten Weltkrieg war das anders. Da haben Theologen politisch im Sinne der Herrschenden argumentiert. Das ist - Gott sei Dank - vorbei. Und wenn Herr Fleischhauer schon in der Bibel keine Grundlage für die sog. Doppelmoral findet, kann ich helfen. Gebt des Kaisers, was des Kaisers ist und gebt Gott, was Gottes ist. Ach ja. Im Alten Testament sind es die Propheten, die den Machthabern immer wieder auf die Finger hauen. Daraus hat sich das sog. Wächteramt der Kirche entwickelt. Also Herr Fleischhauer: lesen bildet.

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lordofaiur 04.05.2018, 08:42
75. Kardinal Marx

Vielen Dank Hr. Fleischhauer! Ich bin sowieso Fan ihrer Kolumne, aber gerade bei diesem Thema lasse ich mich zu einem Kommentar hinreissen. Hr. Kardinal Marx macht es mir als Gläubigen und Mitglied der Glaubensgemeinschaft zur Zeit nicht gerade leicht. Zunächst sein unsäglicher Auftritt mit Hr. Bedford-Strohm in Jerusalem, bei dem er durch das Ablegen des Kreuzes seine christliche Identität verleugnet hat. Nun die Angelegenheit mit Söder. Man mag von der Aktion halten was man will, Hr. Söder macht aber Symbolpolitik, welche ich grundsätzlich gut finde. Er setzt schlicht ein Zeichen, was ich in Zeiten wie diesen ganz gut finde. Was allerding der KArdinal und seine Oberhirten machen verstehe ich nicht. Wenn sich der Staat nicht einmischen soll, dann bitte vollumfänglich. Seine Bezüge soll er sich bitte von den Gläubigen überweisen lassen und der Staat sollte es auch dringendst unterlassen die Steuer für die Kirche einzutreiben. Katholische Kindergärten, Instandsetzungen von kirchlichen Einrichten, alles das wird durch den Staat gezahlt bzw. subventioniert.
In meinen Augen sollte sich Hr. Marx und seine Bücklinge schämen und sich bei Hr. Söder entschuldigen. Gerne auch bei mir, denn ich bin ebenfalls empört.

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flussmonster 04.05.2018, 08:47
76. Nicht Ehrlich

Bei Kardinal Marx und vielen anderen deutschen Bischöfen hat ein Christ einen faden Beigeschmack. Immer wieder geht es den Herren um Tagespolitik, möglicherweise in der Hoffnung auch von den Kirchenfernen und Ungläubigen beklatscht zu werden. Das Einmischen der Bischöfe in den Kreuzerlass der bayrischen Staatsregierung ist so ein Zeitgeistgerede bei dem man sich fragt: wer instrumentalisiert das Kreuz wirklich? Ich möchte Deutschland und seine Kultur nicht mit anderen Ländern z.B. islamischen vergleichen, daß führt in der Regel nicht weiter. Es geht einzig darum daß sich alle Deutschen auf unsere Kultur besinnen. Das "Kreuz" hat uns mehr Gutes gebracht als schlechtes - unser ganzes soziales System basiert auf christlichen Werten. Da ist es normalerweise keine Frage, daß das Kreuz zu Deutschland gehört - auch im öffentlichen Raum. Gerade die Zukunft unseres Landes wird sich am Kreuz entscheiden. Dabei geht es um unsere Identität. Wenn wir an unserem Kern festhalten, werden wir bestehen und unsere Gesellschaft erhalten. Wenn wir denen folgen, die laisieren oder das Kreuz privatisieren wollen, werden andere Kräfte den Freiraum endgültig besetzen. Deutsche Bischöfe sind dabei keine Hilfe.

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wahrsager26 04.05.2018, 08:52
77. An anjo 1970. Nr74

Irgendwie verwechseln Sie etwas! Die Kirchen stehen nach wie vor hinter einer Politik, die zumindest ich für verfehlt halte.Sie sprachen die Vergangenheit an , und ? Lesen Sie bitte den davor stehenden Satz! Danke

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hans-henning 04.05.2018, 08:53
78. Bedauerlich

Die Einlassungen des Kardinals sind bedauerlich. Sie sind dazu geeignet, 'Spaltung, Unruhe und Gegeneinander' in der katholischen Kirche zu befördern.

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Aberlour A ' Bunadh 04.05.2018, 09:15
79. Die vernünftigen Menschen in Deutschland brauchen eine starke CSU?

Zitat von angelobonn
Herr Marx ist eine Schande für sein Amt. Herr Söder hat die Mehrheit der Menschen in Bayern einschließlich der SPD-Wähler hinter sich. Ich hoffe sehr, dass die CSU als letzte etablierte Stimme der Vernunft wieder eine absolute Mehrheit erreicht. Die vernünftigen Menschen in Deutschland brauchen eine starke CSU.
Dann aber bitte das C und das S vorher aus dem Namen streichen, mit dem die Partei schon seit Menschengedenken Schindluder treibt. Bleibt das U für "unheilig".

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